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Halloween-Geschichte 7/8 Jahre Lesen 17 min.

Die Sternenhexe und die Kiste mit dem leisen Licht

Mila, ein ordentliches Mädchen, sammelt an Halloween Süßigkeiten und findet bei einem geheimnisvollen Haus ein Rätsel, das sie mit ihrer Familie auf die Spur eines leisen, warmen Lichts führt.

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Ein fröhliches, konzentriertes 8-jähriges Mädchen mit hellbraunen Zöpfen und kleinem schwarzem Mantel mit violetten Sternen öffnet unter einem Baum behutsam eine kleine Holzkiste, ihr Gesicht wird von einem warmen Leuchten erhellt, daneben steht leicht zurückversetzt rechts ein etwa 70-jähriger, faltiges aber gütiges Gesicht, zu großer Zaubererhut und Wolljacke, die Hand am Türgriff, er schaut sie sanft an; unten links lacht ihr rundliches etwa 4-jähriges Brüderchen als Kürbis verkleidet und hält ein mondförmiges Keks, die Mutter steht am Hauseingang mit Mantel und Schal beschützend daneben, Laternenlicht spiegelt sich in ihrem Gesicht; Ort: ruhiger Hausgarten bei Nacht mit orange-braunem Laub, laternenamblem Licht, Holzkiste auf Moosteppich und verstreute geschnitzte Kürbisse; Hauptsituation: intime, herbstliche Szene, in der das Mädchen den Inhalt einer „Toleranzbox“ entdeckt, sanftes goldenes Licht beleuchtet Gesichter und Süßigkeiten, warme Farben kontrastieren mit dem tiefblauen, sternenübersäten Himmel. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Plan mit den Süßigkeiten

Mila war sieben und liebte Halloween, aber nicht nur wegen der Kostüme. Nein, sie liebte es vor allem wegen der Süßigkeiten. Und weil Mila eine sehr ordentliche kleine Person war, hatte sie einen Plan: Dieses Jahr wollte sie ihre Halloween-Beute nicht einfach aufs Bett kippen wie ein platschender Bonbon-Regen. Sie wollte sie sortieren. Richtig sortieren. Nach Farben, Formen und – das war das Wichtigste – nach „knistert schön“ und „klebt garantiert“.

In ihrem Zimmer stand schon eine leere Schuhschachtel bereit. Daneben lagen drei kleine Schüsseln: eine für Schokolade, eine für Gummizeug und eine für „mysteriöse Sachen“, die man erst mal anschauen musste, bevor man sie mutig probierte.

Mila setzte sich auf den Teppich und zog ihr Kostüm aus dem Schrank: ein kleiner, schwarzer Umhang mit lila Sternen. Dazu ein spitzer Hut, der immer so tat, als würde er nach links kippen, obwohl Mila ihn ganz gerade aufsetzte.

„Heute werde ich eine Sternen-Hexe“, sagte sie leise zu sich selbst, mehr wie ein Geheimnis als wie ein Satz.

Unten in der Küche roch es nach warmem Kakao. Mama rührte, Papa suchte irgendwo die Taschenlampe, obwohl es noch hell war, und Milas kleiner Bruder Emil lief als Kürbis herum und blieb ständig mit seinem runden Bauch an Türrahmen hängen.

„Ich bin ein Kürbis mit Bremsproblemen!“, rief Emil und lachte so sehr, dass sein Kürbis-Hut wackelte.

Mila grinste. Emil war manchmal wie ein lebendiger Witz.

Als sie losgingen, war die Straße voller Kinder. Ein Vampir mit Zahnlücke, eine Prinzessin mit Regenstiefeln, ein Skelett mit glitzernden Knochen. Mila fand das toll. Niemand musste „richtig“ aussehen. An Halloween durfte alles durcheinander sein – und trotzdem passte es zusammen.

Mila hielt ihren Beutel fest, als wäre er schon voller Schätze. Noch war er leer, aber in ihrem Kopf klapperten schon die Bonbons.

Vor dem ersten Haus leuchtete ein Kürbis mit schiefem Grinsen. Mila klingelte. Die Tür ging auf, und eine Frau mit grüner Perücke und einem freundlichen Blick sagte: „Süßes oder Saures?“

„Süßes“, antwortete Mila. Sie sagte es sehr höflich, denn Mila war nicht nur ordentlich, sie war auch freundlich ordentlich.

