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Geschichte des Valentinstags 11/12 Jahre Lesen 17 min.

Der Papierstrauß der mutigen Kleinigkeiten

Mina und ihre Freundinnen basteln einen Papierstrauß, um Ben mutig zum Spielen einzuladen; dabei entdecken sie, wie kleine Gesten Freundschaft und Mut auslösen können.

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Drei Personen: ein Mädchen, ca. 10 Jahre, braune schulterlange Haare, Sommersprosse, trägt eine knallrote Jacke und leicht schmutzige weiße Turnschuhe, hält in der rechten Hand ein kleines buntes Papierblumensträußchen und geht nach rechts; ein weiteres Mädchen, ca. 10 Jahre, blonde Pferdeschwanz, runde Brille, sitzt links in einem modernen Rollstuhl, lächelt und schaut zur Sträußchen-gabenden, trägt einen hellblauen Mantel und hat eine Schere im Rollstuhlkorb; ein Junge, ca. 12 Jahre, kurz kastanienbraune Haare, schüchternes dann lächelndes Gesicht, steht rechts hinten bei einer Pinnwand und hebt vorsichtig das Papiersträußchen von einer Bank auf, trägt einen olivgrünen Pullover und Jeans. Ort: heller Schulflur mit beigem Linoleumboden, hellen Wänden mit Papierherzen, heller Holzbänke, schwarzer Pinnwand mit bunten Plakaten und einer glastür im Hintergrund, weiches Licht. Szene: ruhiger, mutiger Moment, in dem das Mädchen dem schüchternen Jungen das Papiersträußchen reicht; warme Atmosphäre, kräftige Farben, sichtbare Details wie ausgeschnittenes Papier, Klebereste an den Fingern und erste Lächeln. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Herzchen im Flur

Am Morgen roch die Schule nach nassen Jacken, Kakao aus der Mensa und einem Hauch Bastelkleber. Überall klebten Papierherzen: an Türen, an Spinden, sogar an der großen Uhr über dem Sekretariat, als hätte sie heute extra weicher ticken müssen.

Mina schob ihren Rucksack zurecht und grinste. „Valentinstag“, sagte sie, als wäre das ein besonders gutes Passwort.

Neben ihr rollte Lotte mit ihrem Rollstuhl elegant um eine Pfütze aus geschmolzenem Schnee. „Passwort wofür? Für geheime Freundschaftsmissionen?“

„Genau dafür“, meinte Mina. Ihre Augen funkelten. „Und heute habe ich eine Mission.“

Jule, die dritte im Bund, zog eine Packung bunter Papierstreifen aus der Jackentasche. „Bitte sag nicht, dass die Mission wieder ‚Mina rettet die Welt mit Glitzer‘ heißt.“

„Fast“, sagte Mina. „Ich will Ben fragen, ob er mit mir in der Pause spielt.“

Jule blieb stehen, als hätte jemand die Pausenglocke im Kopf geläutet. „Ben aus der 6b? Der, der immer so tut, als wären Matheaufgaben gefährliche Tiere?“

„Ja“, sagte Mina. „Er ist lustig. Und ich hab' Lust auf etwas Neues. Keine Riesensache. Einfach… spielen.“

Lotte nickte, als würde sie einen Plan absegnen. „Klingt nach einer kleinen Sache, die sich groß anfühlt.“

Mina spürte trotzdem dieses kribbelige Ziehen im Bauch, wie wenn man auf einem Sprungbrett steht. Aber sie war Mina. Mina war ziemlich gut darin, auf Sprungbrettern zu stehen.

„Wir machen das“, sagte sie.

„Wir?“, fragte Jule und hob die Augenbrauen.

Mina legte einen Arm um Jule und beugte sich zu Lotte. „Natürlich wir. Freundschaft ist ein Mannschaftssport.“

Kapitel 2: Der Plan mit dem Papierkrach

In der ersten Pause saßen die drei am Fensterbrett im Flur. Draußen schaukelten kahle Äste im Wind, drinnen schaukelten Kinderstimmen durch die Luft. Irgendwo lachte jemand so laut, dass ein Herzchen an der Wand zitterte.

