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Reisegeschichte unter dem Meer 7/8 Jahre Lesen 17 min.

Der kleine Wolf Miro und die leuchtenden Perlen des Meeres

Der kleine Wolf Miro zählt die Sekunden zwischen den Wellen und zieht mit Oma Linde und dem Krebs Krabbs los, um im Meer nach verschwundenen Leuchtperlen zu suchen; dabei lernt er Zuhören, Geduld und Mut.

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Miro, ein kleiner anthropomorpher Wolf mit weichem grau-sandigem Fell und großen glänzenden Augen, betrachtet konzentriert und staunend eine leuchtende Perle, die er behutsam zwischen seinen Pfoten hält; hinter ihm schwimmt die gutmütige Meeresschildkröte Oma Linde mit olivgrünen Schuppen, eine Flosse beruhigend an seiner Schulter, rechts von Miro sitzt der freche, feuerrote Krabbe Krabbs auf einem Seegrasblatt und zeigt mit der Schere auf eine Perlenreihe, ein kleiner silberbläulicher Fisch schwimmt neugierig um sie herum und erhellt den Weg durch ein unterseeisches Posidonia-Garten mit wiegenden grünen Halmen, rosa und blauen Korallen, hellem Sand und aufsteigenden Bläschen; sie sammeln behutsam leuchtende Perlen in einer Korallenmulde, das klare Wasser wirft grünlich-blaue Halos und glitzernde Partikel, die Stimmung ist ruhig, sanft und leicht magisch. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der kleine Wolf und die Wellen-Uhr

Der kleine Wolf hieß Miro. Er war nicht der Lauteste im Wald. Er war eher ruhig und genau. Wenn die anderen sagten: „Los, schneller!“, sagte Miro oft: „Warte. Ich will erst gut schauen.“

An diesem Morgen stand Miro am Strand. Der Sand kitzelte seine Pfoten. Die Luft roch nach Salz. Und das Meer machte „Schhh—platsch… schhh—platsch“.

Neben ihm saß Oma Linde, die alte Schildkröte. Sie hatte ein warmes Lächeln und sehr geduldige Augen.

„Miro“, sagte sie, „ich habe heute eine besondere Aufgabe für dich.“

Miro stellte die Ohren auf. „Eine Aufgabe? Für mich?“

„Ja“, sagte Oma Linde. „Du sollst die Sekunden zwischen zwei Wellen zählen.“

Miro blinzelte. „Sekunden? Zwischen zwei Wellen?“

Oma Linde nickte. „Genau. Die Wellen sind wie Atemzüge der See. Manchmal sind sie schnell, manchmal langsam. Wenn wir gut zuhören, merken wir, wie es dem Meer geht.“

Miro setzte sich gerade hin, als würde er in der Schule sitzen. „Und wozu ist das gut?“

„Weil heute die Leuchtströmung kommt“, erklärte Oma Linde. „Unter Wasser wird es dann überall sanft glitzern. Aber die Strömung ist zart. Wenn wir sie hetzen, verschwindet sie. Wenn wir ihr Zeit geben, bleibt sie länger.“

Miro sah auf das Meer. Eine Welle rollte heran und küsste den Strand. „Schhh—platsch.“ Dann zog sie sich zurück. Ein kleines Stückchen Seegras blieb liegen, als würde es winken.

Miro flüsterte: „Eins… zwei… drei…“ Die nächste Welle kam. „…vier… fünf…“ „Schhh—platsch.“

„Sehr gut“, sagte Oma Linde. „Und noch etwas: Du musst heute besonders gut zuhören. Nicht nur den Wellen. Auch den Tieren.“

Miro legte den Kopf schief. „Was, wenn ich etwas Falsches höre?“

Oma Linde lachte leise. „Dann fragst du nach. Zuhören heißt auch: warten können.“

Da hüpfte ein kleiner Krebs aus einem Loch. Er war rot wie eine Beere und so geschniegelt, als hätte er sich geschniegelt. Er stellte sich vor Miro hin und schnippte mit den Scheren.

„Ich bin Krabbs“, sagte er wichtig. „Wellen-Zähler! Endlich! Wir brauchen dich.“

„Wir?“ fragte Miro.

