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Kleine Abenteurer 5/6 Jahre Lesen 14 min.

mias geheime schatzmission im hinterhof

Mia und ihre Familie unternehmen eine aufregende Entdeckungsreise im Hinterhof, um den verlorenen Schatz zu finden, während sie mutig einem kleinen Kätzchen helfen. Gemeinsam erleben sie Abenteuer und lernen, dass wahre Schätze oft nicht materiell sind.

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Ein 6-jähriges Mädchen mit langen braunen Haaren und neugierigen Augen steht in einem sonnigen Garten und lächelt breit. Sie trägt ein buntes Blumenkleid und gelbe Gummistiefel, bereit für ein Abenteuer. Neben ihr steht ihr Papa, ein Mann in den Dreißigern mit zerzausten Haaren und einem warmen Lächeln, der einen großen Rucksack trägt und aufmerksam den Garten beobachtet, als würde er nach etwas suchen. Etwas weiter entfernt hockt ihre Mama, eine lächelnde Frau in den Dreißigern mit braunen, hochgesteckten Haaren, und untersucht konzentriert den Boden. Der Garten ist voller bunten Blumen, einem großen Baum mit glänzend grünen Blättern und einer kleinen Sandkiste mit einem alten Eimer und einer Schaufel. Im Hintergrund grenzt ein weiß gestrichener Holzzaun das Gelände ab. Die kleine Tochter und ihre Eltern sind auf der Suche nach einem versteckten Schatz und durchkämmen fröhlich den Garten mit Lachen und enthusiastischen Gesten, was eine abenteuerliche und entdeckungsfreudige Atmosphäre schafft. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Der Morgen mit der geheimen Mission

Mia war fünf Jahre alt und heute wachte sie mit einem kitzelnden Gefühl im Bauch auf.

Etwas war anders. Etwas war spannend.

Sie setzte sich in ihrem Bett auf, schaute in ihr Zimmer und flüsterte:

„Heute passiert etwas Großes. Ich spüre es.“

Durch das Fenster fiel warmes Sonnenlicht. Staubkörner tanzten darin wie winzige Feen.

Mia sprang aus dem Bett und lief in die Küche. Mama stand am Herd und rührte im Haferbrei.

„Guten Morgen, meine Abenteurerin“, sagte Mama und lächelte. „Du siehst aus, als hättest du einen Plan.“

Mia nickte ernst. „Ich glaube, heute haben wir eine geheime Mission.

Papa kam mit zerzausten Haaren dazu. „Eine Mission? Oh je“, sagte er und tat so, als zitterten seine Knie. „Braucht man dafür Mut?“

„Ja“, sagte Mia. „Mut, Köpfchen und… ganz viel Herz.“

„Köpfchen haben wir. Herz auch“, sagte Mama. „Was ist denn die Mission, Hauptchefin?“

Mia sah aus dem Fenster in den kleinen Hinterhof. Da war der Sandkasten, das Klettergerüst, der alte Apfelbaum. Ganz normal. Und trotzdem fühlte es sich heute anders an.

„Wir… wir müssen den verlorenen Schatz des Hinterhofes finden“, entschied Mia. „Bevor es dunkel wird!“

Papa schnappte nach Luft. „Der verlorene Schatz?“

Mama stellte zwei Schalen auf den Tisch. „Dann müssen wir erst frühstücken. Kein Abenteuer mit leerem Bauch.“

Beim Essen dachte Mia nach. Ein Abenteuer brauchte gute Vorbereitung. Und eine gute Chefin musste die Rollen verteilen.

„Also“, begann sie mit voller, aber wichtiger Stimme, „wir brauchen ein Team.“

„Ich bin bereit“, sagte Papa und salutierte mit seinem Löffel.

„Ich auch“, sagte Mama und hielt ihren Kochlöffel wie ein Zauberschwert.

Mia schob ihre Schale weg und legte die Hände auf den Tisch.

„Papa ist der starke Träger“, bestimmte sie. „Du trägst alles, was schwer ist. Rucksäcke, Wasserflaschen, Steine… vielleicht sogar einen Drachen.“

Papa grinste. „Jawohl, starke Träger sind mein zweiter Vorname.“

„Mama ist die Spuren-Finderin“, sagte Mia. „Du passt auf, dass wir uns nicht verlaufen. Und du liest die geheimen Zeichen auf dem Boden.“

„Das kann ich“, nickte Mama. „Ich kann sogar Spuren von Krümeln lesen.“

Mia legte eine Hand auf ihr Herz. „Und ich bin die Mutige Chefin. Ich bestimme, wo es langgeht. Und ich rede mit allen, die wir treffen. Auch mit Spinnen.“

„Sogar mit Spinnen?“, fragte Papa.

