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Humorvolle Fantasy 7/8 Jahre Lesen 12 min.

Der Donner, der lachen lernte

Lina im Rollstuhl und ihr Freund Ben versuchen mit Keksen, Liedern und kleiner Hausmagie, das mürrische Grollen am Himmel zu besänftigen, indem sie lernen zuzuhören und zusammenzuarbeiten.

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Vier Figuren in einem Garten hinter einer Bibliothek: Lina, 8 Jahre, kurz kastanienbraune Haare, sitzt in einem knallroten Rollstuhl mit Sternaufklebern, lächelt und reicht ein Honigglas; Ben, 8 Jahre, orange Kappe wie ein Umhang, Sommersprossen und grüne Kniebandage, spielt eine kleine Holzflöte und zieht Grimassen, steht rechts vom Rollstuhl; Frau Müller, Mitte fünfzig, Bibliothekarin mit grauem Dutt und Pullover mit Buchmotiven, sitzt zentral hinten auf einer Decke aus ausgeschnittenen Buchseiten, bietet einen Teller Kekse und hält ein aufgeschlagenes Büchlein; die Bibliothekskatze, getigert mit grünen Augen und blauem Schal, schnurrt auf der Decke neben Lina. Der Ort zeigt einen texturierten Rasen, einen alten Apfelbaum links und im Hintergrund stilisierte Papierregale und bunte Blumen; die Szene ist eine warme, magische Versammlung, Kinder singen leise und reichen Kekse, um eine mürrische Wolke über ihnen zu trösten, die überrascht lächelt, metallisch gezeichnete Blitze entspannen sich, weiche Pastelltöne mit lebhaften Akzenten und collagierte Papiertexturen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das mürrische Grollen

Lina rollte den Rucksack vom Schulhof. Neben ihr hüpfte Ben, der immer eine Mütze wie ein Umhang trug. Beide waren acht Jahre alt. Lina saß im Rollstuhl. Manchmal kicherte Ben, als ob der Rollstuhl ein Rennwagen wäre. Lina lachte mit. Sie waren ein Team.

An diesem Tag war der Himmel so blau wie ein aufgeblasener Ballon. Plötzlich knurrte ein Ton hinter den Wolken. Ein tiefes Grollen. Nicht freundlich. Nicht neugierig. Mürrisch. Es war das Grollen, das immer nur nörgelt. Die Blumen lehnten sich davon weg. Die Tauben zogen die Schultern hoch.

"Nicht schon wieder", sagte Lina. "Der Donner ist heute besonders schlecht gelaunt."

"Ich finde, wir sollten ihm sagen, es ist unhöflich, so zu brummen", meinte Ben und zog an seiner Mütze, bis sie schief saß. "Aber wie spricht man mit Donner?"

Lina nickte. "Mit Keksen vielleicht. Oder Liedern. Oder einem Zauberspruch."

Ben schaute sie an. Seine Augen sprangen wie kleine Glühbirnen. "Zauberspruch! Aber du weißt doch – unsere Magie ist... nun ja, hausgemacht."

"Genau", sagte Lina. "Unsere Magie ist die, die in alltäglichen Dingen steckt. Manchmal macht sie Wind, manchmal lässt sie Socken verschwinden. Heute wird sie den Donner umstimmen."

Sie beschlossen, dem Grollen auf den Grund zu gehen. Nicht mit Furcht. Sondern mit einem Plan.

Kapitel 2: Die Versammlung der Kleinen Magier

Sie trafen sich im Garten hinter der Bibliothek. Der Garten roch nach Bleistift und Erde. Um einen alten Apfelbaum hatten sie eine Decke aus Karten, Blumen und einer alten Schürze gelegt. Ben brachte eine Pfeife, die nichts weiter tat als pfeifen, und Lina brachte ein Glas mit warmem Honig, weil Honig immer gute Stimmung macht.

