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Geschichte über den Frühling 5/6 Jahre Lesen 8 min.

Lenis kleiner Frühling

Leni pflegt im Frühling liebevoll eine kleine Pflanze und entdeckt auf einem Lernhof, wie Verantwortung, Achtsamkeit und Teilen die Welt um sie herum verändern.

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Ein fröhliches, staunendes 6-jähriges Mädchen mit hellbraunen Zöpfen, konzentriert, in einem pastellblumigen Kleid und Gummistiefeln hält eine winzige mehrfarbige Plastikgießkanne und gießt eine beschädigte Terrakottapflanze auf einer weiß lackierten Holzfensterbank; eine etwa 60-jährige, sanft lächelnde Nachbarin mit grauen Haaren im Dutt steht an der Gartentür mit einer Tasse Tee und beobachtet wohlwollend einige Schritte dahinter; ein neugieriger, schüchterner 5-jähriger Junge mit schwarzen Locken sitzt rechts im Gras mit einer Gänseblümchenkrone; Morgenlicht, leichter Vorhang, grüner Garten mit Wildblumen und kleinem steinigen Weg, die Pflanze hat zwei kleine rosa Blüten mit glitzernden Wassertropfen, warme Farben und zarte, frühlingshafte Atmosphäre. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Frühling beginnt

Leni wächst aus dem dicken Wintermantel. Die Jacke ist noch warm, aber die Sonne kitzelt auf ihrer Nase. Jeden Morgen zieht sie ihre kleinen Gummistiefel an und tritt leise über den Gartenweg. Die Luft riecht nach feuchter Erde und frischen Blüten. Vögel singen hoch oben in den Pappeln. Leni hört ihr Lied mit geschlossenen Augen und atmet tief ein.

Auf dem Fensterbrett steht ein Töpfchen. In ihm steckt ein winziger grüner Spross. Leni hat ihn im Kindergarten bekommen. Jeden Abend gießt sie die Pflanze mit einer kleinen Gießkanne, die aussieht wie ein Regenbogen. Es ist ihr wichtig. Sie berührt die Erde vorsichtig mit den Fingerspitzen. Sie sagt leise: „Wachse schön.“ Manchmal streift sie mit der Hand über ein Blatt und fühlt das weiche Grün.

Die Nachbarin bringt oft frische Luft und eine Tasse Tee. Sie lächelt, wenn Leni von der Pflanze erzählt. Es gefällt der Nachbarin, dass Leni dem kleinen Spross jeden Tag Wasser schenkt. Leni lernt, wie gut es tut, auf etwas zu achten. Sie merkt, dass der Frühling nicht nur die Blumen weckt, sondern auch Menschen sanft macht.

Der Besuch auf dem Lernhof

An einem sonnigen Morgen fährt der Kindergarten zum Lernhof, einem kleinen Hof mit bunten Schildern und Kräutergärten. Kinder hüpfen aus dem Bus. Leni hält ihre Gießkanne in der Hand. Der Lernhof riecht nach Heu, frischer Milch und Kräutern. Ein Huhn schüttelt sein Federkleid. Ein Ziegenbock blökt freundlich. Aus dem Gemüsegarten kommen leise summende Bienen.

Die Erzieherin führt die Gruppe. Sie zeigt die Regeln: leise Stimmen, Hände sauber, Wege beachten. „Auf dem Hof teilen wir den Raum“, sagt sie. Leni merkt, dass das wichtig ist. Auf dem Weg zum Gemüsebeet bleibt sie auf dem Pfad. Die Erde am Rand ist weich und duftet nach Regen. Sie beugt sich und fühlt die kühle Feuchtigkeit zwischen den Fingern.

Im Gewächshaus stehen viele Pflanzen. Ein Bauer erklärt, wie Samen zu Pflanzen werden. Leni darf ein kleines Töpfchen aussäen. Ihre Finger graben eine winzige Mulde, sie legt ein Samenkorn hinein, bedeckt es mit Erde und drückt sanft. Dann gießt sie mit der gleichen kleinen Regenbogen-Gießkanne. Sie sagt dem Samen ein winziges Gedicht, das sie selber erfindet: „Kleiner Samen, schlafe nicht zu lang, wach auf mit dem Sonnengesang.“ Es ist nur ein Flüstern, aber Leni fühlt sich wichtig.

Auf dem Hof gibt es eine gemeinsame Ecke mit Bänken und einem großen Tuch, auf dem alle ihren Snack teilen. Leni setzt sich mit den anderen Kindern. Jedes Kind legt seine Schale zurück an ihren Platz, die Krümel werden in eine kleine Box gekehrt. Ein Junge vergisst einmal, seinen Apfelrest wegzuwerfen. Leni erinnert ihn freundlich: „Bitte hier rein, dann bleibt es sauber.“ Der Junge nickt und lernt, dass der Hof schöner bleibt, wenn alle mithelfen. Die Erzieherin lächelt. Leni versteht, dass Räume gemeinsame Freunde sind, die man pflegen muss.

