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Geschichte des Ramadan 5/6 Jahre Lesen 18 min.

Eid im Wald: Kunos Freundlichkeitskorb für Samir

Der kleine Igel Kuno packt zu Eid einen Genesungskorb für seinen kranken Freund Samir und bringt zusammen mit den Waldbewohnern Trost, Freude und Freundlichkeit zu ihm.

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Die Hauptfigur ist ein kleiner anthropomorpher Igel namens Kuno, rundes Gesicht, glänzende Augen, sanfter entschlossener Ausdruck, hellbraunes Fell mit kurzen abgerundeten Stacheln, er trägt einen blauen Schal und hält zärtlich eine mit Bändern dekorierte Überraschungsbox. Nebenfiguren: Samir, ein junger Dachs mit gesprenkelter Schnauze und müden aber lächelnden Augen, liegt in einem gemütlichen Bett im Bau unter einer karierten Decke und blickt dankbar auf die Box; Nura, eine Häsin mit rosa Ohrinnen und einfachem Kleid, steht am Bett und hält eine kleine Thermoskanne mit dampfendem Tee; Rafi, ein Waschbär mit verschmitzten Augen und grauem Fell, steht neben der Tür mit einer schief auf dem Kopf sitzenden Laterne, komisch und wohlwollend; Mina, eine Elster mit glänzend schwarzem Gefieder und einer blauen Feder, fliegt über der Gruppe und hält ein funkelndes Band im Schnabel. Ort: warmes Inneres eines Waldbaus mit glatt verputzten Wänden, bunten Kissen, kleinen Holzregalen, Blattmustern und Papiergirlanden, sanftes Licht durch eine runde Luke. Situation: freundschaftlicher Besuch, die Freunde bringen dem kranken Freund eine „Feierbox“, zärtliche festliche Stimmung, runde Kompositionen und warme Farben (Ocker, Terrakotta, sanftes Blau, goldene Akzente), illustrative Details: sternförmige Keksbrösel, Teedampf, kleine Herz- und Sternskizzen um die Figuren. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

1. Ein Korb für den kranken Freund

Am Morgen roch die Luft nach sauberem Regen und warmem Brot. Der kleine Igel Kuno wischte sich mit der Pfote über die Nase und schaute auf den Kalender aus buntem Papier, der an seinem Bau hing. Heute war ein besonderer Tag: Eid al-Fitr, das Fest nach dem Ramadan.

Kuno liebte besondere Tage. Nicht nur wegen der Leckereien. Er liebte sie, weil man an ihnen viel lernen konnte. Er lernte gern neue Wörter, neue Bräuche und neue Arten, freundlich zu sein.

„Bevor ich feiere, gehe ich nachsehen, wie es Samir geht“, murmelte Kuno. Samir war ein junger Dachs und Kunoss bester Freund. Seit zwei Tagen lag Samir im Bett, weil sein Bauch grummelte wie ein schlecht gelaunter Frosch.

Kuno legte ein kariertes Tuch auf den Tisch und begann, einen Korb zu packen. Er summte dabei eine kleine Melodie, die klang wie „Plopp-plopp-pliiing“.

„Was gehört in einen Kranken-Korb?“ fragte er sich laut.

Da antwortete eine Stimme aus dem Regal. Es war die Schnecke Frau Lotte, die bei Kuno in einem Blumentopf wohnte und gern kluge Dinge sagte, wenn sie Zeit hatte. Und Frau Lotte hatte immer Zeit.

„Etwas Weiches fürs Herz“, sagte sie.

„Weich fürs Herz?“ Kuno schaute sie an.

„Ein Brief. Oder ein Bild. Oder ein Witz“, meinte Frau Lotte und schob ihre Fühler nach vorne, als würde sie die Wörter abtasten.

Kuno nickte. Er legte in den Korb:

eine kleine Decke aus Flanell,

einen Beutel Kamillentee,

zwei runde Dattelbällchen mit Sesam,

und ein Mini-Buch, das er selbst gemacht hatte: „Sieben Dinge, die mich zum Kichern bringen“.

Dann holte er einen gelben Zettel und malte darauf einen Igel, der auf einem Ball balancierte. Darunter schrieb er in großen Buchstaben: „Gute Besserung, Samir!“

„Und weil heute Eid ist“, sagte Kuno, „packe ich auch etwas zum Teilen ein.“ Er legte ein paar süße Kekse dazu, sternförmig, mit einem Hauch Zimt.

