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Heroische Fantasie 7/8 Jahre Lesen 12 min.

Mira und der Himmelsdrache Fen

Mira, eine mutige junge Heldin, begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, um ihren Freund, den Himmelsdrachen Fen, zu finden, der im Nebelwald in Schwierigkeiten geraten ist. Auf ihrem Weg begegnet sie magischen Kreaturen und lernt, dass Zuhören und Zusammenarbeit der Schlüssel zu Lösungen sind.

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Eine heldenhafte junge Frau, Mira, steht stolz im Mittelpunkt des Bildes. Sie trägt eine leichte Rüstung, die im Sonnenlicht glänzt, mit braunen Haaren, die im Wind wehen. Ihr Gesicht zeigt Entschlossenheit und Neugier, ihre Augen strahlen vor Aufregung. An ihrer Seite schlägt ein kleiner Drache mit silbernen Schuppen, Fen, begeistert mit den Flügeln, seine Augen funkeln vor Freude. Ein schelmischer Goblin, Nussbart, steht etwas im Hintergrund mit einem schelmischen Lächeln und zerzausten Haaren, während er einen kleinen Pilz in den Händen hält. Die Kulisse ist ein weitläufiges Feld mit Wildblumen, wo grüne Hügel am Horizont aufragen. Im Hintergrund zeichnet sich ein geheimnisvoller Wald ab, der in Nebel gehüllt ist und der Szene einen Hauch von Magie verleiht. Mira, zusammen mit Fen und Nussbart, bereitet sich darauf vor, in den nebligen Wald aufzubrechen, um einen verschwundenen Freund zu finden. Die Luft ist von einer Atmosphäre der Erkundung und Kameradschaft erfüllt, während sie sich auf das Unbekannte zubewegen, bereit, gemeinsam Herausforderungen zu meistern. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Ruf des Windes

Der Morgen roch nach Regen und frischem Stein. Auf der Mauer von Hainburg stand Mira, ihr leichter Kettenpanzer schimmerte wie stilles Wasser. Der Wind spielte mit einer Haarsträhne und flüsterte ihren Namen, als wollte er etwas Wichtiges sagen.

„Ich höre dich“, murmelte Mira und strich über den Griff ihres Schwertes. Die Klinge hieß Eidstahl. Wenn man mit der flachen Hand die kalte Seite berührte und ehrlich sprach, glühte die Rune am Heft auf und ein Versprechen wurde fest wie Fels.

„Mira! Hast du meinen Eintopf probiert?“, rief die Schmiedin Toma vom Hof. Funken sprangen wie kleine Sterne in der Luft. „Er ist so gut wie neuer Stahl!“

Mira lachte. „Ich komme später, Toma. Fen ist fort.“

Bei dem Namen wurde Tomás Stimme weich. „Der kleine Himmelsdrache?“

„Ja. Er folgte gestern den tanzenden Lichtern hinter dem Nebelwald“, sagte Mira. „Er hat mir versprochen, nicht weit zu fliegen. Aber der Wind erzählt, dass er Hilfe braucht.“

Ein Goblinkind mit Moos im Haar huschte heran und hielt Mira einen Apfel hin. „Für Mut“, sagte es schüchtern.

„Danke“, antwortete Mira und kniete sich hin. „Mut ist gut. Freundlichkeit ist besser. Habt ihr Fen gesehen?“

Das Kind deutete mit dem Daumen nach Osten. „Richtung Steinringe.“

Mira legte die Hand auf Eidstahl. „Ich schwöre, ich finde meinen Freund und bringe ihn heim.“ Ein sanftes Licht huschte über die Klinge. Der Wind pfiff zustimmend, als hätte er geklatscht.

„Ich gehe jetzt“, sagte Mira. „Und ich komme wieder, Toma. Spare mir einen Löffel Eintopf.“

„Ich spare dir den Topf!“, rief Toma. „Und pass auf dich auf, Heldin des Windes.“

Mira sprang von der Mauer, ihre Stiefel klackten auf Stein. Sie spürte, wie das Land unter ihren Füßen wach wurde: Stahl im Gürtel, Wind im Mantel, Flamme im Herzen, und die ruhige Stärke von Stein im Rücken der Stadt.

Kapitel 2: Der Nebelwald singt

Der Weg führte über weite Windfelder, wo die Halme wie silberne Wellen schwangen. Ein Falter folgte Mira ein Stück und setzte sich frech auf ihr Ohr. „Ja, du kannst mitkommen“, schmunzelte sie. „Aber kein Kitzeln.“

Am Rand des Nebelwaldes standen die Bäume dicht wie Brüder. Nebel hing in Schleiern zwischen den Ästen. Mira blieb stehen, atmete tief und hörte. Ein fernes Piepen, ein gläserner Ton, wie wenn feine Schuppen aneinanderreiben. Fen. Mira lächelte. „Ich bin nahe.“

„Halt!“, krächzte eine kleine Stimme. Ein Mooskobold sprang von einem Ast. Seine Nase war so lang wie ein Zeigefinger, und er trug einen Mantel aus Blättern. „Menschen sind zu laut. Sie trampeln. Und sie reden ohne zu hören.“

„Dann will ich leise gehen und zuhören“, sagte Mira. „Ich suche meinen Freund. Er ist klein und mutig, hat Schwingen wie Wolken.“

Der Kobold blinzelte. „Ein Himmelsdrache? Der hat uns gestern vom Wolfsschlaf erzählt. Kluger Flieger. Aber die Steinriesen mögen ihn nicht.“

„Warum?“, fragte Mira.

