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Geschichte von einem Flugzeugpilot 9/10 Jahre Lesen 6 min.

Herr Lauterbach und das Honigtal

Der Pilot Herr Lauterbach überprüft sorgfältig sein Flugzeug und fliegt mit seinem Team in ein abgelegenes Bergtal, wo Begegnungen mit den Dorfbewohnern die Werte von Vorbereitung, Respekt und Zusammenarbeit zeigen.

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Ein lächelnder, ruhiger Pilot mit sanft faltigem Gesicht und grauem Schnurrbart kniet und berührt zur Druckprüfung einen großen schwarzen Flugreifen; ein etwa 20-jähriger dunkelhaariger Flughelfer in blauer Jacke reicht ihm ein kleines Funkgerät, während am Rand der schmalen Erdlandebahn im alpinen Tal eine etwa 8-jährige Mädchen in bunter Kleid mit einem Tablett und warmem braunem Brot steht und ein etwa 10-jähriger Junge mit rotem Schal aus einer staubigen Vorfeldkarre winkt; im Hintergrund grasbewachsene Ränder mit gelben Blumen, bemalte Holzhäuser, schneebedeckte Felsgipfel und rosa Morgenwolken; Szene in weicher Aquarelltechnik mit sichtbarer Papierstruktur, warmen Farben und sanft goldenem Morgenlicht. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Der Morgen über den Gipfeln

Am frühen Morgen fuhr Herr Lauterbach seinen alten blauen Landeanflugwagen zur kleinen Bergpiste. Er war Pilot für die hohen Täler und kannte jede Wolke wie einen alten Freund. Sorgfältig zog er seine Jacke an, setzte die Mütze tief und lächelte, als die Gipfel im ersten Licht glühten. Noch bevor er das Cockpit betrat, machte er seine Runde wie immer: Er kniete sich vor die Räder des Flugzeugs und sah den Reifen genau an. Die Reifen waren für ihn wie Schuhe bei einem langen Spaziergang – ohne sie würde das Flugzeug nicht sicher landen.

„Gute Reifen, gute Reise“, murmelte er und klopfte sanft, um den Druck zu prüfen. Die Technikerinnen und Techniker hatten über Nacht das Öl kontrolliert, doch Herr Lauterbach überprüfte selbst die Reifen und die Steuerelemente. Sicherheit war für ihn nicht nur ein Wort, sondern eine Gewohnheit. Auf dem Weg zur Kabine grüßte er die Bergbewohner, die ihre Häuser mit Tüchern und Farben geschmückt hatten. Er nickte respektvoll; in diesen Tälern lebten Menschen mit eigenen Bräuchen und Geschichten. Er liebte es, zuzuhören und von ihnen zu lernen.

Der Flug ins fremde Tal

Heute führte sein Weg in ein weit entferntes Tal. Die Karte zeigte enge Schluchten und kleine Dörfer, in denen verschiedene Sprachen gemurmelt wurden. Im Cockpit erklärte Herr Lauterbach einem jungen Flugbegleiter, warum man vor jedem Start die Reifen anschaut: „Sie tragen uns sicher auf die Erde zurück. Wir prüfen sie, um nichts zu übersehen.“ Der Flugbegleiter nickte aufmerksam. Gemeinsam gingen sie die Checkliste durch, Schritt für Schritt, ruhig und konzentriert.

Als sie abhoben, glitt das Flugzeug wie ein Vogel über schneebedeckte Kämme. Herr Lauterbach erzählte leise von den Kulturen, die er besucht hatte: Von Tänzen, die wie Regentropfen klangen, von Brotteig, der nach Wärme roch, und von freundlichen Blicken, die Begrüßung bedeuten. „Wenn wir landen, sprechen wir langsam und mit Respekt“, sagte er. „Manchmal brauchen Menschen Zeit, uns zu verstehen. Das gehört zur Vorbereitung.“ Das Tal unter ihnen wirkte wie ein Teppich aus Wiesen und Häusern, und die Menschen winkten, als er näherkam. Er plante den Landeanflug sorgsam, achtete auf Windböen in den Schluchten und überprüfte erneut die Anzeigen. Immer wieder dachte er an die Reifen – bereit und sicher.

Die unerwartete Böe

Kurz vor der Landung zog plötzlich ein Wolkenband durch die Schlucht. Eine Böe rüttelte am Flugzeug, und die Instrumente zeigten einen leichten Kurswechsel. Herr Lauterbach blieb ruhig. Er atmete tief ein, setzte die Klappen, korrigierte den Kurs und sprach beruhigend mit seinem Team. „Bleib ruhig, wir haben das geübt“, flüsterte er. Der Flugbegleiter reichte ihm das Funkgerät, und zusammen sprachen sie mit der Bodenmannschaft. Die Menschen unten gaben Hinweise über Windrichtungen und eine freie Fläche zum Abstellen.