Am Nachmittag macht die Gruppe einen Spaziergang zum kleinen Teich. Die Sonne glitzert auf dem Wasser. Leni hört Libellen zischen und sieht Fingerabdrücke aus Licht auf den Wellen. Ein Frosch hüpft leise am Ufer. Die Kinder setzen sich ruhig auf die Bank. Keiner rennt. Sie passen aufeinander und auf die Natur auf. Leni fühlt sich geborgen. Der Frühling hat ihre Welt bunt gemacht.

Wachsendes Herz

Nach dem Ausflug geht Leni noch jeden Tag zu ihrem Töpfchen. Die Pflanze steht jetzt draußen auf der Fensterbank, wo die Sonne sie wärmt. Jeden Morgen gießt Leni ein wenig Wasser. Manchmal singt sie einen kurzen Vers. Manchmal bleibt sie ganz still und zählt die hellen Blätter. Jeden Abend schaut sie nach, ob die Erde noch feucht ist. Die Blätter werden größer, das Grün tiefer. Ein winziges Blattchen klappt auf wie ein freundliches Lächeln.

In der Kita erzählt Leni von dem Hof. Sie zeigt ihren Freunden, wie man leise über Gartenwege geht und wie man Samen pflanzt. Zusammen räumen sie das Sandspielzeug weg, bevor sie in die Pflanzenbeete gehen. Sie lernen, dass Achtsamkeit die Natur schützt. Leni fühlt sich wie eine Hüterin von etwas Kleinem und Wichtigen.

Eines Morgens entdeckt Leni eine neue Änderung: an der Spitze der Pflanze sind zwei kleine Knospen. Sie pulsiert vor Leben. Leni streicht sanft über ein Blatt. Es fühlt sich frisch an, wie ein nasses Tuch nach dem Regen. Die Luft duftet nach frisch gemähtem Gras. Beim Spielen im Garten hört man das leise Summen einer Biene, die von Blüte zu Blüte tanzt. Leni setzt sich in das Gras. Sie greift nach einer Gänseblümchenkette und legt sie um ihr Halschen. Die Sonne kitzelt ihren Rücken.

Ihre Eltern sehen die Pflanze und loben Leni. „Du hast gut auf sie geachtet“, sagen sie. Leni strahlt. Es ist ein warmes Gefühl, das von innen kommt, ein leises Aufblühen wie bei der Pflanze. Sie weiß: kleine Dinge brauchen Geduld und Liebe. Man muss zuhören, wenn die Natur flüstert.

An einem Abend kommen die Kinder aus der Kita zusammen, um kleine Pflanzen zu tauschen. Leni bringt ihr Töpfchen. Sie setzt es vorsichtig auf den Tisch. Andere Kinder legen ihre Pflanzen dazu. Es ist ein bunter Garten, alles aufgeteilt in kleine Töpfe. Leni sieht die Gemeinschaft: Pflanzen, die geteilt werden, Orte, die sauber bleiben, Hände, die helfen. Sie hört die leisen Worte eines Freundes: „Darf ich auch mal gießen?“ Leni nickt und gibt die Gießkanne weiter. Das Teilen macht das Herz weit.

Die Knospen an Lenis Pflanze öffnen sich schließlich. Kleine, zarte Blüten zeigen ihr Gesicht. Sie sind nicht groß, aber sie leuchten hell. Leni beugt sich vor und atmet den Duft ein. Er riecht nach Sommer, nach Zuckerwatte und nach Sonne. Sie fühlt ein warmes, ruhiges Glück. Die Pflanze ist ein kleines Wunder, das sie mit Sorgfalt geholfen hat zu finden.

Abends, bevor Leni ins Bett geht, legt sie die Gießkanne zurück an ihren Platz. Sie schaut noch einmal aus dem Fenster. Der Mond spiegelt sich auf den Pfützen. Die Sterne zwinkern. Leni denkt an den Lerhof, an die Regeln, an das Teilen. Sie spürt, wie ihr Herz leicht wird. Sie weiß, dass Frühling auch im Herzen wohnen kann, wenn man freundlich ist und auf gemeinsame Orte achtgibt.

Mit einem letzten Blick auf das Töpfchen flüstert sie: „Gute Nacht, kleine Blume.“ Dann legt sie sich hin. Die Welt ist ruhig. Draußen raschelt ein Blatt im Wind. Leni schläft ein mit einem Lächeln, das so weich ist wie die Blüten, die sie großgezogen hat.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Pappeln
Hohe Bäume mit dünnen Stämmen und vielen Blättern, die im Wind rascheln.
Töpfchen
Ein kleines Topf, in dem Pflanzen oder Samen wachsen können.
Spross
Ein junges, grünes Pflänzchen, das gerade aus der Erde kommt.
Gießkanne
Ein Gefäß mit Ausguss, mit dem man Pflanzen Wasser gibt.
Lernhof
Ein kleiner Bauernhof, auf dem Kinder etwas über Pflanzen und Tiere lernen.
Kräutergärten
Gärten mit vielen Pflanzen, die man zum Kochen oder für Tee nutzt.
Gewächshaus
Ein Haus aus Glas, in dem es warm ist, damit Pflanzen gut wachsen.
Mulde
Eine kleine Vertiefung in der Erde, in die man Samen legt.
Knospen
Die kleinen, geschlossenen Blütenteile, bevor die Blume aufblüht.
Libellen
Dünne Insekten mit zwei Paar Flügel, die schnell über Wasser fliegen.

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