Ein paar Schokoriegel und ein kleines Tütchen Gummibärchen plumpsten in ihren Beutel. Mila hörte genau hin. Plump. Knistern. Rascheln. Sehr zufriedenstellend.

Sie liefen weiter. Bald war der Beutel nicht mehr leer, sondern machte beim Gehen ein leises Konzert: klack, klack, knister, plopp.

Mila stellte sich vor, wie sie später alles sortieren würde. Das war fast so schön wie das Sammeln selbst.

Dann kamen sie zu einem Haus am Ende der Straße, das Mila noch nie richtig beachtet hatte. Es war nicht gruselig, eher still. Vor der Tür stand keine große Spinne, kein lauter Lautsprecher, nur eine Laterne, die warm leuchtete. Daneben hing ein kleines Schild: „Heute gibt es Überraschungen.“

Mila bekam ein kleines Kribbeln im Bauch. Ein freundliches Kribbeln, wie wenn man ein Geschenk schüttelt und versucht zu raten, was drin ist.

Kapitel 2: Das Haus mit der leisen Laterne

„Da war ich noch nie“, sagte Mila. Ihre Stimme klang neugierig.

Papa nickte. „Dann ist heute ein guter Tag.“

Emil blieb mit seinem Kürbisbauch fast an der Gartentür hängen und musste sich seitlich durchquetschen. „Kürbis im Seitwärtsmodus!“, flüsterte er ernst, und Mila musste kichern.

Mila klingelte. Es dauerte ein bisschen. Dann hörten sie Schritte. Die Tür öffnete sich langsam, und ein älterer Mann stand da. Er trug einen viel zu großen Zaubererhut, der ihm bis über die Ohren rutschte. Unter dem Hut blitzten freundliche Augen.

„Oh! Besuch!“, sagte er, als wäre das etwas ganz Besonderes. „Süßes oder Saures?“

„Süßes, bitte“, sagte Mila.

Der Mann nickte feierlich und hielt eine Schüssel hin. Darin lagen Bonbons, aber nicht nur die üblichen. Da waren sternförmige Lutscher, kleine Schokokugeln mit silbernem Papier und etwas, das aussah wie ein winziger, eingepackter Keks mit Mond drauf.

Mila griff zu – ganz ordentlich, nicht gierig. Dabei bemerkte sie etwas: In der Schüssel lag auch ein kleines Päckchen, das nicht nach Süßigkeit aussah. Es war in graues Papier gewickelt, mit einem Band, das wie ein dünner Faden glitzerte.

Der Mann sah, wohin sie blickte, und lächelte. „Das ist keine Süßigkeit. Das ist ein Rätsel für kluge Kinder. Wer es löst, bekommt… na ja, auch Süßigkeiten. Natürlich.“

Emil streckte sofort die Hand aus. Mama legte ihm sanft eine Hand auf die Schulter. „Erst fragen.“

Mila fragte. „Dürfen wir das Rätsel haben?“

„Aber sicher“, sagte der Mann. „Und keine Sorge: Es ist ein sanftes Rätsel. Es beißt nicht. Es kitzelt höchstens.“

Mila nahm das Päckchen. Es fühlte sich leicht an. Als würde darin ein Stück Papier schlafen.

„Danke“, sagte sie.

„Gern“, sagte der Mann. „Und denkt dran: Alle Kostüme sind willkommen. Auch Kürbisse mit Bremsproblemen.“

Emil strahlte, als hätte er gerade einen Orden bekommen.

Auf dem Heimweg konnte Mila kaum warten. Zu Hause stellte sie ihren Beutel auf den Tisch, holte die drei Schüsseln und die Schuhschachtel. Emil setzte sich dazu und tat so, als wäre er Milas offizieller Bonbon-Wächter. Er schaute sehr streng, bis er merkte, dass das anstrengend ist, und dann schaute er lieber hungrig.

Mila begann zu sortieren. Schokolade links. Gummi rechts. Mysteriös in die Mitte.

„Das ist ein Wackel-Auge“, sagte Emil und hielt ein eingepacktes Bonbon hoch, auf dem wirklich ein Auge gemalt war.