„Die Bucht“, sagte Krabbs. „Die Muscheln, die Fische, die Seesterne. Heute Nacht ist das große Leuchten. Aber die Leuchtperlen sind durcheinander geraten.“

Miro machte große Augen. „Leuchtperlen?“

„Kleine runde Lichtkörner“, erklärte Krabbs. „Sie hängen sonst an den Korallen wie winzige Lampen. Wenn sie fehlen, wird es dunkler. Und dann… na ja… dann stoßen sich die vorsichtigen Fische die Nasen.“

Oma Linde nickte ernst und freundlich zugleich. „Darum ist das Zählen so wichtig. Wenn du die Sekunden kennst, findest du den ruhigen Moment zwischen den Wellen. Dann kannst du sicher ins Wasser gehen und die Leuchtperlen suchen.“

Miro schluckte. Unter Wasser? Er war ein Wolf. Zwar ein kleiner, aber ein Wolf.

Krabbs sah ihn prüfend an. „Kannst du schwimmen?“

„Ein bisschen“, gab Miro zu. „Aber ich mag es, wenn meine Pfoten den Boden fühlen.“

Oma Linde legte eine Flosse auf seine Schulter. „Du bist nicht allein. Ich komme mit. Und Krabbs auch. Wir machen alles langsam. Und wir hören aufeinander.“

Miro atmete ein. Salzluft rein. Mut an.

„Okay“, sagte er. „Ich zähle. Und ich höre zu.“

Er blickte aufs Meer. „Eins… zwei… drei… vier…“

Die Wellen klangen heute wie ein freundliches Lied.

Kapitel 2: Der Sprung in das sanfte Blau

Als die Sonne höher stand, schimmerte das Wasser wie ein großes Glas. Oma Linde führte Miro zu einer Stelle, wo das Meer flach anfing.

„Hier“, sagte sie. „Wir gehen bis zum Bauch. Dann warten wir auf den ruhigen Moment.“

Krabbs marschierte neben ihnen her, so als wäre er ein Kapitän. „Niemand stolpert! Und niemand macht Quatschblasen!“

Miro grinste. „Was sind Quatschblasen?“

„Blasen, die man macht, wenn man nervös ist“, erklärte Krabbs. „Die kitzeln die Nase. Und dann muss man niesen. Unter Wasser ist Niesen… na ja… sehr unpraktisch.“

Oma Linde gluckste. „Krabbs hat recht. Langsam, Miro.“

Das Wasser war kühl, aber nicht kalt. Es umarmte Miros Beine. Der Sand unter seinen Pfoten war weich wie Brei. Eine kleine Welle kam. „Schhh—platsch.“ Sie war so sanft, dass Miro sich nicht erschrak.

„Jetzt zählen“, flüsterte Oma Linde.

Miro sah auf die Wasseroberfläche. „Eins… zwei… drei… vier… fünf… sechs…“

Die nächste Welle kam später. „…sieben… acht…“ „Schhh—platsch.“

„Acht Sekunden“, murmelte Miro. „Das ist ziemlich lang.“

„Genau“, sagte Oma Linde. „Das ist ein ruhiger Tag. Das Meer ist freundlich.“

Krabbs zeigte mit einer Schere nach unten. „Dort ist ein Spalt im Fels. Er führt in die leuchtende Rinne. Da finden wir die Perlen.“

Miro spürte ein Flattern im Bauch. „Und wenn ich die Luft verliere?“

„Dann hebst du die Pfote“, sagte Oma Linde. „Ich bin direkt neben dir. Und du gehst nur so tief, wie du möchtest.“

Miro nickte. Er hörte auf das Meer. Er hörte auf seinen Atem. Und er hörte auf Oma Lindes ruhige Stimme.

„Bereit?“ fragte Krabbs.

„Bereit“, sagte Miro, auch wenn sein Herz schneller klopfte.

Sie tauchten den Kopf unter. Plötzlich war alles anders. Die Geräusche wurden weich. Das Licht wackelte in Streifen. Und überall tanzten kleine Punkte, als hätte jemand Glitzer in die Welt gestreut.

„Wow“, sagte Miro. Unter Wasser klang es wie: „Woa…“

Krabbs blubberte: „Nicht reden! Sonst kommen Quatschblasen!“

Miro musste lachen, aber er hielt den Mund zu. Er paddelte mit den Pfoten. Der Sand blieb unter ihm, als hätte er ein sicheres Bett.

Dann sah er den Spalt im Fels. Er war wie eine Tür. Dahinter schimmerte es grünlich-blau.

Oma Linde schwamm voraus. Sie war langsam, aber sehr sicher. Miro folgte. Krabbs lief einfach am Fels entlang. Er sah aus, als würde er über eine Straße gehen.

