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Fesselnde und amüsante Geschichte 7/8 Jahre Lesen 17 min. (1)

Milo und der klebrige Zauber auf dem Ponton

Der junge Zauberlehrling Milo verursacht mit seinen Anti-Rutsch-Handschuhen und einer Übungskiste ein klebriges Chaos am Ponton und versucht mit kleinen Zaubern und Einfällen, die missliche Lage wieder in den Griff zu bekommen.

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Ein achtjähriger Lehrlingszauberer namens Milo mit erleichtertem, fröhlichem Gesicht, zerzausten hellbraunen Haaren und einem schief sitzenden kleinen Hexenhut hockt am Rand eines alten hölzernen Stegs und klebt einen kleinen goldenen Sternaufkleber auf eine funkelnde Limonadenspritzerstelle; er trägt blaue rutschsichere Handschuhe mit Gummipunkten und einem aufgenähten Stern auf dem Handrücken. Neben ihm schwebt eine feine weiße, lebendige Feder mit verschmitzten Augen und schreibt kleine Wörter in die Luft, dicht über dem Brett und in der Nähe seiner Hände. Milos Hut liegt auf einem Holzschild mit der Aufschrift Bitte nicht schütteln und wirkt wie ein schüchterner Charakter, der am Schild hängt. Der Steg hat verwitterte, knarrende Holzplanken mit abgenutzten Kanten und kleinen angeklebten Muscheln; der See ist ruhig mit goldenen Sonnenreflexen, Schilf und Seerosen am Rand. Stimmung: warme, sanfte, heilende Szene voller Humor und Magie im weichen Licht des Sonnenuntergangs. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Die Anti-Rutsch-Handschuhe und der schiefe Morgen

Milo war acht Jahre alt und ein Zauberlehrling. Ein echter! Also… fast echt. Er hatte ein kratziges Zauberbuch, einen winzigen Zauberhut, der immer ein bisschen schief saß, und eine Tasche voller Dinge, die man nie irgendwo ablegen sollte, wenn gerade Wind war.

Heute stand Milo auf dem Holzsteg am See, den alle nur „den Ponton“ nannten. Der Ponton knarrte freundlich, als würde er sagen: Willkommen zurück, du Unfug-Macher.

Das Wasser glitzerte, und Möwen machten „KRAA!“ als würden sie applaudieren, obwohl Milo noch gar nichts gezeigt hatte.

Milo zog seine Anti-Rutsch-Handschuhe an. Sie waren blau, hatten kleine Gummi-Noppen und sahen aus wie zwei fröhliche Kröten. Auf jedem Handrücken war ein Stern aufgenäht, damit die Handschuhe „magischer“ wirkten. Milo fand: Sterne machen alles besser. Sogar Brote.

„So“, sagte Milo zu sich selbst. „Heute zaubere ich ganz ordentlich. Kein Quatsch. Kein Chaos.“

In diesem Moment rutschte ihm die Tasche vom Arm, plumps, und landete genau auf einer lockeren Planke. Die Planke wippte. Die Tasche wippte. Eine Flasche Glitzer-Limonade wippte auch, obwohl sie eigentlich in der Tasche war.

„Bleib drin!“, flüsterte Milo streng.

Die Tasche antwortete nicht, aber sie tat so, als würde sie gleich umkippen. Milo schnappte zu. Dank der Anti-Rutsch-Handschuhe war sein Griff so fest, als hätte er zwei kleine Krakenhände.

„Ha!“, sagte Milo. „Siehst du? Alles im Griff.“

Da merkte er, dass er seine Zaubersprüche zum Üben vergessen hatte. Natürlich. Vergessen war Milos Spezialzauber.

Er sah über den Ponton. Am Ende stand eine kleine, runde Holzkiste. Darauf klebte ein Schild: ÜBUNGSZAUBER – BITTE NICHT SCHÜTTELN.

