Lina und Max sitzen auf der grünen Wiese. Die Sonne kitzelt ihre Nasen. Ein alter Brief liegt zwischen ihnen. „Schatzsuche!“, sagt Lina leise. Max klatscht in die Hände. „Ja!“, ruft er fröhlich.
Sie stehen auf. Ihre Schuhe machen „plitsch-platsch“ im Gras. Der Brief riecht nach Papier und ein bisschen nach Staub. Auf dem Brief ist ein kleiner Stern gemalt. „Gehe zum großen Apfelbaum“, liest Lina. Sie zeigen auf den Baum. Der Apfelbaum ist groß und rund. Er riecht süß nach Äpfeln. Die Blätter flüstern leise.
Unter dem Baum liegt ein Schlüssel. Er ist kalt und glatt. „Fühl mal“, sagt Max. Lina fühlt. „Kalt“, sagt sie. Sie stecken den Schlüssel in ihre Tasche. „Der Schlüssel hilft uns“, sagt Lina. „Ja“, sagt Max.
Sie gehen zum Bach. Das Wasser macht „plätscher-plätscher“. Es glitzert wie kleine Sterne. Am Ufer wachsen weiche Moospolster. Lina setzt sich. Sie hört das Wasser. Sie atmet tief ein. Es riecht frisch und grün. Max sieht etwas Funkelndes im Wasser. „Schau!“, flüstert er. Es ist eine kleine Muschel. Sie ist warm von der Sonne. Sie legen die Muschel in ihre Tasche.
Der nächste Hinweis ist hinter einem Stein. „Höre genau“, sagt Lina. Ein Vogel singt. Ein Käfer krabbelt. Die Schritte der Kinder sind leise. Sie hören das Knistern der Blätter. Max hebt den Stein. Unter dem Stein liegt ein Zettel. Auf dem Zettel sind drei Punkte: ein Herz, eine Glocke, ein Teppich. „Herz, Glocke, Teppich“, sagt Lina langsam. „Das ist unser Weg!“
Sie gehen zum kleinen Haus am Hügel. Eine Glocke hängt an der Tür. Sie klingt hell: „Bim-bam!“. Eine alte Frau öffnet. Sie lächelt warm. „Sucht ihr etwas?“, fragt sie. „Ja“, sagen die Kinder. Sie zeigen den Brief und den Schlüssel. Die Frau winkt sie herein. In der Stube liegt ein bunter Teppich. Er ist weich und duftet nach Seife und Kerzen. Auf dem Teppich liegt ein Schächtelchen in Herzform.
Max reicht der Frau den Schlüssel. Lina öffnet das Schächtelchen. Drin glitzert etwas Helles. Es sind kleine bunte Steine, wie Schimmersteine. Die Kinder staunen. Die Frau nimmt die Steine sanft. „Diese Steine bringen Freude“, sagt sie. „Unser Dorf hat sich gestritten. Diese Steine erinnern daran, freundlich zu sein.“ Sie lächelt. „Gebt sie den Leuten. Teilt die Freude.“
Lina und Max gehen durch das Dorf. Sie klopfen an Türen. Sie geben jedem einen Stein. Die Menschen lächeln. Die Stimmen werden leise und freundlich. Kinder spielen wieder zusammen. Die Alte hört das Lachen. „Danke“, sagt sie. Lina fühlt warmes Glück in der Brust. Max hüpft vor Freude.
Am Abend sitzen sie wieder unter dem Apfelbaum. Die Sonne wird rot. Der Brief ist jetzt leer. „Wir haben den Schatz geteilt“, sagt Lina. „Und wir haben Frieden gebracht“, sagt Max. Die Blätter flüstern. Die Nacht legt sich sanft. Lina und Max gähnen. Sie kuscheln sich aneinander. Die Sterne funkeln wie die kleinen Steine. Bald schlafen sie. Alles ist still. Alles ist gut.