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Geschichte des Entdeckers 5/6 Jahre Lesen 14 min.

Mara und der vergessene Pass der drei Monde

Mara, eine junge Entdeckerin, zieht mit ihrem Wüstenfrettchen Fips durch die Badlands, folgt geheimnisvollen roten Steinen und stößt auf alte Zeichen und Gefahren, bei denen Mut und Besonnenheit gefragt sind.

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Ein junges Entdeckermädchen mit rundem Gesicht und Sommersprossen, die Augen voller Staunen, lächelt beim Herauskommen aus einem engen Felsdurchgang; sie trägt einen beigen Hut, einen olivgrünen Rucksack und staubige Stiefel, ist leicht nach vorn geneigt, hält mit einer Hand die Felsenwand und mit der anderen eine kleine gelbe Lampe, die ihr Gesicht beleuchtet. Neben ihr auf einem Felsen springt der Wüstenmarder Fips mit cremefarbenem Fell und großen Ohren fröhlich und blickt in das Tal. Der Durchgang hat hohe ocker- und graue Felswände mit Rissen und vereinzelten Wasserperlen. Draußen öffnet sich ein helles Tal mit funkelndem Bach, hellgrünen Grasbüscheln, violett blühenden Sträuchern und moosbedeckten flachen Steinen. Das Sonnenlicht erzeugt einen warm-kalten Kontrast: bläuliche Schatten im Durchgang und goldene Beleuchtung im Tal. Schlichte Komposition, weiche kontrastreiche Farben, runde klare Konturen und gut lesbare Gesichtsausdrücke für Kinder ab 6 Jahren. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1: Die Karte aus Staub

Mara war eine Entdeckerin. Sie hatte schnelle Schritte, wache Augen und einen Rucksack, der immer ein bisschen klapperte. Wenn sie lief, hörte man Wasser in der Flasche schaukeln, ein Seil leise schaben und eine kleine Dose Kekse, die wie ein Geheimnis raschelte.

Vor ihr lagen die Badlands. Das waren Hügel aus trockenem Lehm, scharfe Kanten wie gezackte Zähne und lange Rinnen, in denen der Wind heulte. Die Sonne stand hoch, und die Luft flimmerte wie unsichtbare Wellen.

Mara hatte eine Mission: Sie musste eine gefährliche Strecke schaffen, bis zu einem vergessenen Pass. Ein Pass war eine schmale Stelle zwischen Bergen, wie eine Tür im Felsen. Man sagte, dieser Pass sei alt, sehr alt. Niemand benutzte ihn mehr. Und genau deshalb wollte Mara ihn finden.

In ihrem Notizbuch stand: „Folge der Linie der roten Steine. Suche nach dem Zeichen der drei Monde.“ Mara strich mit dem Finger über die Zeichnung. Drei kleine Halbkreise, nebeneinander.

Neben Mara hüpfte Fips, ihr kleines Wüstenfrettchen. Es hatte große Ohren und eine Nase, die alles riechen wollte. Fips war kein großer Kämpfer. Aber er war mutig auf seine Weise: Er blieb in der Nähe und piepste, wenn etwas komisch war.

„Heute schaffen wir es“, sagte Mara leise, mehr zu sich selbst als zu Fips. Sie setzte ihren Hut fester auf und ging los.

Der Weg war nicht bequem. Der Boden war hart und rissig. In den Spalten steckten helle Steine, die wie alte Knochen aussahen. Ab und zu raschelte etwas. Mara blieb dann stehen, hörte, atmete langsam und ging erst weiter, wenn sie sicher war.

Am Nachmittag entdeckte sie die roten Steine. Sie lagen wie eine Spur, mal nah beieinander, mal weit auseinander. Mara lächelte. Das fühlte sich an wie ein Puzzle, das endlich anfing, Sinn zu machen.

Doch dann kam der erste kleine Schreck: Der Wind wurde plötzlich stärker. Er blies Staub in Maras Gesicht. Ihr Hut wackelte. Fips duckte sich.

„Staubwind“, murmelte Mara. „Nicht gut, aber wir können das.“

Sie zog ein Tuch vor Mund und Nase. Dann nahm sie ein kurzes Seil aus dem Rucksack und band es um einen dicken Stein. Das andere Ende band sie um ihre Taille. Nicht fest, nur sicher. So konnte sie im Wind besser stehen, ohne wegzurutschen.

