Heute Abend leuchtet in der kleinen Werkstatt ein warmes Licht. Ben ist ein junger Mann. Er trägt eine weiche Schürze und lächelt. Auf dem Tisch stehen Gläser mit bunter Schaum-Masse: gelb wie Sonne, blau wie Himmel, grün wie Gras.
Ben ist Erfinder. Er denkt sich Dinge aus, die helfen. „Manchmal fällt etwas runter“, sagt er leise. „Dann tut ein Stoß weh. Heute mache ich Stöße ganz sanft.“
Da klopft es an der Tür. Lina, das Nachbarskind, schaut herein. „Darf ich zugucken?“ fragt sie.
„Ja“, sagt Ben. „Komm, aber ganz vorsichtig.“ Er zeigt auf einen kleinen Holzklotz. „Der Klotz ist wie ein Spielzeug, das herunterplumpst.“
Ben nimmt gelben Schaum und drückt ihn in eine Schale. „Der Schaum ist wie ein Kissen“, erklärt er. „Er soll den Stoß schlucken.“
„Stoß schlucken?“ kichert Lina.
Ben nickt. „So wie du einen Schluck Wasser nimmst. Der Schaum nimmt den Stoß auf, damit er nicht so hart bleibt.“
Er lässt den Klotz aus kleiner Höhe fallen. Plopp! Der gelbe Schaum hüpft ein bisschen. „Sanft“, sagt Lina.
Dann probiert Ben blauen Schaum. Plopp! Der Klotz sinkt tief ein und bleibt stecken. Ben kratzt sich am Kopf. „Oh. Zu klebrig.“
Lina runzelt die Stirn. „Ist das schlimm?“
„Nein“, sagt Ben freundlich. „Erfinden heißt: testen, irren, wieder testen. Fehler sind wie Weg-Schilder. Sie zeigen: hier lang lieber nicht.“
Ben mischt den blauen Schaum mit etwas Luft. Er rührt langsam, wie beim Kuchenteig. „Mehr Luft macht ihn fluffig“, sagt er. „Fluffig ist wie Wolke.“
Sie testen wieder. Plopp! Diesmal federt der Klotz weich zurück. Lina klatscht. „Wie ein Trampolin-Kissen!“
Ben lacht leise. „Genau. Und wenn wir noch ein bisschen ändern, wird es noch besser.“ Er schreibt kleine Zeichen in sein Heft. „Erfinderinnen und Erfinder beobachten, hören zu und probieren.“
Lina schaut Ben an. „Kann ich auch erfinden?“
„Natürlich“, sagt Ben. „Du kannst Ideen haben. Du kannst mutig sein. Und du darfst neu anfangen.“
Als es später draußen still wird, deckt Ben die Schaumgläser zu. „Danke, Lina“, sagt er. „Heute haben wir die Welt ein bisschen weicher gemacht.“
Lina gähnt. „Gute Nacht, Ben.“
„Gute Nacht“, flüstert Ben. Das Werkstattlicht wird kleiner, und alles fühlt sich ruhig, sicher und sanft an.