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Lustige Geschwistergeschichte 9/10 Jahre Lesen 12 min.

Fips und das Rad der Freundschaft

Fips, der kleinste Käfer, erfindet ein Entscheidungsrad, um die Streitereien seiner Geschwister Lilo, Brumm und Zita zu beenden. Gemeinsam erleben sie Abenteuer und lernen, dass ihre Unterschiede sie stark machen.

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Ein kleiner Käfer namens Fips, mit einem glänzenden Panzer und neugierigen Fühlern, lächelt freudig, während er ein kleines, bunt bemaltes Stück Holz hält, das das "Rad der Freundschaft" darstellt. Neben ihm schwebt Lilo, ein Marienkäfer mit rot-schwarz gefleckten Flügeln, leicht in der Luft und lacht begeistert. Brumm, ein kräftiger Käfer mit braunem Panzer, steht und schaut das Rad mit einem amüsierten Ausdruck an, während Zita, eine schlanke grüne Heuschrecke, freudig um die Gruppe hüpft. Die Szene spielt sich in einer sonnigen Ecke einer Wiese ab, mit sanft wogenden Grashalmen und bunten Blumen, die überall verstreut sind. Die Hauptsituation zeigt die Insekten, die das Rad nutzen, um fröhlich ihr nächstes Abenteuer zu entscheiden, was ihre Freundschaft und Zusammenarbeit illustriert. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Das Ticken im Blätterhaus

Im Blätterhaus am Rand der Wiese herrschte morgens ein fröhliches Durcheinander. Lilo kicherte, Brumm schmatzte an einem Pollen-Keks und Zita schnüffelte überall herum. Fips, der kleinste Käfer der Familie, saß auf einem Miniatur-Hocker aus Eichelhäuten und hörte das ständige Gezanke mit großen Augen an.

„Das ist mein Blatt!“ rief Lilo und fuchtelte mit einer zarten Flügelspitze.

„Nein! Du hast gestern auch mein Blatt genommen!“ brummte Brumm mit tiefem Käferlaut.

Zita drehte sich im Kreis. „Wisst ihr nicht mehr, wer zuerst auf dem Blatt geschlafen hat?“

Ein lautes „Tzzzt!“ kam von Fips, als er mit dem kleinen Zeigefinger schnippte. Er war genervt — aber auf die gute, findige Art. Fips mochte es nicht, wenn seine Geschwister sich stritten. Er mochte viel lieber, dass alle lachten. Also kramte er in seiner Kiste mit Bastelsachen und holte ein rundes Stück Rindenstück heraus, bunte Blütenblätter und eine winzige Pfeilspitze.

„Ich baue ein Entscheidungsrad!“ verkündete Fips stolz.

„Ein was?“ fragte Zita.

„Ein Rad?“ murmelte Brumm.

Lilo hüpfte auf und ab. „Wie in den Geschichten? Drehen und sagen, wer gewinnt!“

„Genau!“, sagte Fips. „Wir drehen das Rad, und es sagt uns, wer das Blatt kriegt oder ob wir teilen oder etwas ganz Neues probieren.“

Alle schauten ihn an. Ein bisschen neugierig, ein bisschen skeptisch — und ein bisschen amüsiert. Fips zwinkerte. „Los, lasst uns anfangen. Keine Streitereien mehr, nur noch Rad-Dreh!“

Sie bauten das Rad in Rekordzeit: ein Stück Holz, ein bunter Pappring mit Lilo-Lachen, Brumm-Bromms, Zita-Zack und Teilen-Füchschen. Mittig steckte Fips die Pfeilspitze fest. „Fertig!“ sagte er. „Wer dreht zuerst?“

Zita stieß das Rad an. Es klackte, klackerte — „Tik-tak-tik!“ und blieb bei „Teilen“ stehen. Alle mussten lachen. Brumm seufzte, aber sein Mundwinkel zuckte. „Na gut. Teilen kann ich.“

Kapitel 2: Das Regenbogenrennen

Am nächsten Tag schlug Fips vor, das Rad bei einem Rennen zu benutzen. „Wer heute den Regenbogenweg gewinnt, darf wählen, welches Spiel wir spielen!“ sagte er. Lilo, Brumm und Zita liebten Rennen — jedes auf seine Art: Lilo flink wie ein Flügel, Brumm stark und stämmig, Zita listig und flink zwischen Halm und Halm.

Sie stellten sich auf der Startlinie: eine dünne Grashalm-Brücke über den Bach. „Auf die Plätze! Fertig! Los!“ rief Fips, und sie stürmten los — „Husch, husch, wusch!“ Lilo war schnell, Brumm schob sich durch alle Hindernisse, Zita sprang über winzige Pfützen und lachte wie eine kleine Glocke.

Mitten auf dem Weg blieb Brumm plötzlich stehen. „Meine Flügel kleben!“ klagte er. Er hatte in eine klebrige Pollenblase getreten. Lilo drehte sich um. „Warte!“, rief sie. Zita kicherte, aber dann sah sie Brumms trauriges Gesicht und zog an einem Grashalm. Zusammen zogen sie ihn frei — „Zwirp!“ — und weiter ging es.

