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Lustige Geschichte über die Freunde 7/8 Jahre Lesen 23 min.

Freundlichkeit bitte! Ein Teamtag im Gemeinschaftsgarten Sonnenecke

Drei Kinder hängen im Gemeinschaftsgarten ein Plakat mit der Aufschrift "Freundlichkeit bitte" auf und probieren mit kleinen Experimenten und Hilfsaktionen aus, wie Freundlichkeit den Alltag verändert.

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Drei siebenjährige Jungen: Milan (braune zerzauste Haare, gelbes T-Shirt mit Erdschmutz, hält mittig vor dem Tor ein leicht schiefes weißes Schild mit großer bunter Aufschrift „FREUNDLICHKEIT BITTE!“), Ben (blond, runde Brille, grünes Hemd, links von Milan, klebt konzentriert Klebeband an das Schild, nasse Ärmel) und Oskar (rotes Haar, Sommersprossen, blau-orange gestreiftes T-Shirt, rechts von Milan, lenkt fröhlich einen kleinen Hund ab, tanzt und zieht Grimassen); Ort: Gemeinschaftsgarten am späten Nachmittag mit roten Erdwegen, ordentlich angelegten Gemüsebeeten (Kürbisse, Karotten, Minze), leicht abgenutztem Holztor, hellblauer Geräteschuppen, kleinen Kräutern und Steinen, sanftem Licht und langen Schatten; Szene: die Freunde befestigen ihr Plakat am Tor, ein verspielter Hund versucht, daran zu schnüffeln und es zu bewegen — Bewegung, Lächeln und Vertrautheit, glänzende Wassertropfen, leicht im Wind wehendes Papier, deutliche, lustige Gesichtsausdrücke; Stil: helle, sanfte Aquarellmalerei mit leicht unscharfen Konturen, warmer Farbpalette (Gelb, Orange, zartes Grün, blasses Blau), sichtbarer Papiertextur, zarten Schatten, Komposition zentriert auf Schild und Kinder. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das Plakat mit dem großen „Bitte“

Im Gemeinschaftsgarten „Sonnenecke“ roch es nach Erde, Minze und ein bisschen nach dem Gießkannen-Schuppen, der immer so tat, als wäre er ein Schloss.

Milan, sieben Jahre alt und heute extra motiviert, rannte zwischen den Beeten hin und her. Er hatte eine Rolle Klebeband in der einen Hand und ein Papier in der anderen. Das Papier war groß, weiß und hatte dicke, bunte Buchstaben.

„Guckt mal!“, rief Milan.

Ben und Oskar kamen angelaufen. Ben hatte immer zwei Sachen dabei: eine ernste Stirnfalte und einen Keks in der Tasche. Oskar hatte immer drei Sachen dabei: ein Grinsen, ein Grinsen und… noch ein Grinsen.

„Was ist das?“, fragte Ben und knabberte schon am Keks, als hätte der Keks ihn zuerst angeknabbert.

Milan hielt das Papier hoch. Darauf stand:

„FREUNDLICHKEIT BITTE!“

Darunter hatte Milan ein Herz gemalt, das ein bisschen aussah wie eine Kartoffel. Eine sehr liebe Kartoffel.

Oskar lachte. „Das Herz ist krumm!“

„Es ist ein Herz mit Persönlichkeit“, sagte Milan stolz. „Ich hänge es an das Gartentor. Damit alle freundlich sind. Und damit wir heute einen… äh… Freundlichkeits-Tag haben!“

Ben schob seine Brille hoch. Er trug sie nicht, aber er tat so. „Und wie genau sorgt ein Plakat dafür, dass Menschen freundlich sind?“

Milan klopfte auf die Brust. „Mit Teamgeist! Und mit… Erinnerung! Wenn man es liest, denkt man: Oh ja, ich bin freundlich. Zack!“

Oskar rief: „Zack!“

Ben murmelte: „Das ist nicht wissenschaftlich.

„Doch“, sagte Oskar. „Das ist ZACK-wissenschaftlich.“

Sie kichern alle drei.

Milan klebte das Plakat an das Gartentor. Es hing ein bisschen schief, aber das passte zum Kartoffel-Herz.

Da kam Frau Klee, die den Garten mitbetreute. Sie trug einen Strohhut, der aussah, als hätte er schon hundert Sonnen gesehen.

