Teil 1: Der verschwundene Teddy
Max ist drei Jahre alt. Er hat einen kleinen Hut. Auf dem Hut ist ein Stern. Max sagt: „Ich bin der Detektiv Max.“
Heute ist es ruhig zu Hause. Mama summt in der Küche. Im Wohnzimmer liegt ein weicher Teppich.
Max will seinen Teddy holen. Der Teddy heißt Bruno. Max schaut in den Korb. Leer.
Max blinzelt. „Bruno ist weg!“
Mama kommt dazu. „Oh. Wir finden ihn. Ganz ruhig.“
Max atmet langsam ein. Und langsam aus. „Ich bin ruhig. Ich suche.“
Mama lächelt. „Detektiv Max, du kannst Fragen stellen. Ganz freundlich.“
Max nickt. Er nimmt seine Lupe. Sie ist aus Plastik. Sie glitzert.
Max schaut auf den Boden. Da sind kleine Krümel. Und da ist ein blauer Faden.
Max zeigt mit dem Finger. „Ein Hinweis!“
Mama fragt sanft: „Wo war Bruno zuletzt?“
Max denkt nach. „Hier. Auf dem Sofa.“
Max geht zum Sofa. Er schaut darunter. Nur ein Bauklotz. Rot.
Max sagt: „Hallo, Bauklotz. Hast du Bruno gesehen?“
Der Bauklotz sagt nicht. Max kichert. „Okay.“
Da kommt Lina. Sie ist Max' Schwester. Sie ist fünf. Sie trägt Socken mit Punkten.
Max fragt: „Lina, hast du Bruno gesehen?“
Lina schüttelt den Kopf. „Nein. Aber ich habe was Blaues gesehen.“
„Was Blaues?“ fragt Max.
„Ein blaues Tuch. In der Nähe vom Flur,“ sagt Lina.
Max schaut wieder auf den blauen Faden. „Bruno war bei einem blauen Tuch!“
Mama sagt: „Gute Idee. Wir gehen in den Flur.“
Teil 2: Fragen und Spuren
Im Flur stehen Schuhe. Da steht auch ein Korb mit Schals. Ein Schal ist blau. Der blaue Schal hat Fransen.
Max beugt sich runter. „Der Faden passt zum Schal.“
Max fühlt den Schal. „Weich. Wie Bruno.“
Er hört ein leises „Miau“. Die Katze Minka sitzt da. Sie wäscht ihre Pfote.
Max geht langsam zu ihr. „Hallo, Minka. Hast du Bruno versteckt?“
Minka blinzelt. „Miau.“
Max nickt ernst. „Das heißt vielleicht: Ich weiß was.“
Mama flüstert: „Detektive schauen auch nach Pfoten-Spuren.“
Max schaut auf den Flur-Teppich. Da sind kleine, helle Haare. Katzenhaare.
Max sagt: „Minka war hier. Und Bruno vielleicht auch.“
Lina zeigt auf die Tür zum Kinderzimmer. „Da drin war Minka vorhin.“
Max geht zur Tür. Er klopft. „Darf ich rein?“
Mama sagt: „Ja, bitte.“
Im Kinderzimmer stehen Kisten. Eine Kiste ist grün. Auf ihr ist ein Frosch.
Max schaut umher. Er sieht ein kleines Stück Papier. Darauf ist ein gemalter Stern.
Max staunt. „Das ist mein Stern! Von meinem Aufkleber.“
Lina ruft: „Ich habe den Stern gestern auf Bruno geklebt!“
Max schaut wieder. „Also war Bruno hier!“
Max fragt freundlich: „Lina, hast du Bruno vielleicht zum Spielen genommen?“
Lina wird kurz rot. Dann sagt sie leise: „Ich wollte mit Bruno Tee trinken. Aber dann… habe ich ihn nicht mehr gesehen.“
Max legt eine Hand auf Linas Arm. „Das ist okay. Wir suchen zusammen.“
Mama sagt: „Zusammen ist gut.“
Max schaut unter den Tisch. Nichts. Hinter dem Vorhang? Nichts.
Dann sieht Max etwas: eine Spur aus Kissen. Ein Kissen liegt hier. Ein anderes dort. Wie kleine Schritte.
Max zeigt drauf. „Kissen-Spur! Wohin geht sie?“
Die Kissen-Spur führt zur großen Wäschekiste. Sie ist weiß. Der Deckel ist halb offen.
Max hält den Atem an. Dann atmet er wieder langsam aus. „Ganz ruhig.“
Max fragt in die Kiste: „Bruno, bist du da?“
Nichts.
Max hebt den Deckel ein bisschen mehr. Da liegt… der blaue Schal! Und darunter etwas Braun-Weiches.
Max flüstert: „Ich sehe Braun.“
Teil 3: Der Fund und ein warmes Ende
Max greift vorsichtig hinein. Er zieht langsam. Und da ist Bruno!
Max lacht. „Bruno! Du bist da!“
Lina klatscht in die Hände. „Juhu!“
Mama sagt: „Gut gemacht, Detektiv Max. Was war die Lösung?“
Max zählt mit den Fingern. „Erstens: der blaue Faden. Zweitens: Minka war im Flur. Drittens: der Stern-Aufkleber im Kinderzimmer. Viertens: die Kissen-Spur zur Wäschekiste.“
Lina schaut Bruno an. „Tut mir leid, Bruno. Ich habe dich wohl mit dem Schal eingekuschelt. Und dann bist du in die Kiste gerutscht.“
Max hält Bruno hoch. „Bruno ist nicht sauer. Bruno ist müde.“
Mama lacht leise. „Dann braucht Bruno einen Tee.“
Lina sagt: „Ich mache Tee. Aus Spiel-Tasse.“
Max sagt: „Und ich passe auf. Detektiv-Pause.“
Sie setzen sich auf den Teppich. Der Teppich ist weich. Bruno sitzt zwischen Max und Lina.
Max streichelt Brunos Ohr. „Alles ist gut. Wir sind zusammen.“
Mama sagt: „Wenn etwas weg ist, atmen wir erst. Dann suchen wir Schritt für Schritt.“
Max nickt. „Wie ein Detektiv. Aber lieb.“
Minka kommt dazu. Sie reibt ihren Kopf an Max' Bein. Max kichert. „Minka, du warst auch eine Spur.“
Minka macht: „Mrrr.“
Lina hebt ihre Tasse. „Auf Bruno! Und auf Max!“
Max hebt seine Tasse auch. „Auf Ruhe. Und auf Hilfe.“
Und der kleine Stern auf Max' Hut glänzt. Ganz ruhig. Ganz fröhlich.