„Dann gehört es zu mysteriös“, entschied Mila. „Augen sind zwar praktisch, aber als Bonbon… na ja.“

Sie lachten. Dann legte Mila das graue Päckchen auf den Tisch. Das glitzernde Band sah aus, als hätte es Sternenstaub im Faden versteckt.

Mila machte es vorsichtig auf. Innen lag eine kleine Karte. Darauf war ein Bild: drei Sterne, ein Mond und ein Pfeil, der nach oben zeigte. Und darunter stand in krakeliger Schrift:

„Wenn du Ordnung liebst und dennoch staunen kannst, suche das Licht, das niemand sieht. Es ist nicht laut, aber es zeigt den Weg.“

Mila runzelte die Stirn. „Das ist… hübsch. Und rätselhaft.“

Emil beugte sich vor. „Vielleicht ist es die Taschenlampe von Papa! Die ist nicht laut.“

Papa hielt die Taschenlampe hoch. „Ich fühle mich geehrt.“

Mama lachte. „Vielleicht ist es etwas anderes. Mila, was denkst du?“

Mila schaute aus dem Fenster. Der Himmel war dunkel geworden, aber nicht schwarz. Er war wie ein weicher Mantel, auf dem Sterne später erst angeknipst werden.

„Das Licht, das niemand sieht…“, murmelte Mila. „Klingt wie… so ein Licht, das nicht blendet.“

Sie dachte an die Laterne vor dem stillen Haus. Die hatte nicht geschrien. Sie hatte einfach geleuchtet.

Mila spürte wieder das freundliche Kribbeln. „Ich glaube, wir sollen noch mal da hin. Aber nicht wegen Süßigkeiten. Wegen dem Rätsel.“

Mama nickte langsam. „Wenn du möchtest, gehen wir. Kurz. Und warm angezogen.“

Emil jubelte. „Kürbis kehrt zurück!“

Mila sortierte erst noch schnell weiter, weil sie ihren Plan mochte. Dann legte sie die Karte in die Schuhschachtel, direkt oben drauf, wie das Wichtigste.

Kapitel 3: Ein sanftes Geheimnis im Garten

Sie gingen noch einmal los. Diesmal war die Straße ruhiger. Einige Kürbisse leuchteten schon müde. Der Wind raschelte in den Blättern, als würde er selbst verkleidet sein, vielleicht als unsichtbarer Besen.

Als sie beim stillen Haus ankamen, brannte die Laterne noch immer. Warm, wie ein kleiner Sonnenrest.

Mila hielt die Karte hoch, als könnte sie damit die Nacht lesen. Der Pfeil zeigte nach oben, aber auch irgendwie in den Garten. Dort stand ein Baum, dessen Zweige sich wie Arme ausstreckten. Nicht gruselig, eher wie jemand, der einen Umhang trägt.

„Sollen wir klopfen?“, flüsterte Emil. Er flüsterte so laut, dass es fast eine normale Stimme war.

Mila nickte und klingelte. Der Mann öffnete schnell, als hätte er schon gewartet. Sein Zaubererhut saß diesmal noch schiefer.

„Ah! Die Sternen-Hexe ist zurück“, sagte er. „Und der Kürbis-Offizier auch.“

Emil salutierte, so gut man das mit Kürbisbauch kann.

Mila zeigte die Karte. „Wir… verstehen es nicht ganz.“

Der Mann trat zur Seite. „Dann kommt. Nur ein Moment. Ihr müsst nichts fürchten. Das größte Risiko ist, dass ihr kichert.“

Im Flur roch es nach Tee und nach Papier, wie in einer Bibliothek. An den Wänden hingen Bilder von Sternen und Monden. Keine echten, nur gemalt, aber sehr freundlich.

Der Mann führte sie in den Garten. Dort stand unter dem Baum eine kleine Kiste, halb versteckt hinter einem Busch. Auf der Kiste war ein Stern gemalt, der aussah, als würde er zwinkern.

„Das Licht, das niemand sieht“, sagte der Mann leise, „ist nicht die Laterne. Es ist das Licht, das man in sich trägt, wenn man genau hinschaut. Manche nennen es Mut. Manche nennen es Freundlichkeit. Ich nenne es: der kleine, leise Schimmer.