In der Rinne war es heller. Nicht wie eine Lampe, eher wie Mondlicht im Wasser. Kleine Fische schossen vorbei. Sie hatten silberne Seiten und neugierige Augen.

Einer blieb stehen und wackelte mit dem Schwanz. „Bist du ein Wolf?“ fragte er, und seine Stimme klang wie ein kleines Klingeln.

Miro nickte.

„Ein Wolf unter Wasser!“, kicherte der Fisch. „Das ist selten. Du siehst aus, als würdest du sehr gut zählen können.“

Miro zeigte mit den Pfoten: eins, zwei, drei. Der Fisch verstand irgendwie.

„Wir suchen Leuchtperlen“, sagte Oma Linde ruhig. „Hast du welche gesehen?“

Der Fisch wurde sofort ernst. „Ja. Sie sind weggerollt. Eine Strömung hat sie mitgenommen. Richtung Seegras-Garten.

Krabbs schnippte. „Seegras-Garten! Natürlich! Da bleibt alles hängen.“

Miro hob die Schnauze ein bisschen, damit er besser sehen konnte. Und da bemerkte er etwas: Zwischen den Wasserpflanzen tanzten Lichter, ganz klein, ganz rund, wie winzige Sterne.

„Da!“, wollte Miro rufen, aber er erinnerte sich an die Quatschblasen. Also zeigte er nur und machte große Augen.

Oma Linde nickte. Sie legte eine Flosse an ihre Stirn, als würde sie salutieren. Dann schwamm sie los.

Miro schwamm hinterher. Er fühlte Mut, weil er nicht allein war. Und er fühlte Stolz, weil er aufpasste.

Und während sie weiterglitten, zählte er in Gedanken die Sekunden zwischen den sanften Bewegungen des Wassers. Es war, als hätte das Meer selbst einen Takt, der sagte: „Langsam. Ruhig. Du schaffst das.“

Kapitel 3: Der Seegras-Garten und das Licht, das zuhört

Der Seegras-Garten war ein Wald unter Wasser. Die Halme standen hoch und wogten hin und her. Wenn Miro hindurchschwamm, strichen sie ihm über die Ohren. Das kitzelte.

Krabbs stapfte voraus und schob Halme beiseite. „Achtung, hier kann man sich verheddern“, sagte er, diesmal ohne zu blubbern, denn er hatte den Kopf über Wasser gehoben. Sie waren in einer kleinen, ruhigen Stelle, wo man kurz atmen konnte. Wie eine Wasser-Pause.

Miro schnappte Luft. „Puh. Das ist wirklich ein Garten.“

„Und hör mal“, sagte Oma Linde.

Miro hielt still. Er hörte. Nicht mit den Ohren allein. Auch mit dem Bauch. Das Seegras machte „wusch-wusch“. Ein paar Muscheln machten „klack“. Und irgendwo klang ein leises „ping… ping…“, als würde Licht selbst anklopfen.

„Das sind sie“, flüsterte Miro. „Die Leuchtperlen.“

„Sehr gut gehört“, lobte Oma Linde. „Du hörst wirklich gut zu.“

Miro wurde warm ums Herz. Zuhören war seine Stärke. Nicht rennen. Nicht brüllen. Sondern hören.

Sie tauchten wieder ab. Zwischen den Seegras-Halmen lagen die Leuchtperlen. Manche steckten in kleinen Sandmulden. Andere hingen an Blättern, als wollten sie nicht weg.

Krabbs zeigte auf eine Perle. „Die nehmen wir. Vorsichtig! Nicht drücken.“

Miro nahm eine Perle zwischen zwei Krallen… ach nein, er hatte ja keine. Also legte er sie in seine Pfoten, ganz sanft, wie ein Ei. Sie fühlte sich glatt an und warm, obwohl sie im Wasser war.

Ein Seestern lag daneben und brummte: „Endlich! Ich habe schon gesucht. Aber ich kann mich nicht so schnell drehen.“

„Wir helfen“, sagte Miro, obwohl der Seestern ihn vielleicht nicht richtig hören konnte. Aber Miro fand, Worte tun gut.

Sie sammelten weiter. Miro zählte leise im Kopf, damit er ruhig blieb: „Eins… zwei… drei…“ Er zählte nicht die Wellen, sondern seine Züge. Das half.

Plötzlich glitt eine Wolke aus winzigen Bläschen durch das Seegras. Miro zuckte zusammen. Für einen Moment dachte er: Oh nein, was ist das?

