Kapitel 1: Pinos klebrige Entdeckung
Pino schnüffelte fröhlich im Morgenlaub. "Heute finde ich alle Kicher-Schoten!", rief er und wackelte mit seinen Stacheln. Pino war ein Igel mit einem kleinen Problem: Seine Stacheln waren besonders neugierig. Sie klebten gern Dinge fest, ohne zu fragen.
"Warum Kicher-Schoten?" fragte seine Freundin Lala, die kleine Maus, die neben ihm auf einem Blatt saß. "Weil sie kichern können!", piepste Pino und stupste eine Schote mit der Nase. Die Schote kicherte wirklich: "Kicher! Kicher!"
Pino lachte so sehr, dass sein Bauch wie ein Luftballon wackelte. Er sammelte eine Schote, noch eine und noch eine. Jede Schote kicherte, und jede Schote fand Pinos Stacheln sehr praktisch. Bald klebten an seinen Stacheln Glitzerstaub, ein Stück Tuch, zwei Blätter, ein Gänseblümchen und... eine Socke!
"Das ist nicht meine Socke", sagte Pino und zog die Socke mit dem Stachel. Aus der Socke blinzelte ein kleiner Käfer. "Och, hallo!", sagte der Käfer. "Ich heiße Käfer Karl und wohnte gerade in dieser Socke. Jetzt wohne ich an deinem Stachel."
"Willkommen, Karl", sagte Pino. "Du musst dich an das Kleben gewöhnen." Die Socke lachte leise. "Kicher?"
Lala kicherte ebenfalls. "Du bist kein normaler Igel mehr, Pino. Du bist ein Klett... Klettigel!"
"Ein Klettigel?", murmelte Pino und schaute auf seine Stacheln, die wie eine Sammlung aus einem Flohmarkt aussahen. Alles glitzerte, raschelte und kicherte ein bisschen.
"Und was machen Klettigel?" fragte Pino hoffnungsvoll.
"Sie kleben Dinge fest und machen daraus eine Überraschung", sagte Lala. "Vielleicht eine lustige Überraschung!" Pino nickte. Von hinten hörte man ein Flöten: Es war Fips, der Frosch, der mit einer kleinen Pfanne trommelte. "Kicherkonzerte!", quakte Fips. "Wir brauchen ein Kicherkonzert!"
Pino staunte. "Ein Kicherkonzert?" fragte er. "Für wen?"
"Für alle im Plapperwald", sagte Fips. "Damit jeder einmal so lacht, dass die Sterne kichern." Pino stellte sich die Sterne vor, wie sie kleine Sternenkicherer ausstießen. Er fand das zauberhaft.
"Also sammeln wir Kicher-Schoten", verkündete Pino, "und ich werde sie an meinen Stacheln tragen. Dann veranstalten wir ein Kicherkonzert!"
Lala klatschte in ihre winzigen Pfoten. "Gute Idee! Aber vergiss nicht: Der Tauschwind kann kommen." Pino runzelte die Stirn. "Tauschwind?"
"Der Tauschwind ist ein frecher Wind", erklärte Lala. "Er tauscht Sachen, wenn ihm danach ist. Er hat schon einmal einer Eule die Brille gegen eine Radieschenmütze getauscht." Alle lachten. Pino dachte: Ein Tauschwind klingt spannend. Vielleicht bringt er noch mehr Dinge an Pinos Stacheln!
Kapitel 2: Sammelspaß und klebrige Freunde
Die drei Freunde zogen los. Der Plapperwald war voller Geräusche: Blätter, die flüsterten, Bäche, die kicherten, und Vögel, die Noten wie Bonbons fallen ließen. Überall wuchsen Kicher-Schoten an Büschen. Pino pflückte eine, dann zwei, dann zehn. Jedes Mal, wenn er eine Schote berührte, kicherte sie leise: "Kicher!"
