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Geschichte über die Angst vor der Dunkelheit 9/10 Jahre Lesen 17 min.

Leni und die Abendwolke

Leni, ein mutiges Mädchen, lernt, ihre Angst vor der Dunkelheit mit Hilfe von Freunden, ihrem Doudou‑Bouclier und klugen Strategien zu überwinden, während sie die Geheimnisse der Schatten erkundet. Gemeinsam entdecken sie, dass die Dunkelheit nicht immer bedrohlich ist, sondern auch Geschichten und Abenteuer bereithält.

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Ein 10-jähriges Mädchen mit langen braunen Haaren und funkelnden Augen sitzt auf ihrem Bett. Sie hat einen Ausdruck von Aufregung gemischt mit leichter Besorgnis, die Augenbrauen leicht zusammengezogen und ein schüchternes Lächeln. Sie trägt einen blauen Schlafanzug mit gelben Sternen. Neben ihr liegt ihr Doudou-Bouclier, ein kleiner Stoffhase, der sich an ihr Kissen kuschelt und sanft lächelt.

Im Zimmer steht ihre Mutter, eine Frau in den Dreißigern mit kastanienbraunen Haaren und warmen Augen, nahe der Tür und hält eine Taschenlampe. Sie lächelt zärtlich, bereit, ihre Tochter zu beruhigen. Das Zimmer ist mit bunten Postern und verstreuten Spielsachen dekoriert, und ein sanftes Licht strahlt von einer Nachttischlampe.

Die Szene spielt in einem Kinderzimmer mit pastellblauen Wänden, voll mit Spielzeug und Büchern. Das Abendlicht filtert durch die Vorhänge und wirft sanfte Schatten auf den Boden.

Die Hauptsituation zeigt das Mädchen, das sich auf eine kleine nächtliche Expedition in ihrem Zimmer vorbereitet, bewaffnet mit ihrer Taschenlampe, bereit, die Schatten um sie herum zu erkunden, während ihre Mutter sie mit einem wohlwollenden Blick ermutigt. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Die Abendwolke

Es war ein gewöhnlicher Donnerstagabend. Leni zog ihre Lieblingspyjamahose an. Sie hatte kleine gelbe Sterne darauf. Ihre Mutter roch nach Apfeltee. Das Haus fühlte sich warm an. Die Sonne verschwand langsam hinter den Häuserdächern. Ein leichter Wind ließ die Gardinen kichern.

Trotzdem wurde Leni ganz still. Etwas zog an ihrem Bauch. Es war eine leise, klebrige Wolke. Sie nannte sie in Gedanken die Abendwolke. Wenn es dunkel wurde, saß die Wolke auf ihrer Brust. Sie machte das Atmen schwerer. Die Wolke sprach nicht laut. Aber sie ließ Leni denken: Was, wenn das Dunkel plötzlich seltsam wird? Was, wenn im Schrank ein Monster ist? Was, wenn das Haus knarrt und niemand da ist?

Leni war neun Jahre alt. Sie war mutig in der Schule. Sie konnte gut Matheaufgaben lösen. Sie war mutig beim Klettern im Park. Doch die Dunkelheit war etwas anderes. Sie erschien heimlich. Sie veränderte die bekannten Formen im Zimmer. Der Teddy, den sie seit dem Kleinkindalter hatte, sah im Abendlicht manchmal wie ein kleiner Baumstumpf aus. Die Ecken des Zimmers wurden länger. Die Uhr tickte lauter.

Leni holte ihren Doudou‑Bouclier aus der Kommode. Der Doudou war ein abgenutztes Stoffhäschen. Es hatte ein kleines Schild auf dem Bauch. Auf dem Schild war eine Sonne aufgestickt. Leni nannte ihn Doudou‑Bouclier, weil er sich wie ein Schutzschild anfühlte. Er war weich. Er roch nach Waschmittel und Honig. Sie drückte ihn an die Brust. Das half ein kleines bisschen. Doch die Abendwolke wollte noch nicht weggehen.

„Magst du eine Geschichte dazu hören?“ fragte ihre Mutter. Sie setzte sich auf die Bettkante. Ihre Stimme war warm. Leni nickte. Die Geschichte handelte von einem Mädchen, das ein Nachtlicht fand. Das Mädchen entdeckte, dass das Licht nicht alle Schatten wegnehmen konnte. Aber es machte die Schatten freundlicher. Leni lächelte. Die Wolke wurde etwas dünner. Doch das klamme Gefühl blieb. Sie lauschte. Ein kleines Geräusch kam aus dem Flur. Eine Tür knarrte. Der Radiowecker summte leise. Die Toilette in der Etage unten spülte Wasser. Alles normale Geräusche. Aber in Lena's Kopf klangen sie wie geisterhafte Trommeln.

