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Geschichte über die Vielfalt 5/6 Jahre Lesen 7 min.

emma und ihr zaubergürtel

Emma, ein sechjähriges Mädchen mit einem stützenden „Zaubergürtel“, ist unsicher, was sie beim Schulfest zeigen soll; als sie ihren Gürtel offenbart, erkennen ihre Mitschüler, dass Anderssein etwas Besonderes ist.

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Sechsjährige Emma, lächelnd und selbstbewusst, braune lockige Haare, bunter Pullover, darunter blinkt ein weißes Korsett; links Ben, etwa sechs, helle Haut, knallblaue Brille, hält ein Skizzenheft und klatscht; rechts Lila, etwa sechs, mittlere Hautfarbe, lacht und macht eine aufmunternde Handbewegung; geschmückter Klassenraum mit bunten Girlanden, Ballons, großem Fenster mit warmem Licht, Kinderzeichnungen an der Tafel und hellem Holzboden; Szene: Emma zeigt der Gruppe ihren weißen Zaubergürtel, stolzer, ruhiger Ausdruck, Mitschüler lächeln und applaudieren, fröhliche Stimmung, kräftige Farben, zentrale Komposition, klare Kontraste und einfache Formen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Teil 1: Ein neuer Tag im Regenbogenweg

Morgens, wenn die Sonne langsam durch das Fenster scheint, wacht Emma auf. Emma ist sechs Jahre alt, hat braune Locken, die immer in alle Richtungen zeigen, und liebt es zu kichern. Unter ihrem Lieblingspulli trägt sie ein Korsett. Es ist weiß wie Wolken und fühlt sich manchmal an wie die Umarmung eines Lieblingskuscheltieres. Emma nennt es ihren “Zaubergürtel”, weil es ihr hilft, so stark und gerade wie ein Baum zu stehen.

Heute kitzeln Sonnenstrahlen ihre Nase. “Guten Morgen, Zaubergürtel!”, flüstert Emma und lächelt. Sie springt aus dem Bett, zieht ihre roten Socken an und rennt in die Küche. Dort wartet Mama schon mit warmem Kakao. “Bereit für den großen Tag?”, fragt Mama und zwinkert.

Emma nickt. Heute ist ein besonderer Tag: In der Schule gibt es ein Fest, bei dem jedes Kind zeigen darf, was es besonders macht. Emma ist ein bisschen aufgeregt, denn sie weiß noch nicht, was sie zeigen soll. Sie schnappt sich ihren Ranzen und läuft mit Mama los, vorbei an Frau Grün, die immer die schönsten Blumen im ganzen Regenbogenweg pflanzt.

Auf dem Schulhof begrüßen Emma ihre Freunde. Da ist Ben mit den leuchtend blauen Brillen, die im Sonnenlicht funkeln, und Lila, die immer so wunderbar laut lachen kann, dass alle mitlachen müssen. “Hast du schon was für das Fest vorbereitet?”, fragt Ben neugierig. Emma schüttelt den Kopf und Ben zeigt stolz sein Notizbuch mit seinen bunten Tierzeichnungen. Lila erzählt, dass sie einen Zaubertrick gelernt hat: Sie kann einen Ball verschwinden lassen.

“Ich weiß noch nicht, was ich mache”, sagt Emma leise und schaut zu ihrem Zaubergürtel. “Der kann doch gar nichts Besonderes.” Lila grinst: “Vielleicht ist er geheimnisvoll!” Emma kichert. Zusammen laufen sie in die Klasse.

Teil 2: Das Fest der Besonderheiten

Im Klassenzimmer sind bunte Girlanden aufgehängt, Luftballons schweben an der Decke. Die Lehrerin, Frau Licht, steht vorne und strahlt wie ein Leuchtturm. “Kinder, heute feiern wir unsere Vielfalt! Jeder von euch ist besonders. Ihr dürft gleich zeigen, was euch einzigartig macht.”

Emmas Herz klopft ein wenig schneller. Sie beobachtet, wie Ben seine Bilder zeigt. Die Tiere darauf tragen lustige Mützen und haben riesige Ohren. Alle klatschen und rufen: “Wie cool!” Lila zaubert ihren Ball fort – und wieder her. Die Klasse staunt. Jedes Kind steht vorne und lacht, erzählt, singt oder zeigt etwas, das es liebt oder kann.

Emma wird als Letzte aufgerufen. Sie steht auf, spürt den Zaubergürtel unter ihrem Pulli und zupft an ihrem Zopf. Ihre Stimme klingt leise, aber jeder hört genau zu. “Ich habe keinen Zaubertrick und kann auch nicht so schön zeichnen wie Ben. Aber…”, Emma atmet tief ein, “…ich habe einen Zaubergürtel. Er hilft mir, stark zu sein, auch wenn es manchmal schwer ist.”