„Sie mögen keine Funken“, flüsterte der Kobold. „Die Funken haben Angst vor Regen. Und jeder hat vor irgendwas Angst.“

Mira nickte. „Jeder hat Angst. Und jeder hat Hoffnung. Können wir zusammen gehen? Ich verspreche, ich trete keine Pilze.“

Sie legte die Hand auf Eidstahl. „Ich verspreche, euren Wald zu ehren.“ Die Rune glomm warm, und der Kobold schnaubte zufrieden.

„Gut. Ich heiße Nussbart. Tritt hierhin, dann dort. Nicht gegen die Wurzel. Wurzeln mögen keine Stiefel.“

Sie ging, wie er sagte: leicht, Schritt für Schritt, mit Augen für die kleinen Dinge. Eine Ameise trug ein Samenkorn wie eine goldene Trophäe. Eine Schnecke sah aus wie eine rollende Perle. Der Nebel roch nach nassem Holz und Frieden.

Am Steinbogen über dem Fluss saß ein Troll, halb so groß wie ein Turm, aber mit einer Mütze, die ihm in die Augen rutschte. Er schnarchte wie Donner. Mira räusperte sich. „Guten Tag.“

Der Troll blinzelte verschlafen. „Rätsel? Oder Brot?“

„Brot“, sagte Mira freundlich und reichte ihm ein Stück. „Ich suche einen Freund.“

Der Troll kaute und lächelte. „Wer Brot hat, darf passieren. Und Freunde finden ist besser als Steine werfen.“

„Da sind wir uns einig“, antwortete Mira. Sie ging über den Bogen, Nussbart auf ihrer Schulter wie ein grüner Kragen.

Hinter dem Fluss wurde der Nebel dünn, und die Luft roch nach Asche und frischer Erde. Der Wind sang wieder. „Fen“, sagte Mira leise. „Ich komme.“

Kapitel 3: Feuer auf Stahl, Stimme im Stein

Die Steinringe lagen wie ein ruhiger Kreis aus grauen Riesen, die schon tausend Morgen gesehen hatten. Zwischen den Steinen flackerten kleine Flammen, so hell wie Sterne in einer Pfütze. Feuerlinge tanzten, die Funken sprangen und kichern klang wie Knisterholz. An den Rändern standen drei Steinriesen mit breiten Schultern und ruhigen Gesichtern. Sie brummten wie tiefe Trommeln.

Auf einem flachen Stein saß Fen, seine silbernen Schuppen glänzten, die Schwingen lagen ordentlich gefaltet. Er hob den Kopf, als Mira den Ring betrat. „Mira!“ Seine Stimme klang wie Wind in einer Glocke. „Du bist da.“

Mira rannte auf ihn zu. „Ich habe mir Sorgen gemacht.“

Fen legte seine Schnauze in ihre Hand. „Ich wollte helfen. Die Feuerlinge wollen die neuen Samen wärmen. Die Steinriesen fürchten, dass die Flamme den Stein spaltet. Ich bin dazwischen geflattert. Und dann hat mich eine Brombeere festgehalten. Ich bin okay. Nur ein Kratzer.“

Mira sah den Kratzer. Er war klein, und Fen blinzelte tapfer. „Ich bin froh, dass du hier bist“, sagte sie, und die Wärme in ihrer Stimme war wie eine Decke.

Ein Feuerling tanzte näher. „Wir wollen nur Wärme. Wärme ist gut für Kinder.“ Seine Flamme züngelte, doch sie wurde nicht größer, nur weicher.

Der größte Steinriese brummte: „Wärme macht Risse. Risse tun weh. Wir mögen keine Risse.“

Mira stellte sich in die Mitte. „Wir alle wollen Gutes. Keiner will den anderen verletzen. Vielleicht gibt es einen Weg, bei dem keiner Angst haben muss.“

„Wie?“, fragte ein kleiner Feuerling und schwang seine Flamme wie einen Schal.

Mira zog Eidstahl. Die Klinge sang leise, als sie die Luft schnitt. „Eidstahl kennt Wege“, sagte sie. „Wenn wir versprechen, klug zu handeln, zeigt die Klinge uns ein Licht.“

Sie legte ihre Hand auf die kalte Flanke. „Ich schwöre, eine Lösung zu suchen, die Feuer wärmt und Stein schützt.“

Fen setzte seine Pfote auf den Heftknauf. „Ich schwöre, zu hören.“

Der Feuerling legte seine Flamme an die flache Seite der Klinge, ohne sie zu berühren. Der größte Steinriese legte seine breite, kühle Hand daneben. Die Rune glühte hell wie Morgenrot, und ein feiner Windzug strich über alle.