"Erste Regel der Hausmagie", sagte Lina ernst. "Man spricht schön. Man schenkt Kekse. Man hilft sich. Und man lacht, weil Lachen ist laut, aber nicht frech wie Donner."

"Das ist vier Regeln", sagte Ben. Er zählte auf seinen Fingern. "Eins, zwei, drei, vier. Okay."

Sie holten das Buch der Kleinen Magie. Es war kein richtiges Buch. Es war ein Notizblock mit Eselsohren, voll gekritzelt. Darin standen Rezepte wie: "Wie man einem Regenbogen sagt, er solle bunter sein" und "Wie man einem Kühlschrank erklärt, er soll nicht brummen". Lina schlug auf eine Seite mit dem Titel: "Wie man laute Dinge leise macht".

"Bonjour, Donner", murmelte Ben dramatisch, denn Dramatisch sein half oft.

"Wir brauchen Verstärkung", sagte Lina. "Ruf die Bibliothekskatze. Oder Frau Müller. Oder den Wind."

Die Bibliothekskatze, die wirklich mehr wusste als sie vorgab, tauchte mit einem Nickerchen auf. Sie schnurrte wie ein kleines Motorboot. Dann kam Frau Müller, die Bibliothekarin, mit zwei Keksen in der Hand. "Ihr kleinen Zauberer," sagte sie lächelnd, "seid vorsichtig. Donner ist nicht böse. Er ist nur einsam."

"Also grollt er, weil er einsam ist?" fragte Ben.

"Genau", sagte Frau Müller. "Manchmal sind laute Dinge traurig."

"Das erklärt einiges", sagte Lina. "Wir machen eine Party. Eine leise Party. Und dann reden wir mit dem Donner."

Frau Müller nickte und setzte sich. "Ich bringe Geschichten. Sie helfen immer."

Kapitel 3: Der Plan, der halb perfekt war

Sie planten sorgfältig. Ihre Hausmagie brauche Werkzeuge: eine Decke, Kekse, Honig, eine Flöte, eine Taschenlampe mit buntem Papier davor und eine Tasse, in die jeder etwas Mut legen konnte. Ben pustete in die Flöte. Ein Ton kam heraus, schlief ein und war dann wieder wach. Das war das typische Verhalten ihrer Flöte.

"Wir spielen dem Donner ein Schlaflied", flüsterte Lina. "Aber ein lustiges Schlaflied. Einen Keks als Entschuldigung. Und dann sagen wir 'Bitte' und 'Danke'."

"Und wir versprechen, nicht zu kitzeln", lachte Ben. "Donner mag keine Überraschungen."

Sie rollten die Decke an den Rand der Wiese. Die Wolken begannen, wie neugierige Schafe, heranzuschauen. Das Grollen hörte, aber es blieb mürrisch. Es klang wie jemand, der einen Socken in seiner Schublade nicht findet.

"Wir brauchen ein Zeichen von Kooperation", sagte Frau Müller. "Einer von euch gibt dem anderen etwas."

Lina reichte Ben ein Stück Honig. "Für den Mut", sagte sie.

Ben hielt es wie einen Schatz. Er reichte Frau Müller einen Keks. Frau Müller gab die Keksbrösel der Katze, und die Katze erzählte in Schnurren ein Geheimnis über eine Wolke, die gern Geschichten hörte. Die Magie der kleinen Gesten machte etwas Warmes in der Luft.

"Jetzt", flüsterte Ben, "wir singen."

Sie sangen. Nicht laut. Nicht zu leise. Eine Melodie, die wie ein Gespräch zwischen zwei Freunden klang. Die Flöte knirschte, die Katze schnurrte, Frau Müller sprach eine Geschichte über ein kleines Gewitter, das lieber tanzen wollte. Das Grollen wurde stiller. Fast wie ein schlafender Riese, der nur noch ächzte.

Plötzlich rief Lina: "Er hört zu! Er hört zu, denn er hat sich an den Wörtern festgehalten!"

"Welche Wörter?" fragte Ben.

