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Geschichten von kleinen Ermittlern 9/10 Jahre Lesen 7 min.

Anna und der geheimnisvolle Lutscherfall

Die clevere Anna untersucht das Verschwinden von Pauls Lutscher, folgt Spuren und befragt Mitschüler, um das Geheimnis in der Schule zu lösen.

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Vier 10‑Jährige im Kreis auf einem sonnigen Schulhof: Anna, rundes Gesicht mit Sommersprossen, kastanienbraune Zöpfe, konzentriert lächelnd, Jeans und gelbe Jacke, hält ein geöffnetes Notizheft und zeigt einen klebrigen roten Lutscher; Paul, blond und erleichtert, hält den Lutscher an die Brust; Tim, braunes Haar, blaue Jacke, leicht verlegen mit Händen in den Taschen und Blick zum Boden; Jule, schwarze geflochtene Haare, schüchtern lächelnd, hockt vor einem kleinen Tisch und reicht den Lutscher an Anna zurück; sonniger Pausenhof mit Asphaltboden, Holzbänken, farbigem Kiosk, Topfpflanzen, Schiefertafel an der Wand und weichen Baum­schatten; Szene: Fund und Rückgabe eines unter einem Pult gefallenen roten Lutschers, Zusammenarbeit und Erleichterung, fröhliche Stimmung, klare Tintenlinien und leuchtende Farben, Komposition zentriert auf die vier Kinder. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der verschwundene Lutscher

Anna stand am Fenster und kaute auf ihrem Bleistift herum. Es war Montag und draußen schien die Sonne, doch in der Schule fühlte sich alles ein bisschen langsamer an. Gerade als Frau König, die Lehrerin, eine Aufgabe an die Tafel schrieb, stupste Paul sie an. „Anna, du bist doch die beste Detektivin der ganzen Klasse“, flüsterte er. „Mein Lutscher ist weg!“

Anna spitzte sofort die Ohren. „Was meinst du?“

Paul zeigte verstohlen auf seinen leeren Tisch. „Vor der Pause lag da mein Riesenlutscher. Jetzt ist er weg. Einfach weg!“

Anna grinste. Ein neuer Fall! Sie zog ihr kleines Notizbuch aus der Tasche und schrieb: „Fall 7 – Der verschwundene Lutscher“. Dann fragte sie: „Wer saß denn vor der Pause in deiner Nähe?“

Paul zählte auf: „Sarah, Tim und Jule. Aber ich hab nicht hingesehen.“

Anna nickte und sah sich den Tatort ganz genau an. Eine winzige, klebrige Spur leuchtete auf dem Tisch. „Das ist bestimmt Lutscherfleck!“, rief sie leise, „Wir müssen der Spur folgen!“

Kapitel 2: Die klebrige Fährte

Nach der Pause schlich Anna mit Paul durch die Klasse. Sie beugte sich über den Tisch, schnüffelte sogar ein bisschen und zeigte auf eine rote Klebespur, die auf den Boden tropfte. „Siehst du das? Die Spur führt nach hinten zum Fenster!“

Paul staunte. „Du bist wirklich gut, Anna!“

Die beiden folgten der Spur bis zum hinteren Regal. Dort entdeckte Anna ein winziges, abgebissenes Papierstück. Sie hob es vorsichtig auf und puste den Staub weg. Da stand: „Mega-Lutscher – Kirschgeschmack.“ Anna nahm ihr Taschenmesser und schabte vorsichtig die klebrigen Reste vom Etikett. Dann wischte sie es sauber an ihrem Taschentuch. „Das nehmen wir als Beweisstück mit“, sagte sie zufrieden.

Da kam Frau König vorbei. „Was macht ihr denn da?“, fragte sie lächelnd.

Anna strahlte. „Wir lösen einen Fall, aber pssst!“ Frau König zwinkerte und flüsterte: „Na dann, viel Erfolg, Detektivin!“

Kapitel 3: Verdächtige im Kiosk

In der nächsten Pause schlich Anna mit Paul in Richtung Kiosk. Dort war sie schon oft gewesen – ein kleiner, schattiger Pavillon mit bunten Bonbongläsern und knisternden Tüten. Anna liebte es am Kiosk, weil es dort immer etwas zu entdecken gab. Heute aber war sie ganz auf ihre Detektiv-Arbeit fokussiert.

Paul raunte: „Vielleicht hat jemand den Lutscher hier eingetauscht!“

Hinter dem Tresen stand Frau Baum, die freundliche Kioskfrau. Anna schaute sich um. In der Ecke saßen Tim, Sarah und Jule zusammen. Sie tuschelten. Anna ging listig näher heran.

„Hat jemand von euch heute einen neuen Lutscher?“, fragte sie scheinheilig.

Tim wurde rot. „Ich… ähm… nein!“

Sarah lachte. „Jule hat einen, aber der ist grün, nicht rot wie der von Paul!“

Anna notierte: „Jules Lutscher grün, Pauls war rot, Kirschgeschmack.“

Sie hielt sich an ihre wichtigste Regel: Keine voreiligen Schlüsse ziehen!

