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Fantastische Geschichte der Zauberei 7/8 Jahre Lesen 9 min.

Das Flüstern der Kräuter

Lina, eine junge Hexe, begibt sich auf eine magische Kräutersuche im Turmgarten, wo sie eine geheimnisvolle Kräuterfrau trifft, die ihr lehrt, mit dem Herzen zuzuhören. Durch ihre Erfahrungen entdeckt sie die Wunder der Natur und die Bedeutung des Zuhörens.

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Eine junge Hexe namens Lina, etwa 10 Jahre alt, steht im Mittelpunkt des Bildes. Sie hat große, neugierige Augen, unordentliche kastanienbraune Haare und trägt einen schwarzen Mantel, der mit funkelnden Sternen verziert ist. Ihr Gesicht zeigt Staunen und Entschlossenheit, während sie eine kleine leuchtende Lampe in den Händen hält, umgeben von einem sanften goldenen Licht. Neben ihr sitzt eine geheimnisvolle Frau mit blumigen Haaren, etwa 60 Jahre alt, auf einem mit Moos bedeckten Felsen. Sie trägt einen Mantel aus trockenen Blättern und beobachtet Lina mit einem wohlwollenden Lächeln, die Hände auf den Knien. Die Szenerie ist ein verzauberter Garten, gefüllt mit bunten Pflanzen und leuchtenden Blumen. Glühkäfer tanzen in der Luft und erhellen den gewundenen Weg zu einem kleinen Hain. Die Szene stellt den magischen Moment dar, in dem Lina die Kraft der Lampe entdeckt, die ein warmes Licht ausstrahlt und die Aufmerksamkeit der Kinder um sie herum auf sich zieht. Die Pflanzen scheinen vor Leben zu vibrieren, und die Atmosphäre ist von Geheimnis und Magie durchdrungen. Melden Sie ein Problem mit diesem Bild

Kapitel 1: Der Morgen im Turmgarten

Lina stand früh auf. Die Morgensonne schickte dünne goldene Finger durch das Fenster ihres Schlafturms. Heute war ein besonderer Tag an der Schule für Kleines und Großes Zaubern: die Kräutersuche. Die Lehrerin, Frau Silberblatt, hatte gesagt: „Findet fünf leuchtende Kräuter und bringt sie zum Gewächshaus. Leuchtende Kräuter – das klang wie ein Versprechen.

Lina zog ihren Umhang an, band ihren Hut schief und schlich leise die Wendeltreppe hinunter. Der Turmgarten duftete nach Erde und Minze. Zwischen den Beeten summten kleine Glühkäfer, die wie winzige Laternen flogen. Lina hielt die Hand hin und flüsterte: „Guten Morgen, Kleines.“ Sie war eine junge Hexe mit neugierigen Augen und einem Herz, das gut zuhören konnte. Manchmal hörte sie, wie die Pflanzen atmeten, wenn sie sehr still war.

„Pass auf die Brombeerhecke auf, Lina“, rief der Gärtner, Herr Dürrblatt, ohne zu lächeln. „Sie beißt nicht, aber sie ist schüchtern.“ Lina kicherte und ging weiter. Ihr Plan war einfach: die leuchtenden Kräuter finden, Frau Silberblatt stolz machen und vielleicht ein kleines Wunder erleben.

Sie hob ein Blatt, roch und lauschte. Die ersten Kräuter funkelten weich in grünen Tönen. Doch noch fehlten zwei. „Wo seid ihr?“ fragte Lina leise, und plötzlich spürte sie ein Flüstern wie ein Windhauch – nicht durch die Ohren, sondern durch das Herz. „Gleich hier“, murmelte eine Glockenblume. Lina folgte dem Flüstern in einen schattigen Weg.

Kapitel 2: Die stille Kräuterfrau

Am Ende des Weges saß eine Gestalt auf einem moosigen Stein. Sie trug einen Mantel aus getrockneten Blättern und auf ihrem Knie ruhte ein Korb mit seltsamen Pflanzen, die in blauen und silbernen Tönen schimmerten. Ihre Haare waren mit winzigen Blüten verwickelt. Lina blieb stehen. Die Frau hob den Kopf, doch keine Worte kamen. Sie lächelte nur und streckte die Hand aus.