Er setzte den Korb auf seinen Rücken. Das ging nur, weil er eine kleine Holzplatte hatte, die er sich wie ein Tablett anschnallen konnte. Sonst wären die Kekse auf seinen Stacheln gelandet, und das wäre ein sehr krümeliger Tag geworden.

Draußen wippte der Wald. Die Blätter klatschten leise im Wind, als würden sie mit dem Tag flüstern.

Auf dem Weg zu Samir begegnete Kuno der Elster Mina. Sie trug ein glänzendes Band im Schnabel.

„Kuno!“, rief Mina. „Wohin so schwer beladen? Ziehst du um?“

„Ich bringe Samir einen Korb. Er ist krank“, sagte Kuno.

Mina neigte den Kopf. „Oh. Dann… dann nehme ich ein Stück von meinem Band. Damit du den Korb hübsch binden kannst.“

„Das ist aber nett“, sagte Kuno.

„Nett ist ansteckend“, krächzte Mina und lachte, als hätte sie gerade einen Witz geklaut.

Kuno band das Band um den Korb. Es funkelte, als hätte es Sonnenpunkte gesammelt.

Als Kuno bei Samirs Bau ankam, klopfte er vorsichtig an die Tür. „Samir? Ich bin's, Kuno.“

Ein müdes „Mmmh“ kam zurück.

Kuno schob die Tür einen Spalt auf. Drinnen war es warm und es roch nach Minze. Samir lag auf einem Kissen, seine Augen halb offen.

„Ich wollte nur nach dir sehen“, sagte Kuno leise und stellte den Korb neben das Bett.

Samir schnupperte. „Sind das… Zimtsterne?“

„Fast. Eid-Sterne“, flüsterte Kuno. „Und ein Buch mit Kicher-Sachen.“

Samir lächelte ein wenig. „Ich habe heute gar keine Kraft zum Feiern.“

Kuno setzte sich neben ihn. „Dann feiern wir langsam. Ganz langsam. Erstmal mit Tee.“

Samir nahm einen kleinen Schluck. „Kuno… warum bist du immer so… so freundlich?“

Kuno zuckte mit den Schultern. „Weil ich's mag. Und weil ich glaube, dass Freundlichkeit herumhüpfen kann. Wie ein Ball.“

Samir schnaubte leise. „Wenn sie herumhüpft, soll sie bitte nicht auf meinem Bauch hüpfen.“

Kuno kicherte. Samir kicherte mit, ganz kurz. Und dieses kurze Kichern klang wie ein winziges Glöckchen.

Als Kuno aufstand, um zu gehen, flüsterte Samir: „Kannst du… den anderen sagen, dass ich an Eid denke? Dass ich… sie grüße?“

„Natürlich“, sagte Kuno. „Ich bringe deine Grüße mit. Und vielleicht bringe ich ein bisschen Fest zu dir zurück.“

2. Eid-Duft und eine kleine Überraschung

Auf dem Weg durch den Wald wurde es immer lebendiger. Die Tiere putzten ihre Fellkragen, bürsteten Federn und stellten Schalen vor ihre Türen. Es roch nach frisch gebackenen Nusskringeln, nach Honig und nach Orange.

Kuno lief zum großen Gemeinschaftsplatz, wo ein runder Tisch aus alten Baumstämmen stand. Dort trafen sich die Tiere am Eid-Morgen, um sich zu grüßen, zu teilen und freundlich zu sein. Kuno mochte diesen Platz. Er fühlte sich dort, als würde der Wald eine warme Decke um alle legen.

Am Rand des Platzes saß die Kaninchendame Nura und band bunte Bänder an kleine Papierlaternen. Daneben stand der Waschbär Rafi mit einem Korb voller Datteln.

„Eid Mubarak!“, rief Nura fröhlich. Ihre Ohren hüpften vor Freude.

„Eid Mubarak!“, sagte Kuno und verbeugte sich ein bisschen. Er hatte gelernt, dass man sich grüßen konnte, wie es sich gut anfühlte: mit Worten, mit Lächeln oder mit einem freundlichen Nicken.

Rafi winkte. „Kuno! Willst du helfen? Wir sortieren gleich die Teller. Und wir bringen auch Portionen zu denen, die nicht kommen können.“

Kuno wurde hell im Kopf. „Samir kann nicht kommen. Er ist krank.“

Nura hielt inne. „Oh, der arme Samir. Dann machen wir ihm eine Fest-Tüte!“

„Ich habe ihm schon einen Korb gebracht“, erklärte Kuno. „Aber er braucht bestimmt noch Grüße. Und vielleicht…“ Kuno dachte an Samirs müde Augen. „…vielleicht auch ein bisschen Wunder.“

Rafi lachte, aber ganz sanft. „Wunder? Ich kann höchstens Datteln zaubern. Schau!“ Er warf eine Dattel in die Luft und fing sie in seinem Mund. „Hups.“

Kuno prustete los. Nura auch. Selbst die Papierlaternen schienen zu schaukeln, als würden sie mitlachen.

