Ein Rascheln im Dunkeln
Jonas lag im Bett und starrte an die Decke. Er war zehn Jahre alt, und normalerweise mochte er Abende: Vorlesen, ZĂ€hneputzen, das leise Gluckern der Heizung. Doch heute hörte er ein Rascheln. Es kam von irgendwo zwischen Schrank und Fenster. Vielleicht auch von drauĂen. Jonas zog die Decke bis zur Nase. Seine Nachttischlampe leuchtete warm, aber die Ecken im Zimmer blieben dunkel.
âMama?â, rief er leise. âHörst du das auch?â
Seine Mutter steckte den Kopf zur TĂŒr herein. âIch höre die BlĂ€tter drauĂen am Baumâ, sagte sie und lĂ€chelte. âDer Wind spielt damit. Willst du, dass ich die Gardine noch ein StĂŒck zuziehe?â
âVielleichtâ, murmelte Jonas. âUnd die TĂŒr ein bisschen offen lassen?â
âKlar.â Sie schob die Gardine zurecht. âĂbrigens: Frau Kramer hat heute einen Zettel ausgeteilt. NĂ€chste Woche ist die Nachtwanderung mit der Klasse. Du wolltest doch unbedingt mit.â
Jonas fĂŒhlte, wie sein Bauch kurz flau wurde. Nachtwanderung. DrauĂen. Im Dunkeln. Er hatte sich lange darauf gefreut. Aber plötzlich dachte er an das Rascheln, an Schatten, an GerĂ€usche, die man nicht gleich erkennt.
âIch will schonâ, sagte er. âAber was, wenn ich Angst bekomme? Am liebsten hĂ€tte ich eine Taschenlampe, die nie leer wird. Und Ohren, die nur nette GerĂ€usche hören.â
Seine Mutter setzte sich zu ihm aufs Bett. âAngst ist nicht doof, Jonas. Sie will dich schĂŒtzen. Aber du kannst lernen, sie zu verstehen. Du brauchst nur ein paar Tricks. Wie bei den Hausaufgaben: Schritt fĂŒr Schritt.â
Jonas nickte. Das Rascheln war wieder da, leiser diesmal. Er hielt kurz den Atem an und lauschte. Vielleicht war es nur der Baum. Oder die Gardine, die ganz leicht an die Heizung strich. Es half ein kleines bisschen, das so zu denken.
ââNachtwanderungâ klingt trotzdem groĂâ, sagte er.
âDann machen wir sie in kleinen StĂŒckenâ, sagte seine Mutter. âMorgen reden wir mit Papa und ĂŒberlegen uns einen Plan. Und jetzt: drei ruhige AtemzĂŒge. Dann zĂ€hle die Dinge, die du im Zimmer siehst. Das beruhigt.â
Jonas atmete ein, vier Takte, und aus, vier Takte. âLampe. Teddy. Poster. Stuhl.â Es fiel ihm leichter, bei den Dingen zu bleiben, als bei dem Rascheln. Seine Schultern wurden warm und schwer. Als er die Augen schloss, hörte er wieder das Gluckern der Heizung.
âGute Nacht, Jonasâ, flĂŒsterte seine Mutter.
âGute Nachtâ, flĂŒsterte er zurĂŒck und fragte sich, ob Mut vielleicht so anfĂ€ngt: mit kleinen Listen und AtemzĂŒgen.
Als das Licht ausging
Der nĂ€chste Abend brachte das, was Jonas sich nicht gewĂŒnscht hatte: einen Stromausfall. Es passierte mitten im Abendbrot. Das Licht knipste aus, der KĂŒhlschrank summte nicht mehr, und drauĂen wurde der Himmel plötzlich ganz schwarz, als hĂ€tte jemand ein Tuch darĂŒber gelegt.
âOh!â, rief Jonas, und sein Herz hĂŒpfte einmal hoch. âEs ist dunkel!â
âBleib sitzenâ, sagte Papa ruhig. âIch hole die Taschenlampe.â Sein Vater tastete unter der SpĂŒle und fand das kleine, blaue Licht. Es sprang an, als wĂ€re es froh, gebraucht zu werden.