Lina trat näher. „Hallo, ich bin Lina. Ich suche leuchtende Kräuter.“ Die Frau nickte, aber schwieg. Sie zeigte auf einen Strauch mit Blättern, die wie kleine Lichter aussahen. Dann machte sie eine Bewegung mit den Fingern, als würde sie jemandem zuhören, der nicht sprach. Lina verstand. Diese Kräuterfrau sprach mit Händen, Blicken und den Pflanzen.

„Kannst du…“ Lina überlegte, „…mir helfen? Ich muss fünf sammeln.“ Die Frau legte ihre Finger sanft auf das Moos. Ein leises Summen ging durch die Luft. Die Kräuter bogen sich wie in einem Tanz und gaben eine kleine Schuppe von Licht ab. Lina sammelte sie vorsichtig in ihrem Tuch. „Danke“, flüsterte sie.

Die Kräuterfrau zeigte auf Lina und dann auf ihr Herz. Lina spürte ein warmes Kribbeln. Es war, als würde die Frau sagen: „Hör zu.“ Lina setzte sich zu ihr. „Warum sprichst du nicht?“ fragte sie leise. Die Frau schüttelte den Kopf, lächelte wieder und zeigte auf ihre Ohren. Sie machte eine Bewegung, die Lina verstand: Manchmal hört man mehr, wenn man nicht spricht. Ein Fingerspiel, ein Blick, ein Moment des Schweigens – all das war Sprache.

„Ich werde lernen zuzuhören“, sagte Lina. Die Kräuterfrau nickte zufrieden. Sie nahm eine kleine Träne des Morgentaus und gab sie Lina in die Hand. „Diese Träne leuchtet, wenn du wirklich zuhörst“, sagte die Frau, diesmal mit einem Ton, der wie ein Flüstern klang – nicht mit Worten, sondern in Linas Kopf. Lina hörte es deutlich.

Kapitel 3: Das Licht, das noch keiner kannte

Mit der Träne in der Hand ging Lina weiter. Die nächsten Kräuter fanden sich leichter. Sie kniete sich nieder, wartete, atmete und lauschte. Ein kleines Blatt begann zu flimmern, als ob jemand eine Sternschnuppe berührte. Lina legte die Träne auf das Blatt. Die Träne zog das Licht und spannte es wie einen winzigen Faden. Plötzlich stieg ein Schein auf – ein Licht, das Lina noch nie gesehen hatte. Es war nicht nur hell; es war freundlich, warm und machte ein leises Kichern, als würde die Welt mitlächeln.

„Oh!“ rief Lina. Die Bäume neigten sich neugierig. Die Glühkäfer tanzten im neuen Schein. Lina hielt das Licht vorsichtig. Es fühlte sich an wie der Herzschlag eines Freundes. Es schwand nicht, wenn sie es betrachtete. Stattdessen wurde es größer, bis es eine kleine Lampe aus reiner Wärme war.

Andere Kinder im Garten blieben stehen. „Was ist das?“ fragte Jonas, einer ihrer Mitschüler. „Siehst du das, Lina?“ Lina lächelte und zeigte auf die Lampe. „Es hört zu. Es reagiert auf Nähe.“ Das Licht vibrierte, als würde es die Stimmen der Kinder aufsaugen und daraus kleine Funken machen.

Frau Silberblatt kam herbei und legte die Hand an das Licht. Ihre Augen strahlten. „Das ist die Lauschelampion-Träne“, flüsterte sie. „Sie erscheint nur, wenn jemand mit Offenheit und Geduld sucht.“ Lina fühlte sich stolz. Alle fünf Kräuter waren nun gesammelt, und das Licht hatte sich in einen sanften Globus verwandelt, der die Kräuter sanft umhüllte.

Doch dann passierte etwas Unerwartetes: Die Kräuterfrau trat hervor. Sie deutete auf das Licht und dann auf Lina. Mit einer langsamen Geste legte sie ihre Hand auf Linas Schulter. Lina schluckte. Die Hand war warm wie Sommerboden. Sie spürte eine Erinnerung, als hätte sie gelernt, etwas Neues zu hören: nicht nur Worte, sondern auch die leisen Bedürfnisse der Natur und der Menschen.