Kuno half beim Tischdecken. Er legte kleine Tücher aus, stellte Becher hin und ordnete die Kekse nach Formen: Monde, Sterne, Blätter und… ein Keks, der aussah wie ein Schuh. Kuno hielt ihn hoch.

„Wer hat denn den Schuh gebacken?“

Eine Stimme rief: „Das war ich!“ Es war der Biber Olli, der stolz seinen Kochlöffel schwenkte. „Das ist ein Glücksschuh. Wer ihn isst, läuft besonders freundlich.“

Kuno betrachtete den Schuhkeks. „Kann Freundlichkeit wirklich laufen?“

Olli zwinkerte. „Sie läuft nicht nur. Sie hüpft, sie tanzt, sie kitzelt.“

Kuno legte den Schuhkeks vorsichtig zur Seite. Vielleicht war das genau das kleine Wunder, das Samir brauchen konnte.

Dann wurde es feierlich. Die Tiere stellten sich in einem Halbkreis auf. Manche waren still, manche flüsterten, manche hielten einfach die Pfoten zusammen. Es war ein ruhiger Moment, warm wie eine Tasse Tee. Kuno spürte, wie gut es tat, respektvoll zusammen zu sein. Jeder machte es auf seine Weise. Und das war schön.

Nach dem ruhigen Moment begann das Teilen. Nura verteilte Laternenkekse, Rafi gab Datteln, Olli schnitt Honigkuchen, und die Elster Mina… brachte glänzende, kleine Papiersterne, die sie irgendwo gefunden hatte. Wahrscheinlich hatte sie sie „gerettet“, wie sie gern sagte.

Kuno erzählte leise von Samir. „Er liegt im Bett. Er grummelt, aber er hat gelächelt, als er die Kekse gerochen hat.“

„Dann schicken wir ihm mehr als Kekse“, sagte Nura. „Wir schicken ihm ein ganzes Bündel Gute-Wünsche.“

„Und etwas zum Lachen“, meinte Rafi.

„Und etwas Weiches fürs Herz“, ergänzte Frau Lotte, die inzwischen auf einem Blatt herangerutscht war. Niemand wusste genau, wie sie so schnell überall sein konnte.

Kuno blinzelte. „Frau Lotte, warst du nicht eben noch bei mir zu Hause?“

„Ich bin eine Schnecke“, sagte sie würdevoll. „Ich bin überall. Nur langsam.“

Kuno kicherte. „Dann bist du das langsamste Wunder der Welt.“

„Und trotzdem ein Wunder“, sagte Frau Lotte.

Da bekam Kuno eine Idee. „Wir machen Samir eine Eid-Überraschungskiste. Jeder legt etwas hinein: etwas Leckeres, etwas Lustiges, etwas Liebes. Und dann bringen wir sie ihm zusammen.“

Alle nickten. Sogar Mina, die sonst nur nickte, wenn es um glänzende Dinge ging.

Kuno holte einen kleinen Karton. Nura legte ein Papierherz hinein. Rafi legte Datteln hinein. Olli legte den Glücksschuhkeks hinein und flüsterte: „Lauf, Freundlichkeit, lauf.“

Mina legte einen Glitzerstern hinein und sagte: „Damit es im Zimmer nicht so ernst aussieht.“

Kuno legte sein Bild dazu und schrieb noch einen Satz: „Du bist nicht allein.“

Als sie den Karton schließen wollten, fiel plötzlich eine Laterne vom Ast. Sie schaukelte, zappelte und—plopp!—landete auf Rafi's Kopf.

Rafi blieb stehen wie ein Stuhl mit Augen. Dann sagte er gedämpft: „Ich bin jetzt eine Fest-Lampe.“

Alle lachten so sehr, dass Kuno kurz vergaß, dass Samir krank war. Dann erinnerte er sich wieder und wurde ruhiger, aber nicht traurig. Eher entschlossen.