Jule breitete ihre Papierstreifen aus. Rot, rosa, lila, ein paar freche orangene. „Wir könnten eine Karte machen.“

„Karten sind nett“, sagte Mina, „aber ich will nicht, dass es wie… wie eine große Ansage wirkt. Es ist Valentinstag, ja, aber ich will nur sagen: Hey, willst du spielen?“

Lotte klopfte mit dem Finger an ihr Knie, so als würde sie Takt zählen. „Dann machen wir es wie ein Spiel. Eine Einladung als Rätsel.“

Jule verzog das Gesicht. „Rätsel? Ben denkt doch schon bei ‚2+2‘, der Boden bricht gleich auf.“

„Gerade deshalb“, sagte Mina. „Ein Rätsel, das nicht weh tut.“

Sie kicherten. Lotte grinste am breitesten.

„Wie wäre es mit Papierblumen?“, schlug Lotte vor. „Nicht kitschig, eher… cool. Ein kleiner Strauß aus Papier, und in einer Blüte steckt die Frage.“

Mina sah sofort Farben vor sich. Ein ganzer Strauß, der raschelt, wenn man ihn bewegt. Papier, das nach Schule riecht. Und als Abschluss: ein kleiner, mutiger Satz.

„Ja!“, sagte Mina. „Und wir legen den Strauß…“ Sie schaute über den Flur. Ben stand am Getränkeautomaten und kämpfte mit einer klemmenden Münze. „…wir legen ihn dahin, wo er ihn findet. Und dann gehe ich hin und frage ihn noch mal direkt. Ohne davon zu rennen.“

Jule tat so, als würde sie in eine unsichtbare Kamera sprechen: „Sie sagt ‚ohne davon zu rennen‘, als wäre das einfach.“

Mina stieß sie mit dem Ellbogen an. „Es ist einfach. Ich bin schließlich…“

„…Mina“, ergänzte Lotte trocken. „Bekannt für mutige Sätze und laute Schuhe.“

Mina schaute auf ihre Turnschuhe, die tatsächlich quietschten, wenn man schnell genug lief. „Die Schuhe sind nur ehrlich.“

Sie beschlossen: Nach dem Unterricht würden sie in den Kunstraum. Dort gab es Scheren, Draht, Kleber und das gute Papier, das nicht gleich reißt, wenn man es schief anguckt.

Und Mina? Mina beschloss, dass sie heute nicht nur Herzen an Wänden sehen wollte. Sie wollte eins in der Hand halten. Aus Papier, versteht sich. Nicht zu dramatisch. Nur genau richtig.

Kapitel 3: Kleberfinger und Katastrophenlachen

Der Kunstraum war warm und roch nach Farbe, Staub und hundert Ideen, die schon mal hier gewesen waren. Auf den Tischen lagen Reste von Projekten: Pappstücke, Knete, Glitzer, ein einsamer Wackelauge-Aufkleber, der Mina sofort anstarrte.

„Du guckst nicht so“, murmelte sie und klebte das Wackelauge auf eine alte Pappkarte. Jule prustete.

Lotte zog eine Schere aus der Schublade wie ein Profi-Werkzeug. „Okay, Team. Blumen falten. Mina, du schreibst den Satz. Jule, du machst die Stiele. Ich kümmere mich um die Blüten.“

„Warum darf ich die Stiele?“, fragte Jule und schob die Unterlippe vor. „Stiele sind das Nudelige am Strauß.“

„Weil du die beste Nudelige bist“, sagte Mina.

Jule schnaubte, aber sie musste lächeln. „Na gut. Ich werde die Stiel-Queen.“

Sie arbeiteten. Papier raschelte wie leise Regenwolken. Scheren schnippten. Kleber machte dieses „flopp“-Geräusch, wenn man zu viel drückte.

„Uups“, sagte Mina, als ihre Finger plötzlich aneinander klebten.

Jule beugte sich vor. „Du hast dich selbst geheiratet. Glückwunsch.“

„Sehr witzig“, nuschelte Mina, während sie vorsichtig zog. Es machte „plopp“, und der Kleberfaden spannte sich wie Kaugummi. Lotte lachte so sehr, dass ihr fast die Schere aus der Hand rutschte.

„Halt!“, rief Mina. „Nicht die Schere fallen lassen. Valentinstag ohne Pflaster wäre schön.“

Lotte wischte sich eine Lachträne weg. „Alles unter Kontrolle. Ich kann lachen und trotzdem schneiden. Mehrfach getestet.“

Nach einer Weile lagen drei Papierblumen da, jede anders. Lottes Blüten waren ordentlich gefaltet, fast wie kleine Sterne. Jules Blüten wirkten frecher, als hätten sie eine eigene Meinung. Minas Blüte war… nun ja. Sie war sehr Mina: ein bisschen schief, sehr bunt, und sie hatte zu viel Kleber, aber sie strahlte.

