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Heroische Fantasie 9/10 Jahre Lesen 12 min.

das Geheimnis der alten Eiche

Ysolde, Trägerin des Schwurs, sucht die Stimme der Großen Eiche, besteht Prüfungen und macht sich mit ihrem Wolfshund auf eine gefährliche Reise, um das Tal Arandel vor einer drohenden Gefahr zu bewahren.

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Ysolde, entschlossene aber müde Frau mit hoffnungsvollen Augen, braunlederner Kleidung und zerrtem roten Umhang, pflanzt auf dem grasigen, steinigen, feuchten Hügelgipfel mit goldenem Sonnenstrahl ein leuchtendes Samenkorn in die Erde; Fenris, ein grauer Rüde-Wolf, steht schützend daneben, Gorun, ein moosbedeckter muskulöser Troll mit überrascht-amüsiertem Blick, lehnt links mit verschränkten Armen, und Miriel, älter scheinende Elfe (menschlich etwa 50) mit silbernem Haar und blauer, durchscheinender Robe, tritt am Quellhintergrund mit segnenden erhobenen Händen auf; dunkle Wolken verflüchtigen sich, entfernte Blitze, sofort sprießt ein grüner junger Baum aus dem Samen, warme Lichtstrahlen vertreiben die Schatten, Stimmung von Heilung und Sieg, Kontrast Sturmgrau gegen Erneuerungsgold, zentrierte Komposition auf Ysolde und dem Setzling im süßen, übertriebenen Chibi-Stil. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Die uralte Eiche und der Schwur

Im Herzen des Tals Arandel, wo das Morgenlicht die Nebel in goldene Schleier verwandelte, lebte Ysolde, die Trägerin des alten Schwurs. Sie war eine Frau mit funkelnden Augen, ihr Haar so dunkel wie die Erde nach dem Regen, und ihr Mut war bekannt bis in die entferntesten Dörfer. Ysolde war nicht nur eine geschickte Reiterin und Schwertkämpferin, sondern auch eine Hüterin der Geheimnisse des Tals.

Die Bewohner von Arandel glaubten, dass das Tal durch uralte Schwüre geschützt wurde. Diese Schwüre, so sagte man, waren einst mit den ältesten Bäumen, den Flüssen und den Sternen selbst geschlossen worden. Besonders ehrfürchtig blickten alle auf die Große Eiche, die am Rand des Waldes wuchs. Ihr Stamm war so dick, dass fünf Männer ihn nicht umfassen konnten, und ihre Äste ragten wie schützende Arme über das Land.

Ysolde hatte einen innigen Wunsch, den sie nur ihrem getreuen Wolfshund Fenris anvertraute. „Fenris“, flüsterte sie abends, „ich möchte die Erinnerung der Großen Eiche hören. Ich will wissen, was sie erlebt hat, seit die Zeit begann.“ Fenris schnaufte zustimmend und legte seinen Kopf auf ihre Knie.

Eines Morgens, als der Tau noch auf den Gräsern glänzte, machte Ysolde sich auf den Weg zur Eiche. Sie trug ihr Schwert, den Umhang aus Hirschleder und das Amulett der Schwurträgerin. Der Wind spielte mit ihrem Rock, während Fenris an ihrer Seite trottete.

Am Fuß der Eiche angekommen, legte Ysolde ihre Hand auf die rauhe Rinde. „Große Eiche, ich bin Ysolde, Trägerin des Schwurs. Ich bitte dich: Lass mich deine Erinnerungen hören.“

Ein leises Flüstern ging durch die Blätter. Plötzlich schimmerte das Amulett auf Ysoldes Brust und eine warme, goldene Lichtwelle umhüllte sie. Sie spürte, wie Jahrhunderte an ihr vorbeizogen. Doch bevor sie mehr vernahm, ließ ein plötzliches Dröhnen den Boden beben. Aus dem Schatten des Waldes trat ein riesiger Troll, seine Haut moosbedeckt, seine Augen funkelnd vor Zorn.

„Die Eiche spricht nur zu den Würdigen!“, brüllte er. „Wer wagt es, sie zu stören?“

Ysolde trat mutig vor. „Ich bin die Trägerin des Schwurs. Die Eiche hat mir ihre Stimme versprochen.“

Der Troll knurrte und stampfte mit seinem Fuß, dass die Erde bebte. „Beweise deine Würdigkeit! Sonst wirst du nie erfahren, was die Eiche weiß!“

Fenris fletschte die Zähne, doch Ysolde legte ihm beruhigend die Hand auf den Kopf. „Ich bin bereit für deine Prüfung“, sagte sie fest.

Kapitel 2: Die Prüfung des Trolls

Der Troll, der den Namen Gorun trug, führte Ysolde tiefer in den Wald. Die Bäume standen hier so dicht, dass kaum Licht den Waldboden erreichte, und unheimliche Schatten huschten zwischen den Stämmen.

