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Geschichte über Neurodiversität 9/10 Jahre Lesen 9 min.

Lukas und der Zauberweg der Dyspraxie

Lukas, ein zehnjähriger Junge mit Dyspraxie, erlebt zusammen mit seinem besten Freund Emil und dessen Schwester Mia aufregende Abenteuer in ihrer geheimen Hütte, während sie lernen, dass jeder auf seine eigene Art besonders ist. Trotz der Herausforderungen, die Lukas' Bewegungen mit sich bringen, entdecken sie die Kraft der Freundschaft und der Akzeptanz.

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Ein 10-jähriger Junge namens Lukas mit unordentlichen braunen Haaren und runden Brillen steht im Mittelpunkt der Szene. Sein Gesicht zeigt leichte Angst gemischt mit Entschlossenheit, seine Augen glänzen vor Aufregung und Nervosität. Er sitzt auf einem bunten Kissen in einer kleinen Hütte aus altem Holz, umgeben von Zeichnungen und Karten. Neben ihm lächelt sein bester Freund Emil, ein 10-jähriger Junge mit blonden Haaren und Sommersprossen, ermutigend. Er hält einen Bleistift in einer Hand und einen Keks in der anderen, bereit, Lukas bei ihrem Abenteuer zu unterstützen. Etwas weiter entfernt beobachtet Mia, die 12-jährige Schwester von Emil, sie mit einem wohlwollenden Lächeln, die Arme verschränkt, in einem bunten T-Shirt und Jeans. Die Szene spielt in einer geheimen Hütte am Ende eines Gartens, umgeben von grünen Büschen und leuchtenden Blumen. Sonnenlicht fällt durch ein kleines Loch im Dach und erzeugt goldene Muster auf dem Holzboden. Lukas, mit einer handgezeichneten Karte, versucht, seine Gedanken zu teilen, während er gegen seine Emotionen ankämpft. Er bereitet sich darauf vor, seinen Freunden zu erklären, wie er sich manchmal anders fühlt, während Emil und Mia ihm aufmerksam zuhören, bereit, ihn zu ermutigen und ihm zu helfen, sich wohlzufühlen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Die geheime Hütte im Garten

Lukas ist zehn Jahre alt und hat eine ganz besondere Art, durch die Welt zu gehen. Seine Hände und Beine machen manchmal nicht das, was er will, und Dinge wie Schuhe binden oder einen Ball fangen sind für ihn kleine Abenteuer. Mama nennt das Dyspraxie, aber Lukas denkt lieber an sich als einen mutigen Forscher, der ein bisschen andere Wege nimmt als die anderen Kinder.

An einem sonnigen Mittwochnachmittag schlich Lukas durch den Garten. Hinter den hohen Büschen, wo die Sonne tanzende Flecken auf das Gras malte, lag seine geheime Hütte. Niemand, außer seinem besten Freund Emil, wusste davon. Die Hütte war aus alten Brettern gebaut, mit einem Fenster aus Plastikfolie und einem Dach aus Wellblech, das bei Regen wie eine Trommel klang.

Lukas hatte sich heute fest vorgenommen, das große Abenteuer zu wagen: Er wollte Emil endlich sagen, wie er sich fühlte, wenn seine Hände nicht mitmachen wollten oder wenn alle lachten, weil er beim Fangenspiel immer als Letzter gefangen wurde. Aber schon beim Klettern über die Wurzeln stolperte er und landete plumpsend im Gras.

„Na, schon wieder auf einer Expedition?“ rief eine Stimme.

Es war Emil, der mit einem Grinsen hinter einem Busch hervorkam. Lukas lachte. „Klar! Aber ich habe das Gefühl, meine Füße sind manchmal in einem anderen Team als ich.“

Emil reichte Lukas die Hand. „Dann sind wir eben Team Lukas-Emil gegen die widerspenstigen Füße!“

Gemeinsam krabbelten sie in die Hütte, wo die Sonne durch das Fenster schien, als wollte sie ihnen Mut machen.

