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Geschichte über das Selbstvertrauen 5/6 Jahre Lesen 10 min.

Daumen hoch für kleine Schritte

Vier Freunde entdecken in der Bibliothek, wie kleine Schritte, Übung und gegenseitige Hilfe Mut machen können, als sie eigene Projekte beginnen und sich Herausforderungen stellen.

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Vier Kinder, alle etwa 6 Jahre: Luca, hellbraune Kurzhaar, sanft lächelnd, hält eine bunte Karte mit Punkten und Herzen und steht vorn in der Mitte; Ben, braune Haare, mit blauem Rucksack und gelber Stern, hockt links von Luca und richtet ein kleines Papierhaus auf einem niedrigen Tisch; Sami, schwarze lockige Haare, schüchterne große Augen, hält einen Blumentopf mit einer jungen grünen Pflanze und beugt sich rechts von Luca zärtlich zur Pflanze; Jonas, blond, grüne Kappe mit Froschmotiv, steht hinter Luca und zeigt stolz ausgeschnittene Papierformen (Boot, Stern). Ort: warme Kinderbibliothek mit hellen Holzwänden, niedrigen Bücherregalen, roten und gelben Kissen, großer runder Fensteröffnung und rundem Wanduhr; Szene: die vier präsentieren auf einem Holztisch ihre Projekte vor der Bibliothekarin, freundliche, ermutigende Gesten und ein Gefühl von Vertrauen, dezente Aquarellspritzer betonen Freude und Wärme. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1: Der bunte Morgen

Luca, Ben, Sami und Jonas sind fast sechs Jahre alt. Sie wohnen in derselben Straße. Jeden Morgen treffen sie sich auf dem kleinen Platz beim Ahornbaum. Heute ist ein besonderer Tag. Im Kindergarten haben sie gehört, dass die Stadtbibliothek eine Kinderstunde macht. „Wir gehen zusammen“, sagt Luca, und seine Stimme ist weich wie ein Plüschtier.

Die Sonne kitzelt die Blätter. Die Jungen halten ihre Rucksäcke. Ben hat einen blauen Rucksack mit einem gelben Stern. Sami hat Schuhe, die beim Rennen leise pfeifen. Jonas hat eine Mütze mit einem kleinen Frosch. Luca trägt eine Karte, die er selber gemalt hat — mit bunten Punkten, die den Weg zeigen.

„Was, wenn ich keine Bücher finde?“ fragt Sami ganz leise. Seine Hände fummeln am Reißverschluss. „Was, wenn ich mich verlaufe?“ Jonas schaut kurz auf seine Schuhe. Ben atmet tief ein und sagt: „Wir schaffen das. Schritt für Schritt.“

Sie gehen los. Schritt für Schritt durch die Straße, Schritt für Schritt über die Brücke. Schritt für Schritt fühlen sich die Beine mutiger. Auf dem Weg sammeln sie kleine Dinge: eine Feder, einen Stein mit einem Glitzersprenk, ein Stück Schnur. Jeder Fund ist wie ein kleiner Sieg.

Vor der Bibliothek klopft ihre Aufregung wie ein kleiner Vogel im Bauch. Die Bibliothek ist groß, aber freundlich. Fenster wie Augen, Türen wie Arme, die einladen. Eine Frau mit einem Namensschild lächelt. „Hallo, ihr Entdecker! Kommt herein.“ Ihre Stimme ist warm.

Teil 2: Im Meer der Bücher

Drinnen riecht es nach Papier und Honig — nach Geschichten, die warten. Regale stehen wie sanfte Hügel. Farben, Buchrücken wie Regenbogen. Die Kinder gehen langsam. Ihre Finger streifen über Buchrücken, als hätten die Bücher Federkissen.

Die Bibliothekarin zeigt eine Ecke mit Kissen. „Heute suchen wir ein Buch, das euch Mut macht“, sagt sie. „Ihr dürft selber suchen.“ Die Jungen schauen sich an. Ein leises: „Oh.“ Jeder spürt ein kleines Zögern. Dann erinnert sich Luca an seine Karte. „Schritt für Schritt“, murmelt er.

Ben findet zuerst ein Buch mit Tieren, die zusammen etwas bauen. Er setzt sich und blättert vorsichtig. Sami zieht ein Buch mit bunten Baustellenbildern. Jonas entdeckt ein Buch über einen kleinen Frosch, der hoch springen möchte. Luca schaut auf seine Finger und dann aufs Regal, und seine Hand greift nach einem Buch mit einer Geschichte über einen Jungen, der einen großen Garten pflanzt.