Sie wartete. Der Staub tanzte wie ein grauer Vorhang. Mara blinzelte. Sie hielt Fips dicht bei sich. Sie hörte nur den Wind und ihr eigenes Herz, das tapfer klopfte.

Und dann, so schnell wie er gekommen war, wurde der Wind wieder leiser. Die Welt wurde klar. Mara atmete tief ein. Es roch nach trockenem Sand und warmem Stein.

„Siehst du, Fips? Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt, trotzdem klug zu handeln.“

Fips machte ein zufriedenes „Piep“.

Als die Sonne tiefer stand, fand Mara eine Mulde zwischen zwei Hügeln. Dort war es windstill. Sie trank Wasser, aß einen Keks und zeichnete in ihr Notizbuch: ein Hügel, ein roter Stein, der Weg.

In der Nacht funkelten Sterne, als hätte jemand Glitzer über den Himmel gestreut. Mara legte sich in ihren Schlafsack. Fips rollte sich an ihre Seite.

Bevor sie einschlief, dachte Mara an den vergessenen Pass. Eine Tür im Felsen. Dahinter vielleicht neue Wege, neue Geschichten. Und sie flüsterte: „Morgen.“

Teil 2: Das Zeichen der drei Monde

Am Morgen war die Luft kühl. Mara fühlte sich frisch und stark. Sie packte alles ein und folgte weiter den roten Steinen.

Die Badlands änderten ständig ihr Gesicht. Manchmal waren die Hügel rund wie schlafende Tiere. Manchmal waren sie spitz wie kleine Berge. Die Schatten wanderten langsam, und Mara nutzte sie, um nicht zu heiß zu werden.

Gegen Mittag hörte Fips plötzlich auf zu hüpfen. Er hob den Kopf, schnupperte und piepste scharf.

Mara blieb stehen. „Was ist los?“

Vor ihnen lag eine breite Rinne, tief und dunkel. Ein kleiner Canyon, mit Wänden aus bröckeligem Lehm. Der Weg mit den roten Steinen führte direkt hinein.

Mara kniete sich hin und schaute. Unten lagen alte Äste, Steine und trockene Blätter. Es sah aus, als könnte man hinunterklettern. Aber die Kante war rutschig.

Mara spürte, wie sich ein Knoten in ihrem Bauch bildete. Sie wollte nicht fallen. Und sie wollte Fips nicht verlieren.

Sie dachte nach. Dann nahm sie ein paar Kieselsteine und warf sie vorsichtig hinunter. Sie hörte, wie sie aufschlugen. Nicht zu tief. Das war gut.

Mara suchte nach einem sicheren Platz. Sie ging ein Stück am Rand entlang. Da entdeckte sie eine Stelle, wo der Lehm fester aussah. Und daneben stand eine dicke Wurzel aus dem Boden, wie eine Hand, die helfen wollte.

Mara prüfte die Wurzel. Sie zog daran. Sie hielt.

„Okay“, sagte sie ruhig. „Wir machen das langsam.“

Sie band das Seil um die Wurzel. Dann ließ sie es hinunter. Zuerst kletterte Mara, Schritt für Schritt, Hände fest am Seil. Unten stellte sie sich sicher hin und rief nach oben, ganz leise: „Fips, komm.“

Fips zögerte. Dann setzte er eine Pfote vor die andere. Er rutschte ein bisschen, fing sich, und Mara hielt das Seil straff. Schließlich sprang Fips unten auf den Boden und schüttelte sich, als wäre das alles nur ein Spiel gewesen.

Mara lachte. „Du bist wirklich mutig.“

Im Canyon war es kühler. Es roch nach Erde, obwohl alles trocken war. Die Wände hatten Linien und Muster, als hätte ein riesiger Pinsel sie gemalt. Hier und da glitzerte ein Stein.

Und dann sah Mara etwas, das sie fast vergessen ließ zu atmen.

An der Wand war ein Zeichen. Drei Halbmonde, nebeneinander. Genau wie in ihrem Notizbuch.

Mara strich vorsichtig darüber. Der Lehm war hart. Das Zeichen war alt, sehr alt.