„Wir können Schalen aus Stahl bauen“, sagte Mira ruhig. „Stahl nimmt Wärme an. Die Flamme tanzt in der Schale. Darunter legen wir nasse Tücher und glatte Steine. So bleibt der Fels heil und die Samen werden warm.“

Die Steinriesen sahen einander an. „Stahl ist stark“, brummte der Größte. „Und nasse Tücher sind wie Wolken im Bauch.“ Er lächelte, so weit, dass eine Eidechse darauf hätte schlafen können. „Ich bin einverstanden.“

Die Feuerlinge klatschten mit Flammenhänden. „Schalen! Wir tanzen in Schalen!“

Fen kicherte. „Das wird hübsch aussehen.“

Gemeinsam trugen sie Schalen aus altem Stahl heran, die am Rand der Ringe lagen, vergessen von früheren Festen. Feuer sprang hinein, warm und gebändigt. Der Stein blieb still. Die Luft roch nach gutem Rauch und feuchtem Moos.

Der größte Steinriese legte die Hand auf Eidstahl. „Wir danken dir, Mensch mit Windherz. Anders sein ist nicht Gefahr. Anders sein ist ein neuer Weg.“

Mira nickte. „Wenn wir einander zuhören, wird der Weg breit wie eine Brücke.“

Fen schüttelte die Schwingen. „Und dann kann man leicht darüber fliegen.“

Kapitel 4: Flug in neues Blau

Als die Sonne sank und der Himmel in Pfirsichfarben glühte, war der Ring voller leiser Stimmen. Die Feuerlinge flüsterten Lieder, die Steinriesen nickten wie Bäume im Wind. Nussbart knabberte an einem Pilz und grinste. „Gute Arbeit, Stahlhand.“

Mira strich Fen über die Stirn. „Bist du bereit für den Heimweg?“

Fen blinzelte zum Himmel. Hoch über den Wolken schwebte etwas wie eine Insel aus Nebel, mit Rändern aus Gold. Ein neuer Gesang wehte herab, so fern, dass er eher ein Versprechen war. „Da oben ruft etwas“, sagte er leise. „Es klingt nicht nach Gefahr. Es klingt nach Frage.“

Mira legte die Hand ein letztes Mal auf Eidstahl. „Ich schwöre, ich komme mit. Wir helfen, wo wir gebraucht werden. Und wir lernen, bevor wir reden.“ Die Rune glühte, freundlich und fest.

Toma und die Leute aus Hainburg würden sie wiedersehen, dachte Mira. Der Weg zurück war da, wie ein stiller Fluss. Doch heute zeigte der Wind eine andere Richtung. Der Troll winkte vom Steinbogen. „Flieg! Und wenn du Brot brauchst, ruf!“

Nussbart hoppelte neben sie. „Nimm das.“ Er reichte Mira einen runden Kiesel. „Er ist warm, wenn du traurig bist.“

Mira steckte den Kiesel ein. „Danke, Freund.“ Sie sah den Steinriesen an. „Passt auf die Schalen auf.“ Der Riese nickte so tief, dass der Boden leise brummte.

Fen hockte sich, die Schwingen weit. „Bereit?“

„Bereit“, sagte Mira und sprang. Der Wind griff sie, sanft und stark, wie Hände aus Luft. Fen schlug mit den Flügeln, Silber auf Blau. Die Welt wurde klein und freundlich. Unter ihnen glühte das Feuer in den Schalen, warm wie ein Herz. Die Steine lagen ruhig wie alte Weisheit. Der Fluss glänzte wie Stahl in der Dämmerung.

„Wohin?“, rief Fen über die Musik des Windes.

„Dorthin, wo jemand anders denkt, anders spricht, anders lacht“, rief Mira zurück. „Wir fragen zuerst. Dann helfen wir. Und wir kommen heim, wenn der Mond zweimal rund war.“

Fen lachte, und der Wind lachte mit. Zusammen stiegen sie höher. Hinter den Wolken wartete ein neues Blau, ein leiser Pfad aus Licht. Die Klinge an Miras Seite sang, nur für sie, ein feiner Ton, der nach Mut schmeckte.

Sie flogen weiter, über den Saum des Bekannten, hinauf in das weite, unbekannte Lied des Himmels. Der Wind trug sie. Die Nacht öffnete sich. Und irgendwo, ganz fern, begann eine neue Geschichte.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Kettenpanzer
Eine Art von Rüstung, die aus vielen kleinen Metallringen besteht und den Körper schützt.
Rune
Ein Zeichen oder Symbol, das eine besondere Bedeutung hat und oft magische Kräfte zugeschrieben werden.
Eintopf
Ein Gericht, das aus verschiedenen Zutaten gekocht wird, oft in einem Topf zusammen.
Kobold
Ein kleines, oft lustiges oder schelmisches Fabelwesen, das in Märchen vorkommt.
Funken
Kleine, glühende Teilchen, die aus Feuer oder einem heißen Objekt springen.
Flamme
Das sichtbare Feuer, das leuchtet und Hitze abgibt, wenn etwas brennt.

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