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Geschichte des Arztes 11/12 Jahre Lesen 16 min.

Dr. Sommer und die kleinen Notfälle der großen Schule

Schulärztin Dr. Malik Sommer begleitet Kinder durch kleine Verletzungen und Ängste, hilft mit Medizin und einfühlsamen Worten und stärkt so das gegenseitige Vertrauen in der Schule.

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Ein freundlicher, kurzhaariger grau-silberner Arzt hockt beruhigend mit offenen Händen neben Amira (ca. 12 Jahre, gebräunte Haut, Zöpfe) auf einer Turnbank, die mit einem Inhalator atmet; hinter ihr steht Mia (ca. 12, hellbraunes Haar im Pferdeschwanz) mit einem offenen Schulranzen schützend, links beobachtet Jonas (ca. 11, Sportkleidung) mit Händen auf den Knien neben einem Gymnastikball; in der Turnhalle glänzender Parkettboden, an den Wänden Sprossen und Ringe, hohe Fenster mit warmem Licht, Bänke und zusammengerollte Matten im Hintergrund — ruhige, erleichterte Stimmung nach einem Asthmaanfall. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Die Tasche mit den vielen Fächern

Dr. Malik Sommer stellte seine Arzttasche auf den Tisch im kleinen Zimmer neben dem Sekretariat. Draußen klapperten Spinde, irgendwo quietschte ein Turnschuh über den Flur, und die Schulglocke klang wie ein ungeduldiger Vogel.

„Morgen, Herr Doktor!“, rief Frau Neumann aus dem Büro. „Heute ist viel los. Wandertag, Sportfest-Probe und… na ja, Sie wissen schon.“

Dr. Sommer lächelte. „Dann machen wir's wie bei einem Regenschirm: erst aufspannen, bevor es tropft.“

Er öffnete die Tasche. Darin lagen Dinge, die auf den ersten Blick unscheinbar wirkten, aber in seiner Welt wichtige Helfer waren: Pflaster in bunten Streifen, eine kleine Taschenlampe, ein Blutdruckmessgerät, ein Thermometer, Handschuhe, Desinfektionsmittel, ein Stethoskop, das wie ein schwarzer Kopfhörer aussah.

Die Tür ging auf. Zwei Fünftklässler schoben einen großen Karton herein.

„Das sind die Wasserflaschen für den Wandertag!“, sagte der eine. „Die sind voll schwer.“

„Schwer ist relativ“, antwortete Dr. Sommer und hob den Karton an. „Manchmal ist eine schwere Sache leichter, wenn man sie zu zweit trägt.“

Die beiden grinsten und stellten den Karton gemeinsam ab.

Dr. Sommer sah auf den Plan an der Wand. Neben den Namen standen kleine Notizen: Asthma—Inhalator dabei? Allergie—Notfallset? Brille—Ersatz?

Er wusste: Schulmedizin war nicht nur „Aua, Pflaster drauf“. Es war auch Planen, Erklären, Zuhören und Vorbeugen. Und vor allem: ein Ort, an dem sich alle sicher fühlen sollten—egal, wie laut, leise, sportlich, schüchtern oder neu sie waren.

„Bereit?“, fragte Frau Neumann.

„Bereit“, sagte Dr. Sommer und zog sich die Jacke an. „Die Schule ist heute mein kleines Dorf. Und ich bin der Dorfdoktor mit Hausbesuchen auf dem Flur.“

Kapitel 2: Der Pausenhof und das stolpernde Knie

In der großen Pause schien die Sonne, als hätte sie extra für den Pausenhof geübt. Kinder rannten, lachten, tauschten Sticker und Geheimnisse. Ein Fußball sprang wie ein ungeduldiger Hase über den Asphalt.

Dann hörte Dr. Sommer das Geräusch, das kein Mensch gern hört: ein stumpfes „Wumm“ und direkt danach ein scharfes Einatmen.

Ein Junge saß am Boden und hielt sich das Knie. Neben ihm kniete ein Mädchen.

