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Absurde und verrückte Geschichte 5/6 Jahre Lesen 16 min.

Der höfliche Luftballon und die singende Straße

Amelie entdeckt einen höflichen roten Luftballon, der sie in die magische Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße führt, wo jede Tür ein eigenes Lied hat. Dort lernt sie, dass man durch Zuhören und Freundlichkeit unerwartete Verbindungen herstellen kann.

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Ein sechsjähriges Mädchen namens Amelie, mit lockigen blonden Haaren und funkelnden Augen, hält einen leuchtend roten Ballon in ihrer Hand. Sie hat ein staunendes Lächeln und trägt ein bunt gepunktetes Kleid. Neben ihr schwebt fröhlich ein roter Ballon namens Herr Pustekuchen, mit einem kleinen Gesicht darauf gemalt und einem Etikett an einer Schnur befestigt. Der Ballon wirkt lebendig und freundlich. Im Hintergrund eine magische und farbenfrohe Straße, die "Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße", mit Häusern, deren bunte Türen singen. Jede Tür hat einen fröhlichen Ausdruck und Musiknoten schweben in der Luft. Die Szene ist in ein sanftes, warmes Licht getaucht und schafft eine Märchenatmosphäre. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

An einem Mittwoch, der nach Apfel roch

Amelie war sechs und konnte schon sehr gut pusten, wenn der Kakao zu heiß war. An diesem Mittwoch roch die Luft sogar ein bisschen nach Apfelkuchen, obwohl niemand welchen gebacken hatte. Amelie fand das verdächtig—aber auf die gute Art.

Sie hüpfte über den Gehweg, zählte die Pflastersteine („eins, zwei, drei—oh, der hat einen Fleck!“) und hielt ihre Brotdose fest. Da schwebte plötzlich etwas Rotes neben ihr her, als hätte es auch kleine Füße, die man nur nicht sehen konnte.

Ein Luftballon.

Ein knallroter Luftballon, rund wie eine Kirsche und glänzend wie frisch gewaschene Gummistiefel. An seiner Schnur baumelte ein kleines Schildchen.

Amelie blieb stehen. Der Ballon blieb auch stehen. Das war schon mal nett.

Auf dem Schildchen stand, ordentlich mit schwarzer Schrift: „Guten Tag. Darf ich Sie begleiten?“

Amelie blinzelte. „Du… kannst schreiben?“

Der Ballon wackelte, als würde er nicken. Dann drehte sich das Schildchen wie von selbst um. Jetzt stand da: „Ja. Ich bin sehr höflich.“

Amelie kicherte. „Ich bin Amelie. Und ich bin… meistens höflich.“

Das Schildchen zappelte kurz, als hätte es gelacht. „Sehr erfreut, Amelie. Ich heiße Herr Pustekuchen.“

„Herr… Pustekuchen?“ Amelie lachte jetzt richtig. „Du heißt wie Kuchen!“

„Das ist korrekt“, stand auf dem Schildchen. „Ich werde oft verwechselt. Bitte entschuldigen Sie, falls ich nach Vanille aussehe.“

Amelie schnupperte. „Du riechst eher nach… Luft.“

„Danke“, stand da. „Ein schönes Kompliment.“

Amelie ging weiter. Herr Pustekuchen schwebte neben ihr und hielt genau den gleichen Abstand, als hätte er ein unsichtbares Lineal dabei.

„Wo willst du hin?“ fragte Amelie.

Das Schildchen drehte sich wieder um: „Ich würde Sie gern in die Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße führen. Wenn Sie möchten.“

Amelie kannte in ihrer Stadt fast alles: den Spielplatz mit der quietschenden Schaukel, den Bäcker mit den Mohnbrötchen und die Ampel, die immer zu lange Rot blieb. Aber eine Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße? Davon hatte sie noch nie gehört.

„Ist die weit weg?“ fragte sie.

„Nur drei Ecken, zwei Gedanken und ein kleines Zuhören“, stand da.

„Zwei Gedanken kann ich“, sagte Amelie stolz. „Ich denke oft sogar drei!“

„Dann sind Sie bestens vorbereitet“, antwortete das Schildchen.

