Es war ein schöner, sonniger Tag im Kindergarten. Die Vögel zwitscherten fröhlich und die Blumen blühten bunt im Garten. In einer Ecke des Spielplatzes spielten vier kleine Mädchen: Mia, Emma, Lina und Sophie. Sie waren alle drei Jahre alt und hatten viel Spaß zusammen.
Eines Tages saßen sie im Kreis auf der Wiese. Mia hatte einen großen, roten Ball. „Schaut mal, wie toll ich mit dem Ball spielen kann! Ich kann ihn ganz hoch werfen!“, rief Mia stolz. Die anderen Mädchen schauten sie bewundernd an.
„Ich möchte auch mit dem Ball spielen!“, sagte Emma. „Bitte, Mia!“
Mia überlegte. Sie wollte nicht, dass die anderen mit dem Ball spielten, denn es machte ihr so viel Spaß. „Ich kann dir etwas erzählen“, begann Mia und ihre Augen funkelten. „Wenn du mit dem Ball spielst, wirst du ganz schnell. Du wirst wie ein Blitz!“
Die anderen Mädchen schauten sie mit großen Augen an. „Wirklich? Wie ein Blitz?“, fragte Lina neugierig.
Mia nickte eifrig. „Ja, wirklich! Aber nur, wenn du ganz schnell bist und viel übst!“
Emma, Lina und Sophie schauten sich an und beschlossen, dass Emma es versuchen sollte. „Ich werde schnell sein! Ich werde wie ein Blitz!“, rief Emma und sprang auf.
Sie nahm den Ball und warf ihn hoch in die Luft. Doch der Ball flog nicht weit. Er rollte einfach auf den Boden. Die anderen Mädchen kicherten.
„Das war nicht blitzschnell, Emma!“, lachte Sophie.
Mia fühlte sich ein wenig schlecht. Sie hatte gelogen, nur um den Ball für sich allein zu behalten. Doch sie wollte nicht, dass die anderen es merkten. Also beschloss sie, weiter zu lügen. „Ich kann dir ein Geheimnis verraten“, sagte Mia. „Wenn du auf einem Bein stehst, wirst du noch schneller!“
Emma versuchte es wieder. Sie stellte sich auf ein Bein und warf den Ball erneut. Diesmal fiel sie hin, und alle Mädchen mussten lachen. Sie hatten viel Spaß, aber Mia fühlte sich nicht gut.
Am nächsten Tag kam die Erzieherin, Frau Müller, mit einer neuen Idee. „Heute spielen wir ein Spiel, bei dem wir ehrlich zueinander sein müssen!“, erklärte sie. „Wir erzählen uns Geschichten, aber nur die Wahrheit!“
Die Mädchen waren gespannt. „Das wird lustig!“, rief Lina.
Mia fühlte sich unwohl. Sie wusste, dass sie gelogen hatte, und jetzt musste sie die Wahrheit sagen. Als es Mias Reihe war, erzählte sie von ihrem großen roten Ball. „Ich habe gesagt, dass man schnell wie ein Blitz wird, wenn man den Ball wirft. Aber das war nicht wahr. Es war nur ein Schwindel“, gestand sie.
Die anderen Mädchen schauten sie überrascht an. „Warum hast du das gemacht, Mia?“, fragte Emma.
„Ich wollte, dass ihr den Ball nicht mehr wollt, weil ich alleine spielen wollte“, sagte Mia leise. „Es tut mir leid.“
Frau Müller nickte verständnisvoll. „Es ist okay, Mia. Es ist wichtig, ehrlich zu sein. Wenn du die Wahrheit sagst, können wir alle gemeinsam spielen!“
Mia fühlte sich erleichtert. „Ich möchte ehrlich sein. Ich möchte, dass wir zusammen spielen können!“, sagte sie.
Die anderen Mädchen lächelten. „Klar, Mia! Lass uns zusammen spielen!“, rief Lina fröhlich.
Von diesem Tag an spielten sie immer ehrlich miteinander. Sie teilten den roten Ball und hatten viel Spaß. Mia lernte, dass die Wahrheit immer die beste Lösung ist, um Freunde zu gewinnen und gemeinsam zu spielen.
Am Ende des Tages lagen sie müde auf der Wiese. „Es ist schön, ehrlich zu sein“, flüsterte Sophie.
„Ja, das ist es!“, antwortete Mia mit einem glücklichen Lächeln.
Die Sonne ging langsam unter und die Mädchen waren glücklich, weil sie gelernt hatten, dass Freundschaft und Ehrlichkeit die besten Dinge im Leben sind.