Milo setzte sein mutigstes Gesicht auf und ging hin. Der Ponton schwankte ein wenig, wie ein riesiges, sehr höfliches Schaukelbrett.

„Keine Angst“, murmelte Milo. „Ich habe Anti-Rutsch-Handschuhe. Ich bin praktisch ein Profi.“

Er hob den Deckel der Kiste. Drinnen lag eine Rolle Papier, fest zugebunden mit einer Schnur. Und daneben: eine winzige Feder, die so tat, als wäre sie ein Stift.

„Oh!“, sagte Milo. „Ein selbstschreibender Federstift!“

Die Feder hüpfte auf die Rolle und schrieb in krakeligen Buchstaben: HALLO MILO. BITTE NICHT NIESEN.

„Warum denn nicht?“, fragte Milo.

Die Feder schrieb: WEIL HEUTE ALLES KLEBT.

Milo lachte. „Was soll schon passieren?“

In genau diesem Moment kitzelte ihn die Nase. Ganz leicht. Ein kleines See-Kitzeln. Milo hielt sich die Nase zu, doch seine Anti-Rutsch-Handschuhe machten es… zu gut. Er drückte so fest, dass sein Gesicht kurz wie ein Pfannkuchen aussah.

„Hnnng!“, machte Milo.

Und dann: „HATSCHI!“

Der Nieser war so stark, dass der Zauberhut vom Kopf flog, eine Runde in der Luft drehte und direkt auf dem Schild landete: BITTE NICHT SCHÜTTELN.

Der Hut schüttelte sich natürlich. Weil Hüte eben so sind.

Aus der Kiste sprang ein kleiner Zauberfunke, wie eine Glühwürmchen-Rakete. Er machte „Pfft!“ und traf die Schnur an der Papierrolle.

Pling! Die Schnur sprang auf.

Die Rolle entfaltete sich mit einem „Wuuusch!“ und rollte über den Ponton, wie ein Teppich, der sich selbst ausrollt. Nur schneller. Und kitzeliger.

Die Feder schrieb hektisch: STOPP! STOPP! STOPP!

Milo rannte hinterher. „Ich stopp ja schon!“

Doch der Papier-Teppich rollte weiter und wickelte sich um Milos Beine. Milo machte einen Schritt, noch einen, und dann noch einen – und plötzlich sah er aus wie eine wandelnde Papierwurst.

„Äh…“, sagte Milo. „Das war nicht geplant.“

Die Feder schrieb: PLANEN IST ÜBERSCHÄTZT.

Milo versuchte, sich zu befreien. Seine Anti-Rutsch-Handschuhe hielten das Papier so fest, dass es jetzt erst recht nicht loslassen wollte.

„Na toll“, seufzte Milo. „Ich kann alles festhalten, aber nichts loslassen.“

Der Ponton knarrte, als würde er kichern.

Kapitel 2: Der Klebe-Zauber und die fliegende Limonade

Milo drehte sich wie ein Kreisel, bis die Papierrolle endlich lockerer wurde. Ein bisschen. Vielleicht. Jedenfalls konnte er wieder atmen, ohne nach Papier zu schmecken.

„Okay“, sagte Milo. „Ich brauche einen Gegenzauber. Das ist ein Übungszauber, also… muss es auch eine Übungslösung geben.“

Er hob das Papier hoch. Darauf standen tatsächlich Zaubersprüche. Aber leider klebten die Ecken zusammen, als hätten sie sich sehr gern.

Milo zog vorsichtig. Es machte „Ziiiep!“ und dann „Zack!“

Ein kleines Stück riss ab und klebte ihm an der Stirn.

„Ich sehe bestimmt klug aus“, murmelte Milo.

Die Feder schrieb: SEHR KLUUUUG. WIE EIN KLEINER KLEBEKÖNIG.

Milo schnaufte. „Lach nur. Hilf mir lieber.“

Die Feder schrieb: SAG BITTE „ABRABÄRCHEN“.

„Abrabärchen“, sagte Milo.