âWas fĂŒr ein Zufallâ, sagte Mama, âgestern haben wir doch von Dunkelheit gesprochen.â
Jonas lachte unsicher. âSehr witzig.â
Papa setzte die Taschenlampe so, dass sie die KĂŒche weich beleuchtete. Auf einmal war alles anders. Die Tassen warfen groĂe Schatten, und die Obstschale sah aus wie ein HĂŒgel auf dem Mars.
âMein Bauch fĂŒhlt sich an, als ob ich eine Achterbahn hinunterfalleâ, gab Jonas zu.
âDas ist normalâ, sagte Papa. âWollen wir die Vierer-Atmung machen? Einatmen auf vier, kurz halten auf zwei, ausatmen auf vier. Ich zĂ€hle mit, du atmest.â
âOkayâ, sagte Jonas, legte sich eine Hand auf den Bauch und fĂŒhlte, wie sie sich hob und senkte. Papa zĂ€hlte leise. Nach drei Runden fĂŒhlte sich sein Bauch weniger wie Achterbahn an und mehr wie ein Boot auf ruhigem Wasser.
âWas ist dieses Rascheln?â Jonas zeigte zum Fenster.
âKommâ, sagte Papa. âWir machen eine GerĂ€uschdetektiv-Runde.â Sie gingen zur Fensterbank. DrauĂen wehte der Wind durch die BlĂ€tter des groĂen Ahorns. Die Gardine tanzte ein bisschen. âDas ist das Raschelnâ, sagte Papa. âUnd das da?â Er tippte an die Heizung. Ein leises Knacken antwortete. âDie Heizung dehnt sich aus, wenn sie warm ist. Nichts GefĂ€hrliches. Nur Physik. Und hörst du das Summen?â
âNee.â
âDas ist weg, weil der Strom gerade aus ist. Sonst summt der KĂŒhlschrank. Manchmal sind es die gewohnten GerĂ€usche, die uns fehlen, und dadurch klingt die Welt fremder.â
Jonas nickte. Sie leuchteten unter sein Bett. Nur Staubflusen und ein verirrtes Auto. âKeine Monsterâ, grinste Papa. âDie mögen den Staub nicht.â
âPapa!â, sagte Jonas, musste aber lachen.
âWir planen unsere Nacht-Boxâ, sagte Papa. âEine kleine Kiste mit Sachen, die dir helfen. Taschenlampe, Notizblock, Stift, eine Karte mit einem Mut-Satz. Vielleicht dein Lieblingsstein aus dem Urlaub.â
âUnd Kaugummis?â, fragte Jonas.
âWenn's hilft, warum nicht? Aber nicht vor dem Schlafen, sagt Mamaâ, rief Mama lachend aus der KĂŒche.
Sie packten die Kiste zusammen. Jonas schrieb auf eine Karte: âIch kenne meine GerĂ€usche. Ich bin sicher.â Daneben malte er einen Baum und eine Heizung. Er suchte den glatten, grĂŒnen Stein aus dem letzten Sommer am See und legte ihn dazu.
Als spĂ€ter der Strom wieder anging, zuckte Jonas kurz zusammen. Die gewohnten GerĂ€usche kehrten zurĂŒck. âKomischâ, sagte er. âJetzt höre ich den KĂŒhlschrank und finde es gut.â
âSo ist dasâ, sagte Papa. âManchmal hilft es, Dinge zu benennen. Dann werden sie kleiner.â
Jonas stellte die Nacht-Box neben sein Bett. Er fĂŒhlte sich, als hĂ€tte er Werkzeug bekommen. Kein Zauber, aber etwas, das man anfassen konnte.
Der Mut-Plan
Am Nachmittag saĂ Jonas am KĂŒchentisch mit seinem Freund Emil. Sie tranken Kakao, und der Löffel klirrte gegen die Tasse. âNĂ€chste Woche Nachtwanderungâ, sagte Emil. âIch freu mich. Aber auch⊠du weiĂt schon.â
âAngst?â, fragte Jonas.