Am Ende des Regenbogenwegs, zwischen Glitzer-Tautropfen, blieb das Rad liegen. Fips war schon völlig aufgeregt. „Wer hat gewonnen?“ fragte er. Alle waren außer Atem. Sie stiegen zusammen aufs Zielblatt und richteten die Pfeilspitze.

„Drehen wir?“ flüsterte Lilo.

Fips nickte und gab dem Rad einen kräftigen Stoß. Es schnurrte wie ein Käfer-Bauch — „Wrrrrr!“ — und blieb bei „Lachen“ stehen. Sie brachen in Gelächter aus. Brumm lachte so laut, dass die Tautropfen wippten. „Das Rennen war doch wunderbar!“, sagte Zita, und Lilo stieß Brumm spielerisch mit dem Fuß.

Fips strahlte. Sein Rad hatte ihnen gezeigt, was am wichtigsten war: zusammen Spaß haben. Doch schon nach dem zweiten Lachen begann ein neues Problem: Wer durfte den funkelnden Tautropfen als Andenken mitnehmen? Die Stimmen stiegen wieder an. Fips sah das vertraute Gezanke und holte tief Luft.

„Ein Rad kann uns helfen — aber nur, wenn wir Regeln haben“, sagte er. „Ein Punkt pro Herz. Wenn das Rad auf ‚Teilen‘ steht, dürfen alle ein Stück. Wenn es auf ‚Gewinner wählt‘ steht, darf der Gewinner entscheiden, aber nur, wenn er zuerst allen etwas Nettes sagt.“

„Oh! Das ist schlau“, murmelte Zita.

Kapitel 3: Die Hecken-Labyrinth-Challenge

Ein paar Tage später stellte Fips eine neue Idee vor: ein Labyrinth aus Heckenblättern und abgestellten Eichelhäuten, das sie den „Hecken-Huper“ tauften. „Wer zuerst das Herzblatt in der Mitte findet, gewinnt. Aber zuerst dreht das Rad!“ sagte Fips.

Die Pfeilspitze zeigte auf „Erfinderpflicht“. Lilo starrte Fips an. „Erfinderpflicht?“

Fips grinste. „Der Erfinder hilft dem Gewinner, wenn er's braucht!“

„Das ist unfair!“, rief Brumm. „Warum immer der kleine Fips?“

Fips hob die Hände. „Weil ich gern helfe und weil ich das Rad gemacht habe. Außerdem: Wer gewinnt, muss das Siegerlied singen!“ Das brachte alle zum Lachen. „Na gut“, sagte Brumm und fing an zu singen, und seine tiefe Stimme klang überraschend schön — „Dum-dum-dum!“

Das Labyrinth war voller kleiner Fallen: rutschige Mooskissen, kitzelnde Grashalme und eine freche Marienkäfergruppe, die querflog. „Achtung!“ rief Zita, als eine Marienkäfertruppe wie Windmühlen um sie wirbelte. „Husch, husch!“ Sie duckte sich und entkam einem Haufen kichernder Käfer.

Als sie näher an das Herzblatt kamen, gab es wieder Zank: Brumm fand, dass er näher dran war; Lilo meinte, er hätte geschummelt, und Zita sagte, dass alle zusammen gefunden hätten. Die Stimmen steigerten sich wie ein kleines Gewitter — „Brrr, brrr!“

Fips trat vor und klopfte auf das Rad. „Eine Minute!“ Er drehte die Pfeilspitze langsam. Die Nadel drehte sich, schnappte — und blieb bei „Gemeinsam“ stehen. Alle starrten ihn an. „Gemeinsam?“, wiederholte Lilo.

„Na klar!“, sagte Fips. „Wir gehen zusammen rein, jeder macht einen Schritt, bis wir das Herzblatt berühren.“ Das klang so einfach, dass sogar Brumm nickte. Sie legten ihre Beine und Flügel übereinander, halfen sich gegenseitig über Mooskissen und Grashalme und sangen dabei ein heiteres Sieg-Lied. „Tra-la-la!“

Als sie das Herzblatt berührten, leuchtete es auf wie eine kleine Sonne. „Hurra! Gemeinsam gewonnen!“ riefen sie und fielen in einen Haufen aus Kichern, Flügeln und Pollen. Brumm, sonst eher brummig, streichelte Fips leicht am Kopf. „Du bist schlauer, Kleiner“, sagte er. Fips strahlte.

Kapitel 4: Das Rad der Freundschaft

Eines Abends, als die Sterne wie kleine Zuckerkrümel funkelten, saßen die Geschwister um das Rad. Die Ärgernisse waren seltener geworden, aber sie kamen noch vor — kleine Sticheleien über vergessene Spielsachen, wer das beste Versteck gebaut hatte oder wessen Schlafplatz am weichsten war.

„Was passiert, wenn das Rad kaputtgeht?“ fragte Zita nachdenklich.