„Oh!“, sagte sie. „Ein Plakat. Sehr hübsch.“

„Es ist ein Freundlichkeits-Plakat“, erklärte Milan.

Frau Klee nickte. „Dann hoffe ich, es hilft, wenn jemand wieder ‘MEINS!' ruft wie ein Papagei.“

Ben flüsterte: „Papageien können nicht lesen.“

Oskar flüsterte zurück: „Aber sie können ‘MEINS!' gut.“

Da bog Herr Schramm um die Ecke. Er war der Mann mit dem riesigen Kürbisbeet und dem winzigen Lächeln. Er blieb stehen, las das Plakat und hob eine Augenbraue.

„Freundlichkeit bitte“, las er laut. „Aha. Dann bitte ich um Freundlichkeit für meine Kürbisse. Niemand tritt rein.“

Milan salutierte. „Jawohl, Kürbis-Schutz!“

Herr Schramm ging weiter, und sein winziges Lächeln wurde noch winziger. Vielleicht war es ein Lächeln. Vielleicht war es auch nur Wind.

Oskar zeigte auf das Plakat. „Wenn das Plakat wirklich wirkt, dann müssen wir es testen.“

Ben nickte. „Ein Experiment. Mit drei Testpersonen und einem Garten.“

Milan grinste. „Und mit ganz viel Freundlichkeit!“

In diesem Moment rutschte Ben aus. Nicht schlimm, eher wie ein kleiner Tanzschritt. Er landete mit dem Po auf einem leeren Blumentopf, der „PLOPP“ machte.

Oskar prustete. „Der Topf hat dich gefressen!“

Ben wurde rot. Dann sagte er sehr ernst: „Der Topf war unfreundlich.“

Milan hielt das Plakat hoch wie ein Schild. „Dann sagen wir: ‘Freundlichkeit bitte, lieber Topf!'“

Oskar beugte sich zum Topf. „Bitte, lieber Topf. Spuck den Ben wieder aus.“

Ben stand auf, klopfte sich ab und sagte zum Topf: „Danke, dass du mich nicht ganz verschluckt hast.“

Alle drei schauten den Topf an, als würde er gleich antworten.

Der Topf antwortete nicht.

„Siehst du?“, sagte Oskar. „Er ist jetzt freundlich. Er ist still freundlich.“

Ben musste sogar lachen. „Still freundlich ist auch freundlich.“

Milan streckte die Arme aus. „Also: Heute wird der freundlichste Tag der Sonnenecke!“

Und das Gartentor knarrte zufrieden, als wäre es ein alter Opa, der sich über gute Manieren freut.

Kapitel 2: Die Gießkannen-Panne und der falsche Applaus

Die drei Jungen marschierten in den Garten wie ein kleines Team. Milan vorne, Ben mit Plan-Gesicht, Oskar mit Kicher-Antrieb.

„Erste Aufgabe“, sagte Ben. „Wir brauchen Situationen, in denen Freundlichkeit schwierig ist. Dann sehen wir, ob das Plakat hilft.“

„Okay“, sagte Milan. „Wir fangen mit… Wasser an! Wasser ist immer wichtig.“

Am Wasserfass standen zwei Gießkannen. Eine rote, eine grüne. Die rote hatte einen Aufkleber: „NICHT SCHÜTTELN“. Die grüne hatte keinen Aufkleber, was bei Oskar sofort Verdacht auslöste.

„Warum steht da ‘nicht schütteln'?“, fragte Oskar und schüttelte die rote Gießkanne einmal ganz vorsichtig.

„Oskar!“, rief Ben. „Da steht es doch!“

„Ich habe nur getestet, ob sie liest“, sagte Oskar. „Vielleicht braucht sie das Plakat.“

Milan hielt das Plakat hoch, als könnte es auch Gießkannen erziehen. „Freundlichkeit bitte! Und nicht schütteln bitte!“

Oskar schüttelte noch einmal. Diesmal machte es innen „gluck gluck“, und dann—PFFFT!

Ein dünner Wasserstrahl schoss aus der Tülle und spritzte Ben genau ins Gesicht. Nicht doll, mehr wie ein frecher Kuss von einer Wolke.

Ben stand da, tropfte und starrte Oskar an. Seine ernste Stirnfalte wurde sehr, sehr tief. Dann sah er das Plakat am Tor, als könnte es ihn anblinzeln.