Mila fand das schön, auch wenn sie nicht alles verstand. Aber sie spürte, dass es etwas Gutes war.

„Und die Kiste?“, fragte Mila.

Der Mann nickte. „Die Kiste öffnet sich nur, wenn jemand Ordnung liebt und staunen kann. Also… du.“

Mila kniete sich hin. Auf dem Deckel waren drei runde Knöpfe: einer mit Stern, einer mit Mond, einer mit einem Herz. Mila legte die Karte daneben. Drei Sterne, ein Mond… und sie dachte an das, was der Mann gesagt hatte.

„Vielleicht… Stern, Stern, Stern… Mond… und dann…“, Mila zögerte. „Herz?“

Emil flüsterte wieder laut: „Herz ist immer gut!“

Mila drückte: Stern, Stern, Stern, Mond, Herz.

Die Kiste machte ein leises „Klick“. Kein lautes Knallen, kein Bumm. Eher wie ein zufriedenens „Aha“.

Der Deckel ging auf. Drinnen lagen kleine Tütchen mit Süßigkeiten, aber auch kleine Zettel. Auf jedem Zettel stand ein Satz. Mila nahm einen heraus und las:

„Manche mögen Schokolade. Manche mögen Apfelringe. Beides ist richtig.“

Sie nahm noch einen:

„Manche Kinder sprechen leise, manche laut. Beides kann freundlich sein.“

Und noch einen:

„Manche tragen Umhänge, manche Regenjacken. Hauptsache, sie frieren nicht.“

Mila lachte. „Das ist… eine Toleranz-Kiste!“

Der Mann tat überrascht. „Oh je. Ist das zu offensichtlich?“

Mila schüttelte schnell den Kopf. „Nein! Es ist gut. Es fühlt sich an wie… wie warme Worte.“

Mama lächelte. „Das sind schöne Sätze.“

Papa las einen Zettel: „Wenn jemand anders ist als du, ist das kein Fehler. Es ist eine Geschichte, die du noch nicht kennst.“

Mila hielt den Satz fest, als wäre er ein Bonbon, das man langsam lutscht. Sie mochte, wie er schmeckte, ohne dass er überhaupt essbar war.

Der Mann deutete auf die Süßigkeiten in der Kiste. „Ihr dürft euch etwas nehmen. Aber nicht, weil ihr gewonnen habt. Sondern weil ihr neugierig wart.“

Mila nahm ein paar Stern-Lutscher und ein kleines Tütchen mit Schokokugeln. Emil bekam einen Keks mit Mond drauf und sagte: „Der Mond schmeckt nach Keks. Wissenschaft!“

Als sie sich verabschiedeten, sagte der Mann: „Und Mila? Ordnung ist wunderbar. Aber vergiss nicht: Manche Dinge wollen nicht sortiert werden. Zum Beispiel Menschen. Die gehören nicht in Schüsseln.“

Mila nickte ernst. „Keine Menschen in Schüsseln“, sagte sie. „Versprochen.“

Emil flüsterte: „Außer vielleicht ganz kleine…“ Dann bekam er von Mama einen Blick, und er lachte und sagte schnell: „Spaß!“

Draußen funkelten ein paar Sterne zwischen den Wolken, als hätten sie heimlich zugehört.

Kapitel 4: Die große Sortierung und der Sternentraum

Zu Hause stellte Mila alles auf den Tisch. Jetzt hatte sie mehr zu sortieren: Süßigkeiten und Zettel. Die Zettel legte sie nicht in die Schüsseln. Sie legte sie in die Schuhschachtel, ganz oben, wie eine kleine Sammlung von freundlichen Zaubersprüchen.

Dann sortierte sie die Bonbons. Schokolade zu Schokolade. Gummi zu Gummi. Mysteriös zu mysteriös. Dabei merkte sie: Es machte ihr Spaß, aber es war auch okay, wenn mal ein Bonbon in die falsche Schüssel hüpfte. Dann fischte sie es heraus und sagte: „Ups, du wolltest wohl eine kleine Reise machen.“

Emil spielte dabei „Bonbon-Detektiv“. Er hielt jedes eingepackte Teil hoch, als würde er eine wichtige Nachricht entschlüsseln. „Dieses hier knistert sehr verdächtig“, sagte er.