Kapitel 4: Die Enthüllung im Kiosk

Anna beobachtete weiter. Plötzlich entdeckte sie hinter dem Tresen einen Papierkorb, aus dem eine rote Verpackung ragte – mit Kirschgeschmack. Anna hob die Tüte auf und zeigte sie Paul. „Siehst du? Hier liegt die Verpackung!“

Da mischte sich Frau Baum ein. „Die hat heute früh schon einer weggeschmissen. War ganz klebrig!“

Anna fragte: „Wer war denn das?“

Frau Baum überlegte. „Jemand mit einer blauen Jacke. Ich glaube… Tim!“

Paul flüsterte: „Tim hatte heute Morgen seine neue blaue Jacke an!“

Anna drehte sich um und sah, dass Tim an einem Kaugummi kaute und ganz nervös auf seinem Stuhl wippte. „Tim, können wir dich kurz sprechen?“, rief sie ihm zu.

Tim stand langsam auf. „Hab ich was falsch gemacht?“

„Wir haben da eine Frage“, sagte Anna freundlich. „Hast du heute einen Lutscher gehabt?“

Tim senkte den Kopf. „Ich wollte den Lutscher gar nicht nehmen! Aber er lag so rum… und ich hatte noch Geld übrig.“

Anna nickte. „Du hast ihn nicht geklaut, sondern gekauft?“

Tim nickte erleichtert. „Ja, Frau Baum hat mir den letzten Kirschlutscher verkauft. Pauls Lutscher habe ich gar nicht gesehen.“

Anna grinste. Der Fall wurde immer spannender!

Kapitel 5: Die Wahrheit kommt ans Licht

Nach dem Unterricht traf sich Anna mit Paul, Tim, Sarah und Jule auf dem Schulhof. Anna erklärte: „Wir wissen jetzt, dass Tim den Lutscher gekauft hat. Aber Pauls Lutscher ist immer noch verschwunden.“

Da meldete sich Jule vorsichtig. „Ich hab da was gefunden“, sagte sie leise und reichte Anna eine kleine, durchsichtige Plastiktüte. Darin lag Pauls Lutscher – ganz klebrig, aber unversehrt.

Paul seufzte erleichtert. „Wo hast du den gefunden?“

Jule schmunzelte. „Unter deiner Bank. Ich hab ihn aufgehoben, weil ich dachte, du hast ihn verloren.“

Anna lachte. „Dann war es ein Missverständnis! Der Lutscher war gar nicht weg, sondern nur runtergefallen. Jule, danke für deine Ehrlichkeit!“

Alle kicherten. Paul trocknete den Lutscher an seiner Jacke ab und grinste breit. „Die beste Detektivin und die ehrlichste Finderin der Welt!“

Anna schrieb in ihr Notizbuch: „Fall gelöst – Zusammenarbeit hilft immer!“

Kapitel 6: Ein Augenzwinkern der Lehrerin

Zurück im Klassenzimmer kam Frau König an Annas Platz. Sie beugte sich zu ihr herunter und sagte lächelnd: „Na, Detektivin, hast du den Fall gelöst?“

Anna nickte stolz. „Der Lutscher war nur verschwunden, nicht gestohlen. Jule hat ihn gefunden – und alle haben geholfen!"

Frau König grinste und zwinkerte Anna zu. „Vielleicht brauche ich dich ja mal, wenn mein Teebeutel verschwindet.“

Anna und ihre Freunde lachten laut. Dann rief Anna: „Detektivin Anna steht bereit! Aber nur, wenn ich einen Lutscher als Belohnung bekomme.“

Gemeinsam verließen sie das Klassenzimmer – Anna mit ihrem Notizbuch, Paul mit seinem Lutscher und alle mit einem tollen Gefühl, dass Teamarbeit jedes Rätsel lösen kann.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Kaute
Mit dem Mund etwas immer wieder zerkleinern, zum Beispiel an einem Stift.
Verstohlen
Heimlich und leise, damit es andere nicht merken.
Notizbuch
Kleines Heft zum Aufschreiben von Ideen oder Fällen.
Tatort
Der Ort, an dem etwas passiert ist, wie hier der Tisch.
Klebrige Spur
Eine feuchte oder klebende Linie, die zeigt, wo etwas war.
Pavillon
Ein kleiner offener Verkaufsstand oder Schuppen draußen.
Knisternden Tüten
Tüten, die ein raschelndes Geräusch machen, wenn man sie bewegt.
Taschentuch
Ein Stück Papier oder Stoff, um Dinge sauberzuwischen.
Tresen
Die lange Theke, hinter der eine Person beim Verkauf steht.
Papierkorb
Ein Behälter, in den man Abfall aus Papier wirft.
Etikett
Ein kleines Schild oder Papier, das Informationen über einen Artikel zeigt.
Beweisstück
Ein Gegenstand, der hilft, zu zeigen, was passiert ist.
Scheinheilig
So tun, als wäre man unschuldig oder gut, aber es nicht wirklich sein.
Listig
Schlau und ein bisschen heimlich handeln, um etwas zu erreichen.

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