Ihre Mutter stand auf. „Sollen wir ein paar kleine Dinge machen, bevor du schlafen gehst?“ fragte sie. Leni nickte wieder, dieses Mal schnell. Es klang wie: Ja, bitte. Das Mädchen in ihr wollte eine Lösung. Nicht unbedingt eine große Heldentat. Sondern Schritte, kleine und sichere. Dinge, die man tun kann, wenn die Abendwolke auftaucht.

Sie legte ihren Doudou‑Bouclier neben das Kissen. „Er bleibt nah“, sagte Leni. Dann atmete sie tief ein und aus. Ihre Mutter zog die Vorhänge zu. Das Zimmer wurde dunkler, aber nicht ganz schwarz. Ein Streifen Straßenlaternenlicht fiel in einer schrägen Linie über den Teppich. Leni konnte noch Dinge erkennen. Die Abendwolke flog ein wenig weiter weg. Die ersten kleinen Aufgaben hatten ihr geholfen. Ein Plan entstand. Ein Plan ist wie ein kleines Netz. Er fängt Sorgen, bevor sie wachsen.

„Wir machen ein Lichtkrankenhaus für Schatten“, flüsterte ihre Mutter. Leni fand die Idee lustig. Sie mochte das Wort Krankenhaus, weil es an Helfen erinnerte. Zusammen gingen sie die kleinen Schritte durch. Prüfen, leise reden, ein Licht anlassen, Doudou nah, Fenster zu. Prudenz. Das Wort hatte Leni heute gelernt. Es bedeutete, vorsichtig zu sein und klug zu handeln. Nicht ängstlich. Sondern umsichtig.

Leni fühlte, wie die Abendwolke langsam leichter wurde. Sie legte die Hand auf das Doudou‑Bouclier. Die Sterne auf ihrer Pyjamahose glitzerten im Schein der kleinen Lampe. Die Nacht war noch nicht besiegt. Aber ein kleines Licht brannte. Und ein Plan war geschrieben. So konnte die Dunkelheit beginnen, ohne Leni zu überrumpeln. Sie war bereit, Stück für Stück, die Dunkelheit kennen zu lernen.

Das Lichtkrankenhaus

Am nächsten Abend machte Leni das Lichtkrankenhaus größer. Das war ihr Plan. Ein Krankenhaus, das den Schatten hilft, gesund zu werden. Sie nahm eine Taschenlampe, die wie ein kleines Kosmosröhrchen aussah. Sie hatte sie in der Schublade gefunden. Sie war batteriebetrieben. Leni wusste, wie man Batterien prüft. Das war Teil der Prudenz. Sie ersetzte die alten Batterien durch neue. So wurde die Taschenlampe zuverlässig.

Zuerst übten sie das An- und Ausschalten. Licht an. Schatten beobachten. Licht aus. Schatten beobachten. Das klingt einfach. Aber es half Leni zu merken, dass Licht und Schatten zusammengehören. Schatten verschwinden nicht immer. Manchmal verändern sie sich. Sie werden kleiner. Sie werden länger. Sie werden freundlich. Leni fand das spannend.

Sie übten mit dem Doudou‑Bouclier. Leni hielt das Häschen nah an die Lampe und drehte es. Die Sonne auf dem Schild glänzte. Der Schatten des Häschens auf dem Bett hüpfte im Takt. Leni lachte. Das Geräusch klang wie kleine Glöckchen. Ihre Mutter machte mit. Sie legte ein kleines Stoffschiff auf die Kommode. Dann schien die Taschenlampe darauf. Der Schatten sah aus wie ein Segelboot. „Sieh mal“, sagte ihre Mutter, „Schattentheater.“ Leni mochte das Wort. Es machte die Dunkelheit spielerisch.

Als nächstes bauten sie eine kleine Sicherheitsrunde. Gemeinsam gingen sie durch das Zimmer. Sie öffnen den Kleiderschrank. Keine Monster. Nur Socken. Sie schauten unter dem Bett. Nur ein Staubwedel und ein verlorener Bauklotz. Die Fenster waren verriegelt. Die Heizung war warm, aber nicht heiß. Draußen war es ruhig. Alles in Ordnung. Diese Runde war vorsichtig und klug. Prudenz in kleinen Schritten.