Milan flüsterte schnell: „Freundlichkeit! Freundlichkeit!“

Ben atmete ein. Atmete aus. Dann sagte er langsam: „Oskar… du bist… ein nasser Quatschkopf.“

Oskar strahlte. „Das war freundlich! Quatschkopf ist fast ein Kompliment.“

Milan klatschte. „Sehr gut! Experiment erfolgreich!“

In dem Moment drehte Oskar sich um und rutschte auf einem nassen Stein aus. Er machte einen eleganten Hampelmann in der Luft, landete auf beiden Füßen und rief: „Tadaaa!“

Ben, immer noch tropfend, klatschte automatisch. „Bravo.“

Oskar verbeugte sich. „Danke. Ich nehme Applaus auch in freundlich.“

Milan zeigte auf die rote Gießkanne. „Okay, wir müssen herausfinden, warum sie spritzt.“

Ben untersuchte sie wie ein Mini-Detektiv. „Die Tülle ist locker.“

Oskar hielt sie. „Ich kann sie festhalten! Ich bin ein Festhalter.“

„Teamarbeit“, sagte Milan. „Ben dreht, Oskar hält, ich mache… moralische Unterstützung.“

„Was ist das?“, fragte Ben.

Milan setzte eine ernste Stimme auf. „Ich sage wichtige Worte. Wie: ‘Ihr schafft das!'“

„Wir schaffen das“, sagte Oskar und hielt die Kanne so fest, dass seine Zunge vor Anstrengung rausguckte.

Ben drehte an der Tülle. „Linksrum… nein… rechtsrum…“

Milan stand daneben wie ein kleiner Trainer. „Ihr schafft das! Und denkt dran: freundlich zur Kanne.“

Oskar flüsterte der Gießkanne zu: „Bitte sei nicht mehr so spuckig.“

Ben drehte noch einmal. Die Tülle saß fest.

„Fertig“, sagte Ben.

In genau diesem Moment kam Emma vorbei, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, das manchmal mit ihrer Oma Beete pflegte. Sie blieb stehen und sah Ben tropfen.

„Warum bist du nass?“, fragte sie.

Oskar sagte sofort: „Die Gießkanne hat ihn angegriffen.“

Ben sagte gleichzeitig: „Das war ein wissenschaftlicher Test.“

Milan sagte auch gleichzeitig: „Das war Freundlichkeit in Aktion!“

Emma blinzelte. „Aha.“

Oskar zeigte auf das Plakat. „Wir machen Freundlichkeits-Tag. Willst du… äh… zuschauen?“

Emma lachte. „Ich schaue zu, wenn ihr nicht noch jemanden gießt.“

„Freundlichkeit bitte“, sagte Milan feierlich.

„Freundlichkeit bitte“, wiederholte Oskar, und er machte dazu eine Verbeugung, als wäre er ein Butler.

Ben wischte sich das Gesicht ab. „Nächste Situation.“

„Oh!“, rief Milan. „Wir helfen Herrn Schramm beim Kürbis-Schutz!“

„Kürbis-Schutz klingt nach Superhelden“, sagte Oskar.

Ben nickte. „Und Superhelden arbeiten im Team.“

Sie liefen zum Kürbisbeet. Dort stand ein Schild: „KÜRBISSE BITTE NICHT KITZELN.“ Niemand wusste, warum das da stand. Vielleicht Herr Schramm. Vielleicht die Kürbisse.

Oskar beugte sich zu einem Kürbis. „Kitzeln wäre auch unfreundlich. Ich kitzle nicht.“

Der Kürbis blieb ruhig. Sehr ruhig. Kürbisse waren gut im Ruhigsein.

Dann hörten sie ein Geräusch: „KRRRATSCH“.

Ben drehte sich. „Was war das?“

Milan zeigte auf einen Ast, der über den Weg hing und gegen ein Fahrrad schabte, das am Zaun lehnte. Das Fahrrad gehörte Herrn Schramm. Der Ast war gemein. Nicht sehr gemein, eher… nervig gemein.

„Der Ast ist unfreundlich zum Fahrrad“, sagte Milan.