Kapitel 2: Pläne und geheime Karten

In der Hütte war es gemütlich. Emil hatte bunte Kissen mitgebracht, und Lukas' Hundert-Wörter-Liste hing an der Wand. Jedes Mal, wenn Lukas ein schwieriges Wort aussprechen oder schreiben konnte, durfte er es aufschreiben. Die Liste war schon ganz schön voll.

„Wollen wir heute die Schatzkarte malen?“ schlug Emil vor.

Lukas nickte, aber seine Hand zitterte ein bisschen, als er den Filzstift nahm. „Ich probier's“, sagte er leise.

Emil schaute gespannt zu, wie Lukas langsam einen krummen Baum und den geheimen Hütteneingang zeichnete. Der Strich wurde schief, und die Linie hüpfte hin und her. Lukas runzelte die Stirn. „Sieht irgendwie aus wie ein Zauberweg, oder?“

Emil grinste. „Genau! Nur besondere Forscher können ihn finden.“

Lukas lachte. „Dann ist das hier unsere Superkraft: Wir machen aus jedem Strich eine neue Welt.“

Sie malten weiter, erfanden Geheimsymbole und lachten über die lustigen Tiere, die Lukas aus Versehen aufs Papier zauberte. In diesem Moment war es egal, dass Lukas' Hände manchmal zitterten. Hier, in der Hütte, war jeder Strich ein Abenteuer.

Plötzlich hörten sie ein Rascheln draußen. Lukas' Herz klopfte. Wer war da?

Kapitel 3: Besuch und bunte Unterschiede

Die Tür ging auf, und Emils große Schwester Mia schaute vorsichtig hinein. „Darf ich reinkommen? Ich habe Kekse gebacken.“

Emil rief: „Klar, Mia! Komm rein!“

Mia setzte sich zu ihnen. Sie hatte eine Dose dabei, aus der es nach Schokolade duftete. „Ich habe extra die großen Kekse gemacht, damit ihr mehr zu knabbern habt bei euren Forschungen.“

Lukas lächelte schüchtern. Manchmal war ihm Mia ein bisschen unheimlich, weil sie so viel wusste. Aber heute wirkte sie freundlich.

Mia betrachtete die Karte. „Wow, das ist ja ein richtiges Kunstwerk. Wer hat denn diesen tollen Baum gemalt?“

Lukas zuckte mit den Schultern. „Ich. Aber die Linie ist irgendwie...“

Mia unterbrach ihn: „Die Linie ist besonders, Lukas. Man sieht, dass sie ihren eigenen Weg geht. Das macht sie spannend. Ich finde, jede Linie sollte ihren eigenen Charakter haben.“

Lukas' Wangen wurden warm. Noch nie hatte jemand seine Striche so beschrieben.

Emil knabberte an einem Keks. „Lukas kann aus jedem Fehler ein Abenteuer machen.“

Mia nickte. „Weißt du, Lukas, jeder Mensch denkt und fühlt ein bisschen anders. Das macht die Welt bunt. Manche backen Kekse schief, andere malen Bäume mit Zauberlinien. Das ist doch wunderbar!“

Lukas lächelte. Vielleicht war sein Weg gar nicht falsch, sondern einfach anders. Wie ein Regenbogen, der nicht nur eine Farbe kennt.

Kapitel 4: Ein Missverständnis und ein kleiner Sturm

Die Sonne stand schon tief, als sie beschlossen, ein Rollenspiel zu machen. Lukas wollte unbedingt den Kapitän spielen. „Ich leite das Schiff!“, rief er mutig.