"Pass auf, dein Stachel hat eine Schote extra gern", sagte Lala. Sie zeigte auf ein Stachel, an dem eine Schote klebte wie ein kleiner Hut. "Sieht aus wie ein Mini-Hut."
"Sehr schick", murmelte Pino. Er setzte die Schote auf wie eine Mütze und vergaß kurz, dass an den anderen Stacheln auch Dinge hingen. Ein Buschel Moos, ein kleiner Spiegel, eine Gabel, eine Feder, ein Kekskrümel und — wie konnte das passieren — eine kleine Regenwolke! Die Regenwolke hing seidig an einem Stachel und tröpfelte ein bisschen. "Oh!", sagte Pino. "Ein Wolken-Schatz!"
"Sie macht Musik", flüsterte Fips, der mit der Pfanne trommelte. Jeder Regentropfen machte ein winziges Plitsch-Platsch, sehr musikalisch. Pino rollte zufrieden mit den Augen. Seine Stacheln fühlten sich wie ein Orchester an.
Plötzlich zog ein kühler Luftzug durch den Wald. "Huuuh!", sagte der Wind. Er roch nach weichen Socken, warmen Broten und einem Hauch von Kicher-Schote. "Oh-oh", flüsterte Lala. "Der Tauschwind!"
Der Tauschwind schlich wie ein Schalk durch die Zweige. Er schaffte es, die kleine Gabel von Pinos Stachel zu lösen und sie durch eine winzige Trillerpfeife zu ersetzen. "Tauschen macht Spaß!", piepste der Wind. Dann schnappte er die Socke, die früher dem Käfer gehört hatte, und tauschte sie gegen einen bunten Luftballon, der plötzlich an Pinos Stachel klebte und fröhlich ploppte. "Hoppla!", rief Pino.
"Mehr Musik!", jubelte Fips. Der Luftballon machte kleine Plopp-Töne, wenn die Sonne ihn streichelte. Der Tauschwind kicherte. Er nahm das Gänseblümchen und gab stattdessen einen kleinen Sonnenhut. So sah Pino jetzt aus wie ein wandelnder, klingelnder, luftballonbewehrter Zirkus.
"Was, wenn du zu voll wirst?" fragte Lala. "Dann musst du vielleicht auf einem Pilz sitzen und in die Sonne schnurren." Pino fand die Idee so lustig, dass er beinahe kicherte. "Schnurren?" fragte er. "Als Igel?"
"Alles ist möglich bei einem Kicherkonzert", erklärte Fips feierlich. "Selbst Igel-Schnurren."
Weiter sammelten sie. Die Freunde fanden noch mehr Kicher-Schoten und Pino trug sie mutig an seinen Stacheln. Manche Schoten kitzelten seinen Bauch, andere machten ihm leise Lieder: "Kicher-la-la!" Pino summte mit.
An einem Ast hing plötzlich ein kleines Schild mit der Aufschrift: "Platz des Kicherkonzerts". Es war wie gemalt: bunte Noten, lachende Pilze und ein lachender Mond. Die Freunde jubelten. "Genau hier!", rief Lala und sprang auf einen Stein.
"Perfekt", sagte Pino und setzte sich auf einen weichen Mooskissen. Um ihn herum saßen Tiere, die den Wald bewohnten: ein Eichhörnchen mit einer Brille, ein Dachs, der eine Melone trug, ein Specht mit einer Flöte und sogar einige Schnecken, die kleine Trommeln auf ihren Schalen hatten. Alle schauten auf Pino, der wie ein wandelnder Schatz aus Dingen war.
"Bereit?" fragte Pino. Seine Stacheln rasselten vor Aufregung. "Bereit!" riefen die Freunde. "Los!"
Kapitel 3: Das Kicherkonzert und der Tauschwind
Fips schlug die Pfanne, die nun an einem Stachel hing, wie eine kleine Trommel. Der Specht blies in seine Flöte. Die Schnecken rollten ihre Trommeln. Die Kicher-Schoten summten. Es klang wie ein Regenbogen aus Tönen. Pino spürte, wie sein Igelherz vor Freude hüpfte.
