Die Sonne sagt leise „Tschüss“ und schickt ihre letzten goldenen Strahlen ins Kinderzimmer. Auf dem weichen Teppich sitzen vier kleine Mädchen: Leni, Mia, Paula und Emma. Sie sind vier Jahre alt und haben heute ganz viel gelacht. Leni hat Sommersprossen, Mia trägt zwei lustige Zöpfe, Paula hat eine Brille wie ein kleiner Schmetterling und Emma hat immer einen Kicher-Schluckauf.
„Heute malen wir unsere Träume an“, sagt Mia und hält einen großen, weißen Bogen Papier hoch. Die anderen klatschen. „Oh ja!“, ruft Emma und hüpft vor Freude. „Was wollen wir träumen?“
Paula denkt nach. „Ich will einen Regenbogen-Traum. Mit Elefanten auf Rollschuhen!“ Alle kichern. „Und ich will einen Traum voller Eiscreme-Wolken!“, ruft Leni und ihre Augen leuchten. „Ich will tanzen mit den Spaghetti!“, ruft Mia. Emma lacht und ruft: „Ich träume von einem Kissen, das lachen kann!“
Die Mädchen holen ihre Buntstifte. Sie malen und erzählen, was in ihren Köpfen herumhüpft.
Zuerst malt Paula einen Elefanten. Der Elefant hat rosa Rollschuhe und eine grüne Fliege. „Hallo, ich bin Elli der Elefant!“, ruft Paula mit tiefer Stimme. „Ich kann rückwärts rollen!“ Der Elefant auf dem Blatt rollt tatsächlich rückwärts. Die Mädchen klatschen und quietschen vor Freude.
Leni malt große Wolken. Sie sind kunterbunt. „Das ist Erdbeer-Wolke. Das ist Vanille-Wolke. Und die da ist Schokoladen-Wolke!“ Leni hält ihren Stift wie ein Zauberstab. „Wer will Eis?“ ruft sie. „Ich! Ich! Ich!“, rufen die anderen. Leni lacht. „Dann lad ich euch in meinen Traum ein!“
Mia malt Spaghetti. Lange, gelbe, kichernde Spaghetti. Sie tanzen auf dem Papier. „Meine Spaghetti machen Purzelbäume!“, sagt Mia. Sie schwingt den Stift wie eine Tänzerin. „Und jetzt tanzen sie im Kreis!“
Emma denkt nach. Dann malt sie ein großes, weiches Kissen. Es hat ein freundliches Gesicht und lacht. „Mein Kissen kitzelt mich, wenn ich traurig bin“, sagt Emma. „Es kann auch singen!“
Paula fragt: „Wie klingt das Kissen?“ Emma singt: „Schnarch, schnarch, kicher, kicher, schlaf jetzt ein und lach noch sicher!“ Die Mädchen kichern wieder. Das lachende Kissen hüpft auf dem Papier und ruft: „Kommt alle her! Ich erzähl euch einen Traum!“
Jetzt sind alle Träume auf dem Papier. Die Mädchen legen sich nebeneinander aufs große, weiche Sofa. Sie schauen ihre Bilder an. Leni fragt: „Welchen Traum wollen wir heute Nacht zusammen träumen?“ Mia überlegt. „Vielleicht fliegen wir auf den Eiscreme-Wolken?“ Paula nickt: „Mit Elli dem Elefanten!“ Emma kichert: „Und das Kissen kommt mit!“
Die Mädchen schließen die Augen. Plötzlich hören sie ein leichtes Kichern – ist das das Kissen? Da kommt ein sanfter Windhauch durchs Fenster. Er nimmt das Bild, pustet leise und – schwupps! – schaukeln die vier Mädchen in ihren Träumen auf einem riesigen, bunten Hamac. Der Hamac ist so weich wie Zuckerwatte und so bunt wie ein Regenbogen.
Unter ihnen tanzen die Spaghetti Purzelbäume. Elli der Elefant rollt auf rosa Rollschuhen vorbei und winkt. Die Eiscreme-Wolken schweben langsam über ihre Köpfe und tropfen ein kleines bisschen Vanille auf ihre Nasen. Das Kissen schaut zu und lacht: „Kommt, kuschelt euch fest! Im Traum ist alles leicht wie Pudding!“
Der Hamac schwingt ganz langsam hin und her, hin und her. Die Mädchen fühlen sich geborgen. Der Traum ist lustig, leicht und voller Freude. Sie lachen noch ein bisschen, gähnen, kuscheln sich aneinander und an das lachende Kissen.
Langsam wird es ganz leise im Zimmer. Die Mädchen träumen – vom Tanzen, Lachen und Fliegen. Der Hamac wiegt sie sanft hin und her. Immer langsamer, immer ruhiger.
Draußen zwinkern die Sterne. Das Kissen summt ein Schlummerlied. Elli rollt noch eine letzte Runde. Die Eiscreme-Wolken flüstern „Gute Nacht!“ und die Spaghetti schlafen ein.
Im Traum lächeln die Mädchen. Alles fühlt sich leicht und warm an. Der Hamac wiegt sie sanft. Sie schlafen sicher, beschützt und ganz fröhlich ein.