Nichts passierte.

Die Feder schrieb: LAUTER.

„ABRABÄRCHEN!“, rief Milo.

Ein winziger Funke sprang aus der Feder und landete… nicht auf dem Papier, sondern auf Milos Tasche.

Die Tasche machte „Plopp!“ und sprang auf, als hätte sie sich schon lange gewünscht, ein Frosch zu sein. Heraus hüpften: ein Kamm, drei Bonbons, ein Gummiball und die Flasche Glitzer-Limonade.

Die Flasche schwebte kurz, als wäre sie ein Ballon.

„Oh nein“, sagte Milo. „Bitte nicht wieder fliegen. Letztes Mal hat die Limo eine Socke verzaubert.“

Die Flasche blubberte beleidigt. Dann machte sie einen kleinen Looping über dem Ponton.

Milo sprang hinterher und griff zu. Seine Anti-Rutsch-Handschuhe packten die Flasche so fest, dass sie nicht mehr wegkonnte.

„Ha!“, sagte Milo. „Gefangen!“

Die Flasche sagte: BLUBB. (Das klang wie: Lass mich los, du Gummihand.)

Milo wollte sie abstellen, aber seine Handschuhe klemmten so gut, dass die Flasche mit seinen Händen zusammen festhing. Er konnte sie nicht einfach hinlegen. Wenn er die Hände öffnete, blieb die Flasche hängen. Wenn er die Hände schloss, blieb sie auch hängen.

„Ich bin jetzt ein Limo-Mensch“, stöhnte Milo.

Die Feder schrieb: COOL. JETZT FEHLT NUR EIN STROHHALM ALS SCHWANZ.

Milo sah sich um. Der Ponton war lang, der See war ruhig, und alles fühlte sich eigentlich freundlich an. Nur eben… klebrig.

Auf einmal bemerkte Milo etwas Seltsames: An der Kante des Pontons klebten kleine Dinge. Eine Muschel. Ein Blatt. Ein verlorener Knopf.

„Hä?“, sagte Milo und kniete sich hin. Das Knien war schwierig, weil der Papierrest immer noch um seine Beine hing. Aber er schaffte es, wie ein Wackelpudding, der es ernst meint.

Er tippte den Knopf an. Er blieb an seinem Handschuh kleben.

„Aha“, sagte Milo. „Der Nies-Zauber hat den Ponton verklebt! Deshalb bleibt alles hängen.“

Die Feder schrieb: JETZT HAST DU ES. GRATULATION. MÖCHTEST DU EIN KLEINES DIPLOM?

„Nein! Ich möchte das wieder gut machen!“, sagte Milo.

Er erinnerte sich an einen Satz aus seinem Zauberbuch: Wenn etwas zu fest klebt, dann braucht es zwei Dinge: Wärme und ein gutes Wort.

Milo schaute auf seine Glitzer-Limonade-Flasche, die immer noch an seinen Händen hing.

„Du bist kühl“, sagte Milo. „Also… das hilft nicht.“

Die Flasche blubberte, als würde sie kichern.

Milo dachte weiter. „Wärme… Sonne!“

Er hob die Flasche hoch, als würde er sie der Sonne zeigen. Die Sonne schien freundlich, aber sie konnte nicht einfach so alles lösen. Sie war ja keine Zauber-Sonne. Oder?

Milo hatte eine Idee. Eine sehr Milo-Idee.

„Wenn ich einen Mini-Sonnen-Zauber mache… ganz klein… und dazu ein gutes Wort…“

Die Feder schrieb: BITTE KEIN RIESENSONNENZAUBER. ICH MAG MEIN PAPIER NICHT GERÖSTET.

„Nur mini“, versprach Milo.

Er nahm das Papier mit den Sprüchen, so gut es ging, und las laut: „Sonnenschnipsel, warm und fein, mach das Kleben winzig klein!“

Ein kleiner, warmer Lichtpunkt erschien. Er war so groß wie eine Erbse und sah aus wie ein sehr fröhlicher Krümel.