Oskar nickte. „Dann brauchen wir… Ast-Freundlichkeit!“

Ben seufzte. „Wir brauchen eine Schere.“

Sie holten gemeinsam die Gartenschere aus dem Schuppen. Frau Klee rief ihnen nach: „Aber vorsichtig, ja?“

„Ja!“, riefen alle drei, sogar der Ast, wenn Äste reden könnten. Er redete nicht.

Ben hielt den Ast, Milan schnitt, Oskar stand daneben und sagte: „Ihr schafft das!“

Milan grinste. „Hey! Das ist mein Job.“

„Heute teilen wir Jobs“, sagte Oskar.

Schnipp. Der Ast fiel sanft zur Seite, als hätte er sich entschuldigt.

Ben strich über das Fahrrad. „So. Fahrrad ist sicher.“

Da kam Herr Schramm zurück, sah den geschnittenen Ast und dann die drei Jungen.

„Hm“, sagte er.

Milan stellte sich gerade hin. „Wir waren freundlich zum Fahrrad. Teamarbeit.“

Herr Schramm schaute kurz zum Plakat am Tor, als würde er es von hier aus spüren. Dann sagte er: „Gut. Und… danke.“

Ben riss die Augen auf. „Er hat danke gesagt.“

Oskar flüsterte: „Das Plakat wirkt. Es wirkt wirklich.“

Milan strahlte so stark, dass ein Kürbis fast geblendet worden wäre.

Kapitel 3: Die Möhre im Tauschgeschäft und das Missverständnis mit der „Nettigkeit“

Später saßen sie an der langen Gartenbank. Auf dem Tisch lagen ein paar geerntete Möhren, Radieschen und eine riesige Zucchini, die aussah wie ein grünes U-Boot.

„Wir brauchen eine neue, lustige Aufgabe“, sagte Milan. „Etwas mit Teilen. Teilen ist Teamgeist.

Ben zählte Möhren. „Wir haben sieben Möhren. Das ist… praktisch.“

Oskar legte die Zucchini ans Ohr. „Hallo? U-Boot? Bitte tauch nicht ab.“

„Oskar“, sagte Ben, „das ist Gemüse.“

„Gemüse hat auch Gefühle“, meinte Oskar. „Die Zucchini fühlt sich wie ein U-Boot.“

Milan klopfte auf das Plakat, das er inzwischen mit einem Stein beschwert auf dem Tisch stehen hatte, wie ein kleiner Chef. „Freundlichkeit bitte. Und zwar zu allen. Menschen, Kürbissen, Zucchinis.“

Da kam Frau Linde vorbei, eine Nachbarin mit einem Korb. „Hallo, ihr Drei. Oh, habt ihr Möhren? Ich könnte zwei gebrauchen.“

Ben war sofort bereit. „Ja.“

Oskar hielt eine Möhre hoch wie ein Mikrofon. „Interview! Warum brauchen Sie zwei?“

Frau Linde lachte. „Für Suppe.“

Milan sagte: „Nehmen Sie drei. Freundlichkeit!“

Ben flüsterte: „Dann bleiben nur vier.“

Oskar flüsterte zurück: „Vier ist eine gute Zahl. Vier ist… stabil.“

Frau Linde nahm drei Möhren, staunte kurz und sagte: „Wie nett von euch!“

Milan strahlte. „Nettigkeit! Genau!“

In diesem Moment kam Emma wieder vorbei und hörte das Wort „nett“. Sie sagte: „Nett ist auch langweilig. Meine Oma sagt immer: ‘Nett ist die kleine Schwester von…' äh… von… na, egal.“

Ben fragte: „Was denn?“

Emma winkte ab. „Ich hab's vergessen. Aber ‘nett' ist nicht das Beste.“

Milan wurde kurz unsicher. „Oh. Ist unser Plakat falsch? Da steht ‘Freundlichkeit'. Das ist doch nett.“

Oskar legte den Kopf schief. „Vielleicht müssen wir es verbessern. Vielleicht brauchen wir ‘SUPERFREUNDLICHKEIT'!“

Ben überlegte. „Oder ‘HILFSBEREITSCHAFT'.“

Oskar stöhnte. „Das ist ein langes Wort. Ich verliere unterwegs die Luft.“

Milan schaute auf das Plakat. „Freundlichkeit ist doch gut. Aber vielleicht fehlt etwas. Vielleicht… Lachen?“

Oskar sprang auf. „JA! Lachen ist wichtig. Wir machen ein Zusatzschild: ‘Freundlichkeit bitte… und ein Kichern dazu!'“

Ben runzelte die Stirn. „Ein Schild mit Kichern?“

„Wir malen ein Kichern“, sagte Oskar, als wäre das die einfachste Sache der Welt.

