Es ist ein kühler Morgen im Herbst. Die Blätter sind bunt. Rot, gelb und braun tanzen auf dem Boden. Drei Jungen spielen leise auf dem Gehweg. Sie sind fast drei Jahre alt. Lukas sitzt im Rollstuhl. Ben und Tom laufen neben ihm. Sie lachen. Ihre Jacken rascheln.
„Schau mal, ein Blatt!“ sagt Ben. Er hebt ein großes gelbes Blatt auf. Es fühlt sich trocken und glatt an. „Es kitzelt die Hand“, sagt Tom und lacht. Lukas streckt die Hand aus. Er berührt das Blatt vorsichtig. „Danke, Blatt“, flüstert er. Die Kinder lächeln. Sie sind dankbar für das Blatt.
Die Herbstluft riecht nach Erde und warmem Tee. Vögel ziehen über den Himmel. Ein leichter Wind pustet. Die Jungen hören die Blätter flüstern. „Hörst du?“, fragt Ben. „Es klingt wie ein Lied.“ Tom nickt. Sie hören genau hin. Die Stimmen der Bäume sind sanft.
Sie rollen und laufen zum Park. Dort liegt ein kleiner Weg mit vielen Laubhaufen. Die Kinder springen hinein. Die Blätter knistern laut. „Platsch!“, macht der Laubhaufen. Ben klatscht in die Hände. Tom hüpft noch einmal. Lukas lacht, sein Lachen klingt wie Glocken.
Plötzlich ziehen dicke Wolken über den Park. Kleine Tropfen fallen. Die Kinder schauen nach oben. „Es regnet“, sagt Tom leise. Lukas hat ein kleines, buntes Regenschirmchen in seiner Tasche. Er öffnet es mit einer Hand. Der Schirm ist blau mit gelben Sternen. Er macht „puff“ und entfaltet sich. Regentropfen glitzern auf dem Stoff.
„Komm unter den Schirm“, sagt Lukas. Ben setzt sich dicht neben ihn. Tom kommt auch heran. Unter dem Schirm ist es warm und trocken. Die Tropfen trommeln leise auf dem Schirm. Die Kinder hören das ruhige Geräusch. Es ist wie ein kleines Lied zum Einschlafen.
Die Regentropfen machen kleine Pfützen. Ben findet eine Pfütze und zeigt darauf. „Siehst du die Spiegel?“, fragt er. In der Pfütze sieht man den Himmel und die bunten Blätter. Tom beugt sich vor. Er sieht sein Gesicht in der Pfütze. Es sieht anders aus, aber er lächelt. „Hallo, Pfützen-Gesicht“, sagt er. Alle kichern.
Ein Eichhörnchen hüpft an einem Baumstamm entlang. Es trägt eine Nuss im Mund. Es sucht einen Platz, um die Nuss zu verstecken. Lukas zeigt auf das Eichhörnchen. „Es sammelt Vorräte“, sagt er. „Wir können auch sammeln“, meint Ben. Sie schauen sich um und finden Eicheln und kleine Kastanien. Ihre Taschen füllen sich langsam.
Die Kinder setzen sich auf eine Bank. Der Wind bläst sanft. Ein Blatt fällt auf Lukas' Regenmantel. Es bleibt kleben. Ben nimmt das Blatt und legt es in Lukas' Schoss. „Für dich“, sagt er. Tom hält eine Kastanie in seiner Hand. Sie fühlen die glatte Schale. „Sie glänzt“, sagt Tom. Die Kastanie sieht aus wie ein kleines Herz.
Die Regenwolken ziehen weiter. Die Tropfen werden weniger. Die Sonne schafft es, durch die Wolken zu spähen. Ein warmes Licht kommt näher. Die Kinder spüren es auf ihren Wangen. „Die Sonne kommt zurück“, sagt Ben froh. Sie rollen und rennen ein kleines Stück. Die Welt sieht wie neu aus. Die Farben der Blätter sind leuchtender.
Die Jungen legen ihre Fundstücke auf den Tisch am Spielplatz. Sie betrachten die Blätter, Eicheln und Kastanien. Lukas sagt: „Danke, Natur.“ Tom wiederholt: „Danke, Natur.“ Ben nickt und fügt hinzu: „Danke, Bäume und Regen und Sonne.“ Sie sind still für einen Moment. Ihre Herzen sind warm.
Eine alte Frau mit einem Korb bleibt stehen und lächelt. „Ihr sammelt Schätze“, sagt sie. „Jede Jahreszeit hat Geschenke“, erklärt sie leise. Die Kinder nicken. Sie fühlen sich reich an kleinen Dingen. Die Frau winkt und geht weiter.
Die Sonne macht den Park goldig. Die Blätter glitzern wie kleine Münzen. Die Luft fühlt sich weich an. Die Jungen setzen sich in einen Kreis. Sie halten sich an den Händen. Die Welt ist ruhig. „Ich mag den Herbst“, sagt Lukas. „Ich auch“, sagen Ben und Tom gleichzeitig.
Langsam wird es später. Die Schatten werden länger. Die Kinder rollen und laufen nach Hause. Unterwegs sprechen sie von den Dingen, die sie gesehen haben. Sie erzählen von dem Eichhörnchen und den Pfützen. Sie sprechen leise und zufrieden. Zuhause legen sie ihre Schätze in eine Schale. Am Fenster steht ihr Regenschirm mit den Sternen.
Abends, als sie die Augen schließen, sieht jeder ein Bild im Kopf. Bunte Blätter, kleine Pfützen, ein warmes Licht. Das Licht wird größer und goldener. Es füllt das Zimmer wie eine Decke. Die Kinder atmen tief ein. Sie fühlen Dankbarkeit und Ruhe. Das goldene Licht wiegt sie sanft in den Schlaf.