Fips klopfte mit einem Bein gegen das Holz. „Dann reparieren wir es zusammen. Und wenn jemand wütend ist, dann drehen wir das Rad und machen etwas Nettes. Zum Beispiel: Eine Umarmung, ein Keks tauschen, oder… ein Lied singen.“

„Das ist eine gute Regel“, sagte Brumm. „Und wenn jemand immer gewinnt?“

„Dann singt er es laut!“, sagte Lilo und pustete eine Glitzerstaubwolke vor Angst weg.

So wurde das Entscheidungsrad bald „das Rad der Freundschaft“ genannt. Es hing an einem kleinen Haken im Blätterhaus, bemalt mit winzigen Punkten, Herzchen und einem Käfergesicht, das Fips akribisch aufgepinselt hatte. Jeden Abend drehten sie es einmal — nicht nur um Streit zu lösen, sondern auch als Ritual, um sich daran zu erinnern, dass sie ein Team waren.

Eines Tages kam ein Sturm. Wind heulte durch die Wiese — „Raaaaah!“ — und ein Ast fiel aufs Blätterhaus. Das Haus schwankte, und das Rad fiel vom Haken und rollte in die Pfütze. Am Morgen fanden sie es matschig, die Pfeilspitze war verbogen. Alle schauten betrübt.

„Oh nein“, sagte Lilo.

„Das Rad!“ stöhnte Brumm.

Zita legte ihren Kopf schief. „Ist es kaputt?“

Fips hob das Rad vorsichtig. Es war schmutzig, aber nicht zerbrochen. Seine Pfeilspitze hatte nur eine kleine Biegung. „Kein Problem“, sagte er fröhlich. „Wir reparieren es! Gemeinsam, wie immer.“ Sie holten Fäden, Blütenleim, zwei winzige Schrauben von der Müll-Eichel und setzten sich im warmen Sonnenschein zusammen.

„Du hältst das Rad, Brumm“, wies Fips an.

„Ich halte!“, brummte Brumm.

„Ich reiche die Schraube!“, sagte Zita flink.

„Ich drehe am Schraubenzieher!“, fügte Lilo hinzu.

Sie arbeiteten Hand in Hand — oder besser: Bein in Bein — und lachten bei jedem missglückten Schraubenversuch. „Autsch!“, rief Brumm, als ihm eine Schraube entglitt und ihm fast auf den Flügel fiel. „Oh je!“, kicherten die anderen.

Als das Rad wieder wie neu aussah, setzten sie die Pfeilspitze auf und drehten es. Es drehte sich, summte und stoppte bei „Danke“. Alle sahen sich an. „Danke?“, fragte Brumm.

„Danke, dass ihr mir geholfen habt“, sagte Fips leise. Die Geschwister lächelten. Sie umarmten sich, und sogar die Sonne schien ein bisschen heller.

Von da an wurde das Rad nicht nur genutzt, wenn sie stritten. Manchmal drehten sie es, um sich abwechselnd Komplimente zu machen, oder um zu entscheiden, wer die Geschichte vorlesen durfte. Manchmal stand es auf „Abenteuer planen“ und sie machten eine Expedition zu den nahegelegenen Butterblumenbergen.

Eines Tages, als sie wieder an einem neuen Morgen ihr Rad drehten, sagte die Pfeilspitze: „Unterschiede feiern!“ Alle lachten und verstanden sofort. Lilo flog schnell um Brumm herum, Brumm hob eine schwere Schnecken-Schale hoch, und Zita zeigte eine besonders kunstvoll gebogene Grashalmbrücke. Fips sprang vor Freude hin und her.

„Wir sind verschieden“, sagte Fips. „Das ist unser Geheimnis. Jeder kann etwas, das die anderen nicht können. Und zusammen sind wir stark.“

Sie legten das Rad wieder an seinen Haken. Das Blätterhaus war voller Geräusche — leises Kichern, das Klappern von Krabbelfüßen, die zufriedenen Seufzer von Käfern, die gerade eine gute Idee hatten. Draußen summte die Wiese. Drinnen saßen vier kleine Gestalten, die gelernt hatten, dass Streiten zwar passieren kann, aber Lachen, Teilen und Zusammenhalten das Beste waren, was man daraus machen konnte.

„Also, wer will noch einen Pollen-Keks?“ fragte Fips.

„Ich!“, riefen die anderen im Chor. Und so endete der Tag mit knusprigem Keks, klebrigen Flügeln und vielen, vielen Lachern.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Miniatur-Hocker
Ein sehr kleiner Stuhl, auf dem man sitzen kann.
Entscheidungsrad
Ein Rad, das hilft, Entscheidungen zu treffen.
Rindenstück
Ein Stück von der äußeren Schicht eines Baumes.
Hecken-Labyrinth
Ein Weg aus Büschen, der verwirrend ist.
Pfeilspitze
Der vordere, spitze Teil eines Pfeils.
Sieg-Lied
Ein Lied, das man singt, wenn man gewonnen hat.
Halmbrücke
Eine Brücke aus Grashalmen gemacht.
Unterschiede feiern
Sich freuen, dass alle verschieden sind.

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