"Sing mit uns!", piepste Lala. Pino nickte und pustete eine Kicher-Schote, die wie eine winzige Trompete klang. Ein Kichern rollte durch den Wald, und die Blätter begannen zu schwingen wie Hemden im Wind.
Dann kam der Tauschwind, diesmal sehr neugierig. Er blies nicht nur Dinge hin und her, er machte kleine Überraschungen. Er nahm die Regenwolke von Pinos Stachel und stellte sie über den Publikumspfad — aber die Wolke regnete nur winzige, süße Tropfen, die nach Honig dufteten. Die Tiere lachten und leckten die Tropfen. "Mmmh!" sagte der Dachs.
Der Tauschwind liebte es, zu spielen. Er schob einen Notenregen in die Luft, sodass die Noten wie bunte Blätter tanzten. Er schnappte die Brille vom Eichhörnchen und setzte stattdessen eine kleine Sonnenblume auf. Das Eichhörnchen kicherte: "Sieht gut aus!"
Pino bemerkte, wie mehr Dinge an seinen Stacheln auftauchten. Ein Tuch, das aussieht wie ein Sternenschal, eine kleine Glocke, die wie ein Lachen klingelte, und ein kleiner Spiegel, in dem Pino sein Stachel-Abenteuer betrachtete. "Ich sehe aus wie ein Weihnachtsbaum", meinte Pino und lachte.
"Du siehst aus wie ein bester Freund", sagte Lala. "Bunt, warm und sehr lustig." Pino wurde ein bisschen rot unter den Stacheln.
Die Musik wurde lauter, fröhlicher, und jeder sang: "Kicher, kicher, hurra!" Die Kicher-Schoten antworteten mit einem Chor von "Kicher!" So viele Kicherstimmen, dass sogar der Mond kurz vor lauter Lachen einen Stern vergaß. "Oh!", sagte der Mond und suchte seinen verlorenen Stern unter einem Blatt.
Dann geschah etwas Seltsames und wunderbar Ruhiges: Der Tauschwind erkannte, dass Pino nicht nur Sachen sammelte. Pino sammelte Fröhlichkeit. Der Wind, der sonst tauschte, wollte nun auch etwas beigeben. Er nahm ein altes, trauriges Blatt, das traurig vom Ast hing, und tauschte ihm gegen ein Blatt, das vor Glück kitzelte. Das Blatt begann zu lachen wie ein kleines Kind. Alle Malstifte in der Welt hätten nicht so viele Farben gehabt wie das Gelächter, das jetzt durch den Wald sprühte.
Die Tiere tanzten. Jeder Schritt machte kleine Noten. Pino fühlte, wie sein Bauch ganz warm wurde. Sein Stachelnklang mischte sich mit der Stimme der Schnecken, dem Flöten des Spechts und den Pfannenstößen von Fips. Es war wie eine große, kuschlige Decke aus Musik.
Plötzlich hörte Pino hinter sich ein leises Schnüffeln. Der Käfer Karl, in der Socke, die jetzt als Hut diente, flüsterte: "Pino, ich habe eine Idee!" Pino beugte sich hinunter. "Wir könnten alle zusammen ein letztes Lied singen, das so leise ist, dass die Sterne es nur flüstern mussten." Pino fand das schön. "Ein Flüsterkicherlied", sagte er.
Sie begannen. Alle sangen leise. Die Kicher-Schoten hauchten kaum hörbar: "kicher..." Die Glocke an Pinos Stachel klingelte sacht. Der Tauschwind wurde plötzlich zärtlich; er wehte nicht, er streichelte. Die Noten wurden klein, wie Federchen, und sanken sanft zu Boden. Sogar der Mond lauschte still.