Beim Aufsetzen war es wichtig, dass alles vorbereitet war: Die Reifen mussten den Aufprall sanft abfedern, die Bremsen sollten gleichmäßig greifen. Wieder schaute Herr Lauterbach auf die Reifen, als das Flugzeug sanft die Piste berührte. Er freute sich, als er spürte, wie die Räder rollten — sicher, genau wie sie es sollten. Auf dem Boden empfingen sie mehrere Dorfbewohner mit warmen Lächeln und duftendem Tee. Einige trugen bunte Schals, andere übersetzten höfliche Begriffe in seine Sprache. Herr Lauterbach verneigte sich leicht und bedankte sich für die Hilfe bei der Landung. „Ohne eure Augen und Worte heute wären wir nicht so sanft gelandet“, sagte er.

Heimkehr mit süßem Duft

Nach der Arbeit half Herr Lauterbach beim Ausladen der Pakete: Medizin, Briefe und Lebensmittel für die Bergdörfer. Jedes Paket hatte seine eigene Geschichte, und er erzählte dem jungen Flugbegleiter, warum Pünktlichkeit und Sorgfalt wichtig sind. Die Kinder des Dorfes drückten freudig kleine Bilder in seine Hände; die Erwachsenen brachten ihm frisch gebackenes Brot und eine Schüssel mit Honig. Der Duft von Brot und Honig füllte die Luft, warm und beruhigend. Beim Abschied betrachtete er nochmals die Reifen; sie waren ein wenig staubig, aber gesund und stark.

Auf dem Rückflug glitten sie ruhig über die Berge. Herr Lauterbach fühlte eine süße Ruhe in sich, als ob der Honig aus dem Dorf in seinen Gedanken schmolz. Er dachte an die Menschen, die ihm geholfen hatten, an die Worte des Respekts und die Bedeutung der Vorbereitung. Sicherheit, Zusammenarbeit und Achtung vor fremden Bräuchen hatten die Reise möglich gemacht. Als das Flugzeug in den sanften Abendhimmel stieg, sah er unten das Dorf, das nun von kleinen Lichtern wie Glühwürmchen leuchtete.

Zu Hause legte er alles für den nächsten Flug bereit. Er wusch seine Hände, stellte eine kleine Tasse Tee auf den Tisch und setzte sich ans Fenster. Der Himmel war weich und weit, und die Sterne schienen ihm zuzunicken. Herr Lauterbach dachte an die Reifen, an die Menschen, an das Brot und den Honig — an die kleinen Dinge, die große Sicherheit und Wärme bringen. Er atmete tief ein und fühlte, wie überall eine zärtliche Süße breit wurde: in seinem Herz, im Tal und in der Luft. Bald schlief er mit einem Lächeln ein, froh über die Arbeit, die er tat, und über die Menschen, die er auf seinen Wegen traf.

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Landeanflugwagen
Ein Fahrzeug oder Flugzeug, das für Landungen in Bergen benutzt wird.
Gipfeln
Obere Teile von Bergen, die man von weit unten sehen kann.
Cockpit
Der Platz im Flugzeug, wo der Pilot sitzt und das Flugzeug steuert.
Technikerinnen und Techniker
Menschen, die Maschinen prüfen und reparieren, damit alles sicher ist.
Steuerelemente
Knöpfe oder Hebel im Cockpit, mit denen man das Flugzeug lenkt.
Checkliste
Liste mit Punkten, die man nacheinander kontrolliert, bevor man startet.
Klappen
Teile am Flügel, die man bewegt, damit das Flugzeug langsamer oder stabiler fliegt.
Böe
Ein kurzer, starker Windstoß, der ein Flugzeug schütteln kann.
Instrumente
Geräte im Cockpit, die dem Piloten Werte wie Höhe oder Geschwindigkeit zeigen.
Funkgerät
Ein Gerät, mit dem Piloten und Bodenleute miteinander sprechen.
Bodenmannschaft
Leute am Boden, die Flugzeuge begrüßen, lenken und helfen.
Aufprall
Der Moment, wenn etwas hart auf etwas anderes trifft, zum Beispiel beim Landen.
Bremsen
Teile, die man benutzt, damit das Flugzeug langsamer wird und stoppt.
Ausladen
Sachen aus dem Flugzeug herausnehmen und an die Menschen geben.
Pünktlichkeit
Rechtzeitig sein; zur vereinbarten Zeit kommen oder liefern.

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