Kapitel 1: Motivationsblitze über Neonstadt
In Neonstadt glitzerten die Straßen wie frisch polierte Handybildschirme, und sogar die Ampeln wirkten, als hätten sie gute Laune. Zwischen E-Scootern, Lieferrobotern und einem Hund mit Sonnenbrille landete mit einem leisen „Wupp!“ eine Frau im roten Mantel auf dem Dach eines Parkhauses.
Sie hieß Mira Funkel, aber die meisten kannten sie als Captain Konfetti – eine Superheldin mit ziemlich schrägen Kräften. Sie konnte Menschen so motivieren, dass sie plötzlich Dinge taten, die sie sonst ewig aufschoben: Vokabeln lernen, den Müll rausbringen, sogar die Mathehausaufgaben, ohne zu stöhnen. Ihr geheimes Zeichen war ein Fingerschnipsen, das klang wie ein winziger Applaus.
Unten auf dem Platz hielt sie kurz inne. Eine Schülerin stand vor einem Skateboard und sah aus, als hätte sie den Mut in der Hosentasche verloren.
Mira beugte sich vor und rief: „Hey! Wenn du fällst, fällst du wenigstens nach vorne – das ist schon halb ein Trick!“
Die Schülerin blinzelte. „Echt?“
„Natürlich! Und wenn du landest, landest du auch nach vorne. Win-win!“ Mira schnipste.
Pling! Ein Motivationsblitz sauste durch die Luft wie ein Glühwürmchen mit Koffein. Die Schülerin grinste, sprang aufs Brett und rollte los. Zwei Meter später wackelte sie – und fing sich.
„Wooo!“ rief sie. „Ich hab's geschafft!“
Mira hob den Daumen. „Siehst du? Dein Mut war nur im Flugmodus.“
Gerade als Mira weitergehen wollte, flackerte eine große Werbetafel auf dem Platz. Statt Shampoo und Turnschuhen erschien ein grinsendes Gesicht mit übertriebenem Schnurrbart: Baron Bunt – der selbsternannte „Meister der Überraschungen“.
„Achtung, Neonstadt!“ dröhnte seine Stimme aus den Lautsprechern. „Heute gibt es… ein Geschenk!“
Mira kniff die Augen zusammen. „Oh nein. Wenn er ‚Geschenk‘ sagt, meint er meistens ‚Chaos mit Schleife‘.“
Auf der Tafel erschien ein Pfeil: Kommt alle zum Hauptplatz! Gratis Party!
Mira zog ihre Handschuhe fester. „Party klingt gut. Gratis klingt verdächtig. Ich rieche… Konfetti.“
Kapitel 2: Der Konfettifallen-Alarm
Der Hauptplatz war bereits voller Leute: Schüler, Eltern, eine Oma mit einem Rollator, an dem ein Sticker stand: Turbo-Omi. In der Mitte thronte eine riesige, bunte Geschenkbox – so groß wie ein Kleinwagen. Darüber hing ein Banner: DRAN ZIEHEN!
Neben Mira tauchte ihr Sidekick auf: Lio, ein schlaksiger Technik-Fan mit einem Rucksack voller Kabel, Kaugummis und Notfall-Kekse.
„Ich hab das Banner gesehen und bin sofort gerannt“, keuchte er. „Meine Fitness-App denkt jetzt, ich werde verfolgt.“
Mira musterte die Box. „Wahrscheinlich stimmt das auch.“
Ein kleiner Junge ging mutig vor und packte an der Schnur. „Ich will ziehen!“
Mira sprang dazwischen. „Stopp! Erst Sicherheitsfrage: Wer hat diese Box hierher gestellt?“
Der Junge zuckte mit den Schultern. „Die Box war einfach… da. Wie Hausaufgaben.“
Lio kniete sich hin und hielt sein Tablet an die Box. „Metallrahmen… Drucksensoren… und hier: ein Ventil. Das ist keine Geschenkbox, das ist eine…“
„Konfettikanone im Tarnanzug“, beendete Mira. Sie grinste. „Baron Bunt liebt diesen Moment, wenn alle geschniegelt aussehen und dann… pffff!“
Ein Murmeln ging durch die Menge. Turbo-Omi stellte ihren Rollator quer. „Junge Dame, ich hab mein bestes Sonntags-Haar gemacht. Da kommt mir kein Papierfussel rein!“
Mira hob die Hände. „Keine Sorge. Wir teilen uns die Arbeit. Lio, du sicherst die Schnur. Ich lenke ab.“
„Wie lenkt man eine Konfettifalle ab?“, fragte Lio.