âJaâ, sagte Emil und starrte auf seine Finger. âVor allem vor dem Moment, wenn die Taschenlampen aus sind und alle kurz still sind.â
âIch habe einen Planâ, sagte Jonas stolz und zog den Notizblock aus seiner Nacht-Box. âVierer-Atmung. Und eine Liste: fĂŒnf Dinge, die ich sehe, vier, die ich spĂŒre, drei, die ich höre, zwei, die ich rieche, eins, das ich schmecke. Das hilft meinem Kopf. Den Trick hat Mama mir gezeigt.â
Emil grinste. âIch mag Kakao. Dann nehme ich als eins âKakaoâ.â
âPerfektâ, sagte Jonas. âAuĂerdem ĂŒbe ich. Jeden Abend mache ich das Licht im Flur fĂŒr eine Minute aus. Dann zwei. Dann drei. Ich nenne das meine Dunkel-Mut-Ăbung.â
âAlleine?â, fragte Emil.
âMit Mama am Anfang. Gestern habe ich es 90 Sekunden allein geschafftâ, antwortete Jonas. âUnd wenn es kribbelt, stelle ich die FĂŒĂe fest auf den Boden und spĂŒre, wie warm der Teppich ist.â
Am Abend stellte Jonas einen Wecker auf seinem Schreibtisch. âEine Minuteâ, sagte er zu sich. âNur eine Minute.â Mama saĂ im Wohnzimmer und las, die TĂŒr blieb offen.
Jonas ging in den Flur. Er drĂŒckte den Lichtschalter. Dunkel. Sein Herz schlug schneller. Er stellte die FĂŒĂe fest auf die Fliesen. Kalt. Er legte eine Hand auf seinen Bauch. Einatmen, vier. Halten, zwei. Ausatmen, vier. âIch kenne meine GerĂ€uscheâ, flĂŒsterte er. âIch bin sicher.â
Es knackte in der Heizung. Wie gestern. Er roch Seife vom Badezimmer. Im Wohnzimmer blĂ€tterte Mama eine Seite um. âNoch zwanzig Sekundenâ, rief sie. Jonas lĂ€chelte. Er konnte die Sekunden fĂŒhlen, nicht zĂ€hlen. Als der Wecker leise vibrierte, machte er das Licht an. Seine Schultern sanken. âGeschafft!â, rief er.
âGeschafft!â, rief Mama zurĂŒck. Sie hielt zwei kleine Steine aus dem Garten in der Hand. âWenn du willst, kannst du jeden Abend einen Mut-Stein in ein Glas legen. Dann siehst du, wie viel du geschafft hast.â
Jonas stellte ein altes Marmeladenglas auf sein Regal. Der erste Stein klackerte hinein. Er schrieb mit Filzstift âMutâ darauf. Am nĂ€chsten Tag wurden es zwei Steine, dann drei. Nicht jeder Abend war leicht. Einmal hat der Wind so laut am Fenster geblasen, dass Jonas nach zwanzig Sekunden wieder das Licht anmachte. Er legte an dem Tag trotzdem einen Stein ins Glas. âMut ist auch, es zu versuchenâ, sagte Mama.
âUnd Hilfe zu holenâ, ergĂ€nzte Jonas. Er schrieb eine neue Karte fĂŒr seine Nacht-Box: âHilfe holen ist schlau.â
Die Nachtwanderung
Am Freitagabend traf sich die Klasse auf dem Schulhof. Alle trugen Jacken, MĂŒtzen und kleine Taschenlampen. Frau Kramer lĂ€chelte in die Runde. âHeute gehen wir zum See und wieder zurĂŒck. Wir bleiben zusammen, wir reden leise, und wir achten aufeinander.â
Jonas spĂŒrte das Kribbeln im Bauch. Er drĂŒckte seinen grĂŒnen Stein in der Jackentasche. Emil stupste ihn an. âDein Plan?â
âMein Planâ, nickte Jonas. âAtmen, sehen, spĂŒren, hören, riechen, schmecken. Und fragen, wenn ich was wissen will.â
Sie gingen los. Die StraĂe wurde zu einem Feldweg, der Feldweg zum Waldweg. Ăber ihnen rauschten die BĂ€ume, und der Himmel zeigte nur noch ein paar Sterne. Jemand lachte leise, jemand anderes rĂ€usperte sich. Ihre Taschenlampen zeichneten kleine Kreise auf den Boden.
