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Weihnachtsgeschichte 5/6 Jahre Lesen 10 min.

Das verzauberte Xylophon und die Weihnachtskatze

Vier Jungen helfen Frau Wintermann, die Weihnachtslichter zu entwirren und ein verlorenes Teil zu finden, wobei Bens Xylophon und eine neugierige Katze ihnen auf überraschende Weise beistehen.

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Fünf Figuren: Ben, 5, braune kurze Haare, blauer Mütze, sitzt auf einem Hocker in der Bildmitte und spielt lächelnd ein kleines Xylophon; Emil, 5, blond, rote Mütze, kniet links und entwirrt konzentriert eine Lichterkette; Jonas, 5, kastanienbraun, grüne Mütze, rechts, hält ein gefundenes Kabelstück und schaut überrascht zu Ben; Tariq, 5, schwarze Haare, gelbe Mütze, steht hinter dem Tisch und greift nach einer rollenden Lichtkugel; sowie eine graue Katze mit rotem Halsband und Clips, die nahe einer Kiste sitzt und hilft, ein gerissenes Kabel zu halten; Innenraum einer kleinen, weihnachtlich geschmückten Dorfsitzung mit hellen Holztischen, Dielenboden, Tannenschmuck und warmem gelbem Licht, Lichterketten, Kugeln und Drähte liegen verstreut. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Anfang: Vier Mützen im Schneefunkeln

Draußen tanzten dicke Schneeflocken wie leise Federn. Die Straßenlaternen hatten gelbe Lichtkronen, und jedes Fenster sah aus wie ein warmes Bonbon. In einem kleinen Haus roch es nach Plätzchen, nach Kakao und nach Weihnachten.

Dort waren vier Jungen, alle fünf Jahre alt: Ben, Emil, Jonas und Tariq. Sie trugen Wollmützen, obwohl sie drinnen waren, weil sie fanden, dass Mützen gute Ideen festhalten.

Ben hielt einen kleinen Xylophon-Schlägel hoch, als wäre er ein Zauberstab. „Ich will heute einen richtigen Weihnachtsklang spielen“, sagte er. „Einen, der glitzert!“

„Auf dem Xylophon?“, fragte Emil und rieb sich die Nase. „Das klingt doch wie … Ping-Ping.“

„Genau!“, sagte Ben stolz. „Ping-Ping kann auch glitzern.“

Jonas beugte sich über das bunte Xylophon. Die Stäbe waren rot, blau, grün und gelb. „Welches Lied denn?“

Tariq grinste. „Vielleicht ‚Jingle Bells‘, aber nur mit Pings!“

Alle lachten. Dann hörten sie ein leises „Pff… pff…“, als würde etwas draußen ganz vorsichtig um Hilfe bitten.

Ben lief zum Fenster. Vor der Tür stand Frau Wintermann aus der Nachbarschaft. Sie hielt eine Kiste, und der Schnee legte ihr eine weiße Mütze auf die Schultern.

„Oh je“, sagte Ben. „Sie sieht aus, als wäre sie ein Weihnachtsbaum ohne Lichter.“

Die vier Jungen flitzten zur Tür. „Guten Abend, Frau Wintermann!“, rief Emil.

Frau Wintermann lächelte, aber ihre Augen sahen müde aus. „Guten Abend, ihr vier Wirbelwinde. Ich wollte eigentlich Lichter zum Gemeindehaus bringen. Für den Weihnachtsabend. Aber…“ Sie zeigte auf die Kiste. „Die Lichter sind durcheinander. Und ich finde den Stecker nicht. Und meine Hände sind so kalt.“

Ben spürte, wie sein Herz warm wurde, wie eine kleine Kerze. „Wir helfen!“, sagte er sofort.

„Aber Ben wollte doch sein Xylophon-Lied spielen“, flüsterte Jonas.

Ben nickte. „Ich will beides. Helfen und spielen. Vielleicht… passt das zusammen.“

Tariq klatschte leise. „Ein Musik-Hilfe-Team!“

Frau Wintermann lachte. „Dann los, ihr kleinen Weihnachtswichtel.“

Mitte: Die Suche nach dem verlorenen Klingel-Kabel

Sie stapften durch den Schnee zum Gemeindehaus. Die Welt war still, nur ihre Stiefel machten „Krunch, krunch“. Über ihnen hingen Lichterketten wie kleine Sterne, die sich verlaufen hatten und nun brav an Drähten entlangliefen.

Im Gemeindehaus roch es nach Tannenzweigen. Auf einem Tisch lag die Kiste mit den Lichtern. Die Drähte waren so verknotet, als hätten sie in der Nacht einen Zopfwettbewerb gemacht.