„Kommt“, sagte Kuno. „Wir bringen es ihm.“

3. Freundlichkeit hüpft weiter

Der Weg zu Samirs Bau war nicht weit, aber die Überraschungskiste fühlte sich an wie ein Schatz. Kuno trug sie vorne, Nura trug eine kleine Thermoskanne mit warmem Tee, Rafi trug eine Decke, und Mina flog über ihnen und rief immer wieder: „Achtung, ich bin die Luft-Post!“

Als sie ankamen, klopfte Kuno. „Samir? Wir sind's.“

Drinnen raschelte es. Die Tür ging auf, ein kleines Stück. Samirs Nase erschien, dann seine Augen.

„Warum seid ihr alle hier?“ murmelte Samir.

Nura lächelte. „Weil Eid ist. Und weil du dazugehörst.

Rafi hob die Decke. „Und weil dein Bett sonst ohne Fest aussieht.“

Mina drehte eine Runde. „Und weil ich gerne dramatisch ankomme.“

Samir zog die Tür weiter auf. „Kommt rein.“

Sie setzten sich um sein Bett. Kuno stellte die Kiste auf das Kissenende, als wäre es ein Thron. „Das ist für dich.“

Samir sah die Kiste an, als wäre sie eine Torte, die sprechen konnte. „Für… mich?“

„Für dich“, sagte Kuno. „Von uns allen.“

Samir öffnete den Deckel. Erst fand er das Papierherz. Dann die Datteln. Dann den Glitzerstern. Dann den Glücksschuhkeks.

„Ein Schuh?“ fragte Samir verwirrt.

Olli, der draußen vor der Tür wartete und durch den Spalt guckte, rief: „Glücksschuh! Der macht, dass Freundlichkeit laufen kann!“

Samir betrachtete den Keks und musste lächeln. „Wenn Freundlichkeit laufen kann, dann soll sie bitte zu meinem Bauch laufen und ihm sagen, er soll aufhören.“

„Ich kann es versuchen“, sagte Kuno sehr ernst und beugte sich zu Samirs Bauch. „Hallo Bauch. Bitte sei nett.“

Einen Moment war es still. Dann machte Samirs Bauch: „Grrr.“

Kuno nickte. „Er hat es gehört. Er denkt noch nach.“

Samir lachte. Es klang diesmal länger. Und als Samir lachte, lachte sein Gesicht. Und als sein Gesicht lachte, wurde der Raum heller, als hätte jemand eine Kerze angezündet.

Nura schenkte Tee ein. Rafi erzählte eine kleine Geschichte über eine Dattel, die unbedingt schwimmen lernen wollte. Mina ließ den Glitzerstern an einem Faden drehen, bis er wie ein winziger Sternen-Kreisel funkelte.

Kuno beobachtete alles und spürte etwas in sich, das warm war und gleichzeitig hüpfte. Genau wie ein Ball. Er dachte: Freundlichkeit ist wirklich ansteckend. Einer bringt einen Korb. Dann bringt jemand ein Band. Dann bringt jemand eine Kiste. Und plötzlich ist ein krankes Zimmer voll von Fest.

Samir seufzte zufrieden. „Danke“, sagte er leise. „Ich dachte, ich verpasse alles.“

Kuno schüttelte den Kopf. „Nein. Das Fest kann auch zu dir kommen. Fest ist da, wo man aneinander denkt.“

Samir sah Kuno an. „Du lernst immer so gern. Was hast du heute gelernt?“

Kuno überlegte. „Dass Respekt leise sein kann. Und dass Teilen nicht kleiner macht, sondern größer.“

„Und dass Laternen auf Köpfen landen können“, fügte Rafi hinzu.

„Das ist sehr wichtiges Wissen“, sagte Samir ernst. Dann grinste er.

Draußen wurde es Nachmittag. Die Sonne legte goldene Streifen über den Waldboden. Die Freunde verabschiedeten sich, einer nach dem anderen, damit Samir ruhen konnte.

Als Kuno gehen wollte, hielt Samir ihn kurz am Ärmel.

„Kuno“, sagte Samir, „ich möchte auch, dass Freundlichkeit weiterhüpft. Aber ich liege ja hier.“

Kuno beugte sich näher. „Du kannst trotzdem etwas geben. Ein Wort. Ein Dank. Ein Gruß. Das hüpft auch.“

Samir nickte langsam. „Dann… nimm meinen Gruß. Für alle. Und sag ihnen: Danke.“

Kuno legte die Pfote auf Samirs Pfote. „Mach ich.“

4. Der Papier-Badge „Bravo“

Als Kuno zurück zum Gemeinschaftsplatz ging, war die Feier dort noch im Gange. Es wurde geteilt, gelacht, gespielt. Einige Tiere spielten „Keks-Stapeln“, andere „Leise-Laternen-Pusten“. Kuno mochte, dass alles fröhlich war, aber nicht zu wild. Wie ein Bach, der glitzert, ohne zu spritzen.