„Drei Aufgaben musst du bestehen“, grummelte Gorun. „Erst dann wirst du die Sprache der Eiche hören.“

Ysolde nickte entschlossen. „Sag an, was ich tun muss.“

Gorun zeigte auf einen kleinen Bach, der durch das Dickicht plätscherte. „Erste Aufgabe: Fange das Licht des Sonnenaufgangs im Wasser ein.“

Ysolde überlegte kurz, dann kniete sie sich ans Ufer. Sie nahm ihr Amulett ab und hielt es so ins Wasser, dass die ersten Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach fielen, sich im Amulett spiegelten. Das Licht tanzte auf den Wellen, und ein Regenbogen schimmerte über dem Bach.

Gorun nickte zufrieden. „Gut gemacht. Die zweite Aufgabe: Finde das Lied des Windes und bring es zu mir.“

Ysolde lauschte dem Wind, der durch die Zweige strich. Sie erinnerte sich an die alte Melodie, die ihre Großmutter ihr vorgesungen hatte, wenn der Wind heulte. Leise begann sie zu singen. Die Melodie wurde vom Wind aufgenommen, flog über den Bach, wirbelte durch die Bäume und kehrte als sanftes Säuseln zurück. Goruns Ohren zuckten, als er das Lied hörte.

„Auch das hast du geschafft“, brummte er. „Die letzte Aufgabe: Zeig dein Herz. Beschütze, was schutzlos ist.“

Plötzlich sprang ein kleines Rehkitz aus dem Gebüsch, gehetzt von einem hungrigen Wolf. Ohne zu zögern sprang Ysolde zwischen das Kitz und den Wolf, zog ihr Schwert und rief: „Kehr um, Bruder Wolf! Hier gibt es nichts für dich.“ Der Wolf hielt inne, blickte Ysolde an und verschwand dann im Unterholz.

Das Kitz schmiegte sich dankbar an Ysoldes Bein. Gorun trat näher und lächelte zum ersten Mal. „Du hast Mut, Weisheit und Mitgefühl gezeigt. Du bist würdig.“

Mit einer Geste deutete er zurück zur Großen Eiche. „Geh. Die Eiche wird nun zu dir sprechen.“

Kapitel 3: Die Stimme der Erinnerung

Ysolde kehrte mit Fenris zur Großen Eiche zurück. Die Sonne stand nun hoch am Himmel, und das Licht fiel wie flüssiges Gold durch die Blätter. Ysolde legte erneut ihre Hand auf den Stamm.

Diesmal spürte sie sofort ein sanftes Vibrieren. Die Rinde wurde warm, und plötzlich hörte sie eine Stimme, tief und uralt, wie das Rauschen des Windes in den höchsten Zweigen.

„Ysolde, Trägerin des Schwurs, du hast mein Herz berührt“, sagte die Eiche. „Höre meine Erinnerungen.“

Vor Ysoldes innerem Auge entfalteten sich Bilder: Sie sah das Tal, wie es vor tausend Jahren war, als noch Drachen über die Berge flogen und Elfen in den Wäldern lebten. Sie sah Kriege, Frieden, Feste und Trauer. Sie fühlte die Wärme des Sommers, die Kälte des Winters und das Erwachen des Frühlings.

„Ich erinnere mich an die Schwüre, die einst geschlossen wurden“, fuhr die Eiche fort. „Sie schützen das Tal. Aber nun droht Gefahr. Ein dunkler Sturm zieht auf, und nur, wer das Herz der Eiche kennt, kann das Tal bewahren.“

Ysolde spürte, wie sich eine tiefe Verbundenheit zwischen ihr und der Eiche bildete. „Was kann ich tun?“, fragte sie leise.

„Reise zur Quelle des Flusses“, antwortete die Eiche. „Dort wirst du das nächste Zeichen finden.“

Ysolde nickte entschlossen. „Ich danke dir, Große Eiche. Ich werde deinen Rat befolgen.“

Fenris bellte aufgeregt, und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zur Quelle.

Kapitel 4: Die Reise zur Flussquelle

Der Weg zur Flussquelle war beschwerlich. Ysolde und Fenris mussten über steinige Pfade klettern, durch dichte Wälder und über moosige Brücken gehen. Unterwegs begegneten sie seltsamen Gestalten: Ein Zwerg mit einem goldenen Bart bot ihnen einen Schluck aus seinem Zauberkrug an, eine Fee schenkte Ysolde eine Feder, die sie vor bösen Träumen schützen sollte.

Als sie die Quelle erreichten, war das Wasser so klar, dass man jeden Kiesel am Grund sehen konnte. Über der Quelle schwebte ein Licht, das in allen Farben des Regenbogens schillerte.