„Jonas, nicht bewegen!“, sagte sie streng. „Ich hol Hilfe!“

„Ich bin schon da“, sagte Dr. Sommer, der die Szene beobachtet hatte. Er hockte sich hin, auf Augenhöhe. „Hallo Jonas. Ich bin Dr. Sommer. Darf ich mir das Knie ansehen?“

Jonas nickte, versuchte zu lächeln und scheiterte ein bisschen. „Es brennt.“

„Brennen ist das Knie, das laut ‘Achtung!' ruft“, erklärte Dr. Sommer ruhig. „Wir hören kurz zu, aber wir geraten nicht in Panik.“

Er zog Handschuhe an. „Erst schauen, dann anfassen. Das ist eine wichtige Regel.“

Das Knie war aufgeschürft, Blut glänzte in kleinen Punkten wie rote Tautropfen. Dr. Sommer holte sterile Tücher und eine kleine Flasche.

Jonas verzog das Gesicht. „Das Desinfektionszeug… das tut weh.“

„Ja“, sagte Dr. Sommer ehrlich. „Das ist wie ein kurzes, scharfes ‘Hallo!' für die Keime. Es brennt ein paar Sekunden, aber es hilft, damit es sich nicht entzündet.

„Was heißt ‘entzündet'?“, fragte das Mädchen.

„Wenn der Körper denkt, da ist Ärger“, sagte Dr. Sommer, „schickt er viele Helferzellen hin. Dann wird's warm, rot, dick und tut mehr weh. Manchmal kommt Eiter dazu. Wir wollen dem Körper Arbeit sparen.“

Er reinigte die Wunde, tupfte vorsichtig und klebte ein großes Pflaster darüber, das wie ein kleiner Schutzschild aussah.

„Beweg mal den Fuß“, sagte er.

Jonas bewegte. „Geht.“

„Gut. Wenn du gleich noch rennen willst: erst testen, ob's zieht. Und heute Abend: zu Hause nochmal sauber machen, frisches Pflaster, und wenn's sehr rot wird oder pocht—Bescheid sagen.“

Jonas atmete aus, als hätte jemand ein Gewicht von seiner Brust genommen. „Danke.“

Dr. Sommer nickte. „Und noch ein Tipp für Profis: Schuhe binden. Schnürsenkel sind die heimlichen Pausenhof-Fallen.“

Das Mädchen lachte. „Hab ich ihm auch schon gesagt.“

Jonas rollte die Augen. „Ja, ja.“

Dr. Sommer stand auf und sah den beiden nach. Er mochte diese Momente: Eine kleine Verletzung, ein bisschen Wissen, und plötzlich fühlte sich die Welt wieder stabil an.

Kapitel 3: Das leise Pfeifen in der Turnhalle

Am Nachmittag roch die Turnhalle nach Gummi, Holz und dem Mut, den man braucht, um über den Kasten zu springen. Dr. Sommer war eingeladen, kurz bei der Sportfest-Probe vorbeizuschauen. Er mochte es, die Umgebung zu kennen—ein Arzt, der nur im Zimmer sitzt, verpasst die halbe Geschichte.

„Herr Doktor!“, rief Sportlehrer Herr Krüger. „Alles im grünen Bereich?“

„Ich hoffe doch“, sagte Dr. Sommer. „Grün ist meine Lieblingsfarbe. Sie bedeutet: weitermachen.“

Da hörte er ein leises Pfeifen, dünn wie ein Vogelruf. In der Ecke stand Amira, die Hände auf den Knien, die Schultern hochgezogen.

Ihre Freundin Mia flüsterte: „Sie hat Asthma. Ich glaube, sie hat den Inhalator im Rucksack… irgendwo.“

Dr. Sommer ging zu Amira, langsam, nicht drängend. „Amira, schau mich an. Atme mit mir. Nicht schnell, eher… als würdest du an einer heißen Suppe riechen.“

Amira nickte, die Augen groß. Dr. Sommer zeigte es vor: langsam ein, langsam aus.

„Mia, such den Inhalator“, sagte er. „Und sag Herrn Krüger, er soll kurz Platz machen, damit Amira Luft und Ruhe hat.“

Herr Krüger war sofort da, winkte die Klasse weg. „Alle an die Wand, leise. Amira braucht Raum.“

Dr. Sommer setzte sich auf eine Bank, Amira neben ihn. „Asthma ist wie eine Tür, die manchmal zu eng wird“, erklärte er. „Die Luft will rein und raus, aber es fühlt sich an, als wäre da ein Knoten.“

Mia fand endlich den Inhalator. „Hier!“

„Super“, sagte Dr. Sommer. „Amira, du weißt, wie es geht?“

Amira nickte. Ihre Hände zitterten leicht.

