In der Stadt Plitsch-Patsch gibt es jeden Morgen Krach. Busse hupen. Hunde bellen. Töpfe klappern. Die Leute sind beschäftigt. Die Stadt tanzt. Und mitten drin geht Herr Zippel spazieren. Er ist groß. Er trägt eine bunte Jacke. Auf dem Rücken hat er ein weiches Cape. Auf dem Kopf eine Mütze mit Punkten. Herr Zippel ist ein Superheld. Aber seine Superkraft ist komisch. Sehr komisch.
„TA-DA!“ sagt er gern. Er macht eine Pause. Er steht still. Dann zieht er ein Stückchen Band aus der Tasche. Es ist rosa. Es glitzert ein bisschen. Auf dem Band steht: zone cosy. Herr Zippel kichert. „Das ist mein Zauberband“, sagt er. „Es macht alles gemütlich.“ Klack! Er bindet das Band um einen Pfosten. Puff! Plötzlich wird die Luft wärmer. Pling! Es riecht nach Keksen. „Oh!“ sagt die Katze, die gerade vorbeischreitet. „Miau.“ Die Katze rollt sich zusammen. Sie schnurrt.
Die Kinder auf dem Spielplatz rennen. Sie springen. „Kommt, wir probieren die zone cosy!“ ruft ein Junge. „Ja!“ ruft ein Mädchen. Sie setzen sich. Bämm! Ihre Pusteblasen bleiben in der Luft hängen wie Seifenblasen aus Zucker. „Woooo!“ lachen sie. Herr Zippel macht eine Grimasse. „Meine Superkraft ist nicht laut. Sie ist kuschelig“, flüstert er und zwinkert.
An einem Tag hört Herr Zippel ein Schniefen. „Hatschi, hatschi.“ Ein älterer Mann sitzt auf einer Bank. Seine Tasche ist schwer. Der Mann sieht müde aus. Ein kleiner Vogel hakt sich an seinem Fuß. „Piep, piep“, sagt der Vogel. Herr Zippel setzt sein Band eine Handbreit höher. „Zone cosy, bitte!“, sagt er. Klirr-klirr! Ein weicher Lichtkreis breitet sich aus. Der Vogel rutscht nicht mehr vom Fuß. Er kuschelt sich an. Der Mann lacht leise. Seine Augen glänzen. „Danke“, sagt er. „Das ist nett.“ Herr Zippel nickt. Er fühlt, wie sein Herz hüpft. „So geht Empathie“, murmelt er, „ein Band. Ein Lächeln.“
Plötzlich: KLONK! Ein Lastwagen muss anhalten. Auf dem Bürgersteig steht eine Frau. Ihr Ballon ist weg. PLUPP! Der Ballon fliegt hoch. Alle schauen. „Oh nein“, ruft die Frau. Die Kinder zeigen. „Schaaaaade.“ Herr Zippel rennt. Er springt. Er macht eine große Pirouette. „TA-DA!“ Er wirft sein Band in die Luft. Das Band wickelt sich um den Ballon. Zisch! Der Ballon dreht sich und schwebt langsam zu der Frau zurück. „Hurra!“ ruft sie. Die Leute klatschen. Der Ballon macht „flooop“. Die Kinder klatschen im Takt: „Klap klap, klap klap.“
In der Stadt sind viele kleine Ärgernisse. Ein Hund verliert seine Mütze. Ein Fahrrad klingelt zu laut. Zwei Tauben streiten um ein Korn. Herr Zippel läuft herum. Er bindet sein Band. Er murmelt: „zone cosy, bitte.“ Pling, pling! Überall entstehen winzige, warme Inseln. Menschen setzen sich. Sie atmen. Sie lächeln. Die Tauben teilen das Korn. Der Hund findet seine Mütze. Das Fahrrad klingt jetzt wie ein Glöckchen. „Ding-ding!“
Aber heute passiert etwas Neues. Ein großer, sehr ehrgeiziger Straßenmaler malt ein riesiges Bild mitten auf dem Platz. Er sprudelt vor Ideen. Er will eine Riesen-Sonne malen. Platsch! Hmm. Die Farbe tropft. Tropf, tropf. Ein Pärchen im Café fletscht die Zähne. „Die Farbe spritzt“, sagt die Frau. „Oh.“ Die Kinder weichen zurück. Die Malerfrau runzelt die Stirn. Sie wird traurig. „Oh nein, das ist nicht schön“, sagt sie leise. Herr Zippel schaut zu. Er sieht die Traurigkeit. Er fühlt sie tief in der Brust. Er denkt an den alten Mann. An die Katze. An die Kinder.
„TA-DA!“ Er bindet sein Band. Aber diesmal zögert er. Er geht vorsichtig hin. Er spricht mit leiser Stimme. „Wollen Sie helfen?“ fragt er die Malerin. „Ich habe viele bunte Dinge.“ Die Malerin schaut überrascht. Ihre Augen werden groß. „Wirklich?“, fragt sie. „Ja“, sagt Herr Zippel. Er holt Tücher. Er bringt Lieder. Die Kinder singen: „La-la-la!“ Die Malerin lächelt. Sie setzt sich. Zusammen machen sie die Farben schöner. Zusammen malen sie Blumen, die nicht tropfen. Gemeinsam lachen sie, wenn ein Pinsel kichert: „Schlurp!“
Die Sonne am Bild wird warm. Sie hat eine Brille und lacht. Alle sind stolz. Die Malerin sagt: „Danke.“ Herr Zippel legt das Band um ihren Pinsel. „Für deine zone cosy“, sagt er. Die Malerin hält die Hand hin. Sie fühlt sich verstanden. Sie fühlt sich flink. Sie fühlt sich fröhlich.
Am Abend geht die Sonne wirklich unter. Die Stadt wird ruhig. Die Lichter blinken. Herr Zippel sammelt sein Band ein. „Tschüss, zone cosy“, flüstert er. Die Stadt atmet. Die Leute gehen nach Hause. Sie denken an den Tag. An die Kekse. An den Ballon. An das Bild mit der Sonne. Das Herz der Stadt ist warm.
Herr Zippel lächelt. Er setzt seine Mütze auf. Er denkt: Empathie ist ein Band. Man kann es teilen. Man kann es binden. Man kann es leihen. Er winkt zur Nacht. „Gute Nacht!“, ruft er leise. Die Stadt antwortet mit einem leisen Kichern: „Gute Nacht!“ TA-DA!