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Karnevalsgeschichte 9/10 Jahre Lesen 11 min.

der freundlichkeitspfau von der nachbarstraße

Luca möchte beim Karneval als freundlicher Pfau verkleidet sein und beschließt, auch anderen Kindern Kostüme zu verleihen, um Freude zu verbreiten. Gemeinsam mit seinen Freunden erlebt er einen unvergesslichen Tag voller Musik, Lachen und Freundschaft.

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Ein 10-jähriger Junge, Luca, steht strahlend in der Mitte der Bühne mit einem großen Lächeln. Er trägt ein lebhaftes Pfauen-Kostüm mit blauen und grünen Federn, die in der Sonne glänzen. Seine Augen funkeln vor Aufregung, während er mit offenen Armen tanzt und sein wunderschönes „Pfauenrad“ schwenkt. Neben ihm steht seine beste Freundin Selma, ein 10-jähriges Mädchen mit lockigem Haar und einem bunten Hut mit Federn. Sie applaudiert begeistert, ihre Augen leuchten vor Bewunderung für Luca. Etwas weiter hinten lacht Tom, ein 10-jähriger Junge, der als Pirat verkleidet ist, mit einem schwarzen Bandana und einem gestreiften Hemd, während er sein Plastikschwert schwingt und zur festlichen Stimmung beiträgt. Der Ort ist ein großer Außenbereich, geschmückt mit bunten Karnevalsdekorationen: Girlanden wehen im Wind, bunte Ballons steigen in den blauen Himmel, und Essensstände bieten süße Leckereien an. Der Boden ist mit glitzernden Konfetti bedeckt, was zur Magie der Veranstaltung beiträgt. Die Hauptsituation zeigt Luca, den „Pfauenfreund“, der fröhlich mitten im Fest tanzt und Kostüme an die Kinder verteilt, was eine Atmosphäre des Teilens und ansteckenden Glücks schafft. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

1. Der Plan mit dem Tier

Luca drückte seine Nase an die Fensterscheibe. Draußen hingen überall bunte Girlanden zwischen den Häusern. Luftschlangen tanzten schon im Wind, obwohl der große Karnevalsumzug erst am Nachmittag beginnen sollte.

„Dieses Jahr werde ich das beste Kostüm haben, das die Straße je gesehen hat!“, murmelte er.

„Was sagst du da, Luca?“, rief seine Mutter aus der Küche.

„Nichts… also doch! Ich will ein Tier sein. Ein richtiges Karnevalstier! Aber nicht nur für mich“, antwortete er und rannte zu ihr. „Ich will alle zum Lachen bringen. Auch die, die vielleicht kein Kostüm haben.“

Seine Mutter lächelte. „Das klingt nach dir. Und an welches Tier hast du gedacht?“

Luca biss sich auf die Lippe. „Ein Pfau! Mit einem riesigen, bunten Schweif. Dann kann ich den Leuten zuwinken wie ein König. Und wenn jemand traurig ist, breite ich meinen Schweif auf und tanze für ihn.“

Seine Mutter lachte. „Ein Pfau also. Das passt. Stolz, aber freundlich.“

„Ich will nicht stolz sein“, sagte Luca ernst. „Nur freundlich. Ein Freundlichkeitspfau!“

Gemeinsam kramten sie im Schrank: ein altes blaues T-Shirt, eine glänzende grüne Leggings vom letzten Jahr, ein paar Federn von einem alten Faschingshut.

„Das reicht noch nicht“, meinte Luca. „Ein Pfau braucht mehr Federn. Viele mehr.“

„Dann frag deine Freunde“, schlug seine Mutter vor. „Vielleicht haben sie etwas, das du benutzen darfst.“

Luca nickte, schnappte sich seine Jacke und flitzte die Treppe hinunter in den Hof. Die Luft roch schon nach frischen Waffeln und Zuckerwatte aus der Bude an der Ecke. Aus einem offenen Fenster dudelte leise Karnevalsmusik.

„Heute wird magisch“, flüsterte er.

2. Federn, Freunde und eine Überraschung

Im Hof begegnete Luca zuerst seiner Nachbarin Selma, die gerade einen riesigen Karton trug.

„Was hast du da?“, fragte Luca neugierig.

„Kostüme für das Nachbarschaftsfest“, keuchte Selma. „Viele Kinder haben kein eigenes. Wir wollen einen Verkleidungstisch machen.“

Luca bekam große Augen. „Das ist meine Chance! Vielleicht sind da Federn drin.“

Gemeinsam öffneten sie den Karton. Darin lagen bunte Tücher, lustige Hüte, alte Clownsnasen und Masken. Ganz unten entdeckte Luca ein Tuch mit Federmuster in Blau und Grün.