Die Bibliothekarin setzt sich zu ihnen. „Manchmal fühlt man sich klein vor einem großen Buch“, sagt sie. „Aber ein Satz nach dem anderen, wie ein kleiner Schritt, reicht schon.“ Die Kinder nicken. Worte werden leichter.

Sie hören der Geschichte zu. Es gibt wenig Dialog, nur das leise Flüstern der Seiten und ab und zu ein Kichern. Die Bilder sind groß und freundlich. Ein Junge in der Geschichte beginnt mit einem Samen. Er gießt. Er wartet. Manchmal fehlt die Sonne. Manchmal krabbelt ein Käfer über das Blatt. Doch er versucht weiter. Dann sprießt eine kleine grüne Spitze. Sein Herz macht einen kleinen Hüpfer. Die Kinder schauen hin. Ihre Augen glänzen ein bisschen.

Nach der Geschichte sagt die Bibliothekarin: „Jetzt habt ihr eine Aufgabe. Jeder darf ein kleines Projekt mit nach Hause nehmen. Nichts Großes. Etwas, das euch Freude macht und bei dem ihr Schritt für Schritt üben könnt.“ Sie legt auf den Tisch vier kleine Tüten. Darin sind Samen, ein Buntstift, eine kleine Schere, ein Stück Stoff.

Sami nimmt den Samen in die Hand. „Ich habe Angst, dass ich ihn vergesse zu gießen.“ Ben sagt: „Wir können ihn zusammen gießen. Schritt für Schritt.“ Jonas hält die Schere vorsichtig. „Ich will das Schneiden lernen.“ Luca lächelt. „Und ich werde meine Karte weitermalen. Jeden Tag ein kleines Stück.“

Die Bibliothek hört zu: die Wanduhr tickt leise, eine Katze auf einem Plakat schläft mit zugekniffenen Augen, die Jungen atmen und fühlen, wie das Herz langsam ruhig wird. Sie merken: Alles beginnt klein.

Teil 3: Die kleinen Versuche

Zuhause werden die Projekte aufgebaut. Ben stellt sein kleines Minihaus aus Papier auf den Tisch. Sami gräbt ein Loch in einen Blumentopf und legt den Samen hinein. Jonas übt mit der Schere, zuerst an Papierstreifen, dann an bunten Blättern. Luca malt eine neue Route auf seiner Karte, mit Punkten, Sternchen und einem kleinen Herz.

Manchmal klappt es nicht auf Anhieb. Ben faltet das Dach falsch und muss neu anfangen. Er atmet tief ein. „Noch einmal“, sagt er und lächelt. Sami vergisst zu gießen, weil eine Biene im Fenster rumsurrt. Am Abend sieht der Samen trocken aus. Sami fühlt sich traurig. „Ich habe es vermasselt“, flüstert er. Seine Mutter setzt sich neben ihn. „Man vergisst manchmal. Morgen gießt du, und das ist okay.“ Sie legt eine kleine Sprühflasche bereit. Sami strahlt und nickt.

Jonas schneidet ein Blatt zu kurz. Er schaut auf das Stück Papier, das fehlt. Dann erfindet er Formen aus dem Restpapier: ein Stern, ein Boot, ein kleines Haus. Sein Gesicht wird wieder neugierig. „Sieh mal“, ruft er. Ben und Luca kommen rüber und staunen über Jonas' neuen Boot.

Die Tage vergehen. Schritt für Schritt. Jeden Morgen ein Blick auf den Samen, eine kleine Gießkanne, ein Pinselstrich auf der Karte, eine Schere, die feinfühliger wird. Ihre Mütter und Väter klatschen leise, nicht laut, nur so, dass die Kinder es fühlen: ein warmes Daumenhoch. Diese kleinen Anerkennungen sind wie Sonnenstrahlen.

Eines Morgens ruft Sami: „Schaut!“ Ein winziges grünes Pflänzchen streckt sich durch die Erde. Seine Hände vibrieren vor Freude. Ben springt auf und dreht ein kleines Tänzchen. Jonas pfeift. Luca malt ein neues Herz an die Stelle seiner Karte, genau dort, wo sie die Bibliothek eintrafen. Sie feiern leise, wie man es am besten vor dem Frühstück macht.

Teil 4: Teilen und Daumen hoch

Eine Woche später treffen sich die vier wieder bei der Bibliothek. Sie bringen ihre kleinen Projekte mit: das Minihaus, den Blumentopf mit dem Pflänzchen, die Papierformen und Lucas erweiterte Karte. Die Bibliothekarin freut sich und stellt ihre Projekte auf einen Tisch. Andere Kinder kommen vorbei, schauen und lächeln.