Sie holten Stifte. Milan malte neben das Kartoffel-Herz drei kleine „Ha ha ha“-Wölkchen. Oskar malte ein Gesicht, das so sehr lachte, dass es fast vom Papier fiel. Ben malte sehr ordentlich ein kleines Smiley-Gesicht. Es sah aus, als würde es höflich lächeln und gleich eine Rechnung schreiben.

Als sie fertig waren, kam Herr Schramm wieder vorbei und blieb stehen. Er las: „FREUNDLICHKEIT BITTE! Ha ha ha.“

Er schaute langsam hoch.

„Das ‘Ha ha ha' bedeutet…“, begann Milan.

„…dass wir lachen und freundlich sind“, sagte Ben.

„…dass die Kürbisse nicht gekitzelt werden“, ergänzte Oskar schnell.

Herr Schramm schaute zu seinem Schild „Kürbisse bitte nicht kitzeln“ und dann zurück. Dann kam etwas Erstaunliches: Er machte ein Geräusch.

Es war kein „Hm“.

Es war ein kleines „Ha“.

Nur ein „Ha“. Aber es war da.

Oskar hielt sich den Mund zu. „Er hat gelacht!“

Ben flüsterte: „Ein einzelnes Ha. Das ist selten.“

Milan flüsterte: „Das ist… Plakat-Magie.“

Herr Schramm räusperte sich. „Mein ‘Ha' war… aus Versehen.

„Aus Versehen freundlich“, sagte Oskar.

Herr Schramm wollte streng schauen, aber sein Mund zuckte. Dann ging er weiter, schneller als sonst, als müsste er sein zweites „Ha“ einholen, bevor es jemand sah.

Da rief Frau Klee vom Kräuterbeet: „Wer hat meine Minze gesehen? Ich hatte hier so viel Minze!“

Alle drei drehten sich um. Auf dem Tisch lag ein Minz-Bündel. Es roch so frisch, dass sogar die Zucchini wacher wirkte.

Oskar hob es hoch. „Ähm… die Minze ist zu uns gelaufen.“

Ben sagte ehrlich: „Der Wind vielleicht.“

Milan nahm das Bündel und rannte zu Frau Klee. „Hier! Freundlichkeit! Wir bringen sie zurück.“

Frau Klee nahm die Minze und lachte. „Danke, ihr Team. Ihr seid wie kleine Gartenhelfer.“

Oskar stellte sich breitbeinig hin. „Wir sind die Freundlichkeits-Patrouille!“

Ben ergänzte: „Mit wissenschaftlichem Hintergrund.“

Milan rief: „Und mit Ha ha ha!“

Sie lachten alle zusammen, sogar Emma, die immer noch zuschaute. „Okay“, sagte sie, „das ist nicht langweilig nett. Das ist richtig gut.“

Milan atmete auf. „Dann ist Freundlichkeit doch das Beste.“

„Und Teamgeist“, sagte Ben.

„Und Gemüse mit Gefühlen“, sagte Oskar.

Ben seufzte, aber er grinste dabei.

Kapitel 4: Das große Komplimente-Durcheinander und das ruhige Finale

Am Nachmittag beschlossen sie, das Plakat noch einmal richtig zu testen. Milan stellte sich an das Tor, Ben hielt eine Liste auf einem Blatt Papier, und Oskar war Oskar.

„Test Nummer…“, sagte Ben. „Vier. Komplimente verteilen.“

Oskar rieb sich die Hände. „Ich bin bereit. Ich habe Komplimente in den Fingern. Sie kribbeln.“

Milan sagte: „Regel: Wir sagen nur echte, freundliche Sachen. Und wir arbeiten zusammen. Einer beobachtet, einer spricht, einer erinnert an das Plakat.“

Ben nickte. „Ich beobachte.“

„Ich spreche!“, rief Oskar.

Milan hob das Plakat. „Und ich erinnere. Freundlichkeit bitte!“

Die erste Person, die kam, war ein älterer Mann mit einem Hut. Er trug eine kleine Schaufel und sah sehr beschäftigt aus.