Doch dann sah er den Grund: Eine freche Garnele pupste… na ja… Bläschen.

Die Garnele grinste. „Entschuldigung! Das war ein Seegras-Kitzler!“

Krabbs stöhnte. „Das sind Quatschblasen deluxe.“

Miro musste lachen. Unter Wasser war das Lachen nur ein Wackeln, aber es fühlte sich gut an. Die Angst war weg, als hätte sie sich geschämt.

Als sie genug Perlen gesammelt hatten, zeigte Oma Linde auf eine Korallenbank in der Nähe. Dort waren kleine leere Mulden, wie Nester.

„Dort gehören sie hin“, sagte sie.

„Wie wissen wir, welche Perle wohin muss?“ fragte Miro.

Oma Linde lächelte. „Wir hören.“

„Hören?“ Krabbs klang skeptisch. „Das sind doch Perlen, keine Glocken.“

„Doch“, sagte Oma Linde. „Sie haben ein winziges Geräusch, wenn sie am richtigen Ort sind. Wie ein sanftes ‚ding‘ im Herzen.“

Miro fand das schön. Also probierten sie es. Miro legte eine Perle in eine Mulde. Nichts passierte. Er nahm sie wieder hoch und setzte sie in die nächste.

Da spürte er ein kleines Kribbeln in den Pfoten. Und wirklich: Ein leises „ping“ schien durch das Wasser zu laufen.

„Da!“, rief Miro, und diesmal war es okay. Sie waren wieder oben, in der Wasser-Pause.

„Gut gehört!“ sagte Krabbs, beeindruckt.

Sie machten weiter. Perle für Perle. Manche machten sofort „ping“. Manche brauchten drei Versuche. Und jedes Mal sagte Oma Linde: „Nicht ärgern. Zuhören. Geduld.“

Einmal wollte Miro schneller sein. Er setzte eine Perle zu hastig. Sie rutschte weg und rollte zwischen zwei Korallen.

Miros Ohren fielen nach hinten. „Oh nein. Ich habe es vermasselt.“

Oma Linde blieb ganz ruhig. „Stopp. Atme. Wir lösen das zusammen.“

Krabbs kroch näher. „Ich bin klein. Ich hole sie.“

Miro sah zu, wie Krabbs sich vorsichtig durch den Spalt schob. Dann kam er wieder heraus, geschniegelt wie vorher, und hielt die Perle hoch.

„Gerettet“, sagte Krabbs stolz.

Miro atmete aus. „Danke.“

„Siehst du?“ sagte Oma Linde. „Resilienz heißt: Wenn etwas schiefgeht, stehen wir wieder auf. Oder wir schwimmen wieder los.“

Miro nickte. Er fühlte sich stärker. Nicht weil alles perfekt war. Sondern weil sie zusammen blieben und ruhig blieben.

Als die letzte Perle in ihrem Nest lag, wurde das Wasser um sie herum heller. Nicht grell. Sanft. Wie ein Traumlicht. Die Korallen schimmerten in Rosa und Blau. Die Fische bekamen glänzende Streifen, als hätten sie sich für ein Fest angezogen.

Der kleine silberne Fisch kam zurück. „Ihr habt es geschafft! Jetzt kann die Bucht leuchten.“

Miro grinste. „Wir haben zugehört.“

Der Fisch nickte ernst. „Zuhören ist wie eine Lampe. Wenn man sie anmacht, sieht man mehr.“

Miro fand, das war ein sehr guter Satz. Er merkte ihn sich.

Kapitel 4: Die Sekunden, die das Meer lächeln lassen

Am Abend saßen Miro, Oma Linde und Krabbs wieder am Strand. Die Sonne war gerade untergegangen. Der Himmel war orange und dann lila. Und das Meer war eine dunkle Decke mit glitzernden Fäden.

Im Wasser begann das Leuchten. Erst nur ein Hauch. Dann mehr. Es war, als würden unter der Oberfläche kleine Sterne aufwachen und leise „Guten Abend“ sagen.

Krabbs stand auf einem Stein und verkündete: „Die Leuchtperlen sind wieder da, wo sie hingehören! Ordnung im Licht!“

Eine Welle rollte heran. „Schhh—platsch.“ Sie klang zufrieden.

Oma Linde sah Miro an. „Und jetzt kommt deine Aufgabe noch einmal. Zähle die Sekunden zwischen zwei Wellen. Ganz genau.“

Miro setzte sich hin. Er legte die Pfoten in den Sand. Er schaute auf das Leuchten im Wasser. Und er hörte.