Mira lächelte breit. „Mit Motivation.“
Sie stellte sich vor die Box und rief: „Neonstadt! Wer von euch kann drei Sekunden stillstehen, ohne zu zappeln?“
Alle blinzelten. Ein Teenager flüsterte: „Das ist unmöglich.“
Mira schnipste. Pling! Der Motivationsblitz sprang von Person zu Person wie ein freundlicher Flummi. Plötzlich standen alle da – erstaunlich ruhig, als hätten sie einen unsichtbaren Pause-Knopf gefunden.
„Sehr gut!“, sagte Mira. „Und jetzt: Niemand zieht an irgendwas. Das ist Teamwork.“
Lio kletterte an der Seite der Box hoch und fummelte an einem kleinen Panel. „Ich sehe… einen roten und einen blauen Draht. Klassiker.“
Mira beugte sich zu ihm. „Nimm den, der nicht nach Ärger aussieht.“
„Beide sehen nach Ärger aus“, flüsterte Lio.
Da ertönte wieder Barons Stimme aus den Lautsprechern: „Ohhh, Captain Konfetti! Du bist pünktlich wie ein nerviger Wecker! Zieh doch mal, wenn du dich traust!“
Mira legte den Kopf schief. „Trauen? Ich traue mir sogar zu, dein Ego zu falten.“
Sie trat einen Schritt zurück – und bemerkte zu spät ein winziges Schild am Boden: Trittfläche: Nicht betreten.
„Ähm“, sagte sie. „Lio?“
„Sag bitte nicht, du stehst auf dem Auslöser.“
„Ich sag's nicht“, meinte Mira. „Aber ich stehe auf dem Auslöser.“
Klick.
Kapitel 3: Der Sprung in den AR-Dom
Statt einer Konfetti-Explosion passierte etwas ganz anderes. Die Luft um die Box flimmerte, als würde jemand eine riesige Seifenblase aufpusten – nur mit Neonlicht. Ein durchsichtiger Dome schoss hoch, rund wie eine Glaskuppel. Er umschloss Mira, Lio und die Box… und auch Turbo-Omi, die zu neugierig war, um wegzubleiben.
„Uff“, machte Turbo-Omi. „Ich wurde schon in Reisebusse gequetscht, aber das hier ist neu.“
Auf dem Boden erschien ein digitales Muster: Linien, Pfeile, glitzernde Buttons, die in der Luft schwebten. Es sah aus wie ein Videospiel, das beschlossen hatte, die Realität zu übernehmen.
Lio starrte. „Das ist… Augmented Reality. Ein AR-Dome! Aber in echt! Also… in echt-unecht!“
Mira klopfte gegen die schimmernde Wand. Sie vibrierte, gab aber nicht nach. „Also sind wir jetzt in einer… übermotivierten Seifenblase?“
Baron Bunts Gesicht erschien als riesiges Hologramm über ihnen. „Willkommen in meiner Dome-Show! Dort drin gelten meine Regeln. Und die erste Regel: Wer raus will, muss… spielen!“
„Ich spiele nur, wenn's Snacks gibt“, rief Mira.
„Oh, Snacks gibt es“, schnurrte der Baron. „Konfetti-Snacks!“
Plötzlich spuckte die Geschenkbox – ganz ohne Vorwarnung – eine kleine Wolke Konfetti aus. Sie wirbelte wie ein bunter Schwarm Mücken und formte Worte in der Luft: LEVEL 1: WEICHE DEM KONFETTI AUS.
„Das ist doch machbar“, sagte Lio.
„Sag das nicht zu laut“, murmelte Mira. „Das Universum hört mit und wird dann kreativ.“
Ein Piepen ertönte. Aus dem Boden schossen winzige Konfetti-Blaster hoch, wie Kaugummi-Automaten mit schlechter Laune. Sie richteten sich auf Mira.
Turbo-Omi stemmte die Hände in die Hüften. „Na los, Mädchen. Beweg die Beine. Ich will hier raus, bevor ich Glitzer im Ohr habe.“
Mira atmete tief ein. „Okay. Ich hab schon schlimmere Dinge gesehen. Zum Beispiel Socken im Schulsport…“
Sie schnipste. Pling! Statt Menschen motivierte sie diesmal sich selbst: Ihr Herz pochte schnell, ihre Gedanken wurden klar wie frisches Sprudelwasser.