Oskar ging hin und sagte: „Ihr Hut sieht aus wie ein… wie ein… sehr schlauer Pfannkuchen.“

Ben flüsterte: „Oskar!“

Der Mann blinzelte. Dann lachte er laut. „Ein schlauer Pfannkuchen! Das hat noch keiner gesagt.“

Milan rief schnell: „Er meint: Ihr Hut steht Ihnen gut!“

„Tut er auch“, sagte der Mann und tippte an seinen Hut. „Danke, Jungs.“

Ben machte einen Strich auf seiner Liste. „Kompliment angenommen. Ohne Streit.“

Als Nächste kam Frau Linde wieder vorbei. Oskar sagte: „Ihre Suppe wird bestimmt so gut, dass die Möhren tanzen!“

Frau Linde lachte. „Das wünsche ich mir. Danke!“

Milan sagte: „Und danke, dass Sie immer grüßen!“

Frau Linde nickte. „Das ist leicht, wenn man euch sieht.“

Ben machte wieder einen Strich. Er sah zufrieden aus, als wäre Zufriedenheit ein seltenes Sammelbild.

Dann kam Emma mit ihrer Oma. Die Oma sah das Plakat und lächelte. „Oh, was für eine schöne Idee.“

Milan sagte: „Danke! Wollen Sie auch ein Kompliment?“

Die Oma nickte. „Sehr gern.“

Oskar nahm einen tiefen Atemzug. „Ihre… äh… Ihr Lächeln ist so warm wie… wie…“

Ben flüsterte: „Sonne.“

„…wie Sonne!“, rief Oskar erleichtert. „Und Ihre Schuhe sind super schnell, auch wenn sie stehen.“

Die Oma lachte so sehr, dass Emma sich an ihr festhalten musste. „Das ist das lustigste Kompliment des Tages.“

Emma sagte: „Okay, Oskar, du bist wirklich gut darin.“

Oskar verbeugte sich. „Ich nehme dieses Kompliment und lege es in mein Herz-Konto.“

Ben flüsterte: „Was ist ein Herz-Konto?“

„Da spare ich Lachen“, erklärte Oskar.

Da passierte das große Durcheinander.

Ein kleiner Hund kam durch das offene Tor. Er war nicht gefährlich, eher wie ein flauschiger Wischmopp mit Beinen. Er schnupperte am Plakat, nieste und—RITSCH!

Das Plakat löste sich ein bisschen und flatterte. Das „Ha ha ha“ wackelte wie eine Lach-Wolke im Wind.

„Oh nein!“, rief Milan. „Das Plakat!“

Ben sagte sofort: „Keine Panik. Es ist nur Papier.“

Oskar rief dem Hund zu: „Freundlichkeit bitte! Nicht essen!“

Der Hund verstand nur „bitte“ und wedelte so stark, dass fast sein ganzer Körper mitwedelte.

Milan kniete sich hin. „Hey, Kleiner. Du willst bestimmt nur spielen.“

Der Hund schnupperte an Milans Schuhen und bellte leise: „Wuff.“

Ben holte neues Klebeband. „Teamarbeit. Milan hält, ich klebe, Oskar… lenkt den Hund ab.“

Oskar salutierte. „Ablenkung ist meine Spezialität.“

Er setzte sich vor den Hund und sagte feierlich: „Lieber Hund. Du bist sehr flauschig. Dein Fell sieht aus wie eine Wolke, die beschlossen hat, auf dem Boden zu wohnen.“

Der Hund legte den Kopf schief.

Oskar fuhr fort: „Und deine Nase ist so glänzend, dass man darin fast einen Keks sehen kann.“

Ben flüsterte: „Sag das Wort Keks nicht!“

Zu spät. Der Hund sprang fröhlich um Oskar herum, als hätte er „Party“ gehört.

Währenddessen klebten Milan und Ben das Plakat fest. Milan drückte es glatt. Ben strich das Klebeband ordentlich an, als wäre es ein wichtiges Amt.

„Fertig“, sagte Ben.