Mina nahm einen dünnen Stift und schrieb auf einen kleinen Zettel:

„Ben, hast du Lust, in der Pause mit mir zu spielen? — Mina“

Sie starrte auf die Worte, als könnten sie weglaufen. Ihr Herz klopfte, aber nicht panisch. Eher wie Trommeln vor einem Auftritt.

„Leg ihn rein“, sagte Lotte sanft.

Mina schob den Zettel in die Mitte ihrer Blüte und drückte das Papier zu. „So. Gefangen.“

Jule hob den Strauß hoch. Die drei Blumen an den grünen Papierstielen sahen aus wie ein kleines, fröhliches Feuerwerk. „Der Strauß der mutigen Kleinigkeiten.“

„Oder der Strauß der Kleberfinger“, murmelte Mina. Trotzdem lächelte sie.

Draußen im Flur läutete die Glocke für die letzte Stunde. Der Strauß raschelte, als würde er sagen: Los jetzt.

Kapitel 4: Die Pause, die plötzlich sehr groß war

Die nächste Pause kam schneller, als Mina dachte. Als hätte jemand die Zeit auf „Schnellspulen“ gestellt. Der Flur war voll. Jacken, Stimmen, Rucksäcke. Irgendwo quietschte ein Turnschuh. Mina hoffte kurz, es sei nicht ihrer.

Sie hielten sich dicht zusammen. Lotte vorne, Mina neben ihr, Jule hinten, wie ein kleines, entschlossenes Schiff durch eine Menschenwelle.

Ben stand am schwarzen Brett und starrte auf einen Zettel mit der Überschrift „Schulschach-AG“. Er sah so aus, als würde er überlegen, ob Schach ihn fressen könnte.

„Okay“, flüsterte Mina. „Plan: Wir legen den Strauß auf die Bank neben ihm. Dann gehe ich hin und sage: Hey. Einfach hey.“

„Hey ist gut“, sagte Jule. „Hey ist kurz. Hey kann nicht stolpern.“

„Ich kann auch mit einem Hey stolpern“, meinte Mina.

Lotte schob den Rollstuhl leise an die Bank. Mina legte den Strauß hin. Papier raschelte. Der Strauß sah plötzlich sehr auffällig aus, als hätte er ein eigenes Scheinwerferlicht.

Mina machte einen Schritt nach vorne. Dann noch einen. Ihr Bauch kribbelte wie Brausepulver.

Ben drehte sich um, weil jemand laut „HAPPY VALENTINE!“ rief. Er sah den Strauß. Er runzelte die Stirn, als wäre es ein fremdes Tier.

„Ist der… für mich?“, fragte er und zeigte auf sich, als würde er sicher gehen wollen, dass er gemeint war und nicht die Wand.

Mina trat näher. Jetzt gab es kein Zurück, außer man erfand sehr schnell eine überzeugende Ausrede wie „Der Strauß gehört meinem unsichtbaren Cousin“.

„Ja“, sagte sie. Ihre Stimme klang erstaunlich normal. „Also… wir haben den gemacht. Als kleine Valentins-— äh— Freundschafts-Sache.“

Ben nahm den Strauß vorsichtig, als könnte er ausbrechen. Dann bemerkte er den Zettel in der Blüte. Er zog ihn heraus. Seine Augen flogen über die Schrift.

Für einen Moment war es still in Minas Kopf. Kein Flur, keine Stimmen, nur das Papier in seiner Hand.

Ben schaute auf. „Du willst… mit mir spielen?“

„Ja“, sagte Mina. Und dann, weil ihr Mut heute anscheinend Überstunden machte: „Wenn du willst. Wir können was Einfaches machen. Tischkicker. Oder ‚Wer zuerst lacht, verliert‘. Das gewinn ich übrigens nie.“

Jule murmelte: „Selbsteinschätzung: stabil.“

Ben grinste. Es war kein großes Filmgrinsen. Eher ein echtes, etwas schüchternes, das sich langsam breit machte. „Tischkicker klingt gut. Aber nur, wenn du nicht so tust, als wärst du Profi.“

„Ich tue nie so“, sagte Mina. „Ich bin einfach so.“

„Oh nein“, sagte Ben und lachte. „Dann bin ich verloren.“

Lotte räusperte sich mit Absicht. „Ich nehme den Schiedsrichterjob. Ich kann sehr streng gucken.“

„Kannst du?“, fragte Ben.