Leni schrieb eine Liste. Sie mochte Listen. Die Liste war kurz und freundlich:

- Doudou‑Bouclier am Kopfkissen

- Taschenlampe griffbereit

- Nachtlicht an der Steckdose

- Fenster zu, Tür leicht offen

- Atmen, zählen, schauen

Die Tür leicht offen war wichtig. Nicht ganz geschlossen, damit man nicht das Gefühl hat, eingeschlossen zu sein. Aber auch nicht weit offen. Ein Spalt reichte. Prudenz war immer eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit.

Bevor die Nacht kam, machte Leni ein Bild in ihrem Kopf. Sie stellte sich vor, wie die Schatten wie Wolken sind. Wenn sie zu groß werden, kann man sie mit Lichtzielen verkleinern. Man kann ihnen Namen geben. Leni nannte eines „Sofa-Schatten“. Ein anderes war „Schrank-Welle“. Namen machten die Dinge vertraut. Sie wurden weniger gruselig.

An diesem Abend lernte Leni auch, wie man Geräusche sortiert. Geräusche sind für die Dunkelheitsangst oft wie bunte Murmeln in einer Schüssel. Sie rollen durcheinander und man verwirrt sich. Leni legte jede Murmel beiseite. Klopfen an die Heizung? Das ist warmes Metall, das sich ausdehnt. Pipi-Geräusch unten? Eine Rohrleitung. Fußstapfen? Vielleicht jemand, der die Mülltonne holt. Wenn man die Murmeln benennt, werden sie normale Sachen.

Sie probten auch ruhige Atemübungen. Einatmen für vier Sekunden. Halten für zwei. Ausatmen für fünf. Leni konnte dabei den Doudou an ihren Lippen spüren. Er war ein weiches Geheimnis. Beim Atmen merkte sie den Herzschlag. Er war ein kleiner Trommelmeister. Nicht laut genug, um Angst zu machen. Genau genug, um zu wissen, dass sie lebte und sicher war.

Am Ende dieses Übungsabends war die Abendwolke noch da, aber sie war dünner. Leni hatte Werkzeuge. Sie hatte eine Routine. Und sie hatte ihr Doudou‑Bouclier direkt neben dem Kissen liegen. Es war wie ein Schild aus Wärme. Die Nacht war vorbereitet. Leni fühlte etwas, das neu war: Zuversicht. Es war kein lauter Mut. Es war ein leises, kleines Licht in ihr.

Die Erkundung der Schatten

Ein Samstag brachte eine besondere Aufgabe. Leni nannte sie die Schattenexpedition. Sie lud zwei Freunde ein: Jonas und Mia. Sie waren aus der Nachbarschaft. Beide waren etwa gleich alt. Freunde können helfen. Manchmal schafft man mehr zusammen. Und es ist lustiger.

Die drei trafen sich im Garten. Die Sonne verabschiedete sich langsam. Sie packten kleine Dinge: die Taschenlampe, eine Decke, Keksdose und natürlich den Doudou‑Bouclier. Gemeinsam fühlte sich Leni mutiger. Die Freunde machten Witze. Jonas erzählte, dass sein Großvater früher im Dunkeln Sternkarten gelesen hatte. Mia sagte, sie habe einmal einen Käfer entdeckt, der im Dunkeln leuchtete. „Dann ist die Dunkelheit nicht so leer“, sagte sie.

Sie gingen Schritt für Schritt. Zuerst ins Wohnzimmer. Dann in den Flur. Dann in die Küche. In jedem Raum machte Leni das Lichtkrankenhaus. Licht an, Schatten sanft anschauen, Dinge benennen. Die Freunde halfen. Sie lachten, als der Schatten einer Zimmerpflanze aussah wie ein liegender Drache. Sie gaben dem Schatten den Namen Fred. Fred war ein fauler Drache. Das machte alle fröhlich.

Am Ende standen sie vor dem größten Ort: Leni's Zimmer mit dem Schrank an der Wand. Es war der Ort, wo die Abendwolke meistens am dicksten saß. Leni spürte, wie ihr Herz ein bisschen schneller schlug. Doch jetzt waren Jonas und Mia da. Und Doudou‑Bouclier. Und das Licht. Das Gefühl war anders.