„Hallo“, sagte Milo höflich. „Bitte hilf.“

Der Lichtpunkt tanzte über den Ponton, kitzelte eine Muschel – plopp, sie löste sich – und kitzelte ein Blatt – plopp – und dann… kitzelte er Milos Papierrest am Bein.

Plopp! Das Papier löste sich. Milo atmete auf.

„Yes!“, rief Milo. „Äh… ich meine: Sehr gut!“

Doch der Lichtpunkt wurde übermütig. Er hüpfte auf die Glitzer-Limonade-Flasche, die noch an Milos Händen hing, und machte sie warm.

Die Flasche blubberte stärker. Dann: PFFFFT!

Ein winziger Limo-Spritzer schoss heraus und landete auf einer Planke. Und weil heute alles klebte, klebte der Spritzer sofort. Aber er klebte nicht nur. Er glitzerte und machte die Planke so rutschig wie eine Banane auf Eis.

„Oh je“, sagte Milo. „Jetzt ist es rutschig UND klebrig? Das ist ja unfair.“

Die Feder schrieb: MAGIE HAT HUMOR.

Milo setzte sich hin, um nachzudenken. Dabei klebte seine Hose kurz am Holz fest.

„Ich mache das wieder gut“, sagte er. „Ich hab's vermasselt, also repariere ich es. Schritt für Schritt.“

Kapitel 3: Die Reparatur mit dem Putz-Zauber und dem See-Kichern

Milo zählte seine Probleme an den Fingern ab. Das ging schwer, weil die Flasche noch immer an seinen Handschuhen hing. Also zählte er auf den Knöpfen, die schon am Handschuh klebten.

„Erstens: Der Ponton klebt. Zweitens: Eine Planke ist mega-rutschig. Drittens: Ich bin ein Limo-Mensch.“

Die Feder schrieb: VIERTENS: DEIN HUT HAT ANGST VOR SCHILDERN.

Milo schaute. Sein Zauberhut hing tatsächlich am Schild und tat so, als wäre das Schild ein Monster. Dabei war es nur ein Schild.

Milo atmete tief ein. Diesmal ohne Niesen. Ganz vorsichtig. „Okay. Reparatur-Zauber. Ich kenne einen: Putzputz, wisch und weg.“

Die Feder schrieb: DAS IST KEIN ZAUBER. DAS IST EINE MUTTER.

„Bei meiner Mama klappt es immer“, sagte Milo. „Also ist es ein Zauber.“

Er suchte in seiner Tasche nach einem Tuch. Er fand: ein Taschentuch, einen halben Keks und ein kleines Fläschchen mit der Aufschrift: SEIFENBLASEL – NUR FÜR NOTFÄLLE.

„Seifenblase…“, murmelte Milo. „Das klingt nach sauber.“

Die Feder schrieb: ODER NACH CHAOS. ABER SAUBEREM CHAOS.

Milo nickte. „Sauberes Chaos reicht.“

Er flüsterte: „Blase klein, Blase rund, putz den Steg von oben bis unten!“

Aus dem Fläschchen stieg eine Seifenblase. Sie war nicht groß. Eher wie eine Murmel. Dann wurde sie größer. Und größer. Schließlich war sie so groß wie ein Gymnastikball und schimmerte in allen Farben.

„Wow“, sagte Milo. „Du bist aber motiviert.“

Die Blase machte „Ploooing“ und rollte über den Ponton. Überall, wo sie entlangrollte, löste sich das Klebrige. Plopp, plopp, plopp. Wie kleine Küsse, die alles wieder freundlich machten.

„Das klappt!“, rief Milo.

Die Blase rollte zur rutschigen Planke. Sie schimmerte, wackelte kurz und machte dann „Pffff“. Sie platzte nicht, sie… nieste. Eine Seifenblasen-Nase, wer hätte das gedacht? Ein feiner Seifennebel legte sich auf die Planke.