Eine Welle kam. „Schhh—platsch.“ Dann Stille, aber keine leere. Eine Stille voller Glitzern.

Miro flüsterte: „Eins… zwei… drei… vier… fünf… sechs… sieben… acht… neun…“

Die nächste Welle kam erst bei „zehn“. „Schhh—platsch.“

„Zehn Sekunden“, sagte Miro erstaunt. „Vorhin waren es acht.“

Oma Linde nickte. „Du hast gut gemessen. Vielleicht ruht sich das Meer jetzt aus. Oder es lächelt. Wer weiß.“

Miro dachte nach. „Vielleicht hat das Meer gemerkt, dass wir ihm zugehört haben.“

Krabbs schnippte zustimmend. „Das Meer mag ordentliche Perlen und ordentliche Ohren.“

Miro lachte. „Ordentliche Ohren! Meine sind manchmal sandig.“

„Sandig ist okay“, sagte Oma Linde. „Hauptsache, sie sind offen.“

Sie sahen zu, wie ein Schwarm kleiner Fische wie eine glitzernde Wolke vorbeizog. Ein Seestern winkte vom flachen Wasser aus. Eine Muschel klappte einmal, als würde sie applaudieren.

Miro spürte eine stille Freude. Er hatte Mut gehabt, obwohl er unsicher war. Er hatte nachgedacht, statt zu hasten. Und er hatte durchgehalten, als die Perle wegrutschte.

„Weißt du, was ich heute gelernt habe?“ fragte er.

„Was denn?“ fragte Oma Linde.

Miro überlegte kurz. Dann sagte er: „Zuhören ist nicht nur mit den Ohren. Es ist auch mit dem Herzen. Und wenn man zuhört, fühlt man sich weniger allein.“

Oma Linde strahlte. „Das hast du wunderschön gesagt.“

Krabbs tat so, als hätte er Sand im Auge. „Pah. Mir ist nur Wasser ins Gesicht gespritzt.“

Eine Welle kam und spritzte wirklich ein bisschen. Krabbs schimpfte: „Hey! Ich habe doch frisch geschniegelt!“

Miro kicherte. Das Meer schien auch zu kichern. Es glitzerte ein bisschen stärker, als wäre es stolz auf sie.

Miro zählte noch einmal. „Eins… zwei… drei…“ Er merkte, wie sein Atem ruhig wurde. Wie die Welt ruhig wurde. Das Leuchten war wie eine gute Nachtlampe.

Oma Linde sagte leise: „Wenn du wieder eine Aufgabe bekommst, die groß wirkt, dann denke an heute. Du hast sie Schritt für Schritt gelöst.“

Miro nickte. „Und ich hatte Hilfe.“

„Ja“, sagte Oma Linde. „Man darf Hilfe annehmen. Das ist auch mutig.“

Krabbs hob eine Schere. „Und man darf Danke sagen.“

Miro schaute auf das Meer. Auf das sanfte Licht. Auf die Wellen, die in ihrem eigenen Tempo kamen.

Er flüsterte, so wie man am Ende eines Tages flüstert, wenn alles gut ist: „Danke, Meer.“

Dann sagte er es noch einmal, ganz klar, damit es auch die Wellen hören konnten: „merci la mer“

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Geduldige Augen
Blicke, die ruhig sind und lange warten können, ohne zu ärgern.
Leuchtströmung
Eine Strombewegung im Wasser, die Licht oder Glanz mitbringt.
Leuchtperlen
Kleine leuchtende Kugeln im Wasser, die wie winzige Lampen aussehen.
Seegras-Garten
Ein Wald aus Pflanzen unter Wasser, in dem viele Tiere leben.
Quatschblasen
Luftblasen, die beim Reden oder Lachen unter Wasser entstehen.
Mulden
Kleine Vertiefungen oder Gruben im Sand, wie kleine Schüsseln.
Korallenbank
Ein Hügel oder Plateau aus Korallen unter Wasser.
Rinne
Ein länglicher, schmaler Weg im Wasser oder Fels, wie ein Kanal.
Resilienz
Die Fähigkeit, nach einem Fehler oder Problem wieder weiterzumachen.
Salutieren
Grüßen, indem man die Hand oder Flosse zur Stirn führt, höflich sein.
Wogten
Sich rhythmisch hin und her bewegen, wie Pflanzen im Wasserwind.
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Viele kleine funkelnde Punkte, die Licht zurückwerfen und glänzen.

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