Sie machten sich einen Plan. Jonas hielt die Taschenlampe. Mia saß auf der Decke und las eine Liste laut vor. Leni öffnete die Schranktür. Innen war es dunkler als im Zimmer. Die Taschenlampe strich über Jacken und eine Reihe von Schulranzen. Sie entdeckten etwas Unerwartetes: eine Kiste mit alten Zeichnungen. Leni wusste, dass sie diese Kiste vergessen hatte. Sie holte eine Zeichnung heraus. Ein Bild zeigte sie selbst als kleines Mädchen, mit einem riesigen Lächeln und einem Hund namens Pünktchen. Das Bild war warm wie ein Pfannkuchen.

Die Freunde setzten sich zu ihr. Sie sahen sich Zeichnungen an. Jonas fand ein Bild von einem Raketenauto. Mia fand eine Karte, die sie beim Wandern gemacht hatten. Erinnerungen brachten Licht in die Schatten. Sie erzählten Geschichten über die Bilder. Die Dunkelheit fühlte sich weniger wie ein Feind an. Sie war ein Raum, in dem Dinge warteten.

Auf dem Rückweg zum Bett stellten sie sich vor, wie die Schatten friedlich einschlafen würden. Sie sangen leise ein Lied. Es klang schief und herzlich. Als sie die Lichter ausmachten, blieb die Taschenlampe in Reichweite. Draußen waren Grillen zu hören. Ein leiser Flug eines Vogels. Die Nacht war nicht still. Sie war lebendig und vertraut.

Leni legte den Doudou‑Bouclier an die Seite des Kissens. Sie fühlte sich nicht mehr so allein. Die Expedition hatte gezeigt: Die Dunkelheit versteckt Geschichten und Dinge, die man entdecken kann. Kluges Hinschauen hilft. Prudenz hilft. Freunde helfen. Leni lernte, dass sie die Dunkelheit nicht bekämpfen musste. Sie konnte sie besuchen. Mit einer Taschenlampe, einem Plan und einem Doudou.

Die Nachtprobe

Eines Abends kam eine Probe. Ein kleiner Stromausfall. Es war kurz nach dem Abendbrot. Das Haus war mit Kerzen erleuchtet. Leni mochte das Flackern. Es roch nach Wachs und ein bisschen nach Vanille. Abrupt ging das Licht aus. Nicht nur bei ihnen. Überall. In der Straße. Die Sterne glänzten klar. Die Nachbarhäuser sahen aus wie schwarze Schachfiguren.

Leni spürte zuerst ein Ziehen in der Magengegend. Die Abendwolke blickte auf. Sie schüttelte sich. Doch dann erinnerte sie sich an alles, was sie geübt hatte. Sie atmete tief ein. Die Taschenlampe fiel ihr in die Hand. Die Doudou‑Bouclier lag warm am Kissen. Sie zündeten eine Kerze an. Nicht viele. Nicht zu viele. Nur so, dass man die Wege sehen konnte.

Ihre Mutter klopfte an die Tür. „Wir prüfen gemeinsam“, sagte sie ruhig. Zusammen gingen sie durch das Haus. Die Nachbarn kamen auch raus. Man sprach leise. Es gab ein Gefühl von Gemeinschaft. Leni fand das beruhigend. Es war wie, wenn die Welt kurz innehält und dann gemeinsam weitergeht.

Im Zimmer leuchtete die Taschenlampe sanft. Die Schatten tanzten auf den Wänden. Leni setzte sich auf das Bett. Sie legte den Doudou‑Bouclier neben sich. Sie hatte einen kleinen Beutel mit Schlüsselsachen: eine Ersatzbatterie, ein kleines Notizbuch, der Taschenlampenhalter. Praktische Dinge. Prudenz zeigte sich in diesen kleinen Aufgaben.

Dann machte Leni eine Nachtprobe für sich selbst. Sie stellte die Taschenlampe auf ihren Bauch. Das Licht war ein warmes Feuer. Sie atmete, zählte und schaute. Mit jedem Atemzug wurde die Abendwolke kleiner. Sie dachte an Fred, den Schattendrachen, der jetzt schlief. Sie dachte an die Zeichnungen aus dem Schrank. Sie dachte an Jonas' und Mias Lachen. Gute Gedanken wie warme Socken.

Die Nachbarskinder sangen leise ein Lied auf der Straße. Jemand klopfte an ein Fenster. Ein Auto fuhr langsam vorbei. Normal. Die Hausgeräusche klangen nicht mehr wie Trommeln, sondern wie ein vertrauter Takt. Leni merkte, wie ihr Herz ruhiger wurde. Sie legte die Hand auf das Doudou‑Bouclier. Es war nicht nur ein Stofftier. Es war ein erinnerndes Ding. Es sagte: Du bist vorsichtig. Du bist nicht allein. Du kannst kleine Dinge tun.