„Dann machen wir es Schritt für Schritt“, sagte Dr. Sommer. „Schütteln. Ausatmen. Mundstück ansetzen. Beim Drücken langsam einatmen. Dann kurz die Luft halten, als würdest du einen kleinen Schatz in der Lunge verstecken.“

Amira folgte. Das Pfeifen wurde leiser, als würde jemand das Radio herunterdrehen.

„Besser?“, fragte Dr. Sommer.

„Ja…“, hauchte sie.

Dr. Sommer schaute in die Runde. Einige Kinder wirkten unsicher, andere neugierig.

„Ist das ansteckend?“, fragte jemand.

Dr. Sommer schüttelte den Kopf. „Nein. Asthma steckt nicht an. Aber Angst kann sich manchmal wie ein Echo ausbreiten. Darum ist es wichtig, ruhig zu bleiben und zu helfen.“

Ein Junge murmelte: „Sie ist halt empfindlich.“

Amira hörte es und verzog das Gesicht.

Dr. Sommer antwortete ruhig, aber fest: „Empfindlich heißt auch: gut eingestellt auf die Welt. Manche haben empfindliche Haut, manche empfindliche Ohren, manche empfindliche Atemwege. Das macht niemanden weniger wert. Wir passen aufeinander auf—das ist Stärke.“

Mia nickte heftig. Herr Krüger räusperte sich. „Genau. Und wer heute meint, Witze zu reißen, darf morgen den Gerätewagen allein schieben.“

Ein paar kichern, dann wurde es still und respektvoll.

Dr. Sommer schrieb eine kurze Notiz auf sein Klemmbrett: „Amira—Asthma—Inhalator dabei—Erholung—Info an Eltern.“

Dann beugte er sich zu Amira. „Wenn du willst, üben wir später eine Atemtechnik. Und du sagst mir, wie es dir geht. Deal?“

Amira nickte. „Deal.“

Die Turnhalle wirkte wieder groß und freundlich, wie ein See nach einem kleinen Sturm.

Kapitel 4: Das Rätsel um die Bauchweh-Welle

Am nächsten Tag klopfte es schon vor der ersten Stunde an Dr. Sommers Tür.

„Ich hab Bauchweh“, stöhnte Leo und hielt sich den Bauch, als wäre dort ein wildes Tier eingesperrt.

„Ich auch“, sagte Paula hinter ihm.

Dann kamen zwei weitere. Und noch einer.

Frau Neumann steckte den Kopf herein. „Herr Doktor… es scheint eine Bauchweh-Welle zu geben.“

Dr. Sommer zog die Augenbrauen hoch. „Dann werden wir zu Wellenforschern.“

Er ließ die Kinder nacheinander eintreten, setzte sie auf die Stühle, gab jedem ein Glas Wasser in kleinen Schlucken.

„Erstmal: Bauchweh kann viele Gründe haben“, erklärte er. „Essen, Stress, zu wenig getrunken, ein Virus, der gerade herumspaziert. Wir sammeln Hinweise wie Detektive.“

„Ich hab gestern zwei Donuts gegessen“, sagte Leo kleinlaut.

„Das ist schon ein Hinweis“, meinte Dr. Sommer. „Und du, Paula?“

„Ich hab… na ja… vor dem Mathetest wird mir immer schlecht“, gestand sie.

Dr. Sommer nickte verständnisvoll. „Der Bauch ist manchmal wie ein Lautsprecher für Gefühle. Angst kann sich anfühlen wie ein Knoten.“

Er tastete bei jedem vorsichtig den Bauch ab, fragte: „Wo genau tut es weh? Seit wann? Übelkeit? Fieber? Durchfall?“ Er achtete darauf, niemanden zu beschämen. Medizin war auch: Würde bewahren.

Bei zwei Kindern maß er Fieber—leicht erhöht. Bei anderen war es eher Unruhe.

