Teil 1
Lukas ist vier. Lukas hat blaue Latzhosen und Sommersprossen. Heute steht vor ihm eine große Aufgabe. Mama sagt: "Das ist unmöglich!" Papa lacht leise. Lukas zieht seine Gummistiefel an. An seiner Seite hüpft Pippa, seine Plüschente. Pippa quakt nie, aber heute quakt sie in Lukas' Fantasie ganz laut.
Vor dem Haus liegt ein Berg aus bunten Bällen. Die Bälle sind groß wie Regenbögen und rutschen hin und her. Die Aufgabe heißt: "Den Ballberg überqueren." Unmöglich? Lukas schaut Pippa an. "Wir schaffen das", sagt er. Pippa sagt nur: "Quak!" — das heißt ja.
Lukas nimmt eine Socke. Pippa trägt eine Mütze. Sie zählen zusammen: eins, zwei, drei. Dann machen sie einen Plan. "Wir bauen eine Brücke", flüstert Lukas. Er holt eine große Decke. Die Decke ist weich wie Wolken. Zusammen legen sie die Decke über die Bälle. Die Decke rutscht, hüpft und kichert fast. Lukas setzt sich, Pippa drückt mit dem Bauch. Stück für Stück rollen die Bälle zur Seite. Die Decke wird zur sicheren Brücke. Lukas balanciert, Pippa watschelt hinterher. "Fast geschafft!", ruft Lukas.
Teil 2
Hinter dem Ballberg ist ein Teich. Nicht klein, nein: ein winziges Meer mit Seerosen, die aussehen wie Suppenteller. In der Mitte des Teichs liegt eine große, flauschige Krone. Die Krone soll Lukas krönen, dann ist die Mission vollendet. Aber wie? Es gibt keinen Steg. "Unmöglich", sagt eine Ente auf dem Ufer. Doch Lukas lacht. "Wir sind nicht allein", sagt er.
Lukas und Pippa sammeln Stöckchen. Sie bauen ein Boot aus einer alten Schachtel und zwei Apfelhälften als Ruder. Pippa sitzt vorne und macht strenge Blickkontrolle. Lukas paddelt mit den Apfelhälften. Plitsch, platsch, plitsch! Das Boot kippelt, aber es sinkt nicht. Die Ente watschelt neugierig. Ein Frosch macht "Quak-quak" und hilft mit einem großen Blatt als Segel.
In der Mitte des Teichs riecht die Krone nach Zuckerwatte. Lukas streckt die Hand aus. Plötzlich rutscht das Boot. "Oh!" ruft Lukas. Pippa hält die Krone mit ihrem Flügel — nein, sie hat gar keinen Flügel, aber in der Fantasie klappt alles. Die Krone landet sanft in der Schachtel. "Juhu!", jubeln alle Wasserfreunde. Die kleinen Fische machen Sprünge wie Hüpfdamen.
Teil 3
Zurück am Haus fehlt jetzt nur noch eine Aufgabe: Die Krone muss auf Lukas' Kopf passen. Die Krone ist groß wie ein Kissen und mit Glitzersternen beklebt. "Unmöglich", sagt Papa lachend. Lukas zögert nicht. Er holt seine Freunde: Mama hält die Leiter, der Hund bringt die Leiterpolitur (ein altes Tuch), und Pippa hüpft hoch und zieht.
Sie setzen die Krone mit einer Decke und einem Kissen vorsichtig aufs Kopf. Sie rutschen, sie lachen, und dann — passt sie! Die Krone sitzt schief und wunderbar. Lukas fühlt sich mutig und warm. "Danke", flüstert er zu Pippa. Pippa quakt zufrieden.
Am Abend sitzt Lukas mit Krone am Fenster. Die Sonne malt Goldstreifen auf seine Nase. Mama bringt Kakao. Papa bringt Kekse. Alle sagen: "Das war gar nicht unmöglich. Ihr habt es geschafft." Lukas nickt. Er weiß jetzt: Mit Lust, mit Freunden und mit ein bisschen Quatsch wird jedes "unmöglich" ein tolles Abenteuer.
Und Pippa? Pippa schläft auf Lukas' Schulter. Im Traum bauen sie schon neue Brücken, boote und Kronen. Ganz leise sagt Lukas: "Gute Nacht." Pippa quakt im Traum. Alles ist warm, sicher und fröhlich.