Kapitel 1: Die traurige Nachricht
Lina springt fröhlich auf dem Trampolin im Garten. Die Sonne scheint, und die Vögel zwitschern. Plötzlich ruft Mama aus dem Haus: „Lina, komm bitte kurz rein!“ Linas Herz klopft schneller. Warum klingt Mama heute so ernst?
Drinnen sitzt Mama auf dem Sofa. Ihre Augen sind ein bisschen rot. Papa steht daneben und hält Mamas Hand. „Lina, wir müssen dir etwas Wichtiges sagen“, beginnt Mama leise. Lina setzt sich auf Mamas Schoß. „Opa ist gestern Abend gestorben“, sagt Papa vorsichtig.
Lina versteht das zuerst nicht. „Gestorben?“, fragt sie. „Kommt Opa nicht mehr zu meinem Geburtstag?“
Mama streichelt Linas Haare. „Nein, mein Schatz, Opa kann nicht mehr zu uns kommen. Er ist im Himmel, sagen manche. Andere sagen, er schläft jetzt für immer.“
Lina spürt, wie ihre Augen heiß werden. Tränen kullern über ihre Wangen. „Ich will aber, dass Opa wiederkommt!“, ruft sie. Sie ist traurig und ein bisschen wütend. Das ist doch unfair! Warum darf Opa nicht mehr da sein?
Papa setzt sich zu ihr und nimmt sie in den Arm. „Wir sind alle traurig, Lina. Es ist okay, wütend zu sein oder zu weinen.“ Mama nickt und drückt sie fest. „Du darfst alles fühlen, was du fühlst.“
Kapitel 2: Erinnerungen und Fragen
Am nächsten Tag bleibt Lina zu Hause. In der Schule könnte sie sich eh nicht konzentrieren. Sie schaut aus dem Fenster und denkt an Opa. Wie sie zusammen im Park Enten gefüttert haben. Wie Opa immer so lustige Grimassen gemacht hat. Wie sie zusammen Pfannkuchen gebacken haben und Opa immer zu viel Marmelade draufgetan hat.
„Wo ist Opa jetzt?“, fragt Lina beim Frühstück. „Kann er uns sehen?“
Mama überlegt kurz. „Niemand weiß das genau, aber ich glaube, Opa ist jetzt irgendwo, wo es ihm gut geht. Im Herzen und in unseren Erinnerungen bleibt er immer bei uns.“
Lina findet das irgendwie schön, aber auch ein bisschen komisch. „Kann ich Opa noch etwas sagen?“, fragt sie. Papa lächelt sanft. „Du kannst Opa alles erzählen, was du möchtest. Manche sagen, dass er dich hören kann, auch wenn du ihn nicht sehen kannst.“
Am Nachmittag kommt ihre beste Freundin Emma vorbei. „Willst du rausgehen?“, fragt Emma. Lina schüttelt den Kopf. „Opa ist gestorben“, flüstert sie. Emma umarmt sie ganz fest. „Das tut mir leid, Lina. Mein Hamster ist auch mal gestorben. Ich war auch ganz traurig.“
Lina ist froh, dass Emma sie versteht. Sie reden lange über Opa und über Emmas Hamster. Lina merkt, dass es hilft, über Opa zu sprechen. Sogar ein bisschen zu lachen, wenn sie an die lustigen Dinge mit Opa denkt.
Kapitel 3: Die Abschiedsfeier
Ein paar Tage später ist die Trauerfeier für Opa. Lina zieht ihr schönstes Kleid an. Sie ist nervös und hat ein mulmiges Gefühl im Bauch. Mama sagt: „Du kannst Opa heute Tschüss sagen. Und du darfst traurig sein oder lachen, wie du willst.“
In der Kirche sitzen alle ganz still. Viele Erwachsene weinen. Lina hält Mamas Hand. Der Pfarrer erzählt von Opa und wie freundlich und fröhlich er immer war. Viele Leute erzählen schöne Geschichten über Opa. Ein Onkel sagt, dass Opa die besten Witze kannte. Fast alle lachen kurz.
Dann steht Mama auf und liest Linas Brief an Opa vor. Lina hatte den Brief gestern geschrieben. Darin steht: „Lieber Opa, ich vermisse dich sehr. Ich hoffe, du hast im Himmel viele Pfannkuchen und kannst mit den Engeln Quatsch machen. Ich werde immer an dich denken und dich lieb haben. Deine Lina.“
Lina hört, wie Mama beim Vorlesen ein bisschen schniefen muss. Am Ende klatschen alle leise. Lina fühlt sich traurig, aber auch stolz. Sie hat Opa etwas gesagt, was ihr wichtig war.
Nach der Feier gehen sie alle in Opas Lieblingscafé. Dort gibt es Pfannkuchen mit ganz viel Marmelade. Lina lacht, als sie sieht, dass sie Marmelade im Gesicht hat – genau wie Opa es immer hatte. Alle erzählen Geschichten von Opa, manche weinen, viele lachen. Lina merkt, dass Erinnerungen helfen, auch wenn sie traurig ist.
Kapitel 4: Ein neuer Anfang
Ein paar Wochen später fühlt sich Linas Herz schon etwas leichter an. Sie denkt oft an Opa. Manchmal ist sie immer noch traurig, aber sie weiß jetzt, dass das in Ordnung ist. Es gibt Tage, an denen sie viel lacht, wenn sie an Opa denkt. Und an anderen Tagen vermisst sie ihn sehr.
Lina bastelt eine Erinnerungsbox. Sie legt Fotos von Opa hinein, einen kleinen Stein aus dem Park und ein Rezept für Pfannkuchen. Sie malt ein großes Herz und schreibt: „Opa, ich hab dich lieb.“ Die Box stellt sie auf ihr Regal. „So bist du immer ein bisschen bei mir“, flüstert sie.
Papa kommt ins Zimmer und sieht die Box. „Das ist eine schöne Idee, Lina“, sagt er. „Weißt du, Opa hätte das gemocht. Und wenn du mal traurig bist, können wir zusammen in die Box schauen.“
Lina nickt. Sie weiß jetzt: Es ist okay, traurig zu sein. Es ist auch okay, wieder fröhlich zu sein. Opa bleibt immer in ihrem Herzen, und die Erinnerungen machen sie stark.
Abends, als sie im Bett liegt, denkt sie an all die fröhlichen Momente mit Opa. Sie lächelt. „Gute Nacht, Opa“, flüstert sie. Dann schläft Lina ein, und in ihren Träumen backt sie mit Opa Pfannkuchen – mit ganz viel Marmelade.
Und sie weiß: Das Leben geht weiter, und die Liebe zu Opa bleibt für immer.