„Lio“, sagte sie, „du bist mein Auge für Technik. Omi, du bist… unsere moralische Rakete.“
„Moralische Rakete?“, fragte Turbo-Omi.
„Du schimpfst so kräftig, dass sogar Laser nervös werden.“
Turbo-Omi nickte zufrieden. „Endlich sagt's mal jemand.“
Die Blaster feuerten. Konfetti schoss in dicken Strahlen, wie bunte Schneestürme aus einer sehr albernen Wolke. Mira sprang, rutschte, drehte sich – und wich aus. Ein Strahl streifte ihren Mantel, und sofort klebten drei Papiersterne daran.
„Ha!“, rief Mira. „Das kitzelt!“
„Nicht lachen!“, rief Lio. „Wenn du lachst, atmest du das ein!“
Mira presste die Lippen zusammen. Das machte es natürlich noch schwieriger, nicht zu lachen.
Kapitel 4: Motivationsmagie und geteilte Ideen
Nach einer Minute war der Dome voller Konfetti, das wie bunte Flocken langsam herunterrieselte. Auf einem schwebenden Display blinkte es: Tipp: Zusammenarbeit erhöht die Punktzahl.
Mira zeigte nach oben. „Siehst du? Sogar das Spiel sagt: Teilen.“
Lio wischte über sein Tablet. „Ich glaube, der Dome reagiert auf Bewegung. Wenn wir im gleichen Rhythmus laufen, verwirren wir die Sensoren.“
Turbo-Omi schnaubte. „Rhythmus? Ich hab früher Aerobic gemacht, als das noch ‚wild rumhüpfen‘ hieß.“
Mira grinste. „Perfekt. Dann teilen wir uns den Rhythmus. Lio, zähl.“
Lio hob die Hand. „Eins, zwei, drei—“
Sie rannten los, im Takt wie eine etwas chaotische Parade. Die Konfettiblaster versuchten zu zielen, aber ihre Strahlen lagen ständig daneben, als hätten sie Schluckauf.
Baron Bunt erschien wieder als Hologramm. „Was? Das ist nicht fair! Ihr bewegt euch… harmonisch!“
Mira rief: „Das nennt man Freundschaft. Schockierend, ich weiß!“
Plötzlich tauchte mitten im Dome ein neuer Button auf: BONUS: TEILE EIN POWER-UP.
Darunter erschienen drei schwebende Symbole: ein Schild, ein Magnet und… ein riesiger Staubsauger.
„Bitte sag, dass der Staubsauger echt ist“, flüsterte Lio ehrfürchtig.
Turbo-Omi zeigte auf das Schild. „Ich nehme das. Meine Knie sind nicht mehr level-1-tauglich.“
Mira nahm den Magneten. „Dann saugst du Konfetti an?“
„Oder ich ziehe Metallteile an“, sagte Mira. „Hoffentlich nicht Lios Zahnspange.“
„Ich hab keine—“, begann Lio, und der Staubsauger schwebte auf ihn zu und machte: „WROOOOM.“
„Okay, jetzt habe ich Angst und Respekt gleichzeitig“, sagte Lio und packte das Staubsauger-Power-up. Das Ding setzte sich wie ein Rucksack auf ihn und begann, Konfetti einzusaugen, als wäre es beleidigt vom ganzen Papier.
„Teilen wirkt!“, rief Mira. „Weiter so!“
Gemeinsam bewegten sie sich durch den Dome: Turbo-Omi mit einem glitzernden Schild, das Konfetti wie Regentropfen abprallen ließ. Lio als wandelnder Staubsauger, der sogar die Papiersterne von Miras Mantel wegfutterte. Und Mira mit dem Magneten, der plötzlich die Schrauben der Konfettiblaster anzog.
„Ups“, sagte Mira, als zwei Blaster an ihrem Magneten kleben blieben wie Kühlschrankmagnete.
„Captain Konfetti“, spottete Baron Bunt, „du sammelst meine Blaster? Wie niedlich!“
Mira nickte. „Ja. Ich teile gern. Zum Beispiel teile ich gleich deine Blaster… in Einzelteile.“
Sie drehte sich schwungvoll. Die Blaster rissen sich los, flogen gegen die Dome-Wand und ploppten aus – als wären sie Seifenblasen, die ihren eigenen Quatsch nicht mehr aushielten.