Sie zieht ihren Pulli ein bisschen hoch, so dass alle das Korsett sehen können. Es glitzert im Licht wie Eis am Morgen. Zuerst ist es ganz still. Dann sagt Ben: “Der ist richtig cool!” Lila fragt: “Ist der wirklich magisch?” Emma lacht: “Für mich ja! Ohne ihn wäre ich manchmal krumm wie ein Fragezeichen. So aber kann ich hüpfen, tanzen und lachen wie ihr.”

Die Lehrerin tritt zu ihr. “Danke, Emma, dass du uns deinen Zaubergürtel gezeigt hast. Jeder von uns ist anders. Genau das macht unsere Klasse bunt.”

Teil 3: Ein bunter Regenbogen

In der Pause laufen die Kinder auf den Hof. Einige wollen Emmas Zaubergürtel anfassen. Andere fragen, ob er schwer ist oder drückt. Emma erklärt, wie der Gürtel ihr hilft, ihre Wirbelsäule zu stützen. “Er ist manchmal eng, aber ich habe mich daran gewöhnt. Manchmal fühlt er sich an wie ein Ritterpanzer, manchmal einfach wie ich.”

Ben sagt: “Ich finde, du bist mutig.” Lila meint: “Ich wette, niemand sonst hat so einen tollen Gürtel.” Emma lacht. Sie fühlt sich leicht, so als würde sie auf einer Wolke schweben. Die Sonne scheint warm auf ihren Rücken.

Später starten sie ein Wettrennen. Emma läuft mit; Ben stolpert über seine eigenen Füße und ruft: “Mein Brillenblitz hat mich geblendet!” Lila rennt so schnell, dass ihr Zopf wie ein Wackelpudding wackelt. Am Ende liegen sie lachend im Gras und zählen die Wolken, die über den Himmel ziehen.

“Hast du schon mal gewünscht, keinen Zaubergürtel zu haben?”, fragt Ben. Emma überlegt. “Früher vielleicht. Aber jetzt nicht mehr. Ohne ihn wäre ich nicht ich. Er gehört zu mir wie deine Brille zu dir oder Lilas Lachen zu ihr.”

“Dann sind wir eben die Superbande!”, ruft Lila. “Keiner ist wie der andere – und das ist das Beste.” Sie legen die Arme umeinander und machen ein Foto mit Emmas Mamas Handy. Lila ruft: “Käse!” und Ben macht ein komisches Gesicht.

Teil 4: Was wir gelernt haben

Am Abend im Bett denkt Emma an den Tag zurück. Ihr Zaubergürtel liegt neben ihr, bereit für neue Abenteuer. Sie lächelt. Sie weiß jetzt: Die Unterschiede zwischen ihr und den anderen sind wie die Farben in einem Regenbogen. Jede Farbe macht das Bild schöner.

Mama kommt ins Zimmer und streicht ihr über die Stirn. “Wie war dein Tag, meine Kleine?” Emma erzählt von der “Superbande” und wie toll es ist, anders zu sein.

Mama sagt: “Das Leben ist wie ein Regenbogenweg. Jeder Schritt ist besonders, weil jeder einzigartig ist. Du bist wunderbar, so wie du bist.”

Emma kuschelt sich ins Kissen und schläft mit einem Lächeln ein. Sie träumt von bunten Abenteuern, von Freundschaft und davon, wie schön es ist, gemeinsam verschieden zu sein. Und ihr Zaubergürtel? Der glitzert leise im Traum – genau wie Emmas Herz.

Denn das Wichtigste hat Emma heute gelernt: Freude wächst, wenn wir sie teilen, und wir alle machen die Welt zusammen bunt.

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Korsett
Ein festes Kleidungsstück, das den Rücken stützt und den Körper gerade hält.
Umarmung
Wenn zwei Personen sich mit den Armen halten, um Trost oder Liebe zu geben.
Zaubergürtel
Ein besonderer Gürtel im Text, den Emma als hilfreich und mutmachend fühlt.
Ranzen
Schultasche, die Kinder auf dem Rücken tragen, um Bücher und Hefte zu tragen.
Girlanden
Lange bunte Dekorationen aus Papier oder Stoff, die man aufhängt.
Luftballons
Bunte, aufgeblasene Ballons aus Gummi, die in der Luft schweben können.
Wirbelsäule
Die Kette von Knochen im Rücken, die den Körper stützt und beweglich macht.
Ritterpanzer
Ein harter Schutzanzug von Rittern; hier eine starke, schützende Vorstellung.
Glitzert
Wenn etwas im Licht kleine helle Punkte zeigt und funkelnd aussieht.
Vielfalt
Viele verschiedene Dinge oder Menschen zusammen, nicht alle gleich.
Einzigartig
Etwas oder jemand, der anders ist und so nur einmal vorkommt.
Aufgeregt
Wenn man sich nervös und gespannt fühlt, weil etwas Wichtiges kommt.

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