âWir machen die Lampen einmal aus, nur fĂŒr zehn Sekundenâ, sagte Frau Kramer nach einer Weile. âAchtet auf eure FĂŒĂe. Und denkt daran: Dunkelheit ist nur Licht, das gerade woanders ist.â
Jonas atmete tief ein. âVier⊠zwei⊠vierâ, murmelte er. Er spĂŒrte den feuchten Boden durch die Schuhe. Er hörte seine eigenen Schritte und die der anderen. Ein Vogel rief einmal, als wĂ€re er mĂŒde. Es war dunkel, aber nicht leer. Es war voll von Dingen, die er langsam verstand.
âEins⊠zwei⊠drei⊠zehnâ, zĂ€hlte Frau Kramer. âLampen wieder an.â
âIch habe den Wald gerochenâ, flĂŒsterte Emil. âNach Erde und BlĂ€ttern.â
âIch auchâ, sagte Jonas. Sein Mut-Glas war nicht hier, aber irgendwas in seinem Bauch fĂŒhlte sich an wie ein neuer Stein.
Am See blieben sie stehen. Das Wasser war schwarz, und kleine Wellen machten silberne Linien, wenn das Mondlicht sie traf. âSchönâ, sagte jemand hinter Jonas. Ein anderes Kind, Mia, hielt die Taschenlampe ganz fest. âMir ist mulmigâ, gab sie zu.
âMir auch, manchmalâ, sagte Jonas. âIch mache dann so.â Er zeigte ihr die Atmung. Sie machten es zusammen. Mia lĂ€chelte. âDankeâ, sagte sie. âDas hilft.â
Auf dem RĂŒckweg passierte das, was Jonas gefĂŒrchtet hatte: Seine Taschenlampe flackerte und ging aus. Ein kurzer Stich in seinem Bauch. Er spĂŒrte, wie die Angst ihm zurief: âAchtung!â Er legte eine Hand in die Tasche auf seinen Stein. âIch kenne meine GerĂ€uscheâ, flĂŒsterte er. âIch bin sicher.â Neben ihm ging Emil. âMeine Lampe ist starkâ, sagte Emil. âWir teilen das Licht.â
âDankeâ, sagte Jonas. Er hob den Kopf. Der Himmel war weit, und die Sterne waren da, auch ohne Taschenlampe. Und er war nicht allein.
Als sie wieder am Schulhof ankamen, war es spĂ€ter, als die Uhr ĂŒblich war. Jonas fĂŒhlte sich mĂŒde und wach zugleich. Frau Kramer klatschte in die HĂ€nde. âGut gemacht, ihr Nacht-Forscher. Was habt ihr gelernt?â
âDass Dunkelheit nicht böse ist, nur andersâ, sagte Mia.
âDass man teilen kann: Licht und Mutâ, sagte Emil.
âDass ich atmen kann, auch wenn es schwer istâ, sagte Jonas. Seine Stimme war ruhig. Er glaubte seinen eigenen Worten.
Ein Licht in mir
Zu Hause stellte Jonas seine Schuhe ordentlich neben die TĂŒr. Mama und Papa hörten ihm zu, als er von der Nacht erzĂ€hlte. âUnd als meine Lampe kaputtging, war ich nicht kaputtâ, sagte er und grinste. âIch war einfach da. Mit Emil. Und meinem Stein.â
âDu klingst stolzâ, sagte Mama.
