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Weltraumfantasie 5/6 Jahre Lesen 12 min.

Mira und der Sicher-Sänger im Nebel von Zuckergrau

Mira, eine stille Technikerin, muss mit ihrem zickigen Funkenstab und Hilfe ihres kleinen Roboters Piko die Schildanlagen eines Sternenschiffs im tückischen Nebel von Zuckergrau stabilisieren.

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Mira, Frau mit rundem Gesicht, fettigen Stellen und braunen Locken, konzentriert und gelassen, hält einen silbernen Stab mit funkelnder Kristallspitze und wiegt ihn ruhig neben einer runden Konsole; Piko, kleiner runder roboter in Kupferoptik mit glänzenden Gläsern als Augen, wirkt fröhlich und beschützend, rollt im Vordergrund neben Mira, zeigt ein kleines Display „PI-KO“ und richtet einen Kühlring auf den Stab; Meisterin Sola, erwachsene Frau im dunklen, sternenfunkelnden Mantel, steht lächelnd auf einer Metallkiste mit gefalteten Händen und beobachtet; zwei jugendliche Technikerinnen in abgenutzter Arbeitskleidung mit Stirnlampen stützen eine kleine Sekundärmatrix hinter Mira; Ort: Werkstatt im Schildviertel an Bord der „Lichtlilie“, großer innerer Kuppelraum aus poliertem Metall, hängende blaue Kabel, blaue Halogenlampen, eine riesige kreisförmige Leuchtglasshield-Matrix in der Mitte, die Lichtwellen projiziert, und ein großes Fenster zu einer grau-blauen Weltraumnebelwolke mit goldenen elektrischen Fäden; Situation: Mira moduliert den Kristallstab, um ein kleines Funkengewitter auf der Matrix zu beruhigen, ein feiner Riss schließt sich, winzige Funken legen sich, gespannte aber sanfte Stimmung, warme Farben um die Figuren (Kupfer, Gold, blassrosa) kontrastieren mit dem Nebelgrau-Blau; Stil: weiche, abgerundete Formen, gesättigte Pastellfarben, gebürstete Metall- und funkelnde Kristalltexturen, freundliche, gut lesbare Gesichtsausdrücke, Komposition zentriert auf Mira und die leuchtende Matrix. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1: Das Viertel der Schilde

Im Bauch des Sternenschiffes „Lichtlilie“ gab es ein Viertel, das immer leise summte. Dort lebten Kabel wie lange, schlafende Schlangen. Blaue Lampen blinkten wie kleine Sterne. Und in großen Glasröhren schwebten Schild-Matrizen: runde Scheiben aus Licht, die ein Schiff vor Staub, Eis und fiesen Funkenstürmen schützen konnten.

Hier arbeitete Mira.

Mira war eine Frau mit dunklen Locken, die oft nach Öl rochen, weil sie so gern an Maschinen schraubte. Sie war die Erbin der Schild-Werkstatt, so sagte es ihre Familie. „Eines Tages gehört dir alles hier“, hatte ihr Onkel immer gemeint.

Aber Mira war keine, die laut „Juhu!“ rief, wenn sie an Erbe dachte. Sie mochte lieber zuhören, beobachten, nachdenken. Wenn andere redeten, schaute sie auf die kleinen Linien in den Lichtscheiben und sah Dinge, die sonst niemand sah.

Heute stand sie vor einem besonderen Werkzeug: dem Funkenstab.

Der Funkenstab war ein Stab aus Silbermetall mit einer Spitze aus Kristall. Er konnte Schild-Matrizen kalibrieren, also richtig einstellen. Wenn man ihn schwang, sang er ein leises Lied, und die Matrizenscheibe leuchtete stärker oder sanfter.

„Aber er ist zickig“, murmelte Mira. „Wenn er zu warm wird, spuckt er Funken.“

Neben ihr saß Piko, ein kleiner Wartungsroboter. Er hatte runde Augen aus Glas und ein Herz aus Kupfer, das leise klackte, wenn er sich freute.

„PI-KO meldet: Funken sind schlecht für Haare“, piepste er.

Mira kicherte. „Auch schlecht für alles andere. Darum machen wir ihn sicherer.“

Sie nahm eine winzige Platte aus Mondstahl und setzte sie an die Seite des Funkenstabs. Dann holte sie ein Band aus Zauberfaser. Es fühlte sich an wie warmes Spinnennetz.