Sie liefen an einem Garten vorbei. Ein Hund bellte „Wau!“. Herr Pustekuchen schwebte ein Stück zur Seite. Das Schildchen zeigte: „Bitte entschuldigen Sie. Ich erschrecke nicht, aber ich schaufele meine Angst gern ordentlich weg.“

Amelie nickte ernst. „Ich erschrecke manchmal auch. Aber nur kurz.“

„Kurz ist gut“, stand da. „Lang wäre unhöflich.“

Amelie fand das so komisch, dass sie wieder kichern musste. Und plötzlich, als sie um die nächste Ecke bogen, fühlte sich die Luft anders an. Weicher. Als hätte jemand einen Teppich aus Flüstern ausgerollt.

Ein kleines Straßenschild hing dort. Es sah ganz normal aus—bis auf die winzigen Noten, die draufgemalt waren.

Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße.

Und aus der Straße kam Musik. Nicht laut. Nicht leise-leise. Eher so, als würde jemand mit einem Löffel sanft gegen Tassen tippen und dabei ein Lied summen.

Amelie machte große Augen. „Hörst du das?“

„Selbstverständlich“, stand auf dem Schildchen. „Hier hören sogar die Laternen zu.“

Eine Laterne stand daneben und sah wirklich so aus, als würde sie lauschen. Sie hielt den Lampenkopf ein bisschen schief.

Amelie trat hinein. Ihre Schuhe machten „tipp-tapp“, aber es klang wie „tipp-tapp“ mit einem Lächeln.

Die Straße, die singen konnte

In der Bitte-leise-aber-fröhlich-Straße standen Häuser wie in jeder anderen Straße. Aber jedes Haus hatte eine Tür, die ein eigenes Lied sang.

Die erste Tür war blau. Sie sang: „Pling-plong, pling-plong, hier wohnt ein Topf mit Hut und Schwong!“ Und wirklich: Auf der Fußmatte stand ein Kochtopf. Er trug einen kleinen Filzhut.

Amelie blieb stehen. Der Topf hob den Deckel ein bisschen, wie zum Grüßen.

„Hallo, Topf“, sagte Amelie höflich.

Der Topf machte „Plopp“ und das Lied der Tür wurde noch ein bisschen fröhlicher.

„Das war richtig“, stand auf Herrn Pustekuchens Schildchen. „In dieser Straße werden Grüße wie Marmelade verteilt.“

„Schmeckt das?“ fragte Amelie.

„Süß und klebrig“, stand da. „Aber man gewöhnt sich daran.“

Sie gingen weiter. Die zweite Tür war grün und sang ganz schnell: „Ritsch-ratsch, ritsch-ratsch, Schuhe tanzen, zack-zack-zack!“ Neben der Tür standen zwei Turnschuhe, die ohne Füße Schrittfolgen übten. Links, rechts, drehen, klatschen—obwohl Schuhe gar nicht klatschen können. Aber hier konnten sie es irgendwie doch, nur eben leise.

Amelie flüsterte: „Das ist lustig.“

Die Schuhe machten eine tiefe Verbeugung. Einer verlor kurz die Schnürsenkel-Schleife, machte „ups“, band sich selbst wieder zu und tanzte weiter.

„Hast du das gesehen?“ Amelie grinste.

„Ich sehe sehr viel“, stand auf dem Schildchen. „Ich bin rundherum begabt.“

Dann kam eine gelbe Tür. Sie sang ganz sanft: „Piep-piep, papp-papp, bitte klopf ganz sacht-sacht-sacht.“ Amelie hob die Hand und klopfte vorsichtig: klopf, klopf.

Die Tür öffnete sich einen Spalt. Ein kleiner Papiervogel schaute heraus. Er hatte Augen wie zwei Tintenpunkte.

„Piep?“ machte der Vogel.

Amelie legte den Kopf schief, so wie die Laterne. „Hallo. Ich bin Amelie. Ich klopfe sacht, weil die Tür das sagt.“

Der Papiervogel flatterte. „Piep-piep!“ Er hüpfte auf Amelies Hand, ganz leicht, als wäre er aus einem Zettel und einem Wunsch gemacht.