"Bitte", sagte Lina. "Danke. Entschuldigung. Vor allem 'Entschuldigung' wirkt oft Wunder."

Sie riefen dem Himmel ihre Worte entgegen. Der Donner machte ein Geräusch, das weniger wie ein Brummen war und mehr wie ein Räuspern. Es war ein Räuspern mit Fragezeichen.

"Warum bist du so mürrisch?" rief Lina.

Eine Wolke, die wie ein altes Sofa aussah, flüsterte zurück: "Ich habe gestern meinen Lieblingswitz verloren. Und niemand lachte."

Ben poppte auf. "Wir bringen dir einen Witz! Einen, den du bestimmt noch nicht gehört hast."

Kapitel 4: Der Witz, der das Grollen stillte

Sie überlegten. Witze sind schwierig. Manchmal sind sie wie Schmetterlinge. Sie fliegen weg, wenn man sie zu sehr anstarrt. Aber Ben begann: "Warum hat der Regenbogen Karotten gekauft?"

Lina zog eine Grimasse. "Warum?"

"Um seine Farben zu putzen!" Ben grinste so groß, dass seine Mütze fast fiel.

Die Wolke kicherte. Ein leises Kichern war wie Tropfen. Das Grollen machte ein kurzes Surfen mit den Tönen. Es war ein Wackeln. Die Wolke kicherte wieder. Dann lachte sie richtig. Ein Lachen, das wie ein ferner Donner klang, aber freundlich. Es rollte über die Wiese und zog die Wolken zusammen, nicht um zu drohen, sondern um zuzuhören.

"Mehr!", rief die Wolke.

Frau Müller erzählte eine Geschichte über einen Regen, der seine Regenschirme verlegte. Lina machte eine Grimasse und erzählte, wie ein Blitz einmal aus Versehen als Taschenlampe missbraucht wurde. Ben machte ein Theaterstück mit der Flöte. Die Wolke lichterte. Das Grollen änderte seinen Ton. Es wurde kleiner. Es klang fast wie jemand, der gähnt.

"Wir wollten ihn zum Schweigen bringen", sagte Lina leise. "Aber jetzt hat er nur aufgehört zu murren. Vielleicht ist das besser."

Ben nickte. "Still sein ist nicht wörtlich. Es ist, wenn jemand nicht mehr unbequem ist."

Die Wolke sprach noch einmal. "Danke", sagte sie. "Ihr habt mir meinen Lachen gebracht. Ich wollte nur gehört werden."

Lina und Ben sahen sich an. Sie fühlten, wie eine warme Welle im Bauch aufstieg. Hilfe zu geben fühlte sich genauso gut an wie Kekse essen.

"Das ist Kooperation", sagte Lina. "Wir haben zusammengearbeitet. Jeder hat etwas gegeben."

Die Bibliothekskatze schnurrte ein letztes Mal und sprang auf den Rollstuhl. Lina lachte. "Sogar die Katze meint das."

Die Sonne schob eine Wolke zur Seite, als wolle sie applaudieren. Alles war plötzlich leichter. Der Himmel war nicht mehr so ernst. Ein paar Tropfen fielen – wie Klatschen von Händen. Nicht traurig. Sondern wie Konfetti.

Sie packten ihre Sachen. Ben steckte die Flöte in die Tasche, Lina rollte den Rucksack ein. Frau Müller schüttelte die Keksbrösel von den Händen. Die Katze legte sich auf die Decke und schnarchte wie ein kleines Orchester.

"Und jetzt?" fragte Ben.

"Jetzt", sagte Lina, "geht es nach Hause. Und dann macht Mama heiße Schokolade für uns."

Kapitel 5: Schokolade und gute Laune

Zuhause wartete ein Duftpaar: Schokolade und Zuhause. Ben trat über die Fußmatte wie ein König. Lina wurde geschoben wie eine Kapitänin ihres Schiffes. In der Küche war es warm wie eine Umarmung. Die Kakaotasse dampfte und roch nach Glück.

