Emma ist drei Jahre alt. Sie hat Locken wie kleine Spiralen. Heute sitzt Emma in ihrem Zimmer und spielt mit ihrem roten Ball. Plötzlich blinkt etwas an der Wand. Es sieht aus wie ein kleiner, bunter Lichtkreis.
Emma wundert sich. Sie krabbelt zu dem Lichtkreis und streckt die Hand aus. Das Licht prickelt ein bisschen, aber es tut nicht weh. Es fühlt sich kitzelig an. „Was ist das?“ fragt Emma leise. Da hört sie ein Piepsen. „Komm mit, Emma“, sagt eine freundliche Stimme. „Wir machen eine kleine Zeitreise!“
Emma lacht. „Ich gehe!“, ruft sie. Schwupps, schon ist sie mitten im Lichtkreis und alles um sie herum dreht sich. Die Welt wird bunt wie ein Regenbogen.
Plötzlich steht Emma auf einer Blumenwiese. Die Sonne scheint warm. Neben ihr sitzt ein kleiner Junge. Er hat braune Haare und hält einen Schmetterling auf der Hand. Der Junge schaut scheu zu Emma. „Hallo, ich bin Leo“, flüstert er ganz leise.
Emma winkt. „Hallo Leo! Ich bin Emma.“ Sie setzt sich zu ihm. „Was machst du?“
Leo zeigt auf den Schmetterling. „Ich warte, bis er wegfliegt. Aber er hat Angst.“ Leo schaut traurig.
Emma überlegt. Sie mag Schmetterlinge. „Wir können ganz still sein“, sagt sie. „Dann fühlt er sich sicher.“
Sie setzen sich ganz leise nebeneinander. Der Schmetterling flattert ein bisschen mit den Flügeln, dann fliegt er langsam davon. Leo lächelt. „Danke, Emma. Du hast Geduld.“
Emma nickt. „Warten ist manchmal schwer. Aber dann passiert etwas Schönes.“
Die Blumen duften. Die beiden Kinder schauen dem Schmetterling nach. Plötzlich blitzt der bunte Lichtkreis wieder auf.
Emma springt auf. „Leo, weißt du, was das ist?“
Leo schüttelt den Kopf. „Ich weiß nicht. Es sieht lustig aus.“
Die Stimme aus dem Lichtkreis piepst wieder. „Emma, du kannst weiterreisen!“ Emma winkt Leo zu. „Kommst du mit?“ Leo zögert kurz, dann nickt er.
Hand in Hand gehen sie durch das Licht. Die Farben wirbeln wieder um sie herum. Plötzlich sind sie in einem alten Garten. Die Bäume sind riesig! Ein kleiner Apfel fällt direkt vor ihre Füße.
Emma kichert. „Die Äpfel waren früher größer!“
Leo lacht leise. „Alles sieht hier so alt aus.“
Sie gehen weiter und sehen eine alte, klapprige Schaukel. Emma möchte schaukeln, aber sie wartet, bis Leo sich traut. Leo ist ein bisschen schüchtern. „Ich weiß nicht, ob ich schaukeln mag“, sagt er.
Emma lächelt ihn an. „Wir schaukeln zusammen. Ganz langsam. Wir haben Zeit.“
Langsam klettert Leo auf die Schaukel. Emma schaukelt ihn vorsichtig an. Leo lacht leise, dann immer lauter. Emma lacht mit. Die Schaukel schwingt hin und her.
Da ruft die Stimme: „Emma, Zeit, zurückzugehen!“
Emma schaut Leo an. „Ich muss wieder nach Hause.“
Leo winkt. „Danke, Emma. Jetzt traue ich mich mehr.“
Emma winkt zurück. „Geduld hilft. Bis bald, Leo!“
Wieder wirbelt das Licht. Alles dreht sich. Emma landet sanft in ihrem Zimmer. Ihr roter Ball wartet schon. Emma lächelt und denkt an Leo. Sie ist froh, geduldig gewesen zu sein.
„Zeitreise ist schön“, flüstert sie und lächelt zufrieden. Ein kleiner Schmetterling fliegt draußen am Fenster vorbei. Emma winkt ihm zu. Sie weiß: Mit ein bisschen Geduld kann viel Gutes passieren. Emma lächelt klug und fröhlich.