Das Display blinkte: LEVEL 1 ABGESCHLOSSEN.
„Jawohl!“, rief Lio. „Und ich habe noch nie so viel Papier gefressen. Also der Staubsauger. Nicht ich.“
Turbo-Omi tippte auf ihr Ohr. „Ich höre immer noch Glitzer. Kann man das reklamieren?“
Kapitel 5: Der letzte Streich und der Konfetti-Knopf
Die Box in der Mitte öffnete sich knarrend. Kein Konfetti schoss heraus. Stattdessen stand darin ein einzelner, überdimensionierter, roter Knopf. Darüber schwebte: DRÜCKEN FÜR FREIHEIT.
Mira verschränkte die Arme. „Das ist der älteste Trick der Welt. Wenn etwas ‚Freiheit‘ verspricht, kommt meistens noch Kleingedrucktes.“
Lio suchte das Kleingedruckte. „Da steht: ‚Nebenwirkungen: überraschende Festlichkeit.‘“
Turbo-Omi trat näher. „Festlichkeit ist okay. Solange niemand meinen Rollator dekoriert.“
Baron Bunt kicherte aus dem Nichts. „Nur drücken, Captain. Was kann schon passieren?“
Mira seufzte. „Alles.“
Sie schaute zu Lio und Turbo-Omi. „Wir drücken gemeinsam. Teilen bedeutet auch: Wenn's peinlich wird, ist's weniger peinlich.“
Lio nickte. „Geteilte Blamage ist halbe Blamage.“
Turbo-Omi hob das Kinn. „Und doppelte Courage.“
Sie legten ihre Hände auf den Knopf. Drei… zwei… eins.
PLOPP!
Der Dome verwandelte sich nicht in eine Explosion, sondern in eine… Bühne. Der Boden wurde zu einer glänzenden Laufbahn, wie in einem Stadion. An den Seiten ploppten digitale Tribünen auf, gefüllt mit jubelnden Hologramm-Fans, die alle genau Barons Schnurrbart trugen. Überall blinkten Scheinwerfer. Eine Stimme sagte: „WILLKOMMEN ZUM GROSSEN RUNDE-UM-RUNDE-RENNEN!“
Mira stöhnte. „Er zwingt uns zu… einem Siegeslauf?“
Baron Bunt erschien und verbeugte sich. „Wenn ihr schon entkommt, dann bitte mit Stil! Eine Ehrenrunde! Und natürlich…“ Er schnippte. „…mit Konfetti!“
Die Blaster, die Mira eingesammelt hatte, erschienen wieder – aber diesmal harmlos eingestellt: Sie pusteten nur kleine Konfetti-Wölkchen, die nach Zitronenlimonade rochen.
Lio sah überrascht aus. „Okay, das ist… irgendwie nett?“
„Er will, dass es aussieht, als hätten wir seine Show gebraucht“, sagte Mira. „Aber wir können das umdrehen.“
Sie blickte in die Hologramm-Menge. „Hey, ihr Schnurrbart-Fans! Habt ihr auch echte Namen oder nur ‚Bunt-Fan Nummer 38‘?“
Ein Hologramm flackerte. „Ich… heiße… äh… Tim?“
Ein anderes: „Ich bin… Sanaa!“
Baron Bunt runzelte die Stirn. „Moment, das war nicht geplant.“
Mira lächelte. „Teilen, Baron. Nicht nur Konfetti teilen – auch die Bühne.“
Sie schnipste, nicht aggressiv, sondern warm. Pling! Der Motivationsblitz hüpfte durch die Tribünen. Die Hologramm-Fans richteten sich auf, als hätten sie plötzlich Lust, sie selbst zu sein.
„Wir laufen die Runde“, rief Mira, „aber nicht für Baron Bunt. Für uns. Für Neonstadt. Und wir teilen den Jubel mit allen, die mitlaufen wollen!“
Turbo-Omi stellte ihren Rollator auf Sportmodus. Irgendwo piepte etwas, und ihr Rollator machte tatsächlich: „Turbo aktiviert.“
„Oho!“, sagte Turbo-Omi. „Wer hat mir das eingebaut?“
Lio hob die Hand. „Ähm… vielleicht ich. Für… Notfälle. Und für… dramatische Abgänge.“
Mira lachte. „Dann ist jetzt dramatisch.“
Kapitel 6: Die fröhliche Ehrenrunde
Ein Startsignal ertönte. Mira, Lio und Turbo-Omi setzten sich in Bewegung – erst vorsichtig, dann schneller. Die Laufbahn glänzte, als würde sie sie anfeuern. Das Konfetti schwebte wie bunter Nebel, aber es stach nicht, es klebte nicht – es tanzte einfach mit.