„Das ist perfekt!“, rief er. „Darf ich das benutzen? Ich will ein Pfau werden und die Leute fröhlich machen.“

Selma überlegte kurz. „Nur, wenn du mir hilfst, die Kostüme nachher zu verteilen. Manche Kinder trauen sich nicht zu fragen.“

Luca nickte sofort. „Abgemacht.“

Da kam Tom angerannt, sein bester Freund, verkleidet als Pirat mit schiefer Augenklappe. „Arrr, Luca! Was wirst du? Ein geheimnisvoller Superschurke?“

„Nein“, lachte Luca. „Ein Pfau. Ein Freundlichkeitspfau.“

Tom kicherte. „Das ist kein gefährliches Tier.“

„Muss es ja auch nicht. Es soll nett sein.“

Tom kratzte sich am Kopf. „Warte.“ Er kramte in seiner Piratentasche und zog ein paar bunte Stoffreste heraus. „Von Mamas alten Tüchern. Vielleicht kannst du sie an deinen Schwanz kleben.“

„Du bist der beste Pirat der Welt“, sagte Luca und schlug ein.

Gemeinsam mit Selma schnitten sie das Federtuch zurecht und klebten die Stoffstücke daran. Stück für Stück entstand ein langer, fächeriger „Schweif“. Immer wieder hörten sie draußen Trommeln und Trompeten, als die ersten Musiker die Straße entlangprobten.

„Hörst du?“, sagte Luca. „Die Musik ruft uns!“

„Erst Kostüm, dann Musik“, erinnerte ihn Selma lachend.

Als der Schweif endlich fertig war, befestigte Luca ihn mit einem breiten Gürtel an seinem Rücken. Er machte ein paar Schritte, drehte sich und ließ die Federn auffächern.

Tom pfiff. „Wow. Du siehst aus wie ein wandelnder Regenbogen!“

Luca fühlte sich plötzlich anders. Ein bisschen größer, ein bisschen mutiger. Vielleicht konnte ein Pfau wirklich Freude verteilen.

„Kommt“, rief er. „Wir bringen die Kostüme zum Nachbarschaftsplatz. Der Karneval kann anfangen!“

3. Der Karneval der Straße

Der Platz war schon voller Leben. Luftballons schwebten wie bunte Seifenblasen über den Köpfen, Girlanden flatterten, und aus den Lautsprechern dröhnte eine fröhliche Melodie. Menschen lachten, tanzten, schunkelten. Der Duft von Popcorn, Waffeln und gebrannten Mandeln mischte sich in der Luft.

Luca, Tom und Selma stellten den Kostümkarton auf einen Tisch mit einem Schild: „KOSTÜME FÜR ALLE!“

Ein kleines Mädchen mit Zöpfen blieb zögernd davor stehen. Sie hatte nur eine einfache graue Jacke an.

„Willst du eins?“, fragte Luca sanft und breitete seinen Pfauenschweif ein wenig aus.

Das Mädchen sah ihn überrascht an. „Ich hab kein Geld.“

„Musst du auch nicht“, sagte Luca. „Heute teilen wir. Such dir etwas aus.“

Ihre Augen leuchteten. „Echt?“

Sie griff nach einem glitzernden Sternenumhang und einer kleinen Krone. „Jetzt bin ich eine Sternenkönigin!“, rief sie und drehte sich im Kreis.

Luca machte einen kleinen Pfautanz um sie herum. „Eure Sternenmajestät, der Pfau grüßt euch!“

Das Mädchen lachte so laut, dass sogar ein Clown mit roter Nase stehen blieb und mitlachte.

Immer mehr Kinder kamen. Luca reichte Piratenhüte, bunte Tücher, Tiermasken. Ein Junge im Rollstuhl bekam einen leuchtend roten Superheldenumhang.

„Du bist der schnellste Superheld hier“, sagte Tom.

„Auch wenn mein Rollstuhl nicht fliegen kann?“, fragte der Junge.

„Noch nicht“, mischte sich Luca ein. „Aber heute fährt er auf Karnevalsmusik. Das ist fast wie fliegen.“

Die Kapelle setzte gerade ein neues Lied an, die Trommeln wummerten, Trompeten schmetterten. Der Superheld lachte und fuhr im Takt der Musik im Kreis, sein Umhang flatterte hinter ihm her.

„Luca!“, rief plötzlich der Organisator des Umzugs, Herr Brunner, durchs Mikrofon. „Komm mal kurz her.“

Luca zuckte zusammen. „Hab ich was falsch gemacht?“

„Bestimmt nicht“, murmelte Selma. „Geh ruhig.“

Vorsichtig stapfte Luca zu der kleinen Bühne. Sein Pfauenschweif raschelte leise.

Herr Brunner beugte sich zu ihm. „Luca, wir sehen hier von oben, was du machst. Wie du Kostüme verteilst und alle zum Lachen bringst. Willst du beim Umzug ganz vorne mitgehen? Als unser Straßenpfau?“

Luca wurde heiß und kalt zugleich. „Ganz vorne? Ich?“

„Na klar“, rief Tom aus dem Publikum. „Du bist doch schon der Star!“

Die Kinder klatschten, sogar die Erwachsenen jubelten. „Pfau! Pfau! Pfau!“, skandierte jemand lachend.