Dr. Sommer ging in die Mensa und sprach mit der Küchenfrau, Frau Aydin. „Gab es etwas Neues?“

„Nur den neuen Kräuterquark“, sagte sie. „Aber der war frisch. Ich hab alles geprüft.“

Dr. Sommer nickte. „Gut. Manchmal reicht schon ein kleiner Virus, und dann sagt der Bauch: ‘Ich will Pause.'“

Zurück im Zimmer setzte er sich mit Frau Neumann zusammen. „Wir machen Folgendes: Hände waschen verstärken. Klassen informieren: Seife, 20 Sekunden, auch zwischen den Fingern. Trinkpausen erlauben. Und wer Fieber oder starken Durchfall hat, geht nach Hause und ruht. Kein Heldentum.“

Frau Neumann grinste. „Sie meinen, niemand gewinnt einen Preis fürs Kranksein?“

„Genau“, sagte Dr. Sommer. „Der Preis ist höchstens: länger krank.“

Er ging in eine sechste Klasse und erklärte kurz, ohne zu dramatisieren. „Ein Virus ist wie ein unsichtbarer Besucher. Wir können ihn nicht immer aussperren, aber wir können ihm das Leben schwer machen: Hände waschen, nicht ins Gesicht fassen, in die Armbeuge niesen, Flaschen nicht teilen.“

Ein Schüler hob die Hand. „Und wenn man schon Angst hat wegen Mathe?“

Dr. Sommer lächelte. „Dann hilft auch Hygiene—aber eher für den Kopf: tief atmen, realistische Sätze im Kopf, und vorher genug schlafen. Und: Fragt nach Hilfe. Niemand muss allein kämpfen.“

Paula, die hinten saß, atmete ein bisschen leichter.

Am Ende des Vormittags war klar: Keine große Katastrophe. Eine Mischung aus kleinem Infekt und großem Prüfungsdruck. Dr. Sommer war zufrieden—nicht, weil alle gesund waren, sondern weil alle verstanden hatten, wie man gemeinsam klug reagiert.

Kapitel 5: Die neue Schülerin und das Pflaster der Worte

In der Woche darauf kam eine neue Schülerin: Sofia. Sie sprach noch nicht viel Deutsch und hielt ihre Schultasche fest, als könnte sie darin Mut finden.

Frau Neumann flüsterte Dr. Sommer zu: „Sie ist erst seit kurzem hier. Einige sind neugierig, ein paar sind… na ja. Sie wissen schon.“

Auf dem Gang hörte Dr. Sommer, wie zwei Siebtklässler tuschelten. „Die redet komisch.“„Bestimmt kann die gar nichts.“

Dr. Sommer stellte sich in ihre Nähe, ohne zu schimpfen. Seine Stimme war ruhig, aber klar. „Wisst ihr, was wirklich komisch ist? Wenn man glaubt, Sprache ist ein Maßband für Wert.“

Die beiden wurden rot.

„Sofia ist neu“, fuhr Dr. Sommer fort. „Neu sein ist anstrengend. Ihr könnt entscheiden, ob ihr die Schule für sie schwerer oder leichter macht. Und das sagt viel über euch.“

Später klopfte Sofia an seine Tür. Sie hielt sich den Arm. Kein Blut, nur ein blauer Fleck wie ein kleines Gewitter unter der Haut.

Dr. Sommer deutete auf den Stuhl. „Setz dich. Tut es sehr weh?“

Sofia suchte nach Worten. „Biss… chen.“

„Ein bisschen“, half Dr. Sommer freundlich. „Zeig mal.“

Er betrachtete die Stelle. „Das ist ein Hämatom. Ein Bluterguss. Stell dir vor, unter der Haut ist ein winziges Tintenfass geplatzt. Sieht dramatisch aus, heilt aber meistens von allein.“

Sofia runzelte die Stirn. „Kaputt?“

„Nicht kaputt“, sagte Dr. Sommer und zeigte mit zwei Fingern eine kleine Strecke. „Nur beleidigt. Kühlung hilft. Und Ruhe.“

Er holte ein Kühlpad, wickelte es in ein Tuch. „Nie direkt auf die Haut, sonst wird's zu kalt. Dein Körper mag es sanft.“

Sofia nickte.

Er merkte, dass sie ihn aufmerksam beobachtete, als würde sie jedes Wort einsammeln.