Die Planke wurde weniger rutschig. Eher… normal.

„Super!“, sagte Milo. „Jetzt noch ich.“

Er hielt seine Hände hoch, mit der Limo-Flasche dran. „Blase, bitte… hilf.“

Die Blase rollte zu Milo, stupste die Flasche an und machte ein leises „Flupp“. Die Flasche löste sich von den Handschuhen.

Milo schüttelte sofort die Hände. „Frei!“

Die Flasche landete sicher auf dem Holz. Milo hielt kurz die Luft an. Nichts flog. Nichts spritzte. Die Flasche benahm sich, als wäre sie plötzlich sehr erwachsen.

„Danke“, sagte Milo.

Die Feder schrieb: DU KANNST DICH AUCH BEI MIR BEDANKEN. ICH HABE NUR FAST PANIK BEKOMMEN.

„Danke auch dir“, sagte Milo und grinste.

Jetzt blieb nur noch der Hut. Milo ging zum Schild. „Komm runter, kleiner Hut. Das Schild tut nichts.“

Der Hut rührte sich nicht.

Milo beugte sich vor und flüsterte: „Ich verspreche, ich schüttele dich nie wieder, wenn da steht ‚Bitte nicht schütteln‘.“

Der Hut rutschte ein kleines Stück.

„Und“, fügte Milo hinzu, „ich klebe dir zur Belohnung einen Stern auf. Einen ganz schönen.“

Da sprang der Hut regelrecht in Milos Hände, als hätte er gerade auf dieses Angebot gewartet.

Milo setzte ihn auf. Der Hut saß diesmal fast gerade.

Der Ponton knarrte zufrieden. Der See gluckste leise, als würde er sagen: Na also. Geht doch.

Milo sah über das Holz. Es war wieder sauber. Keine klebenden Muscheln, keine festgeklebten Blätter. Alles fühlte sich normal an.

„Ich hab's repariert“, sagte Milo leise.

Die Feder schrieb: UND DU HAST NICHTS ANGEZÜNDET. ICH BIN STOLZ AUF DICH. EIN BISSCHEN.

Milo lachte. „Ich auch. Ein bisschen.“

Da entdeckte Milo am Rand des Pontons etwas, das noch nicht sauber war: Ein kleiner, glitzernder Klecks Limo klebte dort, wie ein winziger, funkelnder Kaugummi.

„Oh“, sagte Milo. „Den hab ich vergessen.“

Er wollte ihn wegwischen, doch der Klecks war hartnäckig. Milo sah ihn an. Der Klecks glitzerte unschuldig, als hätte er nie etwas gemacht.

Milo dachte nach. „Vielleicht… muss nicht alles weg. Vielleicht kann ich aus dem Fehler etwas Gutes machen.“

Er kramte in der Tasche. Zwischen Bonbons und Keks fand er einen kleinen Aufkleberbogen. Darauf: Sterne in gold und silber.

„Perfekt“, sagte Milo. „Wenn sowieso etwas klebt… dann kleben wir es richtig.“

Kapitel 4: Der Stern, der am Ende blieb

Milo nahm einen goldenen Stern-Aufkleber. Er war nicht zu groß, nicht zu klein. Genau richtig, um jemandem ein Lächeln zu schenken.

Er hielt ihn über den glitzernden Klecks am Pontonrand. „Du, Klecks“, sagte Milo feierlich, „du bist zwar aus Versehen entstanden. Aber du bekommst jetzt eine Aufgabe.“

Die Feder schrieb: EIN KLECKS MIT JOB. DAS IST NEU.

Milo klebte den Stern genau auf den Klecks. Der Stern hielt sofort. Natürlich. Heute klebte ja alles – aber jetzt war es gewollt.

Der Stern glänzte im Sonnenlicht, als würde er sich freuen, endlich ein richtiger Stern zu sein und nicht nur ein Aufkleber.