âBin ich auchâ, sagte Jonas. âAber ein bisschen Angst habe ich immer noch.â
âDas bleibt manchmal ein bisschenâ, sagte Papa. âSo wie ein kleiner Hund, der neben dir lĂ€uft. Du kannst ihm sagen, wohin er gehen soll.â
âIch nenne ihn âNerviââ, sagte Jonas und lachte. âNervi darf mitkommen, aber nicht bestimmen.â
Am Abend machte Jonas seine Dunkel-Mut-Ăbung. âHeute drei Minutenâ, sagte er. Er stellte den Wecker. Das Licht ging aus. Der Flur war dunkel, aber er war nicht fremd. Jonas spĂŒrte den Teppich, hörte das leise Rauschen drauĂen. Er stellte sich vor, wie die StraĂe vor dem Haus aussah, die BĂ€ume, die Laterne an der Ecke. Er war da, im Dunkeln, und der Dunkel war da, aber sie taten einander nichts.
Die drei Minuten vergingen. Er machte das Licht wieder an. Sein Mut-Glas bekam einen neuen Stein. Er hielt das Glas an das Fenster. Im Glas glitzerte es, als wÀren es kleine Sterne.
SpĂ€ter, im Bett, kam das leise Rascheln wieder. Jonas hörte hin. âAhâ, sagte er zu sich. âDer Baum. Hallo, Baum.â Er musste lĂ€cheln. Er legte die Hand auf den Bauch. Einatmen auf vier, halten auf zwei, ausatmen auf vier. Er zĂ€hlte die Dinge, die er sehen konnte: âLampe. Teddy. Poster. Stuhl.â Er fĂŒhlte die Decke auf seiner Haut und den weichen Bezug. Er hörte das Gluckern der Heizung. Er roch die Seife von seinem Kopfkissen. Er schmeckte noch ein klein bisschen Pfefferminze von der Zahnpasta.
âIch kenne meine GerĂ€uscheâ, flĂŒsterte er. âIch bin sicher. Und wenn ich Hilfe brauche, hole ich sie.â
Aus dem Flur kam ein leises âGute Nachtâ von Mama. Jonas hob die Hand, als wĂŒrde er zurĂŒckwinken. Er dachte an Emil und Mia, an Frau Kramer, an den See. An die Sterne. Er dachte daran, dass Mut nicht nur groĂ und laut ist. Manchmal ist er klein und leise und sitzt in einer Nacht-Box neben dem Bett oder in einer Jackentasche in Form eines grĂŒnen Steins.
Am nĂ€chsten Morgen schrieb er eine kleine Karte und klebte sie an sein Regal: âMut wĂ€chst. Jeden Tag ein bisschen.â Er malte einen Baum darunter, dessen Wurzeln tief gingen.
Als er spĂ€ter mit Emil zur Schule ging, fragte Emil: âHast du gut geschlafen?â
âJaâ, sagte Jonas. âMit Nervi neben dem Bett. Er hat geschnarcht.â
Emil lachte laut. âMeiner auch.â
âWollen wir heute nach der Schule noch mal ĂŒben?â, schlug Jonas vor. âNur bis zur ersten Laterne und dann kurz ohne Taschenlampe? Wir bleiben zusammen.â
âKlarâ, sagte Emil. Jonas merkte, wie leicht das âKlarâ klang. Nicht, weil die Angst verschwunden war, sondern weil er wusste, was er tun konnte, wenn sie kam.
Als sie die Schule erreichten, lag der Hof im hellen Morgenlicht. Trotzdem steckte Jonas die Hand in die Jackentasche und fĂŒhlte den glatten Stein. Er brauchte ihn jetzt nicht, aber es war schön, ihn da zu wissen. Ein Licht musste nicht immer von auĂen kommen. Manchmal lag es in einem selbst, ruhig und warm, wie ein kleiner Stern im Bauch. Und wenn es abends wieder raschelte, wusste Jonas: Er konnte es finden. Immer wieder. In drei AtemzĂŒgen. In vier Dingen, die er sah. Und in dem Mut, der jeden Tag ein kleines bisschen wuchs.