„Erzählt uns von euren Schritten“, sagt die Bibliothekarin. Ben erzählt, wie oft er das Dach neu gefaltet hat. Sami erzählt vom Vergessen und vom Wieder-Anfangen. Jonas zeigt seine Kunst aus Restpapier. Luca führt seine Karte vor, Punkt für Punkt, und erklärt, wo sie kleine Pausen gemacht haben. Die anderen Kinder lauschen, die Augen groß wie Monde.

Die Bibliothekarin hebt ihre Hand und macht ein Daumenhoch. Es ist ruhig, aber schwer wie ein warmer Mantel. „Ihr habt es ausprobiert“, sagt sie. „Ihr habt geübt. Ihr habt nicht aufgegeben. Das ist Mut.“ Die Kinder fühlen, wie ihr Brustkorb ein kleines bisschen breiter wird. Mut fühlt sich an wie eine Decke, die man sich um die Schultern legt.

Am Ende der Stunde gibt es eine kleine Urkunde — ein Stück buntes Papier, auf dem steht: „Ich habe es versucht.“ Die Jungen halten sie hoch wie Schilder. Nicht weil sie perfekt sind, sondern weil sie angefangen haben. Die Bibliothekarin macht noch einmal ein Daumenhoch, und diesmal sehen sie, wie auch andere Kinder mit den Daumen hoch zeigen. Ein Kreis von Daumen, ein leiser Applaus, der nicht laut, aber sehr ehrlich klingt.

Auf dem Heimweg sprechen die vier kaum. Sie laufen neben- und hintereinander. Kein Wort ist nötig. Jeder spürt den warmen Mut im Bauch. Sie wissen: Wenn sie einen Schritt machen, dann kommt der nächste. Wenn sie einmal rutschen, dann stehen sie auf und probieren es wieder. Schritt für Schritt.

Abends im Bett denken sie an den Tag. Ben legt seine Urkunde neben sein Kissen. Jonas faltet ein Boot aus dem Restpapier und legt es auf den Nachttisch. Sami kippt noch einmal einen Tropfen Wasser in den Blumentopf und sagt: „Gute Nacht, kleiner Samen.“ Luca steckt seine Karte unter sein Kissen, als hätte sie ihm etwas zum Träumen gegeben.

Die Nacht ist leise. Draußen raschelt ein Blatt. Ein kleiner Wind flüstert: „Immer weiter, Schritt für Schritt.“ Die Jungen schlafen mit einem Lächeln ein, leicht wie Wolken.

Am nächsten Morgen treffen sie sich wieder, weil das Mutmachen weitergeht. Die Bibliothek ist ein Ort, an dem sie gelernt haben, dass Fehler keine Gespenster sind, sondern kleine Lehrer. Dass jeder Versuch ein Schritt ist, der zählt. Dass man manchmal Hilfe braucht — eine Hand, eine Erinnerung, ein leises Wort — und dass es in Ordnung ist, um Hilfe zu bitten.

Bevor sie auseinandergehen, halten sie sich kurz an den Händen. Es ist kein langes Händchenhalten, nur ein kurzer Druck. Dann strecken sie ihre Daumen in die Luft. Einer nach dem anderen. Ein stiller, warmer Kreis von Daumen. Sie lachen, leise und voller Stolz, und marschieren in den Tag, bereit für neue Versuche.

Daumen hoch. ?

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Ahornbaum
Ein großer Baum mit breiten Blättern, oft auf Spielplätzen oder Straßen.
Bibliothek
Ein Ort mit vielen Büchern, wo Kinder und Erwachsene lesen und ausleihen dürfen.
Bibliothekarin
Eine Frau, die in der Bibliothek arbeitet und bei Büchern hilft.
Regale
Lange Ablagen in der Bibliothek, auf denen viele Bücher stehen.
Gießkanne
Ein Gefäß mit einem Ausguss, mit dem man Pflanzen Wasser gibt.
Sprühflasche
Eine kleine Flasche, die Wasser in feinen Tropfen sprüht.
Urkunde
Ein buntes Blatt Papier, das zeigt: Du hast etwas geschafft.
Plüschtier
Ein weiches Spielzeug aus Stoff, das man gern kuschelt.
Pflänzchen
Eine sehr kleine junge Pflanze, die gerade aus der Erde kommt.
Projekt
Eine kleine Aufgabe oder Idee, die man selbst macht und übt.

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