Mila kicherte. „Knistern ist nicht verdächtig. Knistern ist nur… knisterig.“

Als alles sortiert war, sah der Tisch aus wie ein buntes, kleines Universum: braun glänzende Schokolade, farbige Gummis, silberne Kugeln, sternige Lutscher. Mila fühlte sich zufrieden. Ihr Plan war geglückt. Und das Rätsel hatte ihr etwas extra gegeben: ein warmes Gefühl, das nicht im Bauch lag wie Schokolade, sondern irgendwo hinter den Rippen, wo man lacht und denkt.

Mama brachte Kakao. Papa setzte sich dazu. Emil bekam einen Keks und erklärte, dass er jetzt ein „Mond-Forscher“ sei. Niemand widersprach. An Halloween darf man solche Berufe einfach erfinden.

Später im Bett lag Mila unter ihrer Decke. Der Umhang hing über dem Stuhl, der Hut lehnte an der Wand, als wäre er müde vom Schiefstehen. Mila schaute aus dem Fenster. Der Himmel war klarer geworden. Sterne funkelten, als hätten sie winzige Taschenlampen.

Mila dachte an den Mann mit dem Zaubererhut. An die Kiste. An die Zettel.

„Manche mögen Schokolade. Manche mögen Apfelringe. Beides ist richtig“, flüsterte sie und lächelte. Sie dachte an ihre Klasse. Da gab es Kinder, die schneller lesen konnten, und Kinder, die besser klettern konnten. Kinder, die viele Fragen stellten, und Kinder, die erst mal nachdachten. Mila mochte, dass jeder anders war. Es war wie bei Süßigkeiten: Wenn es nur eine Sorte gäbe, wäre es langweilig. Und außerdem: Wer sollte dann die mysteriösen Sachen testen?

Ihre Augen wurden schwer, aber auf eine gemütliche Art. Sie stellte sich vor, wie sie über den Himmel spazierte, nicht auf Wolken, sondern auf Sternen, die unter ihren Füßen nicht pieksten, sondern weich waren wie Kissen.

In ihrem Traum schwebte eine riesige Schuhschachtel durch die Nacht. Darin lagen Sterne statt Zettel. Mila sortierte sie ganz ruhig: helle Sterne zu hellen, funkelnde zu funkelnden, kleine zu kleinen. Jeder Stern bekam seinen Platz, aber keiner fühlte sich eingesperrt. Sie hörte ein leises Knistern, wie von Bonbonpapier, nur dass es aus Licht war.

Ein Mond-Keks flog vorbei und Emil rief irgendwo: „Wissenschaft!“, und der Mond kicherte, wirklich, er kicherte wie ein runder Ball.

Mila streckte die Hand aus, und ein Stern landete darauf. Er war warm. Nicht heiß, nur freundlich warm. Mila legte ihn zu den anderen. Dann merkte sie: Die Sterne sortierten sich auch selbst, und sie taten es zusammen, ohne sich zu streiten. Sie funkelten in vielen Farben, als würden sie sagen: Wir sind verschieden, und genau das macht den Himmel schön.

Mila seufzte zufrieden im Schlaf. Draußen leuchteten die echten Sterne weiter, still und geduldig, wie eine Nachtlaterne für die ganze Welt. Und in Milas Traum wurde der Himmel immer ordentlicher und gleichzeitig immer bunter, bis er aussah wie das beste Halloween überhaupt: geheimnisvoll, sanft, warm – und voller Licht, das man nicht sieht, aber spürt.

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Ordentliche
So, dass man Dinge sauber und richtig anordnet oder tut
Kribbeln
Ein leichtes, angenehmes Gefühl im Bauch oder in den Händen
Laterne
Ein Behälter mit Licht, den man draußen aufhängen kann
Mysteriöse
Etwas, das geheimnisvoll ist und man nicht sofort versteht
Salutierte
Mit der Hand eine kurze Grußbewegung machen, wie Soldaten
Bibliothek
Ein Raum mit vielen Büchern, wo man lesen oder suchen kann
Toleranz-Kiste
Eine Kiste mit Sätzen, die sagen, dass Verschiedenheit gut ist
Krakeliger
So geschrieben, dass die Buchstaben etwas unordentlich aussehen
Schimmer
Ein kleines, feines Licht oder heller Glanz
Verkleidet
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