„Du musst nicht alles perfekt sagen“, meinte Dr. Sommer. „Wichtig ist, dass du dich traust. Und wenn andere lachen—dann ist das deren Problem, nicht deins.“

Sofia sah ihn an, lange. Dann sagte sie leise: „In alte Schule… Arzt war streng.“

„Hier darf es freundlich sein“, antwortete Dr. Sommer. „Ein Arzt ist nicht nur für Körper da, sondern auch für Mut.“

Als Sofia ging, sah Dr. Sommer, wie Mia ihr im Flur ein Blatt hinhielt. Darauf standen deutsche Wörter mit kleinen Zeichnungen: „Eispackung“, „Pflaster“, „Bitte“, „Danke“.

Ein Pflaster aus Worten, dachte Dr. Sommer. Manchmal heilen Sätze schneller als Salben.

Kapitel 6: Ein Abend im stillen Flur

Kurz vor Schulschluss wurde es ruhiger. Die Stimmen im Flur klangen wie ein Lied, das langsam endet. Dr. Sommer räumte sein Zimmer auf, füllte Pflaster nach, sortierte Notizen.

Herr Krüger kam vorbei. „Wissen Sie“, sagte er, „ich dachte früher, ein Schularzt macht nur Wunden zu. Aber Sie… Sie machen auch Köpfe auf.“

Dr. Sommer lachte leise. „Hoffentlich nur für gute Gedanken.“

Dann klopfte es ein letztes Mal. Amira stand in der Tür, neben ihr Sofia, und dahinter Jonas mit seinem inzwischen fast geheilten Knie.

„Wir wollten…“, begann Jonas und schob die Hände in die Taschen. „Also… danke.“

Amira nickte. „Für die Luft… und dass Sie nicht so getan haben, als wäre ich schwach.“

Sofia hielt das Blatt mit den Wörtern hoch, als wäre es eine kleine Fahne. „Danke“, sagte sie vorsichtig, aber stolz.

Dr. Sommer spürte, wie warm der Raum plötzlich war, obwohl die Heizung kaum lief. „Ihr habt das selbst geschafft“, sagte er. „Ich habe nur gezeigt, wie man den nächsten Schritt findet. Und ihr habt ihn gemacht—zusammen.“

Mia, die noch im Flur stand, rief: „Und er hat Jonas' Schnürsenkel gerettet!“

Jonas stöhnte gespielt. „Ich binde sie ja jetzt! Meistens.“

Alle lachten. Es war ein weiches, freundliches Lachen, das niemanden ausschloss.

Als die Kinder gingen, blieb Dr. Sommer kurz allein. Er hörte, wie draußen die Türen zufielen und die Schule sich in den Abend legte, wie eine Decke über ein müdes Bett.

Er schaltete das Licht aus, nahm seine Tasche und schloss die Tür.

Im dunkler werdenden Flur, zwischen Wandplakaten und stillen Spinden, hörte er hinter sich eine Stimme—fast wie ein Windhauch.

„Danke“, murmelte jemand, und er murmelte zurück: „Danke.“

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Sekretariat
Der Raum in der Schule mit der Büroarbeit und oft einer Sekretärin.
Blutdruckmessgerät
Ein Gerät, das misst, wie stark das Blut in den Adern drückt.
Stethoskop
Ein Arztgerät, mit dem man Herz und Lunge abhört.
Desinfektionsmittel
Flüssigkeit, die Keime tötet, damit Wunden sauber bleiben.
Sterile
So sauber, dass keine Keime oder Bakterien mehr da sind.
Desinfektionszeug
Umgangssprachlich für Sachen, die man zur Reinigung verwendet.
Hämatom
Ein anderer Name für einen größeren Bluterguss unter der Haut.
Bluterguss
Eine dunkle Stelle auf der Haut, wenn kleine Gefäße platzen.
Entzündet
Wenn eine Stelle rot, warm und schmerzhaft wird wegen Keimen.
Inhalator
Ein kleines Gerät, das Medizin in die Lunge sprüht, bei Atemnot.
Asthma
Krankheit, bei der die Atemwege manchmal sehr eng und pfeifend werden.
Armbeuge
Die Innenseite des Ellenbogens, oft zum Husten oder Niesen benutzt.

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