Milan seufzte erleichtert. „Gerettet.“

Emma trat näher. „Ihr habt das richtig gut gemacht. Niemand hat geschimpft.“

Ben nickte. „Weil wir die Regel hatten: Freundlichkeit bitte.“

Oskar streichelte den Hund vorsichtig. „Und weil dieser Hund ein sehr guter Zuhörer ist. Er hat fast nicht geniest.“

Frau Klee kam dazu und schaute den Hund an. „Ach, das ist doch Krümel! Der gehört zur Familie vom Haus nebenan.“

Krümel wedelte, als hätte er seinen Namen gewonnen.

Frau Klee rief über den Zaun: „Krümel ist hier!“

Eine Stimme rief zurück: „Danke!“

Milan hob das Plakat kurz wie eine Fahne. „Gern! Freundlichkeit!“

Als Krümel abgeholt wurde, blieb es im Garten plötzlich angenehm ruhig. Die Sonne stand tiefer. Die Beete sahen aus, als würden sie sich ausruhen.

Die drei Jungen setzten sich auf die Bank. Ben schaute auf seine Liste. „Vier Tests. Kein Streit. Ein ‘Ha' von Herrn Schramm. Ein Hund, der das Plakat nicht gefressen hat.“

Oskar sagte zufrieden: „Und ich habe zehn Komplimente verteilt. Vielleicht elf. Ich habe irgendwann auch eine Möhre gelobt.“

Milan lehnte sich zurück. „Ich glaube, das Plakat hat geholfen. Aber eigentlich… wart ihr es auch. Wir zusammen.“

Ben nickte langsam. „Teamgeist. Wenn einer wütend wird, erinnern die anderen. Wenn einer Unsinn macht…“

Oskar hob die Hand. „Das bin oft ich.“

„…dann machen die anderen den Unsinn sicher“, sagte Ben zu Ende.

Oskar grinste. „Sicherer Unsinn ist der beste Unsinn.“

Milan lachte leise. „Morgen hängt das Plakat immer noch. Und das ‘Ha ha ha' auch.“

Ben sagte: „Vielleicht schreiben wir irgendwann noch dazu: ‘Bitte nicht schütteln.' Für Gießkannen.“

Oskar sagte: „Und: ‘Bitte nicht kitzeln.' Für Kürbisse.“

Milan schloss die Augen kurz und hörte die Geräusche des Gartens: ein Vogel, ein leises Plätschern, ein fernes „Tschüss“.

„Wisst ihr was?“, sagte Milan. „Das war ein richtig guter Tag.“

Ben sagte: „Ein Team-Tag.“

Oskar sagte: „Ein Ha-ha-ha-Tag.“

Und als sie aufstanden und zum Tor gingen, hing das Plakat dort ganz fest. Es war ein bisschen schief. Das Kartoffel-Herz blieb krumm. Aber genau so sah es aus wie sie: nicht perfekt, aber zusammen ziemlich großartig.

Am Tor drehte Oskar sich noch einmal um und flüsterte: „Freundlichkeit bitte.“

Ben flüsterte: „Teamgeist bitte.“

Milan flüsterte: „Und morgen wieder.“

Dann gingen sie nach Hause, mit Erde an den Knien, Lachen im Herz-Konto und dem sicheren Gefühl, dass man im Team sogar eine spuckige Gießkanne und einen niesenden Hund freundlich schaffen kann.

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Gemeinschaftsgarten
Ein Garten, den viele Menschen zusammen pflegen und benutzen.
Gießkannen-Schuppen
Ein kleiner Bau, wo die Gießkannen und Gartensachen stehen.
Teamgeist
Wenn mehrere Personen gut zusammenarbeiten und sich helfen.
Wissenschaftlich
So, wie man etwas genau untersucht oder ausprobiert.
Kürbisbeet
Ein Beet im Garten, wo Kürbisse wachsen.
Tülle
Das schmale Ende einer Gießkanne, aus dem das Wasser kommt.
Freundlichkeits-Patrouille
Eine Gruppe, die darauf achtet, freundlich zu sein und zu helfen.
Räusperte sich
Leise husten oder die Stimme klären, bevor man etwas sagt.
Verbeugte
Sich leicht nach vorne neigen, um Dank oder Respekt zu zeigen.
Ablenkung
Etwas, das jemanden von einer Sache wegschauen oder -denken lässt.
Komplimente
Freundliche Worte, die jemandem sagen, was gut an ihm ist.
Aus Versehen
Etwas passieren lassen, ohne es so geplant zu haben.
Salutierte
Mit der Hand eine kleine Begrüßung oder Geste machen.

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