Emil und Mia waren sofort einverstanden. Sie bauten den Tisch zu einem Steuerrad um, und Lukas stellte sich davor. „Achtung, wir segeln durch den Sturm! Festhalten!“

Doch als Lukas das Steuerrad drehen wollte, glitt es ihm aus den Händen und fiel polternd auf den Boden. Mia zuckte erschrocken zusammen, und Emil rief: „Mensch, Lukas! Pass doch auf!“

Lukas spürte, wie eine Welle durch seinen Bauch rollte. Er hatte doch gar nichts dafür gekonnt! Plötzlich war es still in der Hütte. Lukas schaute auf seine Hände, die jetzt zitterten wie Blätter im Wind.

Er schnappte nach Luft, aber die Gefühle blieben im Hals stecken. „Ich... ich wollte nicht...“, murmelte er. „Meine Hände... sie sind manchmal wie lose Ballons.“

Mia und Emil sahen verlegen zu Boden. Das Abenteuer hatte sich plötzlich gar nicht mehr nach Spaß angefühlt. Lukas kämpfte mit den Tränen.

Kapitel 5: Ehrliche Worte und Mut zum Fühlen

Es dauerte einen Moment, bis Emil vorsichtig sagte: „Tut mir leid, Lukas. Ich hab das nicht so gemeint. Ich war nur überrascht.“

Mia legte ihre Hand auf Lukas' Schulter. „Manchmal passiert so was. Und weißt du was? Es ist mutig, seine Gefühle zu zeigen. Du musst dich dafür nicht schämen.“

Lukas wagte einen Blick zu Emil. „Ich wollte eigentlich heute sagen, wie ich mich manchmal fühle... Aber jetzt hab ich Angst, dass ihr denkt, ich bin komisch.“

Emil schüttelte den Kopf. „Du bist nicht komisch. Du bist Lukas. Ohne deine besonderen Wege wäre die Hütte doch nur halb so abenteuerlich!“

Lukas atmete tief durch. „Manchmal bin ich traurig, wenn ich etwas nicht schaffe. Oder wütend, wenn meine Hände nicht hören wollen. Aber ich will's trotzdem immer wieder versuchen.“

Mia nickte. „Genau das ist Geduld. Jeder hat mal schlechte Tage. Aber wer nie aufgibt, ist ein echter Held.“

Langsam verzog sich der Knoten in Lukas' Bauch. Die Sonne schien durch das Fenster und warf goldene Streifen auf den Boden.

Kapitel 6: Ein Dank und neue Abenteuer

Als es Abend wurde, packten sie ihre Sachen zusammen. Lukas schaute noch einmal auf die Karte mit dem Zauberweg. Jetzt sah er sie mit anderen Augen – als Zeichen dafür, dass jeder Weg besonders sein kann.

Bevor sie die Hütte verließen, drehte sich Lukas zu Mia und Emil um. „Danke, dass ihr mir zugehört habt. Und dass ich einfach so sein darf, wie ich bin.“

Emil grinste. „Wir sind das beste Forscherteam. Mit dir macht alles mehr Spaß, Lukas!“

Mia lächelte warm. „Diversity nennt man das, wenn alle verschieden sind. Das macht das Leben bunt und spannend.“

Lukas fühlte sich leicht wie ein Papierflieger im Wind. Er wusste, er würde noch viele Abenteuer erleben – auf seine eigene, einzigartige Art. Und er würde nie aufhören, zu fühlen und zu sagen, was in ihm steckt.

Mit einem letzten Blick auf ihre geheime Hütte marschierten sie Hand in Hand zurück zum Haus – bereit für viele bunte, geduldige Abenteuer, bei denen jeder genau richtig war, so wie er ist.

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Dyspraxie
Eine Störung, die die Koordination von Bewegungen betrifft.
Expedition
Eine Reise oder Unternehmung, um etwas zu erforschen oder zu entdecken.
Widerspenstig
Schwierig zu kontrollieren oder zu handhaben; ungehorsam.
Besonderheit
Etwas, das anders oder speziell ist als das Gewöhnliche.
Vielfalt
Die Verschiedenheit von Dingen oder Menschen; viele unterschiedliche Arten.
Kapitän
Der Anführer eines Schiffs, der das Steuer führt und Entscheidungen trifft.

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