„Magie und Technik“, sagte Mira. „Zusammen sind sie stark.“

Da ging die Tür auf, und Meisterin Sola kam herein. Sie war die Leiterin des Viertels. Ihr Mantel glitzerte wie ein Nachthimmel.

„Mira“, sagte sie, „heute fliegen wir durch den Nebel von Zuckergrau. Dort tanzen die Funkenstürme. Wir brauchen stabile Schilde.“

Mira schluckte. „Dann muss der Funkenstab heute fertig werden.“

„Und du führst die Kalibrierung“, sagte Sola freundlich.

Mira spürte, wie ihr Bauch wackelte, als wäre darin ein kleiner Meteor. Sie war eine gute Beobachterin. Aber führen? Vor anderen? Das war schwer.

Piko rollte näher. „PI-KO sagt: Mira kann das. Mira sieht Dinge.“

Mira atmete tief ein. „Gut. Ich versuche es.“

Sie nahm den Funkenstab. Er war warm, fast wie eine Hand, die lebte. Und ganz leise flüsterte er, als hätte er eine eigene Stimme.

„Sicher“, sagte Mira zu ihm. „Du wirst sicher.“

Teil 2: Der Nebel von Zuckergrau

Die „Lichtlilie“ glitt hinaus in den Weltraum. Draußen waren Sterne wie Streusel. Der Nebel von Zuckergrau hing vor ihnen wie eine riesige Wolke, weich und wirbelnd.

Im Schild-Viertel standen Mira, Piko und zwei Technikerinnen an einer runden Konsole. In der Mitte schwebte die Hauptschild-Matrix: eine große Lichtscheibe, so breit wie ein Zimmer. In ihr zogen sich Muster wie Wasserlinien.

Meisterin Sola legte ihre Hand auf ein Runenfeld. „Schilde auf Stufe Drei. Mira, bereit?“

Mira nickte. Sie hob den Funkenstab. Der Kristall an der Spitze begann zu glimmen, erst rosa, dann gold.

„Ganz ruhig“, flüsterte Mira. „Ich höre zu.“

Sie schwang den Stab langsam. Der Funkenstab sang. Ein heller Ton, dann ein tiefer. Die Schild-Matrix antwortete mit einem sanften Summen.

Piko hielt eine kleine Anzeige hoch. „Temperatur gut. Funken: null.“

Mira lächelte. Das neue Mondstahl-Teil hielt. Das Zauberfaser-Band hielt auch. Alles war gut.

Dann kam der Nebel.

Die ersten grauen Flocken prallten gegen den Schild und zerplatzten wie Zuckerkristalle. Es sah hübsch aus, fast wie Schneefall aus Licht.

„So schön“, hauchte eine Technikerin.

Doch plötzlich wurde das Summen rau. Ein Ruck ging durchs Schiff. Die Lichtscheibe flackerte.

„Funkensturm!“ rief Meisterin Sola.

Draußen tanzten nun helle Fäden, schneller als Gedanken. Der Nebel war nicht nur weich. Er war voller wilder Elektrik, die an den Schilden zerrte.

Mira spürte, wie der Funkenstab in ihrer Hand heißer wurde. Der Kristall pulste.

„Nicht jetzt“, sagte Mira und schwang ihn vorsichtiger. Sie wollte den Schild beruhigen. Doch genau da machte der Funkenstab: zzzzt!

Ein winziger Funke sprang über. Dann noch einer. Nicht gefährlich, aber ein Zeichen.

Piko piepste hektisch. „Temperatur steigt. Funken: drei.“

Die Schild-Matrix flackerte erneut. Ein feiner Riss aus Schatten zog durch das Lichtmuster, wie eine dunkle Krümellinie.

Mira erstarrte. Ein Riss im Schild war schlimm. Durch so einen Riss konnte der Sturm kitzeln, kratzen, sogar etwas im Schiff stören.

„Mira“, sagte Meisterin Sola ruhig, aber ernst, „wir brauchen einen starken, gleichmäßigen Klang. Kannst du den Funkenstab zähmen?“

Mira hörte in sich hinein. In ihrem Kopf sah sie die Muster. Der Riss war nicht zufällig. Er lag genau dort, wo zwei Linien sich stritten.