Neben dem Zeichen war eine kleine Nische im Fels. Darin lag eine flache Steintafel, staubig, aber ganz.

Mara pustete den Staub weg. Auf der Tafel waren einfache Bilder: ein Weg, rote Steine, ein Wasserzeichen und dann ein schmaler Spalt zwischen zwei hohen Felsen. Der vergessene Pass.

Doch es gab auch eine Warnung: ein Bild von fallenden Steinen, und darunter ein Bild von jemandem, der unter einem großen Stein Schutz sucht.

Mara schluckte. „Also… es kann Steinschlag geben.“

Fips piepste leise, als würde er sagen: Pass auf.

Mara steckte die Steintafel nicht ein. Sie ließ sie in der Nische. Sie wollte, dass sie hier bleiben konnte, wo sie hingehörte. Stattdessen zeichnete sie die Bilder schnell in ihr Notizbuch ab.

Dann folgte sie dem Weg im Canyon weiter. Am Ende führte eine schmale Spalte hinaus. Als Mara hinaustrat, blendete sie das Licht. Sie blinzelte und sah vor sich: ein weites Feld aus hellen Steinen, flach und offen. Keine Hügel, kaum Schatten.

„Das wird anstrengend“, sagte Mara. „Aber wir sind schon weit gekommen.“

Sie trank einen Schluck, teilte einen Keks mit Fips und ging weiter.

Teil 3: Der gefährliche Übergang

Die Sonne stand wieder hoch. Die hellen Steine waren warm. Mara fühlte die Hitze durch ihre Schuhsohlen. Die Luft flimmerte so stark, dass alles ein bisschen wackelte, als wäre die Welt aus Wasser.

Mara achtete auf jedes Zeichen. Die roten Steine waren hier seltener, aber sie fand sie noch. Manchmal musste sie stehen bleiben und suchen. Manchmal machte sie einen kleinen Umweg, weil ein Stück Boden plötzlich brüchig wirkte.

Dann kam ein Mini-Regen? Nein. Es war kein Regen. Es war ein Geräusch wie leises Klirren. Mara schaute nach oben.

Ein paar kleine Steine rollten von einem Hang. Nicht viele, aber genug, um ihr Herz schneller schlagen zu lassen.

„Steinschlag“, flüsterte sie. Genau wie auf der Tafel.

Mara erinnerte sich an das Bild: Schutz unter einem großen Stein.

Sie schaute sich um. Da war ein großer Felsblock, rund wie ein riesiges Brot. Er lag ein Stück weiter. Mara lief nicht. Sie ging schnell, aber kontrolliert, damit sie nicht stolperte. Fips rannte dicht neben ihr.

Als sie den Fels erreichten, duckten sie sich dahinter. Mara legte eine Hand auf Fips, damit er ruhig blieb. Sie hörten, wie noch ein paar Steine fielen. Dann wurde es still.

Mara wartete noch einen Moment. Sie atmete ein und aus. Sie spürte, wie sie sich wieder beruhigte.

„Gut gemacht“, sagte sie zu sich selbst. „Wir bleiben aufmerksam.“

Als sie weitergingen, wurde der Boden wieder hügelig. Vor ihnen ragten zwei hohe Felsen auf, nah beieinander. Dazwischen: ein schmaler Spalt. Mara blieb stehen.

„Das muss er sein“, flüsterte sie. „Der vergessene Pass.“

Der Spalt sah dunkel aus. Der Wind kam daraus wie ein kalter Atem. Mara bekam eine Gänsehaut an den Armen. Fips stellte die Ohren auf.

Mara zündete ihre kleine Lampe an. Das Licht war warm und gelb. Es machte die Dunkelheit weniger gruselig.

Sie gingen hinein. Die Felswände waren nah. Mara konnte sie links und rechts berühren. Der Stein fühlte sich kühl an, rau und hart. Ab und zu tropfte irgendwo ganz leise Wasser. Plink. Plink. Das klang wie ein winziges Lied.

Ein paar Schritte weiter sah Mara etwas Helles am Boden. Es war eine alte Markierung: drei kleine Steine in einer Reihe, wie drei Monde, nur diesmal rund.