Kapitel 4: Heimkehr mit neuem Hören

Zurück im Gewächshaus legte Lina die leuchtenden Kräuter auf den Holztisch. Das Licht flackerte still und alle sahen ruhig zu. Frau Silberblatt nickte zufrieden. „Ihr habt mehr als Kräuter gesammelt“, sagte sie. „Ihr habt zugehört.“ Lina dachte an das Schweigen der Kräuterfrau. Sie dachte an die Träne, die in ihr Herz einen Klang gelegt hatte.

„Was hat die Kräuterfrau gesagt?“ fragte Jonas neugierig. Lina lächelte. „Sie hat gesagt, dass man mit dem Herzen hören kann.“ Die Klassenkameraden probierten es. Einige schlossen die Augen und atmeten tief ein. Plötzlich hörte man Kichern, dann ein leises Rascheln – die Pflanzen erzählten kleine Geschichten: wie eine Bohne sich freute, endlich Sonne zu sehen, oder wie ein Pilz von einem Regenlied träumte. Es waren einfache Geschichten, aber sie machten warm.

Die Kräuterfrau kam näher und legte den Korb mit den Restpflanzen auf den Tisch. Sie zog ein kleines Blatt hervor, das wie ein Schlüssel aussah. Mit einer Fingersprache schenkte sie Lina das Blatt. „Für jene, die hören“, schien das Blatt zu flüstern. Lina nahm es und verspürte eine leichte Verantwortung, aber keine Angst. Frau Silberblatt strich ihr Haar zur Seite. „Du hast etwas Wichtiges gelernt, Lina: Zuhören macht Mut.“

Am Ende des Tages leuchtete das Gewächshaus noch lange. Die Kinder gingen nach Hause, aber nicht ohne zu versichern, dass sie am nächsten Tag wiederkommen würden. Lina verabschiedete sich von der Kräuterfrau. „Danke“, flüsterte sie. Die Frau beugte sich vor und legte einen Finger an ihre Lippen – ein Zeichen des stillen Einvernehmens. Dann verschwand sie zwischen den Bäumen, als wäre sie selbst eine Blume, die gegangen ist, um irgendwo anders zu blühen.

Lina schlenderte zurück in ihren Turm. Draußen blinkten die Sterne wie kleine Fragen am Himmel. Sie setzte das Blatt, das wie ein Schlüssel war, auf ihren Nachttisch. Es glühte schwach, wie ein Herz, das noch leise pochte. Lina legte den Kopf aufs Kissen und hörte dem Haus zu: den Flow der Treppen, das leise Atmen alter Bücher, das Summen der Glühkäfer. Alles erzählte etwas, wenn man nur hinhörte.

Am nächsten Morgen, als die Sonne wieder durch das Fenster kroch, wusste Lina etwas Bestimmtes: Die Welt hatte viele Stimmen und nicht alle sprachen mit Worten. Manche flüsterten durch Blätter, andere sangen in Tropfen. Und wenn man wirklich zuhörte, dann fand man nicht nur Kräuter, sondern auch Freunde und kleine Wunder. Lina lächelte. Sie war bereit, weiterzuhorchen und das Licht zu teilen — immer mit dem Mut, der in einem offenen Ohr und einem warmen Herzen wohnt.

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Das Quiz: Hast du die Geschichte gut verstanden?

Leuchtende Kräuter
Pflanzen, die in verschiedenen Farben strahlen oder scheinen, besonders in der Dunkelheit.
Gewächshaus
Ein Gebäude aus Glas oder Plastik, in dem Pflanzen gezüchtet werden, damit sie auch bei schlechtem Wetter wachsen können.
Kräuterfrau
Eine Frau, die sich mit verschiedenen Pflanzen auskennt und diese pflegt oder nutzt.
Lauschelampion-Träne
Eine besondere Träne, die leuchtet, wenn jemand gut zuhört und die Natur versteht.
Fingerspiel
Eine Art von Spiel oder Bewegung, die man mit den Fingern macht, um etwas auszudrücken oder zu zeigen.
Kichern
Ein leises, fröhliches Lachen, das oft spontan kommt.

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