Es war einmal ein kleiner, frecher Wolf namens Wolli. Wolli hatte zwei Geschwister, seine Schwester Lilli und seinen Bruder Max. Zusammen lebten sie in einem gemütlichen Bau im Wald. Eines sonnigen Morgens wachte Wolli mit einer lustigen Idee auf. "Lasst uns heute unsere eigenen Lieder machen!", rief er fröhlich.
Lilli, die gerade an einem Grashalm kaute, sagte: "Was für Lieder, Wolli?" Max, der mit einem Kiefernzapfen spielte, schnupperte neugierig. "Ja, was für Lieder?"
Wolli grinste breit. "Wir nehmen die alten Kinderreime und machen sie neu! So wie 'Häschen in der Grube', aber lustiger!" Lilli und Max kicherten. "Das klingt toll!", riefen sie gleichzeitig.
Zuerst setzten sie sich zusammen und überlegten, welchen Reim sie als erstes umwandeln wollten. Wolli schlug vor: "Wie wäre es mit 'Fuchs, du hast die Gans gestohlen'?" Lilli klatschte in die Pfoten. "Aber wir machen es 'Fuchs, du hast die Möhre gestohlen'!"
Max sprang auf und rief: "Ja, und dann singen wir: 'Fuchs, du hast die Möhre gestohlen, gib sie wieder her, sonst wird der Hase sauer und das ist nicht fair!'" Alle drei lachten lauthals. "Das ist perfekt!", rief Wolli.
Dann probierten sie es aus. Wolli machte den Fuchs, Lilli war die Möhre und Max spielte den Hasen. "Fuchs, du hast die Möhre gestohlen", sang Wolli, während er um Lilli herumtanzte. Max hüpfte hinterher und rief: "Gib sie wieder her!"
Die drei Geschwister rollten vor Lachen über den Waldboden. Es machte so viel Spaß, dass sie gleich noch einen Reim umdichteten. "Wie wäre es mit 'Alle meine Entchen'?", schlug Lilli vor.
Max hüpfte aufgeregt auf und ab. "Ja! Aber es wird 'Alle meine Äpfel'!" Wolli stimmte zu. "Alle meine Äpfel, schwimmen auf dem See, schwimmen auf dem See, Kopf in die Höhe, Schwanz in die Höh!"
Sie sangen und lachten so laut, dass der alte Uhu, der in der Nähe schlief, aufwachte und freundlich rief: "Ihr kleinen Sänger, so viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr gehört!"
Die drei Wölfe winkten dem Uhu zu und luden ihn ein, mitzumachen. "Komm, Uhu, sing mit uns!", rief Lilli. Der Uhu schüttelte seinen Kopf und schmunzelte. "Ich bin zu alt für solche Albernheiten, aber ich höre euch gerne zu."
Wolli, Lilli und Max sangen weiter, jeder Reim wurde lustiger als der vorherige. Sie sangen über fliegende Kekse, tanzende Bäume und einen Mond, der Schluckauf hatte. Der ganze Wald hörte zu und bald stimmten auch andere Tiere mit ein. Die Eichhörnchen klatschten, die Rehe wippten mit den Köpfen und die Frösche quakten im Takt.
Als die Sonne langsam unterging und der Himmel rosa wurde, kuschelten sich die drei Wölfe zusammen. "Das war der lustigste Tag überhaupt", sagte Max gähnend. Lilli nickte. "Ja, ich habe noch nie so viel gelacht."
Wolli kuschelte sich zwischen seine Geschwister. "Lasst uns morgen weitermachen", murmelte er schläfrig. "Ja, das machen wir", flüsterte Lilli. Max gähnte noch einmal und sagte: "Gute Nacht, ihr beiden."
Und so schliefen die drei kleinen Wölfe ein, mit einem Lächeln auf ihren Schnauzen und lustigen Liedern in ihren Herzen. Der Wald war still und friedlich, nur das leise Rascheln der Blätter im Wind sang ihnen in den Schlaf.