Abend im Zimmer
Lina, Max und Jona spielen leise mit Bauklötzen. Die Sonne geht langsam weg. Die Lampe wird kleiner. „Es ist bald Schlafzeit“, sagt Mama. Die Kinder sehen, wie das Zimmer dunkel wird. Lina hält ihr Kuscheltier fest. Max drückt seine kleine Taschenlampe. Jona zieht die Decke bis zum Kinn.
„Die Dunkelheit ist groß“, flüstert Lina. Ihre Stimme zittert ein bisschen. „Manchmal sieht sie groß aus“, sagt Max. „Und manchmal ist sie ganz weich“, sagt Jona.
Mama kommt rein. Sie lächelt warm. „Lasst uns die Dunkelheit zusammen ansehen“, sagt sie. „Wir machen kleine Lichter.“ Mama nimmt drei Laternen. Die Laternen machen einen ruhigen Schein. Das Licht ist warm wie Honig. Die Kinder atmen tief ein. Sie fühlen sich wohler.
Leuchten und Erinnern
Mama fragt: „Woran denkt ihr, wenn es dunkel ist?“ Lina denkt an einen Tag im Park. Sie sagt: „Ich denke an die Sonne auf meinem Gesicht. Es war warm und ich habe gelacht.“ Max denkt an das Bad, das er laut geplanscht hat. Er lacht. Jona denkt an ein Sternbild, das Papa gezeigt hat. „Die Sterne blinken wie kleine Augen“, sagt er.
Die Kinder halten ihre Laternen hoch. Das Licht macht weiche Schatten an der Wand. Sie sehen die Schatten wie freundliche Tiere. „Das ist ein Schattenhund“, sagt Max und zeigt. „Und das ist eine Wallende Wolke“, sagt Lina. Sie lachen leise.
Mama zeigt einfache Dinge. „Die Dunkelheit ist nur ein Raum ohne Licht“, sagt sie. „Sie ist kein Ungeheuer.“ Sie drückt die Taschenlampe an. Ein Lichtpunkt springt. Ein Schatten weicht. Die Kinder sehen, wie das Licht die Dunkelheit kleiner macht. Sie lernen, dass Licht teilen hilft.
„Wir können kleine Lichter machen“, sagt Mama. „Und wir können an warme Dinge denken.“ Die Kinder denken an den Park, das Wasser und die Sterne. Die Erinnerung wird wie ein kleiner Sonnenstrahl in ihrem Herzen. Sie fühlen sich sicher.
Bettzeit und Tür
Die Kinder gehen ins Bett. Die Laternen stehen auf dem Nachttisch. Mama deckt sie zu. Sie sagt: „Ihr seid mutig. Ihr seid zusammen.“ Lina kuschelt ihr Kuscheltier. Max hält die Taschenlampe. Jona summt leise ein Lied.
Die Tür ist noch offen. Mama lächelt. „Ich bin gleich nebenan“, sagt sie leise. Sie kniet, gibt jedem Kind einen Kuss. „Gute Nacht. Träumt von warmem Licht.“ Sie steht auf. Die Tür schwingt langsam. Die Kinder sehen das Licht im Flur kurz glänzen. Die Tür schließt sich sanft. Die Kinder atmen ruhig. Sie sind ruhig. Sie sind mutig.