Emil beugte sich vor. „Okay. Ich bin der Entknoter.“

„Ich bin der Finder“, sagte Jonas. „Ich suche den Stecker.“

„Ich bin der Aufhänger“, sagte Tariq und zeigte auf einen Haken an der Wand.

Ben stellte sein kleines Xylophon vorsichtig auf einen Stuhl. „Und ich bin… der Mutmacher mit Musik.“ Er klopfte ganz leise: „Ping… ping…“

Da passierte etwas Komisches: Bei jedem „Ping“ wackelte ein Knoten ein bisschen, als würde er zuhören.

„Hast du das gesehen?“, flüsterte Jonas.

Ben spielte nochmal: „Ping-ping-ping!“ Der Draht machte „Zzzip“ und ein Knoten löste sich.

Emil riss die Augen auf. „Dein Xylophon hat Zauberohren!“

„Nein“, sagte Ben und wurde rot. „Vielleicht haben die Knoten einfach gute Laune.“

Sie arbeiteten zusammen. Emil hielt die Drähte, Jonas suchte, Tariq legte die Lichter ordentlich hin. Ben spielte dazu eine kleine Melodie, die er sich ausgedacht hatte: ein fröhliches „Ping-ping-ping“, dann ein tieferes „Pong“, und am Ende ein „Ping!“ wie ein Schneestern.

Doch dann—mini-reinfall!—die ganze Kiste rutschte vom Tisch und plumpste auf den Boden.

„Uff!“, rief Tariq. „Die Lichter sind geflohen!“

Lichterkugeln rollten wie bunte Marienkäfer über die Dielen. Emil kroch hinterher. „Komm zurück, du frecher Funken!“

Jonas hob eine Kugel hoch. „Hier ist eine, die sieht aus wie eine kleine Sonne.“

Frau Wintermann seufzte. „Ach, ihr Lieben. Jetzt ist es noch mehr durcheinander.“

Ben sah, wie ihre Schultern schwer wurden. Er ging zu ihr und legte seine Hand auf ihren Ärmel. „Wir schaffen das. Zusammen. Wie in einer Familie.“

Frau Wintermann blinzelte. „Wie in einer Familie… das klingt gut.“

Ben hob die Schlägel wieder. „Ich spiele jetzt ein Mut-Lied. Eins, das sagt: Wir geben nicht auf.“

Er spielte: „Ping-ping… ping… ping-ping-ping!“ Es klang wie kleine Schritte im Schnee, die zu einem warmen Haus laufen. Und wirklich: Emil lachte wieder, Jonas nickte, Tariq machte eine Verbeugung vor einer Lichtkugel, als wäre sie ein Publikum.

„Na gut“, sagte Emil. „Knoten, wir sind stärker!“

Sie entwirrten weiter. Jonas fand endlich ein Stück Kabel. „Gefunden! Aber… es ist nur halb.“

„Halb?“, fragte Tariq. „Wie ein halbes Plätzchen? Das ist traurig.“

Ben schaute genauer. Das Kabel war an einer Stelle eingerissen. „Oh nein. So können wir die Lichter nicht anmachen.“

Frau Wintermann biss sich auf die Lippe. „Ohne Lichter wird der Abend dunkler.“

Da hörten sie ein leises „Miau“ aus der Ecke. Unter einer Bank saß eine Katze, grau wie Schnee im Schatten. Um ihren Hals war etwas Rotes gewickelt.

„Hallo, Katze“, flüsterte Jonas. „Warum trägst du eine…“

„…Schal!“, rief Emil. „Eine rote Schal-Wurst!“

Die Katze maunzte stolz und strich um Bens Beine. Der rote Schal hing ein bisschen herunter, und an seinem Ende war ein kleiner Metallclip befestigt.

Tariq kniff die Augen zusammen. „Das ist kein normaler Schal. Da ist ein Clip dran. Wie… wie bei einem Kabelhalter!“

Ben kniete sich hin. „Du bist ja eine echte Weihnachtskatze.“ Er streichelte sie sanft. „Darf ich mir das ansehen?“

Die Katze schnurrte, als würde sie „Ja“ sagen.

Frau Wintermann staunte. „Das ist meine alte Deko-Klammer! Ich habe sie gesucht. Ich hatte sie an meinem roten Schal befestigt, damit er am Haken bleibt. Aber die Katze… hat ihn wohl geklaut.“

Emil kicherte. „Die Katze wollte auch festlich sein.“

Jonas hielt das kaputte Kabel hoch. „Können wir den Clip benutzen, um das Kabel zu halten?“

Tariq nickte eifrig. „Wie eine kleine Brücke!“

Ben lächelte. „Dann ist die Katze unser fünfter Wichtel.“

Ende: Ping-Ping, Licht an, Schal dran

Ganz vorsichtig befestigten sie den Metallclip so, dass das eingerissene Kabel zusammenhielt. Jonas hielt den Stecker, Emil hielt die Drähte still, Tariq hielt die Katze—na ja, er versuchte es. Die Katze wollte lieber Chef sein und saß einfach mitten auf einem Tannenzweig.