Herr Pustekuchens Schildchen schrieb: „Sie haben zugehört. Das ist hier die wichtigste Eintrittskarte.“

Amelie strahlte. „Kann ich den Vogel streicheln?“

„Nur mit Blicken“, stand da. „Er ist aus Papier. Er kitzelt beim Anfassen.“

Amelie streichelte ihn also mit Blicken: ganz vorsichtig, ganz freundlich. Der Papiervogel wippte zufrieden.

Da hörte Amelie plötzlich ein anderes Lied. Es kam nicht von einer Tür. Es kam von irgendwo weiter hinten. Es klang ein bisschen schief, als würde jemand gleichzeitig lachen und niesen.

„Hatschi-hihi… hatschi-haha…“, klang es.

Amelie blieb stehen. „Da stimmt was nicht.“

„Sehr aufmerksam“, stand auf dem Schildchen. „Ein Lied, das stolpert, braucht Hilfe.“

Sie gingen der stolpernden Musik nach. Die Straße machte eine kleine Kurve, als wolle sie heimlich um die Ecke gucken. Dort stand eine orange Tür. Sie sollte bestimmt ein schönes Lied haben, aber sie schaffte es nicht.

Sie versuchte es: „La-la—HATSCHI—la…“

Und jedes Mal, wenn sie „Hatschi“ machte, wackelte der Türknauf wie eine Nase, die kitzelt. Daneben stand ein Schild: „Bitte nicht lachen. Ich übe noch.“

Amelie presste die Lippen zusammen. Das war schwer, weil das „Hatschi“ wirklich lustig klang.

„Ich lache nur innen drin“, flüsterte sie.

Herr Pustekuchen schwebte näher. Sein Schildchen schrieb: „Sehr höflich. Was glauben Sie, fehlt der Tür?“

Amelie schaute. Die Tür sah ein bisschen traurig aus. Nicht richtig traurig—mehr so wie ein Ballon, der nur halb aufgepustet ist.

„Vielleicht… fehlt ihr ein Teil vom Lied?“ überlegte Amelie.

„Oder ein Zuhörer“, stand da.

Amelie dachte an die anderen Türen. Die hatten immer jemanden, der kurz zuhört oder grüßt. Hier war niemand. Die Tür übte allein. Und allein üben macht manchmal ein „Hatschi“ ins Lied.

Amelie sagte: „Hallo, Tür. Ich höre dir zu. Ganz leise, aber fröhlich.“

Die Tür machte: „La-la…“ Dann kam wieder: „Hatschi!“ Sie ruckelte. „Entschuldigung“, quietschte sie. „Ich bin nicht unhöflich. Ich bin nur… kitzelig.

Amelie nickte ernst. „Ich bin auch manchmal kitzelig. Aber nur am Bauch.“

Die Tür kicherte, diesmal ohne „Hatschi“. Dann sagte sie: „Ich habe mein Lied verloren. Es ist irgendwo in der Straße herumgerollt. Wie eine Murmel aus Musik.“

„Dann suchen wir es“, sagte Amelie.

Herr Pustekuchen schrieb: „Eine ausgezeichnete Idee. Bitte beachten Sie: Musik-Murmeln rollen gern dorthin, wo niemand hinschaut.“

Amelie schaute sofort überall hin. Unter die Bank. Hinter den Blumentopf. Neben die Regenrinne. Der Papiervogel piepte aufgeregt und hüpfte von Amelies Hand auf Herrn Pustekuchens Schnur, als wäre er ein kleines Fähnchen.

„Piep!“ machte er und zeigte mit seinem Schnabel auf etwas Glitzerndes unter einem kleinen Briefkasten.

Amelie kniete sich hin. Unter dem Briefkasten lag tatsächlich etwas Rundes, Glänzendes. Es sah aus wie eine Murmel, aber innen drin schwammen winzige Noten.

„Da ist sie!“ rief Amelie, aber sofort hielt sie sich die Hand vor den Mund. „Oh. Bitte leise.“

„Bitte leise, aber fröhlich“, stand auf dem Schildchen. „Das war fast perfekt.“

Amelie nahm die Musik-Murmel vorsichtig auf. Sie fühlte sich warm an, wie eine Tasse Kakao, die nicht mehr zu heiß ist.

