Lila, ein kleines Mädchen mit bunten Socken, wacht heute besonders früh auf. Sie lacht und springt aus dem Bett. Heute hat sie einen großen, lustigen Plan. Sie möchte den alten Apfelbaum im Garten mit vielen kleinen Glöckchen schmücken. „Der Baum soll kichern!“, ruft Lila fröhlich.
Im Wohnzimmer sucht Lila ihre Glöckchen. Sie klimpern leise in ihrer kleinen Hand. Es sind rote, gelbe und grüne Glöckchen – ganz wie bunte Bonbons. Lila hält sie ans Ohr. „Kling, kling!“, sagen die Glöckchen. Lila kichert.
Sie läuft auf Zehenspitzen durch die Küche. Mama liest Zeitung. „Mama, ich schmücke den Baum!“, ruft Lila. „Das klingt lustig!“, sagt Mama und lächelt.
Lila schlüpft in ihre Gummistiefel, denn draußen warten Matschpfützen. Sie springt mit beiden Füßen hinein – spritz, spritz! Die Glöckchen klimpern in ihrer Tasche.
Im Garten steht der alte Apfelbaum. Er sieht ein bisschen verschlafen aus. Lila winkt ihm zu. „Guten Morgen, Baum! Ich hab heute was Lustiges vor!“, sagt sie. Der Baum raschelt freundlich mit den Blättern. Ein kleiner Wind pustet über Lila. „Hatschi!“, sagt der Baum und verliert ein Blatt. Lila lacht laut. „Gesundheit, lieber Baum!“
Lila will das erste Glöckchen an einen Ast hängen. Doch – oje! – die Glöckchenkette ist verknotet. Lila zieht und zupft. Die Glöckchen tanzen und klingeln, aber sie sind ein bisschen bockig.
„Braucht ihr Hilfe?“, ruft plötzlich eine Stimme. Lila schaut sich um. Da sitzt ein kleiner, grüner Frosch auf dem Stein. „Ich bin Ferdinand, der König der Quakfrösche. Ich kann zaubern!“, sagt der Frosch und schiebt seine Krone zurecht. Lila staunt.
„Kannst du das Knotenmonster wegzaubern?“, fragt Lila. Ferdinand nickt ernst, dann quakt er laut: „Wabble-wabb, Knoten ab!“ Doch – huch! Die Glöckchen springen mit einem Mal hoch in die Luft und landen überall: im Gras, auf Lilas Kopf, sogar auf Ferdinands Nase.
„Ups!“, ruft der Frosch. Lila lacht. Ferdinand lacht mit. „Das war ein Sprungzauber!“, kichert er. Lila sammelt die Glöckchen wieder ein. „Zusammen geht's besser!“, sagt sie. Der Frosch hüpft und hilft. Zusammen finden sie alle Glöckchen.
Jetzt will Lila die Glöckchen an die Zweige hängen. Sie springt, aber der Ast ist zu hoch. „Warte!“, ruft Ferdinand. Er schnappt einen langen, dünnen Stock. „Königlicher Glöckchenhaken!“, sagt er stolz. Lila lacht, nimmt den Stock und angelt ein Glöckchen in die Äste.
Doch plötzlich kommt die Katze Mimi. Sie sieht die Glöckchen und denkt, es sind kleine Glasmäuse. „Miau! Ich will spielen!“, ruft Mimi und springt in die Zweige. Die Glöckchen klingeln wild. Ferdinand quakt begeistert. Lila kichert.
„Glöckchen-Katzen-Baum!“, ruft Lila. Alle Glöckchen klingeln durcheinander. Die Katze rollt sich im Gras und schnurrt. Ferdinand macht eine Purzelbaum. Der Baum schüttelt vor Lachen die Äste.
Da kommt der Wind zurück, diesmal ganz sanft. Er pustet durch die Glöckchen. „Kling-kling, kling-kling!“, klingt es überall. Sogar die Spatzen im Baum horchen. „Das klingt wie ein Glöckchen-Fest!“, piepsen sie.
Lila findet noch ein Glöckchen in ihrer Tasche. Es ist ganz besonders. „Das ist für dich!“, sagt sie zum Baum. Sie hängt das Glöckchen ganz vorne hin. Der Baum raschelt leise. „Danke, Lila“, flüstert er. Lila strahlt.
Ferdinand verbeugt sich. „Königlicher Apfelbaum, du bist jetzt der Glöckchen-König!“, ruft er. Mimi macht einen kleinen Knicks. Lila klatscht in die Hände.
Alle Freunde setzen sich ins Gras. Sie hören dem Glöckchenbaum zu. Der Wind spielt leise Melodien. Lila legt den Kopf an Mamas Knie, denn Mama ist auch gekommen. „Was für ein lustiger Tag“, sagt Mama. Lila nickt und gähnt. Ihre Augen werden schwer.
„Der Baum lacht leise“, murmelt Lila. Die Glöckchen singen. Alle sind zusammen. Lila fühlt sich warm und fröhlich.
Ferdinand zwinkert. „Morgen zaubern wir vielleicht einen Schokoladen-Regen!“, flüstert er malerisch. Lila kichert im Halbschlaf. Der Baum und die Glöckchen passen auf sie auf.
So klingt es noch lange: Kling-kling, kling-kling. Ganz leise, ganz freundlich. Alle teilen die Freude – und träumen ein bisschen weiter.