„Links!“, rief Lio, als ein Konfetti-Wölkchen sich zu einer Fragezeichen-Wand formte.
Mira sprang darüber, elegant wie ein Turnsprung, der sich heimlich für ein Meme hält. Turbo-Omi rollte darunter durch, ihr Schild funkelte. Lio saugte das Fragezeichen ein, und der Staubsauger rülpste leise ein kleines Ausrufezeichen aus.
„Der hat Humor“, kicherte Mira.
Am Rand flackerten die Tribünen. Einige Hologramme wurden klarer, echter. Menschen auf dem echten Platz außerhalb des Domes standen ebenfalls da, staunten – und begannen zu klatschen, als hätten sie verstanden, dass das hier kein Kampf sein musste, sondern ein gemeinsames Spektakel.
Mira rief durch die Kuppel: „Wenn ihr klatscht, klatscht für alle! Für die, die sich trauen, und für die, die noch üben!“
Die Menge klatschte lauter. Sogar die Ampeln draußen blinkten im Takt.
Baron Bunts Hologramm wurde kleiner, als würde ihm die Luft ausgehen. „Nein… ihr solltet… beeindruckt von mir sein…“
Mira drehte während des Laufens den Kopf zu ihm. „Wir sind beeindruckt. Von deiner Technik. Aber die Freude gehört nicht dir allein.“
Sie hielt kurz an, streckte ihre Hand aus und ließ den Motivationsblitz wie einen kleinen Ball zu Baron Bunt hüpfen. Pling.
Der Baron zuckte. „Was… was ist das?“
„Ein Schubs“, sagte Mira. „In Richtung: Teilen. Probier's mal.“
Baron Bunt schaute auf die Tribünen, auf die Menschen, auf das Konfetti, das fröhlich statt fies war. Sein Schnurrbart zuckte, als würde er nachdenken.
„Wenn ich… teile…“, murmelte er, „dann… jubeln sie trotzdem?“
Turbo-Omi rief: „Und du musst nicht ständig Fallen bauen, Junge! Ist auch gut für den Rücken!“
Lio nickte ernst. „Und für die Batterien.“
Baron Bunt seufzte so dramatisch, dass sogar ein Scheinwerfer kurz wackelte. Dann schnippte er – und die Konfettiblaster stellten sich endgültig auf „Party“ um. Musik begann zu spielen: eine Mischung aus Stadionhymne und Fahrstuhlmusik, die entschieden hatte, cool zu sein.
„Na gut!“, rief Baron Bunt. „Eine Runde für alle!“
Die Kuppel öffnete sich wie eine Blüte. Frische Luft strömte hinein, und das Konfetti flog hinaus, nicht als Angriff, sondern als Einladung. Mira, Lio und Turbo-Omi liefen weiter, hinaus auf den echten Platz, wo Menschen spontan mitliefen: die Skateboard-Schülerin, der kleine Junge, sogar ein Lieferroboter, der dabei fröhlich „Zustellung: Freude“ piepte.
Sie drehten eine letzte, gemeinsame Runde um den Platz – eine fröhliche Ehrenrunde, bei der jeder kurz neben jemand anderem lief, der sonst vielleicht allein geblieben wäre.
Mira hob die Stimme: „Wer noch nie mit einer Turbo-Omi gerannt ist, verpasst das Beste!“
Turbo-Omi grinste. „Und wer noch nie Konfetti aus der Nase gepustet hat, hat nicht richtig gefeiert!“
Lio hielt den Staubsauger hoch. „Keine Sorge! Ich teile meine Saugkraft!“
Alle lachten. Das letzte Konfetti sank wie bunte Schneeflocken auf den Boden und blieb dort liegen, als wolle es sagen: Das hier gehört euch allen.
Mira atmete tief ein. Neonstadt roch nach Zitronenlimonade und einem winzigen Hauch Abenteuer. Sie sah zu Lio und Turbo-Omi.
„Gute Runde“, sagte sie.
„Geteilt“, antwortete Lio.
Turbo-Omi nickte. „Und darum doppelt schön.“