„Was jetzt?“ fragte sie.

Die Tür rief von Weitem: „Bringt sie mir! Aber nicht werfen, bitte! Ich bin eine Tür, kein Fangnetz!“

Amelie ging langsam zurück. Herr Pustekuchen schwebte neben ihr wie ein roter Begleiter-Ballon mit sehr guten Manieren. Der Papiervogel piepte leise, als würde er die Murmel beruhigen.

Als sie vor der orangefarbenen Tür standen, hielt Amelie die Murmel hoch. „Ist das dein Lied?“

Die Tür seufzte glücklich. „Ja! Das ist mein La-la ohne Hatschi.“

„Wie kommt es wieder rein?“ fragte Amelie.

Herr Pustekuchens Schildchen schrieb: „Manchmal genügt ein freundliches Wort und ein kleines Pusten.“

Amelie grinste. Pusten konnte sie.

Sie hielt die Murmel dicht an das Schlüsselloch. Dann pustete sie ganz sanft: „Puuust.“

Die Musik-Murmel rollte ins Schlüsselloch, als hätte sie darauf gewartet. Ein feiner Klang glitt hinter die Tür, wie ein Band aus Gold.

Die Tür räusperte sich. Dann sang sie, klar und rund: „La-la, lü-lü, willkommen du! La-la, lu-lu, ich singe nun dazu!“ Kein „Hatschi“. Nur Musik, die sich gerade anfühlte, wie wenn man zwei gleiche Socken findet.

Amelie klatschte ganz leise: „Klapp-klapp.“

Die Tür verbeugte sich. „Danke. Du hast zugehört. Und du warst freundlich. Das macht meine Scharniere weich.“

„Weiche Scharniere sind gut“, sagte Amelie.

„Sehr gut“, stand auf dem Schildchen. „Harte Scharniere knarzen vor schlechter Laune.“

Wie man aus Liedern Freunde macht

Als die Tür wieder richtig singen konnte, passierte etwas Neues: Die anderen Türen hörten es. Und sie antworteten.

Die blaue Tür sang „pling-plong“, die grüne Tür machte „ritsch-ratsch“, die gelbe Tür piepte „piep-piep“. Die ganze Straße wurde zu einem kleinen, leisen Konzert. Sogar die Schuhe tanzten einen winzigen Takt dazu, und der Kochtopf hob den Hut so tief, dass er fast hineinfiel.

Amelie stand mitten drin und fühlte sich wie in einer warmen Decke aus Tönen.

„Das klingt schön“, flüsterte sie.

Herr Pustekuchen schrieb: „Weil alle einander zuhören. Dann passt sogar ein schiefes Lied wieder gerade.“

Die orange Tür sagte: „Amelie, du darfst dir etwas wünschen. Hier ist das üblich. Aber nur etwas Kleines. Große Wünsche passen nicht durch Schlüssellöcher.“

Amelie dachte nach. Ein Eis? Ein Pony? Ein Riesenhaufen Bauklötze?

Dann sah sie Herrn Pustekuchen an. Er schwebte so geduldig, so höflich. Und doch sah er ein winziges bisschen gespannt aus, als hätte er selbst einen Wunsch, den er nie laut sagt.

Amelie fragte: „Herr Pustekuchen… gehörst du eigentlich jemandem?“

Das Schildchen drehte sich langsam. „Ich gehöre dem Wind. Das ist ein freundlicher, aber sehr unpünktlicher Besitzer.“

Amelie kicherte. „Willst du… bei mir bleiben?“

Der Ballon wackelte. Das Schildchen schrieb erst: „Das wäre…“ Dann wurde die Schrift kurz krakelig, als hätte der Stift Schluckauf. Dann stand da, ganz ordentlich: „…sehr erfreulich. Aber ich möchte höflich sein. Darf ich Sie fragen, ob Ihre Hand eine Schnur halten mag?“

Amelie hielt sofort die Hand hin. „Meine Hand kann das! Sie kann auch Brotdosen tragen und Türlieder retten.“

„Dann ist sie hochqualifiziert“, stand auf dem Schildchen.