Kuno erzählte allen Samirs Grüße. Sofort riefen viele: „Gute Besserung, Samir!“ und winkten in Richtung seines Baus, als könnte der Gruß durch die Bäume fliegen.

Dann spürte Kuno ein kleines Ziehen in seinem Herzen. Nicht traurig. Eher so, als würde etwas sagen: Da fehlt noch etwas.

Er setzte sich an den Basteltisch, an dem Papier, Scheren und Stifte lagen. Kuno liebte Basteln fast so sehr wie Lernen. Er nahm ein Stück dickes Papier, rundete es zu einem Kreis und malte einen kleinen Igel darauf, der einen Korb trägt. Um den Igel herum malte er winzige Sterne und Monde.

Oben schrieb er in großen, klaren Buchstaben: „BRAVO“.

Unten schrieb er kleiner: „Für Samir: fürs tapfere Ausruhen. Und für dich: fürs freundliche Besuchen.“

Kuno hielt den Badge hoch. „Fertig.“

Nura kam dazu und lächelte. „Für wen ist der Bravo-Badge?“

„Für Samir“, sagte Kuno. „Und irgendwie… für alle, die Freundlichkeit weitergeben.“

Rafi kratzte sich am Ohr. „Darf ich auch einen? Für das Überleben der Laterne auf meinem Kopf?“

Kuno lachte. „Ja. Du bekommst einen Extra-Badge: ‚Sehr mutige Fest-Lampe‘.“

Mina landete auf dem Tisch. „Ich will einen für ‚Glitzer-Organisation‘.“

„Du bekommst einen“, sagte Kuno. „Aber nur, wenn du ihn nicht klaust.“

Mina legte eine Kralle aufs Herz. „Ich leihe ihn mir dauerhaft.“

Kuno schnitt ein Band aus Papier und machte hinten eine kleine Lasche, damit man den Badge anheften konnte. Dann lief er noch einmal zu Samirs Bau, diesmal allein, damit es ruhig blieb.

Er klopfte. Samir rief: „Herein.“

Samir sah schon wacher aus. Neben seinem Bett stand die Kiste, offen, und der Glitzerstern drehte sich ganz langsam.

Kuno setzte sich und holte den Badge hervor. „Ich habe dir etwas gemacht.“

Samir nahm ihn vorsichtig, als wäre er aus Zucker. „Ein Bravo.

„Ja“, sagte Kuno. „Weil du heute nicht vergessen hast zu lächeln. Und weil du uns geholfen hast, freundlich zu sein. Dein Danke ist auch ein Geschenk.“

Samir schluckte. „Kuno… das ist schön.“

Kuno half ihm, den Badge am Kissen festzumachen. „Da. Jetzt kann er auf dich aufpassen.“

Samir stupste den Badge mit der Nase an. „Er sieht aus wie ein kleiner Mond.“

„Dann ist es ein Mond-Bravo“, sagte Kuno.

Samir lehnte sich zurück. „Weißt du, was ich morgen mache, wenn es mir besser geht?“

„Was?“

„Ich mache auch einen Korb. Für jemanden, der ihn braucht. Vielleicht für Frau Lotte. Sie ist bestimmt müde vom Überallsein.“

Kuno lachte leise. „Das wäre respektvoll. Und sehr freundlich.“

Samir schaute zum Fenster, wo ein Sonnenstrahl durch die Blätter tanzte. „Dann hüpft Freundlichkeit weiter.“

Kuno nickte. „Ja. Sie hüpft. Und manchmal trägt sie einen Korb. Manchmal eine Laterne. Und manchmal… einen Papier-Badge.“

Samir schloss die Augen. „Eid Mubarak, Kuno.“

„Eid Mubarak, Samir“, flüsterte Kuno.

Auf dem Heimweg fühlte Kuno sich leicht. Der Wald war stiller geworden, wie nach einem guten Lied. In seinem Kopf lagen neue Dinge zum Lernen: dass Feste auch leise sein können, dass Respekt ein warmes Wort ist, und dass Freundlichkeit wirklich ansteckend ist.

Und irgendwo, in einem warmen Dachsbau, hing ein kleiner Papier-Badge mit dem Wort „BRAVO“ und funkelte ganz ohne Glitzer. Nur mit Herz.

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