„Jemand war schon einmal hier“, flüsterte Mara. „Vielleicht vor sehr langer Zeit.“

Der Pass war nicht nur eng. Er hatte auch eine Stelle, an der der Boden schräg wurde. Dort lagen glatte Steine, als wären sie poliert. Mara rutschte ein kleines Stück und hielt sofort an.

Sie setzte sich hin, ganz ruhig. Dann nahm sie ihr Seil. Sie band es um einen festen Felszacken, so hoch sie konnte. Dann ließ sie das Seil über die schräge Stelle laufen. So konnte sie sich festhalten, Schritt für Schritt.

Fips schaute zu. Er wollte einfach springen. Aber Mara hob ihn vorsichtig hoch und setzte ihn nach und nach weiter, damit er nicht ausrutschte.

„Langsam ist auch mutig“, sagte Mara.

Als sie die schräge Stelle geschafft hatten, sah Mara vorne einen hellen Streifen. Tageslicht! Sie ging schneller, diesmal ohne zu hasten, und trat hinaus.

Teil 4: Hinter dem Pass

Auf der anderen Seite war die Luft anders. Sie war kühler und roch nach Kräutern. Vor Mara lag ein Tal mit grünen Flecken, kleinen Büschen und einem schmalen Bach, der zwischen Steinen glitzerte.

Mara blieb stehen und ließ den Blick wandern. Sie fühlte sich groß in ihrem Inneren, als hätte sie ein Licht in der Brust.

„Wir haben es geschafft“, sagte sie. Ihre Stimme klang weich, fast überrascht.

Fips hüpfte vor Freude und drehte eine kleine Runde.

Mara setzte sich auf einen Stein. Sie trank Wasser und wusch sich das Gesicht. Das kühle Wasser fühlte sich an wie eine Umarmung. Dann holte sie ihr Notizbuch heraus.

Sie schrieb: „Vergessener Pass gefunden. Weg ist gefährlich, aber machbar. Staubwind, Canyon, Steinschlag. Wichtig: ruhig bleiben, schauen, denken, sichern.“

Dann zeichnete sie das Tal. Den Bach, die Büsche, die Form der Berge. Sie zeichnete auch drei kleine Monde in die Ecke. Nicht als Warnung, sondern als Zeichen: Du kannst das.

Als die Sonne tiefer sank, baute Mara ihr kleines Lager auf. Diesmal nicht in einer Mulde aus Lehm, sondern auf weichem Boden, zwischen zwei duftenden Sträuchern. Sie hörte das Plätschern des Bachs. Es klang freundlich.

In der Abendluft war noch immer ein Hauch von Geheimnis. Mara wusste: Hinter jedem Hügel konnte etwas Neues warten. Ein weiterer Hinweis. Eine weitere alte Spur. Eine weitere Aufgabe für ihren Mut.

Fips kuschelte sich an sie. Mara gab ihm ein Stück Keks und strich ihm über den Kopf.

„Heute waren wir tapfer“, sagte sie. „Nicht, weil alles leicht war. Sondern weil wir nicht aufgegeben haben.“

Der Himmel wurde rosa und dann dunkelblau. Die ersten Sterne kamen zurück, wie alte Freunde.

Mara schloss die Augen. In ihrem Kopf sah sie noch einmal den schmalen Spalt, den dunklen Stein, das Licht am Ende. Sie lächelte.

Morgen würde sie weiterforschen. Aber heute durfte sie einfach nur stolz sein. Und sicher. Und zufrieden.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Entdeckerin
Eine Person, die neue Orte sucht und erforscht, mutig und neugierig.
Badlands
Trockene, zerfurchte Hügel und Landstriche mit wenig Pflanzen.
Rucksack
Tasche auf dem Rücken, in die man Dinge für Reisen steckt.
Mulde
Eine kleine Vertiefung im Boden, wie eine natürliche Schale.
Notizbuch
Heft mit Seiten, in das man Zeichnungen und Wörter schreibt.
Staubwind
Wind, der viele kleine Sand- oder Staubteilchen aufwirbelt.
Seil
Ein dickes Band aus Fasern, an dem man ziehen oder halten kann.
Nische
Eine kleine Vertiefung in einer Wand, Platz für Dinge.
Steintafel
Flacher Stein mit Bildern oder Zeichen, wie eine alte Karte.
Steinschlag
Wenn Steine von einer Felswand herunterfallen und gefährlich sein können.

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