Die orange Tür sang leise: „Dann wünsche ich dir… ein Band, das nicht drückt und nicht rutscht.“

Pling! Amelies Hand fühlte plötzlich etwas Weiches um das Handgelenk. Ein kleines, rotes Band, genau passend. Daran war Herr Pustekuchens Schnur fest, aber ganz sanft, wie eine Umarmung für die Haut.

„Oh!“ sagte Amelie. „Das ist schön.“

Der Papiervogel piepte und setzte sich auf das Band, als wäre es eine Schaukel.

Die Türen sangen noch einmal zusammen, diesmal wie ein Abschieds-Lied: „Tschüss-tschüss, trallala, komm gern wieder, jederzeit da!“

Amelie winkte. „Ich komme wieder. Vielleicht morgen. Oder übermorgen. Oder wenn ich drei Gedanken habe.“

„Wir warten geduldig“, rief die grüne Tür. „Geduld ist unser Lieblingsgeräusch.“

Sie gingen zurück zur Ecke. Die Musik wurde hinter ihnen leiser, aber nicht weg. Eher so, als würde sie sich in die Pflastersteine kuscheln.

Draußen in der normalen Straße klang alles wieder normal: Autos, Schritte, ein Vogel, der echt war und nicht aus Papier. Aber Amelie merkte: In ihrem Ohr blieb ein kleines „la-la“ sitzen, wie ein freundlicher Käfer, der nicht kitzelt.

„Herr Pustekuchen“, sagte Amelie, „wenn ich mal ein bisschen traurig bin, kannst du dann höflich sein?“

Das Schildchen schrieb: „Selbstverständlich. Ich kann auch höflich trösten. Möchten Sie eine kurze oder eine lange Höflichkeit?“

Amelie überlegte. „Eine mittlere.“

„Eine mittlere ist ausgezeichnet“, stand da. „Sie passt in jede Jackentasche.“

Amelie ging nach Hause. Ihre Mama rief aus der Küche: „Amelie, wo warst du?“

Amelie hielt den Ballon hoch. „Ich war in einer Straße, die singt. Und ich habe einer Tür ihr Lied zurückgebracht.“

Mama schaute den Ballon an. „Oh! Der ist aber schön.“

Herr Pustekuchens Schildchen drehte sich höflich: „Guten Tag. Sehr erfreut. Ihre Tochter hört ausgezeichnet zu.“

Mama lachte, aber ganz sanft. „Das stimmt. Amelie, du bist eine gute Zuhörerin.“

Amelie wurde warm im Bauch, wie die Musik-Murmel. Sie streichelte das Band an ihrem Handgelenk.

Abends lag sie im Bett. Herr Pustekuchen war an einem Stuhl festgebunden, ganz ordentlich. Der Papiervogel saß auf dem Nachttisch und tat so, als wäre er eine echte Feder, nur mutiger.

„Gute Nacht“, flüsterte Amelie.

Das Schildchen schrieb, ganz klein: „Gute Nacht. Bitte leise, aber fröhlich.“

Und während draußen der Wind leise um die Ecken ging, sang in Amelies Kopf eine Straße ein ruhiges Lied. Nicht laut. Nicht wild. Nur so, dass man sich sicher fühlte.

Amelie schloss die Augen. Sie hörte noch einmal kurz hin—und schlief dann ein, als wäre sie selbst eine kleine Musik-Murmel, die endlich genau ins richtige Schlüsselloch gerollt war.

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Etwas hing locker und bewegte sich leicht hin und her.
Schildchen
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Lineal
Ein langes, flaches Stück mit einer geraden Kante zum Messen oder Zeichnen.
Entschuldigen
Sagen, dass es dir leid tut, wenn du etwas falsch gemacht hast.
Zuhören
Aufmerksam mit den Ohren hören, was jemand sagt oder singt.
Papiervogel
Ein Vogel, der aus Papier gemacht ist, leicht und oft zum Hüpfen.
Musik-Murmel
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Ein kurzes, leises Geräusch mit dem Hals, bevor man spricht.
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