Mia schluckte. „Naja… vielleicht mit ganz kleinen.“

Alle lachten. Doch Mia fühlte sich groß und warm. Sie hatte die Mission verteilt. Es konnte losgehen.

Der Hinterhof wird zum Dschungel

Nach dem Frühstück packten sie einen kleinen Rucksack. Eine Wasserflasche, ein Apfel, ein altes Handtuch, ein Pflasterpäckchen und eine Taschenlampe.

„Wozu die Taschenlampe? Es ist doch hell“, fragte Papa.

Mia sah ihn streng an. „Abenteuer hören nicht auf die Uhr.“

Im Flur zog sie ihre gelben Gummistiefel an. Sie fühlte sich damit wie eine richtige Entdeckerin. Dann gingen sie die Treppe hinunter, durch die Haustür in den Hinterhof.

Der Hinterhof war derselbe wie immer. Und doch war er es nicht.

In Mias Augen war der Sandkasten eine Wüste. Das Klettergerüst wurde zu einem Berg. Der Apfelbaum war ein riesiger Zauberbaum, der mit seinen Blättern flüsterte.

Der Wind wehte leise. Ein Vogel rief. Irgendwo klapperte ein Fahrrad.

Mia blieb stehen, stellte sich gerade hin und rief:

„Team, zur Mission antreten!“

Papa marschierte neben sie. Mama stellte sich auf die andere Seite. Mia zeigte auf die Mitte des Hofes.

„Unser Schatz ist irgendwo hier. Vielleicht in einer Höhle. Vielleicht in einem Piratenversteck. Wir müssen klug suchen.“

„Wo fangen wir an, Chefin?“, fragte Mama.

Mia schaute nach links, dann nach rechts. Ihr Herz klopfte ein bisschen schneller. Sie wollte die richtige Entscheidung treffen.

„Zuerst“, sagte sie langsam, „gehen wir zum Zauberbaum. Jeder Schatz mag Bäume. Wegen dem Schatten.“

Sie gingen zum Apfelbaum. Unter ihm lag weiches Gras. Ein paar alte Blätter raschelten.

„Spuren-Finderin?“, fragte Mia.

Mama ging in die Hocke. „Ich sehe… einen kleinen Stock. Und einen alten Korken. Und… oh! Eine Eichel.“

„Die Eichel ist sicher ein Zeichen“, sagte Mia. „Ein Eichhörnchen-Pfeil.“

„Und wohin zeigt der Pfeil?“, fragte Papa.

Mia legte sich flach auf den Bauch und sah sich die Eichel ganz genau an. „Da lang“, entschied sie und zeigte Richtung Klettergerüst.

Sie standen auf. Mia ging voran. Papa machte extra laute Schritte, damit die „Bodentiger“ sich erschreckten. Mama war leise und beobachtete jeden Winkel.

Plötzlich hörten sie ein leises Miauen.

Mia blieb stehen. „Habt ihr das gehört?“

Wieder: „Miau.“

Sie sahen sich um. Hinter der Mülltonne, ganz hinten am Zaun, saß ein kleines, graues Kätzchen. Es zitterte ein bisschen und schaute mit großen Augen.

„Oh nein“, flüsterte Mia. „Es ist ein gefangener Dschungel-Tiger!“

„Er sieht eher ängstlich aus“, sagte Mama sanft.

Mia ging langsam näher. Ihr Herz klopfte jetzt schneller vor Aufregung. Das Kätzchen fauchte leise.

„Ich… ich bin die Mutige Chefin“, murmelte Mia zu sich selbst. „Ich kann das.“

Sie hockte sich hin und flüsterte: „Hallo, kleines Tigerchen. Wir tun dir nichts. Wir sind das Schatz-Team.“

Das Kätzchen blinzelte. Es hörte mit dem Fauchen auf.

„Papa, bleib weit weg stehen“, sagte Mia. „Du bist zu groß. Du machst vielleicht Angst.“

Papa blieb stehen und hob die Hände. „Starker Träger macht eine Pause.“

Mama setzte sich auch in die Hocke, aber etwas seitlich. „Wir können warten. Kein Tier muss sich fürchten.“

Mia blieb ganz ruhig. Sie streckte vorsichtig ihre Hand aus, aber nicht zu nah.