Kapitel 4: Ruhe, Freundschaft und Heimweg
Als das Flüsterkicherlied endete, spürte Pino eine neue Wärme. Seine Stacheln waren noch voll von witzigen Dingen, aber jetzt fühlten sie sich wie Andenken an einen sehr guten Tag. Der Tauschwind verabschiedete sich mit einem letzten Scherz: Er tauschte Pinos Luftballon gegen eine winzige Laterne, die freundlich flackerte. "Für die Heimkehr", flüsterte der Wind und verschwand.
"Das war das beste Kicherkonzert aller Zeiten!", rief der Specht. Die Schnecken nickten langsam. Der Dachs schniefte vor Rührung. "Es war nicht gruselig", sagte Lala. "Nur gemütlich und lustig." Pino fühlte sich ganz stolz.
Die Tiere halfen Pino, die Kicher-Schoten an einen sicheren Platz zu legen. Sie legten sie in ein großes Blattbett neben einem Baum, damit sie weiter kichern konnten, ohne dass Pino zu sehr beladen wurde. "Dort können sie auch andere kitzeln", sagte Lala. Pino streichelte das Blattbett mit einer Stachelspitze. Es fühlte sich warm an.
"Komm, wir gehen nach Hause", schlug Fips vor. "Der Mond hat vielleicht seinen Stern wiedergefunden." Alle winkten. Der Mond schien diesmal besonders freundlich, sein Lächeln wie eine warme Decke.
Auf dem Heimweg sangen Pino und seine Freunde leise Lieder. Die Stille war nicht leer; sie war voll von kleinen Nachkicherungen, die noch in ihren Herzen wohnten. Pino dachte an die Dinge an seinen Stacheln: den Spiegel, die Glocke, den Hut. Jedes Ding erzählte ihm eine kleine Geschichte: die Geschichte von einem Kichern, einem Austausch und einem neuen Freund.
Zu Hause angekommen, setzte sich Pino auf einen Moospolster und pustete vorsichtig an seinen Stacheln. Einige Dinge lösten sich wie reife Blätter und flogen mit einem "Plopp" davon. Andere blieben, aber es tat nicht weh. Pino atmete tief ein. Seine Stacheln waren ruhig geworden, wie ein Klavier, das nach dem Spielen still liegt.
"Karl", sagte Pino und sah den Käfer, der in der Socke als Hut schlief, "bleibst du?" Der Käfer gähnte und sagte: "Ich bleibe, weil du ein gutes Zuhause bist." Pino lächelte. Ein kleines Leuchten der Laterne, die der Tauschwind geschenkt hatte, fiel auf die Wand. Es flimmerte wie ein winziges Lagerfeuer.
Lala klopfte an die Tür. "Gute Nacht, Pino", flüsterte sie. "Träum von Kicher-Schoten und dem Tauschwind, aber nicht zu wild, sonst kommt er wieder." Pino lachte leise. "Nur kichernd ruhig", sagte er.
Bevor sie ging, hörte man noch das leiseste Kichern aus dem Blattbett im Wald. "Kicher...", hauchte es. Die Nacht legte ihre Decke über den Wald. Die Sterne, die einst kichernd beinahe einen Stern verloren hatten, blinkten sanft, als wollten sie sagen: Danke.
Pino schloss die Augen. Er spürte seine Stacheln wie einen Schutz, aber nicht schwer. Sie waren jetzt eine Sammlung von freundlichen Dingen, die Geschichten erzählten. Sein Herz fühlte sich warm, wie ein Keks frisch aus dem Ofen.
"Was hast du heute gelernt?" flüsterte die Dunkelheit. Pino dachte nach. "Dass Kichern ansteckend ist, dass Tauschen manchmal schenkt, und dass Freunde helfen, wenn vieles klebt", antwortete er schläfrig.
Die Nacht lächelte. Das Kicherkonzert war vorbei, aber in jedem Flüstern des Waldes blieb ein kleiner Nachklang zurück — ein sanftes Kichern, das wie ein Schlaflied klingt. Pino atmete tief, seine kleinen Stacheln schnurrten fast wie ein Kissen, und er schlief ein mit einem Lächeln, das noch die ganze Nacht kicherte.