Milo trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. „Das ist ein Erinnerungsstern“, erklärte er. „Damit ich weiß: Wenn ich Mist baue, kann ich es wieder gut machen.“

Die Feder schrieb: UND DAMIT DU DICH ERINNERST, NICHT ZU NIESEN.

„Auch das“, sagte Milo.

Plötzlich kam eine kleine Welle an den Ponton und machte „Platsch“. Sie spritzte ein bisschen Wasser hoch, aber nur so, als würde sie kurz winken. Der Stern blieb fest. Er klebte tapfer, wie ein kleiner Held.

Milo setzte sich an den Rand des Pontons, die Beine baumelten über dem Wasser. Er fühlte sich leicht. Nicht, weil er zauberte, sondern weil er etwas geschafft hatte.

„Weißt du“, sagte Milo zu der Feder, „ich dachte immer, Zauberer machen keine Fehler.“

Die Feder schrieb: DOCH. SIE MACHEN NUR SEHR INTERESSANTE FEHLER.

Milo nickte. „Und dann reparieren sie sie.“

Die Feder schrieb: GENAU. DAS IST DER WICHTIGE TEIL.

Milo schaute auf seine Anti-Rutsch-Handschuhe. „Und ich lerne: Festhalten ist gut. Aber Loslassen ist auch wichtig.“

Die Feder schrieb: WEISE. FAST WIE EIN ALTER MANN. NUR KLEINER.

Milo lachte und nahm die Handschuhe aus. Ohne die Handschuhe fühlten sich seine Hände plötzlich ganz normal an. Er rieb die Finger aneinander. Nichts klebte.

Er stand auf, nahm seine Tasche, überprüfte, ob die Limo-Flasche zu war, und setzte seinen Hut noch ein bisschen gerader.

„Komm“, sagte Milo. „Wir gehen nach Hause. Und diesmal… übe ich Zauber ohne Niesen.“

Die Feder schrieb: ICH BRINGE DIR MORGEN EIN TASCHENTUCH-BUCH.

Milo winkte dem See. „Tschüss, Ponton.“

Der Ponton knarrte, als würde er antworten: Tschüss, reparierender Zauberlehrling.

Milo ging langsam über den Steg zurück. Hinter ihm glitzerte am Rand des Pontons der goldene Stern, fest geklebt, als fröhliches Ende eines kleinen Durcheinanders.

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Kratziges
Etwas, das sich rau und ein bisschen unangenehm auf der Haut anfühlt.
Anti-Rutsch-Handschuhe
Handschuhe mit Gummi, damit die Hände nicht von glatten Sachen rutschen.
Ponton
Ein flacher Steg oder eine Holzplattform, die auf dem Wasser liegt.
Knarrte
Es macht ein altes, quietschendes Geräusch, wenn etwas sich bewegt.
Glitzer-Limonade
Eine Limonade, die Funkeln oder Glitzer enthält und besonders aussieht.
ÜBUNGSZAUBER – BITTE NICHT SCHÜTTELN
Ein Schild auf der Kiste, das sagt: Hier ist ein Übungszauber, nicht schütteln.
Zauberlehrling
Ein Kind oder Mensch, der Zaubern lernt und noch nicht alles kann.
Funke
Ein winziges, helles Licht oder Glitzern, das von Magie oder Feuer kommt.
Seifenblase
Eine dünne, runde Blase aus Seifenwasser, die in der Sonne glänzt.
Schimmerte
Es leuchtet sanft und zeigt viele Farben, wie ein leichter Glanz.
Glühwürmchen-Rakete
Eine lustige Beschreibung für etwas Kleines, das wie ein leuchtendes Insekt fliegt.
Reparatur-Zauber
Ein Zauberspruch, der etwas kaputtes wieder in Ordnung bringen soll.
Klecks
Ein kleiner Fleck von einer Flüssigkeit, der auf etwas klebt.
Aufkleberbogen
Ein Blatt mit vielen Aufklebern, die man abziehen und festkleben kann.

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