„Wenn du willst, kannst du schnuppern“, flüsterte sie. „Wir haben auch Apfel. Und Wasser.“

Nach einer Weile kam das Kätzchen ein paar Schritte näher. Es schnupperte in der Luft. Mia atmete ganz leise. Ihr Bauch kribbelte.

„Du bist so mutig, Mia“, flüsterte Mama.

Mia lächelte, ohne sich zu bewegen. „Ich… bin die Mutige Chefin“, sagte sie noch einmal, jetzt ein bisschen stolzer.

Das Kätzchen machte „Mrrr“ und streifte mit der Nase kurz Mias Finger. Dann sprang es plötzlich über die Mülltonne, flitzte zum Zaun, fand ein kleines Loch und war weg.

„Oh!“ rief Papa. „Der Dschungel-Tiger ist frei.“

Mia stand auf. Sie war ein kleines bisschen enttäuscht, aber auch froh.

„Es ist gut“, sagte sie. „Wir haben geholfen. Auch das gehört zur Mission.“

„Das war sehr mutig und freundlich von dir“, sagte Mama.

Mia fühlte sich groß. Ihre Beine zitterten ein kleines bisschen, doch ihr Herz war ruhig.

Der wahre Schatz

„Chefin“, sagte Papa. „Wir haben einen Tiger befreit. Und der Schatz?“

Mia dachte nach. „Wir suchen weiter. Vielleicht hat der Tiger uns ein geheimes Zeichen dagelassen.“

Sie gingen zum Klettergerüst, dann zum Sandkasten. Sie gruben ein bisschen, suchten unter dem Rand. Sie fanden eine alte Murmel, einen knisternden Bonbon-Papier und einen kleinen blauen Knopf.

„Nicht sehr schatzig“, murmelte Papa.

Mia setzte sich in den Sand. Plötzlich fühlte sie sich ein bisschen müde.

„Vielleicht gibt es gar keinen Schatz“, sagte sie leise.

Mama setzte sich neben sie. „Weißt du, Schätze sehen nicht immer aus wie Gold.“

„Aber eine Mission braucht doch einen Schatz“, flüsterte Mia.

In diesem Moment kam die Nachbarsjunge Leni in den Hof. Sie war ein Jahr älter als Mia und trug ein buntes Springseil.

„Was macht ihr?“, fragte Leni neugierig.

Mia straffte sich. Sie war ja die Chefin. „Wir suchen den verlorenen Schatz des Hinterhofes.“

Leni staunte. „Boah. Kann ich mitmachen?“

Mia dachte kurz nach. Dann nickte sie. „Ja. Aber du brauchst eine Rolle.“

Sie stand auf und legte den Kopf schief. „Du… du bist die Spring-Über-Alles-Expertin. Du kannst über gefährliche Flüsse springen. Und über Risse im Boden.“

Leni strahlte. „Das kann ich richtig gut!“

„Und jetzt“, sagte Mia, „machen wir einen Plan. Wir teilen den Hof in vier Teile. Jeder passt auf einen Teil auf. Wenn jemand etwas Besonderes findet, ruft er die anderen.“

Sie zeigte mit dem Finger: „Papa bewacht den Sand-Wüsten-Teil. Mama den Apfelbaum-Dschungel. Leni das Kletterberg-Land. Und ich die geheimen Schatten-Ecken da hinten.“

Alle nickten. Mia fühlte sich wieder stark. Sie hatte entschieden, wer was macht. Das war ihre Aufgabe.

Sie suchten. Sie schauten unter kleinen Steinen. Sie prüften Ritzen in der Mauer. Sie lauschten an der Regenrinne.

„Hier ist nur eine Spinne“, rief Papa.

„Spinnen sind auch Bewohner des Schatz-Landes“, rief Mia zurück.

Die Zeit verging. Die Sonne wanderte. Der Hof wurde langsam goldener und weicher im Licht.

Dann, hinter der alten Bank, in einer Ecke, sah Mia etwas Glitzern. Ihr Herz hüpfte.

„Team!“, rief sie. „Alle herkommen!“

Sie hockte sich hin. Im trockenen Laub lag eine kleine, verbeulte Blechdose. Ein Bild von einer Erdbeere war drauf.

Alle stellten sich um sie herum.

„Der Schatz!“, flüsterte Papa ehrfürchtig.