"Ein Becher für den Helden", sagte Ben und reichte Lina die erste Tasse.

"Ein Becher für den Musikanten", sagte Lina und reichte Ben den zweiten.

Sie stoßen mit Löffeln an. Ein Klirren wie ein kleines Glockenspiel. Die Schokolade schmeckte nach Siegen, aber vor allem nach Zusammenhalt. Neben ihnen stand ein Teller mit Keksresten. Die Bibliothekskatze saß auf dem Fensterbrett und schnurrte. Der Donner war leise. Er hatte seinen Witz gefunden. Vielleicht würde er jetzt ab und zu lachen, ohne zu grollen.

"Verstehst du", sagte Lina, "wir haben den Donner nicht gezwungen. Wir haben ihm zugehört. Und das ist Magie."

Ben schlürfte, dann lächelte er. "Magie ist, wenn jeder etwas bringt. Ein Keks. Ein Lied. Ein Wort. Und eine Freundin im Rollstuhl, die die besten Ideen hat."

Lina rutschte ihr Haar hinter das Ohr und sah in den Dampf über der Tasse. "Es ist auch Magie, wenn man zusammen lacht. Sogar Wolken mögen das."

Die Katze sprang auf die Tischkante und stupste mit der Pfote nach einem Keksbrocken. Frau Müller klopfte an die Tür und setzte sich dazu. "Gut gemacht", sagte sie. "Euer Zauber war nicht groß. Aber er war freundlich."

"Genau", sagte Ben. "Freundlich ist lauter als brüllen."

Sie tranken ihre Schokolade. Draußen rollte ein leiser Donner vorüber, aber seine Stimme war jetzt wie ein alter Großvater, der zwinkert. Man hörte es kaum. Nur ein zufriedenes Murmeln.

Lina legte die Finger an die Tasse. "Ich glaube, heute haben wir etwas Wichtiges gelernt."

"Was?" fragte Ben.

"Dass man mit Hören oft mehr erreicht als mit Brüllen", sagte Lina. "Und dass Schokolade gute Belohnung ist."

Draußen zog die Wolke weiter, vielleicht um anderen launischen Dingen Aufmerksamkeit zu schenken. Drinnen war es warm. Die Kakaotassen waren leerer geworden, aber die Herzen waren voll.

Sie lachten noch einmal über den Witz mit den Karotten und dem Regenbogen. Dann saßen sie eine Weile ruhig da, zufrieden. Das Grollen war nicht weg. Es war jetzt freundlich. Und das war genug.

Die Nacht fiel wie eine Decke. Lina und Ben schauten aus dem Fenster. "Bis morgen", sagte Ben.

"Bis morgen", sagte Lina. Draußen rief ein ganz leises Grollen, das mehr nach Räuspern als nach Donner klang. Sie wussten: es würde wieder grollen. Aber jetzt konnten sie damit umgehen. Mit einem Keks, einem Lied, einem 'Bitte' und einem 'Danke'. Und mit einer heißen Tasse Schokolade.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Mürrisches Grollen
Ein lautes, grantiges Geräusch am Himmel, das wie Brummen klingt.
Grollen
Ein tiefes, brummendes Geräusch, oft bei Stürmen oder Donner.
Rollstuhl
Ein Stuhl auf Rädern, der Menschen beim Gehen hilft.
Hausmagie
Kleine, freundliche Tricks oder Gesten, die zu Hause helfen.
Eselsohren
Knicke an einer Buchseite, wie Ohren von einem Esel.
Räuspern
Leise Husten- oder Rauschgeräusch, wenn jemand den Hals klärt.
Bibliothekskatze
Die Katze, die in der Bibliothek lebt und oft dabei ist.
Konfetti
Bunte Papierschnipsel, die man bei Feiern wirft.
Kapitänin
Eine Frau, die ein Schiff oder Team anführt.
Gewitter
Ein starker Sturm mit Donner, Blitz und oft Regen.

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