Die Kerzen flackerten weiter. Dann, nach einer Weile, kam das elektrische Licht zurück. Ein leises Aufatmen ging durch das Haus. Die Lampe summte. Alles normal. Für Leni war es ein Sieg. Nicht, weil sie die Dunkelheit besiegt hatte. Sondern weil sie gelernt hatte, ruhig zu handeln. Prudenz hatte geholfen. Mut hatte geholfen. Ihr Doudou‑Bouclier hatte geholfen.

Die stille Wache

Nun war der Abend gekommen, an dem Leni allein einschlafen wollte. Ihre Freunde hatten ihre eigenen Betten. Die Mutter kam hinein, legte einen Kuss auf die Stirn und zog die Decke bis zur Schulter. „Denk an dein Lichtkrankenhaus“, flüsterte sie. Leni nickte. Sie fühlte sich vorbereitet.

Sie setzte den Doudou‑Bouclier nah an ihr Kopfkissen. Seine Sonne lächelte. Sie legte die Taschenlampe auf den Nachttisch. Das Nachtlicht brannte. Die Vorhänge waren geschlossen. Die Tür war einen Spalt offen. All die kleinen Dinge waren wie kleine Soldaten, die für ihre Ruhe wachen würden.

Leni legte sich hin. Sie atmete. Die Abendwolke war nur noch ein Schatten von früher. Sie dachte an die Liste. Sie dachte an die Expedition. Und sie dachte an das Stromausfall-Abenteuer. All diese Dinge waren nicht nur Erinnerungen. Sie waren Werkzeuge. Werkzeuge, die sie benutzen konnte, wenn die Dunkelheit wieder käme.

Langsam schloss sie die Augen. Sie stellte sich vor, wie die Schatten auf dem Zimmerboden schlafen würden. Sie stellte sich vor, wie das Doudou‑Bouclier eine kleine Decke über ihre Ängste legt. Die Decke war weich und warm. Sie war aus Erinnerungen, Atem und klugen Schritten gemacht. Leni hörte, wie die Heizung leise tickte. Die Uhr machte ihr ruhiges Ticken. Es war ein beruhigender Klang. Wie eine Geschichte, die endet.

In der letzten Minute vor dem Einschlafen lächelte Leni. Kein großes Lächeln. Ein kleines, zufriedenes Lächeln. Sie wusste, dass sie nicht jede Nacht perfekt fühlen würde. Manchmal würde die Abendwolke wiederkommen. Aber sie wusste nun, wie man sie besucht. Sie wusste, wie man sie anschaut. Sie wusste, wie man sie mit Licht und Namen und Freunden und klugen Schritten kleiner macht.

Draußen waagten die Sterne ihr Mondlicht in das Zimmer. Leni fühlte die Wärme des Doudou‑Bouclier neben ihrem Gesicht. Die Sonne auf dem Schild schien sogar in ihren Träumen. Die Nacht war noch da. Aber jetzt war sie eine vertraute Freundin, die manchmal ein bisschen herumalberte. Leni hatte ihre stille Wache. Nicht als Ritter mit Schwert. Sondern als Kind mit einer Taschenlampe, einem Plan und einem Doudou.

Die Abendwolke löste sich ganz sacht auf. Leni atmete tief ein. Ein letzter Gedanke schlich vorbei: Prudenz ist Stärke. Vorsicht ist Mut in kleinen Schritten. Dann driftete sie in den Schlaf. Im Zimmer brannte ein kleines, sicheres Licht. Der Doudou‑Bouclier lag nah am Kissen. Und so begann eine ruhige Wache. Ein waches Herz, das sanft schlief.

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Prudenz
Vorsicht und Klugheit in einer bestimmten Situation; sich über mögliche Gefahren Gedanken machen.
Doudou‑Bouclier
Ein Stofftier, das als Schutz oder Trost dient und in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt.
Abendwolke
Eine Wolke, die in der Geschichte die Ängste und Sorgen symbolisiert, die in der Dunkelheit erscheinen.
Schattenexpedition
Ein Abenteuer, bei dem die Kinder die Schatten in ihrem Zimmer erkunden und kennenlernen.
Stromausfall
Wenn der Strom plötzlich ausfällt und die Lichter und elektrischen Geräte nicht mehr funktionieren.
Schattentheater
Ein Spiel mit Schatten, bei dem man mit Licht und Formen Geschichten erzählt oder Figuren darstellt.

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