„Mach auf“, sagte Leni gespannt.

Mia nahm die Dose vorsichtig in die Hand. Der Deckel war ein bisschen fest, aber sie schaffte es.

Drinnen lagen bunte Dinge: drei Murmeln, ein Papierstern, ein kleines Gummibärchen ohne Bein, ein gelber Knopf, eine getrocknete Blume und ein winziger Zettel.

„Oh“, hauchte Mia.

Mama nahm den Zettel heraus und las: „‚Für alle Kinder, die mutig suchen. Der Schatz ist die Freude, zusammen zu sein.‘“

Es war eine kraklige Schrift. Vielleicht von einem älteren Kind. Vielleicht von einem Schatz-Magier. Man wusste es nicht.

Mia sah die Dose an. „Es ist… schön“, sagte sie langsam. „Aber es ist nicht Gold.“

„Vielleicht ist es besser als Gold“, meinte Mama. „Das ist eine Erinnerung-Schatzdose.“

„Wir können unsere eigenen Schätze dazu tun“, sagte Leni.

Mia dachte nach. Dann griff sie in ihre Tasche und holte ihren kleinen roten Haarclip heraus, den sie besonders mochte.

„Der passt hier rein“, sagte sie. „Dann weiß der nächste Finder, dass wir hier waren. Unser Team.“

Leni legte einen bunten Perlenring hinein. Papa steckte seine alte, aber lustige Büroklammer mit Herzform dazu. Mama legte ein winziges Papierherz hinein, das sie schnell aus einem Kassenzettel schnitt.

Mia schloss die Dose wieder. Sie fühlte sich warm im Bauch.

„Der Schatz bleibt hier im Hof“, beschloss sie. „Damit andere Kinder ihn auch finden können.“

Das kleine Feuer der Freude

Die Sonne war jetzt ganz weich und orange. Mama breiteten das Handtuch auf dem Gras aus. Alle setzten sich.

„Wir haben einen Tiger befreit, den Schatz gefunden und den Hof beschützt“, fasste Papa zusammen. „Das war ein großer Tag.“

„Und du warst eine sehr gute Chefin“, sagte Leni zu Mia.

Mia wurde ein bisschen rot. „Ich hatte auch ein gutes Team“, sagte sie leise.

Mama holte den Apfel und die Wasserflasche aus dem Rucksack. Sie teilten alles. Die Luft wurde kühler. Über ihnen raschelten die Blätter im Baum wie leises Flüstern.

„Stellt euch vor“, sagte Mama, „in der Mitte des Handtuchs brennt ein kleines Feuer aus Licht. Kein echtes, nur ein Fantasie-Feuer. Es ist wie ein kleiner Sonnenfunken.“

Mia schaute auf die Mitte des Handtuchs. In ihrem Kopf sah sie wirklich ein kleines, goldenes Feuer. Es tanzte, ohne etwas zu verbrennen.

„Unser Feuer ist eine Freude-Flamme“, sagte sie nachdenklich. „Sie brennt, wenn wir nett zueinander sind.“

„Wenn wir uns helfen“, fügte Leni hinzu.

„Wenn wir mutig sind, auch wenn wir Angst haben“, meinte Papa.

„Und wenn wir zusammen lachen“, sagte Mama.

Sie saßen still und taten so, als würden sie die Hände an dem unsichtbaren Feuer wärmen.

In der plötzlich ganz normalen Mitte des Hinterhofes fühlte es sich an wie ein kleiner Urlaub in einem fernen Land.

Mia sah zu ihrem Team und lächelte.

„Ich glaube“, flüsterte sie, „der größte Schatz war heute… wir.“

Niemand sagte etwas. Sie nickten nur alle.

Der Wind strich sanft über ihre Haare, das unsichtbare Feuer flackerte in ihrer Fantasie, und der Alltag fühlte sich für einen Moment an wie die schönste Abenteuerwelt der Welt.

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Abenteurerin
Ein Mädchen, das gerne aufregende Dinge erlebt und entdeckt.
Geheime Mission
Eine besondere Aufgabe, die niemand wissen soll.
Dschungel
Ein dichter, tropischer Wald mit vielen Pflanzen und Tieren.
Schatzig
Etwas, das wie ein Schatz aussieht oder wertvoll ist.
Spuren-Finderin
Jemand, der die Zeichen oder Hinweise sucht, um etwas zu finden.
Freude-Flamme
Ein imaginäres Feuer, das Glück und Freude symbolisiert.

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