Lotte setzte ein Gesicht auf, das so ernst war, dass es schon wieder lustig wurde. Ben lachte noch mehr.

Und Mina spürte, wie etwas Warmes in ihrer Brust aufging, als hätte jemand eine kleine Lampe angemacht.

Kapitel 5: Tischkicker, Tapferkeit und ein bisschen Chaos

Der Tischkicker stand im Aufenthaltsraum und war immer von einer Traube Kinder umgeben. Heute war es besonders voll. Valentinstag machte offenbar alle mutig. Oder unruhig.

„Wir spielen zu zweit“, sagte Mina und stellte sich an die Seite. „Ben und ich gegen…“ Sie schaute zu Jule und Lotte. „Ihr zwei?“

Jule legte die Hand aufs Herz. „Ich? Gegen euch? Das ist unfair. Ich bin eine Legende.“

„Dann bist du eben eine Legende, die verlieren kann“, sagte Mina.

Lotte stellte sich neben Jule. „Ich bin Team Legende. Aber ich bestehe auf fairem Anpfiff.

Ben hielt den Papierstrauß in der Armbeuge, als wäre er ein Pokal, den man nicht abgeben will. „Kann der hier liegen? Nicht, dass ihn jemand klaut.“

„Wer klaut denn Papierblumen?“, fragte Jule.

Ein Junge hinter ihnen rief: „Ich würde! Die sind cool!“

Jule zeigte auf ihn. „Siehst du.“

Ben legte den Strauß vorsichtig auf ein Regal, ganz oben. „Da ist er sicher. Hoffentlich.“

Lotte hob die Hand. „Anpfiff!“ Sie machte ein Geräusch, das irgendwo zwischen Trillerpfeife und verwirrter Gans lag.

„Das war… beeindruckend“, sagte Ben.

„Danke“, sagte Lotte würdevoll.

Das Spiel begann. Der Ball klackerte, rutschte, sprang. Mina bewegte die Stangen schnell. Ben machte erst zögerlich mit, dann immer sicherer.

„Du bist gut!“, rief Mina.

„Ich?“, sagte Ben, während er einen überraschend sauberen Pass spielte. „Ich dachte, ich wäre… na ja… eher so mittel.“

„Mittel ist das neue mega“, sagte Mina und schoss. Der Ball knallte gegen den Pfosten. „Oder auch nicht.“

Jule jubelte bei jedem Ballkontakt, egal von wem. „Jaaa! Das war… ein sehr emotionaler Fehlpass!“

Ben lachte so sehr, dass er fast die Stange losließ. „Du bist wirklich witzig.“

„Sag ich doch“, meinte Mina, und diesmal stolperte ihr Hey nicht. Gar nichts stolperte. Es lief.

Lotte kommentierte streng: „Foul! Also… vielleicht. Ich habe nichts gesehen, aber ich wollte das Wort mal benutzen.“

„Schiedsrichterin mit Fantasie“, sagte Jule.

Der Ball flog, klackerte, und plötzlich schoss Ben ein Tor. Er riss die Arme hoch, als hätte er gerade den Mond getroffen. Mina klatschte ihm ab.

„Okay“, sagte Ben, noch immer grinsend. „Das macht wirklich Spaß.“

„Siehst du?“, sagte Mina. „Matheaufgaben beißen nicht. Und Tischkicker auch nicht. Meistens.“

Am Ende war es egal, wer gewonnen hatte. Jule behauptete laut, sie hätten gewonnen. Mina behauptete genauso laut, sie hätten gewonnen. Lotte erklärte feierlich: „Ich entscheide: Alle haben gewonnen. Besonders der Ball, der sehr tapfer war.“

Ben schüttelte den Kopf und lachte. „Das ist der beste Schiedsrichter-Spruch, den ich je gehört habe.“

Mina spürte, wie leicht sich der Nachmittag anfühlte. Als wäre der Valentinstag kein großer, glitzernder Berg, sondern eine kleine Brücke aus Papier, über die man einfach gehen konnte.