„Der Schild ist zu hart“, flüsterte Mira. „Er stößt den Sturm zurück, statt ihn zu umarmen.“

„Umarmen?“ fragte eine Technikerin verwirrt.

Mira nickte. „Wenn er ein bisschen nachgibt, bricht er nicht.“

Sie schaute den Funkenstab an. „Kannst du weich klingen? Nicht laut, sondern rund?“

Der Stab war heiß, aber Mira hielt ihn fest. Piko rollte näher und stellte einen kleinen Kühlring bereit.

„Freundschaft mit Werkzeug“, piepste Piko. „Kühlen hilft.“

Mira setzte den Kühlring um den Stab. Der Ring surrte wie ein zufriedener Käfer. Die Hitze sank ein wenig.

Dann schwang Mira den Stab nicht mehr wie ein Schwert, sondern wie eine Schaukel. Hin und her. Sanft. Der Ton wurde runder.

Die Schild-Matrix atmete. Ja, es sah wirklich so aus, als würde sie atmen: heller, dunkler, heller.

Der Riss blieb aber.

Ein weiterer Ruck ging durchs Schiff. Ein kleines Warnlicht blinkte. Und aus einer Ecke kam ein dünnes „Ping!“.

„Ein Koppler ist durchgebrannt“, rief eine Technikerin. „Wenn noch einer geht, verlieren wir das Nebenfeld!“

Miras Hände zitterten. Sie war Erbin, ja. Aber sie wollte nicht, dass alles von ihr abhing.

Da hörte sie Pikos leises Klackern. Der kleine Roboter stellte sich neben sie, so nah wie möglich.

„PI-KO bleibt“, sagte er. „Mira ist nicht allein.“

Mira spürte etwas Warmes im Herzen. Nicht die Hitze des Stabs. Eine andere Wärme.

„Danke“, sagte sie. „Dann machen wir es zusammen.“

Sie beugte sich zur Konsole und stellte eine kleine Drehscheibe um. Nicht viel. Nur eine winzige Stufe.

Meisterin Sola hob eine Augenbraue. „Was tust du?“

„Ich gebe dem Schild ein zweites Lied“, sagte Mira. „Ein Begleitlied.“

Sie bat die Technikerinnen: „Haltet die Nebenmatrix auf, aber nur sanft. Wie eine zweite Stimme im Chor.“

Die Technikerinnen nickten und legten ihre Hände auf die Felder. Ihre Augen waren groß, aber sie blieben.

Mira hob den Funkenstab. Diesmal sang er nicht allein. Die Nebenmatrix summte dazu, tiefer und weicher.

Draußen tanzte der Sturm weiter. Doch die Lichtscheibe begann, seine Schritte zu lernen. Sie gab nach, wenn er drückte, und wurde stark, wenn er zog.

Der Schattenriss wurde dünner.

„Funken: eins“, piepste Piko.

Mira machte das letzte, kleine Stück: Sie zog das Zauberfaser-Band am Stab minimal fester. Ein Klick. Als würde der Stab sagen: „Okay.“

Der Ton wurde klar.

Und der Riss schloss sich, als hätte jemand ihn mit Licht zugeklebt.

Im selben Moment glitt das Schiff aus dem Nebel. Vor ihnen lag wieder dunkler Raum, ruhig und still. Sterne funkelten. Die Warnlichter gingen aus.

Meisterin Sola atmete hörbar aus. „Gut gemacht.“

Mira merkte, dass sie erst jetzt richtig wieder atmete. Sie lachte leise. „Der Funkenstab wollte nur ein anderes Lied.“

Piko drehte sich einmal im Kreis. „PI-KO feiert ohne Funken.“

Teil 3: Die Krone aus Licht

Zurück im Schild-Viertel war es stiller als sonst. Es roch nach warmem Metall und nach süßem Tee, den jemand gekocht hatte.

Meisterin Sola setzte sich auf eine Kiste und winkte Mira heran. „Du hast heute nicht nur den Schild gerettet. Du hast verstanden, wie er fühlt.“

Mira runzelte die Stirn. „Ein Schild fühlt doch nichts.“

Sola lächelte. „Vielleicht nicht wie wir. Aber er hat Muster. Spannungen. Und du siehst sie. Du bist eine Beobachterin. Das ist eine Stärke.“

Mira schaute auf den Funkenstab. Er lag nun in einem Halter, sicher und ruhig. Das Mondstahl-Teil glänzte. Das Zauberfaser-Band leuchtete ganz schwach, als würde es schnurren.