Luca straffte die Schultern. „Okay. Aber nur, wenn ich auf dem Weg weiter Kostüme verteilen darf.“

Herr Brunner lachte. „Abgemacht.“

4. Tanz des Freundlichkeitspfau

Der Umzug setzte sich in Bewegung. Vorne spielte eine Blaskapelle, dahinter kam der Wagen mit den Clowns, dann die Nachbarschaftskinder – und ganz vorne, neben Herr Brunner, schritt Luca, der Pfau.

Die Sonne blitzte auf seinen bunten Federn, und bei jedem Schritt schwangen sie hin und her, als würden sie selbst tanzen. Aus den Fenstern klatschten Menschen im Takt, warfen Konfetti und Bonbons. Eine Oma auf dem Balkon rief: „Was für ein schöner Vogel!“

Luca winkte hoch zu ihr. „Der Freundlichkeitspfau grüßt!“ Dann verbeugte er sich tief, breitete den Schweif aus und drehte sich einmal im Kreis. Die Kapelle merkte das und spielte ein paar besonders schmissige Takte. Die Menge jubelte.

Auf dem Weg sah Luca immer wieder Kinder, die ein bisschen abseits standen. Ein Junge, der schüchtern an einer Laterne lehnte. Ein Mädchen mit verschränkten Armen, das so tat, als würde sie sich nicht interessieren.

Jedes Mal ging Luca hin, ließ seinen Schweif auffächern, machte eine kleine, komische Verbeugung und sagte: „Heute darfst du lachen. Das ist Karnevalsregel!“ Tom oder Selma reichten ein Tuch, einen Hut, eine Maske – und fast immer erschien zuerst ein kleines Lächeln, dann ein großes Grinsen.

An einer Ecke stand das graue Mädchen von vorhin, nun als Sternenkönigin. Sie winkte wild. „Pfau! Pfau! Schau mal!“

Luca blieb stehen, machte einen Sternenpfau-Tanz – Arme wie Strahlen, Federn wie Funkeln. Die Kapelle griff den Rhythmus auf, und für einen Moment tanzte der ganze Zug im Sternentakt.

Als der Umzug nach vielen Runden wieder am Platz endete, tönte die letzte Trompete wie ein freudiger Abschiedsgruß. Die Sonne war schon ein Stück weitergewandert, doch der Platz leuchtete immer noch in allen Farben des Konfettis.

Herr Brunner nahm wieder das Mikrofon. „Liebe Nachbarschaft! Heute haben wir ein besonders buntes Tier gesehen. Unseren Pfau Luca, der nicht nur schön aussah, sondern auch geteilt, geholfen und gelacht hat. Dafür bekommt er…“

Er holte eine kleine, schimmernde Pappmedaille hervor, auf der stand: „Herzensheld des Karnevals“.

Alle klatschten und pfiffen. Luca spürte, wie ihm die Ohren heiß wurden. „Ich wollte doch nur, dass niemand ohne Kostüm ist“, murmelte er leise.

„Genau darum geht's“, sagte Selma und legte ihm die Medaille um. „Darum bist du ein Held.“

Das Mädchen mit der Krone und der Junge mit dem Superheldenumhang drängten sich durch die Menge und warfen Luca Konfetti zu. „Du bist der beste Pfau überhaupt!“, riefen sie.

Luca streckte seine Arme wie Flügel aus, ließ den Federschweif noch ein letztes Mal auffächern und drehte sich im Kreis. Die Musik setzte ein letztes Mal an, alle sangen, lachten, tanzten.

Die Lichter wurden nach und nach ausgeschaltet, die Luftballons schwebten müde über den Köpfen. Langsam leerte sich der Platz. Luca stand mit Tom und Selma mitten im bunten Konfettiteppich.

„Schade, dass es schon vorbei ist“, seufzte Tom und schob seine Piratenmütze in den Nacken.

„Karneval kommt wieder“, sagte Selma. „Jedes Jahr.“

Luca sah auf seine Federn, die hier und da ein bisschen angeknickt waren. Er strich sie liebevoll glatt. „Nächstes Jahr bin ich wieder ein Tier“, beschloss er. „Vielleicht ein Drache. Oder wieder ein Pfau. Hauptsache, ich kann wieder teilen.“

Tom grinste. „Dann bin ich wieder dein Piratenassistent.“

Sie hakten sich ein, schauten noch einmal auf den Platz, der in der Abendluft glitzerte, und riefen aus voller Kehle, so laut sie konnten:

„Bis zum nächsten Jahr!“

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Karneval
Ein Fest, das in vielen Ländern gefeiert wird, oft mit bunten Kostümen, Musik und Tanz.
Kostüm
Ein spezielles Outfit, das man anzieht, um sich als etwas Bestimmtes zu verkleiden.
Umzug
Eine Parade oder ein Festzug, bei dem Menschen in Kostümen durch die Straßen ziehen.
Freudiger
Ein Gefühl der Freude oder des Glücks, wenn man sich freut.
Schweif
Ein langer Teil des Schwanzes eines Tieres, der oft gefächert oder beweglich ist.
Herzensheld
Eine Person, die durch gute Taten und Freundlichkeit hervorsticht und von anderen geschätzt wird.

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