Kapitel 6: Der Strauß aus Papier

Als die Pause vorbei war, mussten alle zurück in die Klassen. Der Aufenthaltsraum leerte sich. Stimmen wurden leiser. Nur das Brummen der Heizung blieb.

Ben ging zum Regal und holte den Papierstrauß herunter. „Den… darf ich den behalten?“

„Natürlich“, sagte Mina. „Der ist für dich. Also… als Freundschaftsding. Und als Erinnerung, dass du jetzt offiziell Tischkicker-mutig bist.“

„Ich bin geehrt“, sagte Ben und tat so, als würde er eine Medaille bekommen. Dann wurde er ernst, aber nur ein bisschen. „Danke, Mina. Ich… ich werde oft nicht gefragt. Alle denken, ich hab sowieso keine Lust. Aber ich hab nur manchmal… keine Ahnung, wie ich anfangen soll.“

Mina nickte. Sie verstand das. Nicht, weil es bei ihr genauso war, sondern weil man das an einem Gesicht sehen konnte.

„Dann fang ich eben an“, sagte sie. „Und du darfst jederzeit mitmachen. Deal?“

„Deal“, sagte Ben.

Jule beugte sich zu Lotte und flüsterte: „Achtung, gleich wird's rührend. Ich hol schon mal Taschentücher aus Papierblumenform.“

Lotte flüsterte zurück: „Keine Sorge. Ich bin aus Stahl. Also… aus Rollstuhl und guter Laune.“

Ben schaute die drei an. „Ihr seid ein ziemlich starkes Team.“

„Sind wir“, sagte Mina. „Aber heute warst du auch im Team. Kurz zumindest.“

Ben hielt den Strauß hoch. „Dann nehme ich euch ein Stück mit.“ Er klopfte vorsichtig auf die Blüten, als wären sie lebendig. „Papier kann zwar nicht sprechen, aber es kann gut erinnern.“

Die Schulglocke läutete. Sie mussten los. Im Flur klebten die Herzen noch immer. Doch Mina sah sie jetzt anders: nicht wie Deko, sondern wie kleine Hinweise. Dass ein freundlicher Satz, eine Einladung, ein bisschen Mut—das alles nicht groß sein muss.

Ben ging rückwärts ein paar Schritte, um ihnen noch zu winken, und stieß fast gegen den Getränkeautomaten.

„Vorsicht!“, rief Mina.

„Keine Sorge“, rief Ben. „Ich bin jetzt Valentinstag-erprobt!“

Er verschwand um die Ecke, den Papierstrauß im Arm, als wäre es etwas Wertvolles.

Mina atmete aus. „Okay“, sagte sie. „Das war… wirklich schön.“

Jule nickte. „Und niemand hat sich selbst geheiratet. Diesmal.“

Mina hielt ihre kleberfreien Hände hoch. „Fortschritt!“

Lotte sah sie an, warm und zufrieden. „Kleine Geste, großer Moment.“

Mina grinste. „Und morgen?“

Jule zog schon wieder Papierstreifen aus der Tasche. „Morgen ist kein Valentinstag. Aber wir können trotzdem nett sein. Nur so, aus Prinzip.“

Mina lachte. „Gute Idee.“

Und irgendwo, in einem Klassenzimmer, raschelte ein kleiner Strauß aus Papier, als würde er zustimmen.

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Mensa
Der Raum in der Schule, wo Schüler zusammen essen und Getränke kaufen können.
Sekretariat
Der Ort in der Schule, wo die Schulverwaltung sitzt und Fragen beantwortet.
Kunstraum
Ein Zimmer in der Schule mit Farben, Papier und Werkzeugen für kreative Arbeit.
Schulschach-AG
Eine Arbeitsgemeinschaft in der Schule, in der Schüler Schach spielen und üben.
Schiedsrichter
Eine Person, die bei Spielen Regeln kontrolliert und Entscheidungen trifft.
Anpfiff
Der Beginn eines Spiels, oft durch ein Geräusch oder das Zeichen einer Person.
Aufenthaltsraum
Ein Raum, in dem Schüler sich in Pausen treffen und entspannen können.
Rollstuhl
Ein Sitz mit Rädern, den Menschen nutzen, wenn sie nicht gut laufen können.
Valentinstag
Ein besonderer Tag im Februar, an dem man Freundschaft und Liebe feiert.
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