„Ich wollte nicht Erbin sein“, sagte Mira leise. „Ich wollte einfach nur arbeiten. Still.“

„Du musst nicht laut sein, um zu führen“, sagte Sola. „Führen heißt auch: gut hinsehen. Fragen stellen. Hilfe holen.“

Mira dachte an Piko. An die Technikerinnen. An das zweite Lied.

„Dann… habe ich geführt, ohne zu schreien?“ fragte Mira.

„Genau“, sagte Sola.

Piko piepste stolz. „PI-KO bestätigt: Mira führte mit Augen und Herz.“

Mira lachte, und diesmal war es ein fröhliches, helles Lachen. „Dann möchte ich den Funkenstab offiziell umbenennen.“

Sola tat so, als würde sie sehr ernst nachdenken. „Wie soll er heißen?“

Mira legte ihre Hand auf den Stab. „Sicher-Sänger.“

Piko klackte begeistert. „Guter Name. Sehr guter Name.“

In diesem Moment kam ein kleines Päckchen an, getragen von einer winzigen Lieferdrohne. Das Päckchen schimmerte. Auf ihm stand: „Für Mira, aus dem Sternengarten.“

Mira öffnete es vorsichtig. Darin lag ein runder Stein, durchsichtig wie Glas, aber innen tanzten kleine Lichtpunkte. Wie eine Mini-Galaxie.

„Ein Sternkern“, flüsterte Sola. „Damit kann man Schilde noch sanfter machen. Aber man muss vorsichtig sein. Er reagiert auf Gefühle.“

Mira hielt den Sternkern hoch. Die Lichtpunkte darin wurden ruhig, als würden sie ihr zuhören.

„Ich will ihn nicht kaputt machen“, sagte Mira.

„Dann wirst du ihn nicht kaputt machen“, sagte Sola. „Denn du beobachtest. Und du hast Freunde.“

Mira sah zu Piko. Piko sah zu ihr. Und für einen Moment fühlte sich das Schild-Viertel an wie ein kleines Zuhause im riesigen All.

Später, als die Schicht vorbei war, stand Mira am Sichtfenster des Schiffes. Draußen zog ein langer, blauer Komet vorbei. Er sah aus wie ein Pinselstrich am Himmel.

Piko rollte neben sie. „Wohin fliegen wir als Nächstes?“

Mira hielt den Sternkern in der Hand, warm und leise. „Dorthin, wo neue Stürme sind“, sagte sie. „Und wo neue Lieder gebraucht werden.“

„Und kommen wir zurück?“ fragte Piko.

Mira nickte fest. „Ja. Ich verspreche es. Wir kommen zurück ins Schild-Viertel. Immer.“

Piko piepste zufrieden. „Versprechen gespeichert.“

Mira lächelte in die Sterne. Sie war immer noch Mira, die stille Beobachterin. Aber jetzt wusste sie: In ihrer Stille war Kraft. Und in ihrer Freundschaft war Mut.

Das Schiff glitt weiter, durch funkelnde Weite. Und irgendwo, hinter dem nächsten Nebel, wartete schon das nächste Wunder.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Schild-Matrizen
Runde Scheiben aus Licht, die ein Schiff vor Gefahren schützen.
Funkenstab
Ein Werkzeug mit Kristallspitze, das Schilde einstellt und Töne macht.
Kalibrieren
Ein Gerät ganz genau einstellen, damit es richtig und sicher funktioniert.
Kalibrierung
Der Vorgang, bei dem etwas genau richtig eingestellt wird.
Mondstahl
Ein hartes Metall in der Geschichte, das für Teile an Geräten genutzt wird.
Zauberfaser
Ein besonderes Band, das ein bisschen wie Magie und sehr stark ist.
Runenfeld
Ein Feld mit Zeichen, das man mit der Hand berührt, um Dinge zu steuern.
Nebenmatrix
Eine zweite Schildscheibe, die das Hauptschild leise unterstützt.
Koppler
Ein Teil, das zwei Geräte verbindet; wenn es kaputt ist, funktioniert wenig.
Sternenkern
Ein kleiner, leuchtender Stein wie eine Mini-Galaxie, der auf Gefühle reagiert.

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