Plötzlich trat eine Gestalt aus dem Wasser: Es war eine Frau mit silbernem Haar und Augen, die so tief waren wie der Nachthimmel. „Ich bin Miriel, die Wächterin der Quelle“, sagte sie mit einer Stimme, die wie Musik klang. „Warum bist du hier, Ysolde?“

Ysolde erzählte von der Erinnerung der Eiche und von der drohenden Gefahr. Miriel nickte langsam. „Der Sturm, den die Eiche sah, ist real. Dunkle Mächte wollen den Schwur brechen.“

Sie reichte Ysolde ein kleines, leuchtendes Samenkorn. „Pflanze diesen Samen am höchsten Punkt des Tals. Aus ihm wird ein Baum wachsen, dessen Wurzeln den Schwur erneuern.“

Ysolde nahm das Samenkorn ehrfürchtig entgegen. „Ich werde es beschützen, koste es, was es wolle.“

Fenris jaulte zustimmend, und Miriel segnete sie mit einem Tropfen Quellwasser auf die Stirn. „Möge dein Herz rein bleiben, Trägerin des Schwurs.“

Kapitel 5: Der Kampf um den Schwur

Mit dem Samenkorn in der Tasche eilte Ysolde zum höchsten Hügel des Tals. Doch als sie den Gipfel erreichte, tobte dort bereits der dunkle Sturm. Schwarze Wolken wirbelten und Blitze zuckten am Himmel. Aus den Schatten traten Gestalten, deren Gesichter im Nebel verschwammen. Sie waren die Brecher der Schwüre, uralte Feinde des Tals.

„Gib uns den Samen!“, rief ihr Anführer, ein bleicher Mann mit Augen wie kaltes Eisen. „Mit ihm brechen wir den Schutz des Tals!“

Ysolde stellte sich schützend vor den Samen. „Niemals! Solange ich lebe, bleibt der Schwur ungebrochen!“

Die Schatten stürmten auf sie zu. Fenris sprang an Ysoldes Seite, fletschte die Zähne und stellte sich dem Feind entgegen. Ysolde zog ihr Schwert, das im Licht der Blitze silbern glänzte. Sie kämpfte tapfer, parierte Hiebe und wich Angriffen aus. Ihre Klinge sang durch die Luft, und Fenris biss nach den Schatten.

Gerade als Ysolde zu ermüden drohte, hörte sie die Stimme der Eiche in ihrem Herzen: „Erinnere dich an das Licht, das du gefangen hast, an das Lied des Windes, an dein Herz.“

Ysolde fasste neuen Mut. Sie hielt das Amulett in die Höhe, und ein strahlendes Licht brach daraus hervor. Die Schatten wichen zurück, geblendet und schreiend. Aus der Ferne erklang das Lied des Windes, und der Sturm begann zu weichen.

Mit letzter Kraft pflanzte Ysolde das Samenkorn in die Erde. Sofort begann es zu leuchten, und aus dem Boden schoss ein junger Baum empor. Seine Wurzeln breiteten sich aus, seine Zweige reckten sich gen Himmel, und ein goldener Schimmer legte sich über das ganze Tal.

Die Schatten lösten sich auf, der Sturm zog ab, und Stille kehrte zurück. Ysolde sank erschöpft zu Boden, Fenris legte sich schützend neben sie.

Kapitel 6: Das neue Versprechen

Als Ysolde erwachte, war der Himmel wieder blau, und die Sonne strahlte freundlich auf sie herab. Der junge Baum stand kräftig und grün auf dem Hügel, seine Blätter rauschten im Wind wie leises Lachen.

Die Bewohner von Arandel kamen herbei, um Ysolde zu ehren. „Du hast das Tal gerettet!“, riefen sie. „Du bist unsere Heldin!“

Gorun der Troll erschien und verbeugte sich tief. „Die Eiche hat ihren Schwur erneuert, dank dir.“

Ysolde lächelte müde, aber glücklich. Sie wusste, dass sie nicht nur eine Heldin war, sondern auch eine Zuhörerin der Erinnerungen. Die Große Eiche sprach nun oft zu ihr, erzählte von alten Zeiten und neuen Hoffnungen.

Abends, wenn das Licht golden wurde, saß Ysolde mit Fenris unter den Zweigen der Eiche. Sie lauschte dem Flüstern der Blätter, dem Rauschen der Wurzeln und dem Lied des Windes.

„Weißt du, Fenris“, sagte sie einmal, „jede Erinnerung ist wie ein Samen. Wenn wir ihr zuhören, wächst daraus etwas Gutes.“

Fenris wedelte mit dem Schwanz, und Ysolde wusste: Solange die Schwüre gehalten wurden, würde das Tal Arandel blühen – und die Geschichten der alten Eiche würden nie vergessen sein.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Schwur
Ein feierliches Versprechen, das man nicht brechen darf.
Amulett
Ein kleiner Schmuck, den man trägt und der oft Schutz geben soll.
Schwurträgerin
Eine Frau, die das wichtige Versprechen bewahrt und erfüllt.
Rinde
Die harte Außenhaut eines Baumes, die Stamm schützt.
Ehrfürchtig
Mit großem Respekt und Staunen gegenüber etwas Wichtigem schauen.
Dröhnen
Ein lauter, tief klingender Ton, der den Boden fühlen lässt.
Moosbedeckt
Bedeckt mit weichem grünen Moos, das auf Steinen oder Bäumen wächst.
Dickicht
Ein Bereich mit vielen dichten, eng stehenden Pflanzen oder Büschen.
Sanftes Säuseln
Ein leises, angenehmes Windgeräusch, das durch Blätter weht.
Wächterin
Eine Frau, die auf etwas Acht gibt und es beschützt.
Quellwasser
Sehr frisches, klares Wasser, das aus der Erdquelle kommt.

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