„Bereit?“, fragte Frau Wintermann.

„Bereit!“, riefen die vier Jungen.

Ben hob die Schlägel. „Erst Musik. Dann Licht.“ Er spielte seine Weihnachtsmelodie, etwas länger jetzt, mit kleinen Sprüngen und einem warmen Ende: „Ping-ping-ping… pong… ping!“

Frau Wintermann steckte den Stecker ein.

Für einen winzigen Moment war alles still. Dann—plötzlich—gingen die Lichter an. Gold, Rot, Blau, Grün. Sie glitzerten, als hätte der Schnee draußen ihnen Geschichten erzählt. An den Fenstern tanzten Lichtpunkte wie kleine Elfen.

„Jaaa!“, rief Emil. „Es lebt!“

Jonas klatschte. „Die Lichter sind wach!“

Tariq machte große Augen. „Wir haben's gemacht. Mit Musik. Und mit Katze.“

Frau Wintermann wischte sich über die Augen, aber sie lächelte dabei. „Ihr habt mir so sehr geholfen. Das ist das Schönste an Weihnachten: wenn man zusammenhält.“

Ben stellte das Xylophon mitten auf den Tisch. „Dann spiele ich jetzt das Lied ganz. Für den Weihnachtsabend.“

Die anderen setzten sich dicht neben ihn. Jonas flüsterte: „Ich bin dein Publikum.“

Emil flüsterte: „Ich bin dein Klatsch-Experte.“

Tariq flüsterte: „Ich bin der, der am Ende ‚Bravo‘ ruft.“

Ben spielte. Es klang nicht perfekt, aber es klang ehrlich. Es klang nach vier Freunden, nach warmen Händen, nach Schnee vor der Tür und Licht im Herzen. Die Katze schnurrte im Takt, als wäre sie ein kleiner Motor aus Glück.

Als sie fertig waren, hingen sie die Lichterkette auf. Tariq stellte sich auf die Zehenspitzen und zeigte auf den Haken an der Wand. „Und der Schal?“

Frau Wintermann nahm den roten Schal, der der Katze so gut gefallen hatte. „Der gehört jetzt hierhin.“ Sie hängte ihn sorgfältig an den Haken, direkt neben die Tür. Der Schal baumelte wie ein roter Gruß.

„Warum hier?“, fragte Emil.

„Damit jeder, der hereinkommt, sieht: Hier ist Wärme“, sagte Frau Wintermann. „Und damit ich ihn nie wieder suche.“

Jonas grinste. „Und damit die Katze ihn nicht wieder klaut.“

Die Katze tat so, als hätte sie nichts gehört, und putzte sich ganz unschuldig.

Draußen schneite es weiter. Die vier Jungen gingen nach Hause, Hand in Hand, als wären sie eine kleine Schneekette. Im Fenster des Gemeindehauses leuchteten die Lichter, und drinnen hing der rote Schal am Haken, still und zufrieden.

Ben sagte leise: „Heute habe ich gespielt. Und geholfen.“

Tariq sagte: „Und wir waren wie Familie.“

Emil sagte: „Und die Katze war… fast auch Familie.“

Jonas lachte. „Eine Schal-Familie!“

Sie lachten alle, und ihr Lachen stieg in die kalte Luft wie kleine, warme Wolken. Weihnachten fühlte sich plötzlich ganz nah an. Und irgendwo im Gemeindehaus funkelten die Lichter weiter, als würden sie „Ping… ping…“ zurückflüstern.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Schneeflocken
Kleine, einzelne Stücke aus Schnee, die vom Himmel fallen.
Straßenlaternen
Hohe Lampen an der Straße, die nachts Licht geben.
Wollmützen
Warme Kopfbedeckungen aus Wolle, die den Kopf warm halten.
Xylophon
Ein Musikinstrument mit bunten Holzstäben, die man anschlägt.
Gemeindehaus
Ein großes Haus, wo Menschen sich für Feste und Treffen treffen.
Drähte
Dünne Metallstränge, die oft Strom oder Licht verbinden.
Verknotet
Wenn etwas so zusammenliegt, dass man es schwer auseinanderbekommt.
Stecker
Teil am Ende eines Kabels, den man in eine Steckdose steckt.
Eingerissen
Wenn etwas an einer Stelle kaputt ist und eine Öffnung hat.
Befestigten
Etwas so anbringen, dass es nicht mehr wegfällt oder verrutscht.

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